STOPGEL -Interessante Alternative

  • Hallo zusammen,


    ich möchte euch heute eine interessante Alternative zu einem normalen Feuer vorstellen. Wir haben diese Art von Feuer gestern bei nassem Tauwetter getestet und ich war wirklich überrascht:


    Das sagt der Hersteller:


    SICHERE HANDHABUNG - SICHERES ABBRENNEN - SICHERES LÖSCHEN (Kann ich bestätigen!)




    Aufsicht auf die STOPGEL-Wein- und Obstbau-Kerze: eingefasst in einen ca. 28cm hohen und Ø 20cm breiten Blecheimer (5,6 kg) befindet sich der
    quadratische Docht aus Pappe im Weichwachs.






    Ein sicheres Abbrennen auf einem ebenen Untergrund ist hiermit gewährleistet. Die Kerze brennt in ihrem Behältnis ab. Der Blecheimer ist stabil
    genug, um sich trotz der Hitze nicht zu verformen oder verbiegen. Zum Löschen der Kerzen
    genügt das einfache Auflegen des Blech-Deckels, da dadurch die Flamme
    sofort erstickt
    (siehe dazu den Film unten). Vorsicht: der Blech- Eimer ist durch
    die geschmolzenen Wachs-Reste dann immer noch sehr heiß und sollte erst
    nach dem vollständigen Abkühlen transportiert werden
    (wenn die Wachsreste dann wieder verfestigt sind) !





    Entzünden der STOPGEL- Kerze mit einem Bunsenbrenner. Der Hersteller garantiert eine Brenndauer je Kerze von mindestens 10 Stunden (ebenes
    Aufstellen).
    Auf den Rheinhessischen Agrartagen 2014 in Nieder-Olm wurde uns sogar von einer Brenndauer von 12-14 Stunden je Kerze
    berichtet.


    Meine persönlichen Eindrücke:


    Wir hatten keinen Bunsenbrenner, sondern einfach ein Stück Birkenrinde als Zunder. Das ging genauso. Es riecht nicht und spendet viel Licht und eine angenhme Wärme. Nach 2 Stunden haben wir die Flamme einfach durch schließen des Deckels erstickt, etwas abkühlen lassen und wieder mitgenommen für den nächsten Einsatz.


    Bezogen haben wir das Produkt aus Frankreich zu einem Preis pro Eimer von knapp 6 €.


    Seite des Herstellers:


  • Für den Preis pro Eimer (zzgl. Versand) sicher eine Idee für ein stationäres Lager. So ein Eimer brennt ja lange, macht genügend Feuer. Riesenhobo sozusagen. :lol


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Alternative wozu ?


    5kg bei 10h Brenndauer, also 500g pro Stunde, das finde ich jetzt nicht so bemerkenswert.
    Das ist halt ne große Kerze aber wozu?
    Und wie sieht das aus wenn die auf das untere drittel runtergebrannt ist?
    Klar könnte man in den Blecheimer dann ein paar Löcher schlagen für die Luftzirkulation,
    aber irgendwie naja....


    Ich meine klar wenn ich jetzt in einer baumlosen Region wäre, zb Island, oder eine andere Region wo kein Feuerholz
    verfügbar ist, und man für den Notfall Feuer (oa Signalgeber) braucht, aber sonst ???

  • So ganz sehe ich den Vorteil auch noch nicht... Wenn ich im Wald dem Förster begegne werde ich so oder so Ärger bekommen weil offenes Feuer zumeist verboten ist.
    5Kg wollen dazu auch erstmal geschleppt werden, das ist bezogen auf Ausrüstung aber schon ne ganze Menge an Kram, zB 5 Pullover aus dicker und schwerer Wolle, oder ein Schlafsack der eine Temperaturstufe niedriger geht, oder Essen für ein paar Tage, Wasser für 2 bis 3 Tage...


    Dazu kostet er noch Geldeinsatz den ich bei "Bodenholz" für den Hobo nicht habe...


    Für "im Garten" sicherlich nett und kleine Lagerfeuerabende vlt auch, bei Gemeindefesten kann ich mir das zB gut vorstellen.

    *********************
    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
    *********************

  • Hallo,


    für mich ist das ein Produkt, welches man nicht wirklich braucht.


    Ein richtiges Feuer als auch eine Kerze ist es in meinen Augen nicht.
    Mit 12kg kostenlosem Holz im Hobo habe ich dieselbe Wärmemenge und sammel
    das Material am Lager und muß nicht den ganzen Tag das Zeugs schleppen.


    Gruss
    Konrad


    P.S. auf der Terrasse mag das Ding einen netten Brandfleck machen und dafür ist es
    auch m.M. nach gedacht.

  • Ich war mal neugierig was genau das nun ist, Zitat von der Herstellerseite:


    Quote

    Platzieren Sie 350 bis 400 Kerzen pro ha und zünden Sie zunächst nur 200 bis 250 Kerzen an. Warten Sie dann die weitere Entwicklung der Kälte-Intensität ab, um weitere Kerzen anzuzünden


    Hihi.


    Wusste ich gar nicht und hab das auch bei uns noch nie gesehen (sieht ja ganz witzig aus so als Fotomotiv) das das so gehandhabt wird
    im Obst und Weinanbau.
    Wieder was gelernt.


    Aber bezogen auf meine Outdoorinteressen für mich halt wirklich unbrauchbar.
    Auch wenn es vom "leave no Tracks" Standpunkt her durchaus interessant ist, bleibt halt das hohe Gewicht,
    also aufm Rücken möchte ich das nicht auch noch buckeln müssen.
    Immerhin komme ich mit 1 Liter Spiritus (zum Vergleich) eine gute Woche aus was Mahlzeiten und Heißgetränke angeht
    bzw wenn es um offenes Feuer geht bin ich halt Hobonaut :hobo .

    Vielleicht auf einer längeren Paddeltour mit mehreren Leuten in den feuchtkalten Monaten als Backup,
    aber auch da genügte bisher immer der große "kohlenanzünder-hobo" .


    edit: wie siehts eigentlich bei stärkerem Wind aus? Hast du das auch mal ausprobiert?

  • DIE DINGER GIBT ES NOCH?!?
    Irgendwann am Anfang des 18.Jahrhundert hat man in Obstbaukulturen damit begonnen Feuer zwischen den Reihen zu entzünden wenn während der Blütezeit Nachtfröste drohten. Anfangs glaubte man wenn ich mich richtig erinnere das der Rauch als Frostschutz dienen würde. In so einem alten Schinken a la "Vom Winde verweht" sieht man die Leute mit grossen Fächern zwischen den Feuern Rauch verwedeln... Später kam man dann darauf das es die Wärmestrahlung ist die ein abfrieren der Blüten verhindert.
    Normalerweise werden die Kulturen bei Frostgefahr beregnet. Das Wasser benötigt zum gefrieren eine grosse Energie (Schmelzenthalpie) was als Frostschutz für die Blüten wirkt. Ein paar Grad - über ein paar Stunden kann so gut abgepuffert werden.


    Ganz ehrlich, ich bin seit 20 Jahren Gärtner, Weinbau, Obstbau, Landwirtschaft.... Ich habe es noch nie live gesehen. Mir ist auch kein Obstbauer persönlich bekannt der dieses System einsetzt. Aufgrund der hohen Kosten, wir reden immerhin von 200-400 von diesen Eimern pro Hektar die auch nur max. 2 Nächte halten. Das sind schon Kosten die nicht zu vernachlässigen sind. Ich kann mir das rentabel nur bei extrem hochwertigen Kulturen vorstellen. Da muss dann schon ein Baron Rothschild von 19xx mit 5 Sternen + Komet dabei rauskommen.


    Ich benutze vergleichbare "Feuertöpfe" zur stimmungsvollen Aussenbeleuchtung in der Weihnachtszeit, an Sylvester und bei anderen Gelegenheiten. Brenndauer zwischen 4 und 12h. Ich bilde mir ein ich hätte die Dinger auch schon in D gesehen. Sie geben ein sicheres, stabieles und stimmungsvolles Licht, ABER sie Russen uch recht ordentlich. Ich kann mir nicht vorstellen das das bei diesen Eimern besser sein soll. Gegen Ende der Brennzeit erhitzt sich das Parafin dann auch oft so sehr das es selbst zu brennen beginnt. Das russt dann wirklich übel. Unter den Feuertöpfen gibt es übrigens wirklich schwarze, verkohlte Kreise, fragt mal mein mich liebendes aber ungläubiges Eheweib... ;)


    Ich kann mir schon vorstellen solche Eimer zu benutzen, aber dann weniger als Lagerfeuerersatz ehr als Wärmequelle und zur Beleuchtung. Zum Grillen oder kochen aufgrund des Russes, der noch dazu aufgrund des Parafins sehr schmierig ist gleich 2 mal nicht. Bei dem Gewicht würde ich lieber einen grossen Sack Holzkohle und einen modifizierten Eimer mit nehmen.


    Gruss

  • Ich habe die Teile selbst im Einsatz und kann sie nur empfehlen. Wir waren an Neujahr im Wald unterwegs und sind an einen Aussichtspunkt gelaufen. Ich hatte einen Eimer im Rucksack und diese Teile spenden Licht, Wärme und es geht schnell. Es kann mir keiner erzählen, dass er bei nassem Wetter, in der Dunkelheit trockenes Holz für 10 Stunden in so kurzer Zeit anschleppt. Allein das ist schon ein Vorteil und ich bin garantiert schneller und erfolgreicher und daher ist das eine super Alternative!

  • Ahoi


    Naja so schnell wie "Rucksack aufmachen und Eimer anzünden" sicherlich nicht.
    Aber Holz sammelt man ja auch nicht erst wenns schon dunkel ist und eine gewisse Feuchtigkeit ist eher auch kein Problem,
    wenn das Feuer erstmal richtig brennt kann man ohne weiteres auch weniger trockenes Holz nachlegen,
    bzw Holz auch am Feuer vortrocknen.
    Lagerfeuer bei Starkregen (ua siehe Kassel) hab ich ja auch schon einige miterleben "dürfen", das geht schon alles.
    Aber klar, wenns einfach und schnell sein soll oder aber zb ein Notfall meinetwegen Unterkühlung/Paddelunfall oder ähnliches,
    ist der Eimer schon interessant.
    Bitte nicht falsch verstehen / persönlich nehmen,
    ich will den Eimer auch nicht per se schlecht reden, es ist nur so, also das geht für mich schon in Richtung "Camping" und weniger Bushcraft/lowequip ;-)

  • Hallo
    Alternative zu einem normalen Feuer ?
    Nein für mich nicht.
    Ich schleppe doch nicht so einen Blechkübel mit mir rum. Das ist ja wie Wasser in den Fluss tragen.
    Selbst zu Hause im Garten oder Terasse ist eine Feuerschale mit schönen Holzscheiden am brennen schöner anzusehen wie so ein Blechkübel.


    Meine Meinung.
    LG
    ranger :winken

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.


  • ich will den Eimer auch nicht per se schlecht reden, es ist nur so, also das geht für mich schon in Richtung "Camping" und weniger Bushcraft/lowequip ;-)

    Das ist eigentlich kein Argument, denn das meiste hier geht eher in die Richtung und keiner stört sich dran.

  • Redet doch nicht darum herum. Der Eimer taugt nichts. Als Wärmequelle nicht, zum Kochen nicht, als Lichtquelle nicht. Weshalb sollte man so einen Gegenstand mit sich rum tragen? Man könnte eben so gut eine Autobatterie mit nehmen, kann man draussen auch nicht brauchen und ist auch schwer.
    Man darf etwas auch bim Namen nennen. Dieser Eimer ist für das zu Fuss unterwegs sein nicht tauglich.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Die Lösung lautet "Problemorientiertheit", nicht "Produktorientiertheit"


    Viele schauen nicht darauf, was sie in einer Situation X machen können um sie zu einem Erfolg zu bringen, sondern schauen auf Produkt Y und überlegen wofür man es alles benutzen könnte ;) Schaut man also aus Situationssicht auf die Sache, fragt sich was man will und braucht, kommt man (wahrscheinlich zwangsläufig) auf das Ergebnis, dass eine 5 kg-Kerze NICHT die praktikabelste Lösung ist ^^

  • Wachs oder Gel mit ner Art Docht in einem Blechbehälter gibts viel. Angefangen von "Kerzen" fürs gemütliche Beisamensitzen auf der Terasse bis zu sogenannten Anzündtöpfen für Wachsfackeln. Und im Prinzip läßt sich sowas auch leicht und einfach in jeder beliebigen Größe selber fertigen.
    Ich selbst hab vor paar Tagen was im Prinzip Ähnliches selbst gemacht. Ich nah eine leere Scho-Ka-cola-Dose , gab 4 Dochte aus Teelichtern rein und füllte das ganze mit geschmolzenem Bienenwachs auf. Brennt super, macht ein schönes licht und je nachdem wieviel Dochte man anzündet kann man Brenndauer und Helligkeit steuern. und jaaaaaaaaaa...... gibts auch als "Survival-kerze" zu kaufen. aber ich hatte das Zeug alles hier und kostet mich nicht 1 müden Euro.


    PS: Heutzutage ist eine ähnliche Lichtquelle bei Gruppen auf Mittelalterfesten beliebt. Man nehme einen Metallbehälter uns stelle ein Rolle Toilettenpapier rein, dann füllt man das Ganze mit flüßigem Wachs auf. Die Rolle saugt sich dabei mit Wachs voll und wirkt als Docht.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

    Edited once, last by Odin ().

  • Hallo,


    dabei ist diese "Mittelalterkerze" gut zu verwenden mit mehrlagigem Klopapier, das saugt besser :D


    Früher nahm man kein Wachs, sondern vom Schlachten übriggebliebenes Fett oder in den Nordländern auch Talg. Was man eben brennbares hatte. Klopapier gabs nicht, aber dafür Grasschnitt oder Schilf. Etwas längere Halme senkrecht in den Topf gestopft, Brennzeugs drüber und fertig. Klar rußt das wie verrückt, aber damals gabs keine grüne Partei und keine Umweltbewegung ;)


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Odin...das mit der Schokokoladose macht nicht nur Licht. Ich habs mal bei ner Pullmoll übertrieben und gleich 7 Dochte reingemacht...mit dem Ding konnt man kochen. (Wenn man bissle Zeit hatte)