Birkenrinde richtig sammeln

  • Hi BCP,


    gestern habe ich auf meinem Nachhauseweg ausm Büro tatsächlich an der B4 angehalten und Birkenrinde gesammelt. Erstmal war es ein tolles Gefühl weil ich sowas seit Jahren nicht mehr gemacht habe. War eine richtig schöne Erfahrungen.


    Aber das sammeln hat nicht klappen wollen. Wir haben viel Windbruch bei uns und ich habe es an 3 umgeknickten Birken versucht. Habe ein Rechteck eingeschnitten und versucht die Rinde hochzuhebeln mit dem Messer. Aber da war nichts zu wollen. Es wollte einfach nicht klappen. Also auf zur nächsten Birke, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wieder dasselbe. Aber alle guten Dinge sind 3......denkste. Nach dem mir keine weiteren Sprichtwörter eingefallen sind bin ich zurück zum Auto spaziert und werde es wann anders weiter versuchen.


    Habt ihr eine Idee warum das nicht geklappt hat? Die Rinde wollte sich einfach nicht lösen. Oder muss man sich "die richtige" Birke suchen oder gibt es sonst irgendwelche Tricks?


    Danke für eure Hilfe!

  • Hallo,


    nimm nur den oberen Teil der Borke. Man kann dann solche fetzen abreißen.
    Das klappt dann schon.
    Ich wollte mal Rindengefäße aus Birke machen. Dazu braucht man auch den unteren Teil.
    Da hab ich im Winter einen umgefallenen Baum gesehen.
    Die Borke ging auch nicht gut ab. Die Indianer machen das im Frühjahr, wenn der Baum im Saft ist.
    Das der Baum dann stirbt, ist eine andere Sache.


    Gruss
    Konrad

  • Hallo,


    Borkenrinde sammle ich immer so nebenbei, eben wenn ich draußen bin. Diese Rinde ist das letzte Teil, welcher an einer Birke verrottet. So finde ich alte umgestürzte Bäume, wo praktisch kein Holz vom Stamm mehr da ist, aber die fette Rinde liegt noch rum. Einfach aufheben, von Schmutz, Getier und eventuellen Pilzen begreien und rein in einen Beutel. Ich habe auf die Art gesammelt immer reichlich einen Eimer Rinde im Keller stehen. Gut getrocknet (paar Tage auf der Heizung) wartet dort die Rinde auf ihren Einsatz.


    Frisch umgefallene Bäume geben ganz dünne Rinde ab (so schneiden wie du es beschreibst). Je dünner, desto besser brennt die Rinde, auch wenn sie praktisch nass ist. "Ernten" läßt sich diese Rinde freilich etwas mühsamer, aber wenn du dein Viereck nur ganz dünn einritzt und dann mit den Messer das Stück abziehst, dann geht das. Du brauchst ja nur paar Fasern oder schmale Streifen, keine "Tischplatten". ;)


    Aber mich ärgert es immer wieder wenn irgendwelche Idioten diese Rinde von intakten Bäumen ernten. Solchen Leuten müßten die Pfoten abfaulen!
    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hm man braucht halt ein wenig Geduld bei der Sache. Wenn du die Rinde zu schnell abziehen willst reisst du nur kleine Stücke ab. Das Rechteck ausritzen ist schon richtig, und dann gaaanz langsam Stück für Stück mit dem Messer das Teil rausheben.
    Geht aber meiner Erfahrung definitiv leichter wenn die Rinde trocken ist.

  • wo praktisch kein Holz vom Stamm mehr da ist, aber die fette Rinde liegt noch rum.

    Und die brennt immer noch genau so gut wie etwas frischere Rinde?


    Schonmal vielen Dank euch allen. Meine Freundin hat am Wochenende Mädelsabend und da werde ich wohl die Zeit nutzen nochmal üben zu gehen.


    @ Outdoorfriend - Schnitzt du da etwa an einer gesunden Birke herum? :eek

  • Hallo,


    hab das Gefühl, daß die von alten fast vergammelten Bäumen viel besser brennen.


    Hab mal welche einige Wochen auf den Heizkörper gelegt. Sind ja dann schön trocken.
    Brennen jetzt ganz schlecht. Scheinbar sind die ätherischen Öle verdunstet.
    Also je frischer im Wald desto besser.


    Gruss
    Konrad

  • Birke ist leider nicht gleich Birke.
    Ich hab für meine Bachelorsarbeit wirklich Unmengen an Birkenrinde sammeln müssen.
    Bis jetzt hab ich immer noch kein klares Muster erkennen können, wann man die Rinde von einem umgestürzten oder gefällten Baum leicht abnehmen kann und wann sie bombenfest anpappt.
    Es kann gut etwas damit zu tun haben in welcher Jahreszeit der Baum umgefallen ist. Im Sommer wenn er im Saft steht kann man vom lebenden Baum die Rinde abziehen wie Papier. Im Winter klebt sie sehr fest. Möglicherweise bleibt dieser Effekt erhalten wenn der Baum umstürzt.

  • Aber mich ärgert es immer wieder wenn irgendwelche Idioten diese Rinde von intakten Bäumen ernten. Solchen Leuten müßten die Pfoten abfaulen!

    Das glaube ich dir. Ich verstehe auch nicht warum das nötig wäre. Seitdem ich jetzt mal wieder mit offenen Augen im Wald war sehe ich soooo viele tote oder umgeknickte Birken, da hab ich Zunder bis ans Lebensende.
    Neulich habe ich einen schönen toten Birkenstamm gesehen. Ca. 3m hoch, 30cm dick und keine Krone oder Triebe vorhanden. Vielleicht wird das mein Projekt fürs Wochenende ;) Da werd ich auch mal ein Foto von machen.

  • Das glaube ich dir. Ich verstehe auch nicht warum das nötig wäre. Seitdem ich jetzt mal wieder mit offenen Augen im Wald war sehe ich soooo viele tote oder umgeknickte Birken, da hab ich Zunder bis ans Lebensende.
    Neulich habe ich einen schönen toten Birkenstamm gesehen. Ca. 3m hoch, 30cm dick und keine Krone oder Triebe vorhanden. Vielleicht wird das mein Projekt fürs Wochenende ;) Da werd ich auch mal ein Foto von machen.

    Hallo Eichenholz.


    Genau meine Meinung! Es ist in keinster Weise notwendig, wenn man nicht in einer echten Notsituation steckt. Es gibt so viele umgestürzte Birken da draußen, daß man von hier bis Novosibirsk IMMER welche findet. Birken sind halt Pionierbäume, die oft als erste ansiedeln. Und wenn man doch keine findet, nimmt man halt einen anderen Zunder oder geht wieder nach Hause...


    Hinzu kommt, daß durch die natürlichen Öle die Rinde von toten Birken nicht verfault, sondern eher noch besser brennt, weil sich das Öl darin konzentriert und wasserunlöslich ist.


    Und auch nasse Birkenrinde bekommt man angezündet. Man muss nur die Feuchtigkeit abreiben und die oberen Schichten fein abschaben. Dieser "Birkenstaub" brennt oft schon beim ersten Funken! Ich liebe Birkenrinde als Zunder, allerdings nur die weiße. Die dunklere Birkenrinde versuche ich zu vermeiden.


    Viele Grüße J

  • Junas, jetzt bist du schon der zweite der davon berichtet dass die Rinde von "verfaulten" toten Birken sogar besser brennt. Tja, wenn ich das vorher gewusst hätte hätte ich meinen kleinen Vorrat schon fertig :lol hätte hätte hätte....

  • Zum Basteln kannst Du nicht einfach jede Birkenrinde nehmen. Diese schönen Behältnisse und Boxen die man manchmal sieht sind aus der Rinde der Papierbirke, wir haben davon ein paar bei uns im Knast stehen, die haben eine schöne, dünne, flexible Rinde, die sich auch (theoretisch) in großen Querschnitten abziehen lässt. Mit normaler Rinde kriegt man auch tolle Sachen hin, nur sehen die meist grobschlächtig und rudimentär aus

  • Alles was man mit den Fingern vom lebenden Baum abzupfen kann schadet diesem i.d.R. nicht, zumindest dann nicht wenn man keine spezialstahlverstärkten Maulwurfskrallen hat.
    Ob nun die Rinde von der toten oder lebenden Birke besser brennt.... ich denke das ist ehr eine Frage der Materialstärke. Das dünne Häutchen das sich im Frühjahr vom Stamm ablösst eignet sich natürlich am besten als Zundermaterial.
    Die von Stefan erwähnte Papierbirke eignet sich natürlich am besten, aber so lange sich auf dem Rindenabschnitt keine Astlöcher oder andere Schäden oder unebenheiten befinden geht das auch mit anderen, ist aber unflexibler und dicker.
    Ich bevorzuge zum basteln Birkenrinde von Stämmen die etwa 1 Jahr im Wald gelegen sind. Die lassen sich recht gut schälen, zumindest bei feuchter Witterung (d.h. die Rinde muss gut feucht sein). Im Herbst habe ich mit Brkenrinde einige Dutzend IKEA-Gläser für Tischdeko ummantelt, das geht recht gut. Zu beachten ist das Birkenrinde sich beim trocknen einrollt (guter Ofenanzünder).


    Gruss