Der Yukoner und Parzival -3 Tage durch den Soonwald-


  • Verschiedene Umstände passten günstig zusammen, so dass ich mit dem Yukoner eine schöne Dreitages-Tour durch den Soonwald machen konnte. Wir hatten von Montag bis Mittwoch Zeit dazu und starteten wieder von dem mittlerweile bekannten Platz an der Opelwiese aus, wo das BCP-Wintertreffen vom Januar 2014 stattgefunden hat.



    Wir nutzen erst mal die Grillstelle zu einem stilgerechten Mittagessen.




    Leider fing es gleich an fett zu regnen, so dass wir uns schon zu Beginn der Tour unter die Ponchos begeben mussten.



    Der Yukoner navigierte mit Karte und Kompass, was er richtig gut konnte.



    Mein schweizer Armeeponcho, der mir schon in der Vergangenheit gute Dienste geleistet hatte, kam aber dieses Mal an seine Grenze: Meinen Rucksack hatte ich etwas mehr in die Breite gepackt, anders kann ich es mir nicht vorstellen, dass ich den Poncho in der Beingegend nicht mehr zu bekam.
    Dadurch wurden meine Beine langsam klatschnass, was bei zusätzlich fallenden Temperaturen nicht besonders angenehm wurde.
    Einen Lagerplatz für die erste Nacht hatten wir uns zuvor noch nicht ausgeschaut; wir wollten in etwa bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang laufen und uns dann nach einer geeigneten Stelle umsehen.
    Der sehr starke Regen und die aufsteigende Nässe, besonders bei mir, führten bei uns langsam zu einer gewissen Unruhe, so dass wir uns dann doch rechtzeitig in ein dichtes Waldstück zur Lagersuche begaben.
    Ich habe zusammen mit Mogen mittlerweile einige verlässliche Kriterien herausgefunden, die einen guten, oder sogar sehr guten Lagerplatz in heimischen Wäldern ausmachen. Diese Erfahrung kam mir auch dieses Mal zugute und wir schafften es noch rechtzeitig, eine geeignete Stelle zu finden und unter relativ ungemütlichen Umständen unser Lager zu errichten.
    Besonders knifflig war es, im Dauerregen mit patschnasem Holz ein Lagerfeuer groß zu bekommen. Gar nicht mal so schwer war es, die ersten Flammen zu sehen. Aber aus dem Zunderfeuer aus trockenen Unterholz-Ästchen eines Fichtenwaldes, die man auch im Regen noch findet, ein dauerhaftes Feuer mit Glutbett, welchem dann auch regennasse Äste nichts mehr anhaben können, hinzubekommen, das war schon eine richtige Geduldsleistung vom Yukoner gewesen.
    Ich sammelte in der Zwischenzeit eine ordentliche Menge Holz für uns und hatte irgendwie an diesem Abend keine Lust auf´s Fotografieren.
    Sobald das Feuer dann richtig brannte, kam die Behaglichkeit zurück und wir konnten mal wieder am eigenen Leib spüren, wie essentiell die Wärme eines Feuer sein kann! Die Kleider trockneten allmählich und die Stimmung stieg bei uns beiden! So saßen wir dann bis tief in die Nacht und hatten uns viel zu erzählen.
    Ich schlief sogar sehr gut und auch durch, als ich um halb 8 die Augen öffnete. Der Regen hatte sich komplett verzogen und es versprach ein herrlicher Tag zu werden.



    Das Lager am Morgen



    Mein braunes 3x3m DD-Tarp in meinem Lieblings Aufbau: Schrägdach mit untergeschlagenem Rücken und hochgezogener Mitte.
    Es ist übrigens unter den Tarps alles trocken geblieben!



    Immer wieder ein tolles Gefühl ist es, wenn man sich morgens im Wald sein Frühstück und den Kaffee bereitet. Kein Vergleich mit der Routine zuhause. Dementsprechend ist der Genuss!





    Die Route des zweiten Tages führte uns ein großes Stück auf dem Soonwaldsteig entlang. Die Nacht verbrachten wir übrigens in der Umgegend des "Ellerspring", der höchsten Erhebung des Soonwaldes (657m)
    Jetzt ging es in Richtung der "Alteburg". Ich lasse ein paar Bilder des Waldes bei herrlichem Wetter sprechen.







    Die Alteburg:



    Bilck von der Alteburg:


    Direkt am Fuße der Alteburg geht der Soonwaldsteig entlang und es hat ein paar Bänke dort. Die vielen Wanderer haben sich dort eine Feuerstelle errichtet, bei der wir unsere Mittagsrast großzügig abhielten.


    Der Yukoner benutzte zum ersten Male seinen neuen "Procul"-Steckhobo. Ein hervorragendes und bewährtes Design, in ausgelasertem Edelstahl zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.


    Das Ziel des Nachmittags war der Platz bei Mengerschied, an dem demnächst das Fronleichnams-Forentreffen stattfinden wird! Dort hin wollten wir uns auf direktem Wege navigieren, "querwaldein", auch wenn es teilweise zur Benutzung von Wegen kam.


    Unterwegs entdeckt: sieht aus wie ein Holzstapel, ist aber ein Ansitz!


    Nach einigen Kilometern durch den Wald erreichten wir schließlich den tollen Platz bei Mengerschied an dem "Lametbach"



    Wir füllten unter Zuhilfenahme der Filter unsere Wasservorräte auf. Das Wasser hier schmeckt hervorragend!


    Der Platz ist überaus komfortabel ausgestattet:





    Zu lange hielten wir uns aber dort nicht auf; in ein paar Wochen kommen wir ja wieder! (Und hoffentlich auch viele von euch! ;) )


    Nun folgte der Rückweg der Tour. Wir wollten jetzt noch bis zum Abend einiges an Strecke machen, um dann wieder rechtzeitig vor der Dunkelheit ein Lager zu suchen.
    Dies ist uns auch wieder ausgesprochen gut gelungen. Es fand sich eine Stelle in einem verschwiegenem Fichtenwald, wo wir uns in der "hintersten Ecke" einrichteten. Der Yukoner wählte heute den Tarpaufbau der Dackelgarage, was ihm persönlich besser gefällt. gestern hatte ich ihn ja zum Schrägdach-Aufbau überredet. Das ist das Schöne an Tarps; man ist äußerst flexibel!


    Das Feuer brannte heute sofort!


    Und es wurde wieder ein sehr gemütlicher und langer Abend daran! Auch die Nacht verlief komplett ruhig.


    Der Morgen darauf:


    Es war nur saukalt morgens, ich habe sogar extra meine Fleece-Mütze rausgekramt.


    Bei erneut sehr schönem Wetter ging´s weiter.


    Es folgen einfach ein paar Wald-Impressionen von unserem Weg:




    Dies ist das Naturdenkmal "Bollingereiche"



    Den QR-Code unten rechts auf der Tafel habe ich noch mal extra fotografiert: probiert ihn mal mit dem Smartphone aus, er ist interessant und funktioniert auch durch das Foto am Bildschirm!


    Später haben wir sogar noch jemand kennengelernt und sind mit der jungen Dame, die den kompletten Soonwaldsteig am Wandern war, einige Kilometer gemeinsam gelaufen.


    Das helle Grün der neuen Blätter im Frühling ist einfach schön!


    Aus den Keimblättern des Buchensamens streckt sich der erste Zweig mit Blättern


    So erreichten wir am Nachmittag des dritten Tages wieder unseren Ausgangspunkt. Mittlerweile blühten die Löwenzahnköpfe, was vorgestern noch nicht der Fall war!
    (Auf den Bildern zu vergleichen)


    Nach dem obligatorischen Abschluss-Essen fuhr mich der Yukoner noch nach Hause, bevor er sich selbst auf die Heimfahrt machte.
    Eine tolle Tour ist wieder mal zuende. Es macht aber auch viel Freude, sie mit euch zu teilen. Ich hoffe, es hat wieder gefallen und vielleicht sieht man sich in Mengerschied auf dem Forentreffen!


    LG Parzival

  • Hallo

    Quote

    Es macht aber auch viel Freude, sie mit euch zu teilen. Ich hoffe, es hat wieder gefallen und vielleicht sieht man sich in Mengerschied auf dem Forentreffen!


    Es macht aber auch viel Freude, deine Berichte zu lesen.
    Schon die Berichte von Dir und Mogen waren sehr schön zu lesen, so das man eigentlich mit dabei war.
    Nun hast du noch einen weiteren Partner gefunden.


    Auch an dir Yukoner vielen Dank.


    lG
    ranger

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.