• Hallo,


    hat von euch wer Erfahrung mit dem Zelt des österreichischen Bundesheers?Wie ist das denn so?Ich bin nämlich am überlegen ob ich mir eines anschaffe,um nur die eine Hälfte unter dem Tarp aufzubauen.Oder ist doch das BW Zelt besser bzw. gibt es noch nadere in dieser Richtung?


    Vielen Dank im voraus,


    Holunder

  • Ich, war Scheiße. War zwar beim deutschen Heer, aber die nehmen sich qualitativ nichts. Wieso willst du eine Plane unter einer Plane aufbauen?

    "Man sollte immer eine kleine Flasche Whiskey dabeihaben - für den Fall eines Schlangenbisses -
    außerdem sollte man immer eine Schlange dabeihaben."
    W. C. Fields

  • Welche meist du denn ?
    Die alte dreieckige aus Baumwolle, oder die neue aus beschichtetem Polyester.


    Die aus Baumwolle würde ich dir nicht empfehlen. Die ist einfach nur schwer, hat einzeln ein relativ ungünstiges Maß, und ist nicht wirklich wasserdicht.
    Die neue aus Kunstfaser ist zwar wasserdicht und im vergleich zu "zivilen" Tarps sehr dick und robust, und auch leichter als die Baumwolldinger der BW, aber immer noch ziemlich schwer. Eine alleine dürfte als Tarp schon etwas klein sein. Ich befürchte da regnet es bei stärkerem Regen schräg drunter oder du bekommst Spritzwasser ab. Zwei von den Dingern als Dackelgarage gehen schon klar aber da bist du ( wenn ich mich recht erinnere) auch schon wieder bei über einem Kilo Gewicht.


    Ich hab die Teile irgendwo rumliegen muss aber erst mal suchen, dann messe ich und wiege ich nochmal genau nach. :winken

  • So.. da bin ich wieder...





    Also ; Das Packmaß ist überraschend klein, liegt noch unter DIN A4. Ist hier nur einfach gefaltet und könnte noch ein gutes Stück komprimiert werden.




    Von Spitze zu Spitze hat es ca. 310cm und die beiden Seiten haben nicht ganz 170cm. Von der Länge her also ganz OK.




    Die Breite ist leider nur 120cm, das ist für meinen Geschmack echt ein bisschen knapp. Wie schon gesagt wenn man zwei aneinander knüpft und es als kleines Zelt benutzt ist das schon in Ordnung, aber alleine echt zu wenig.




    Man erkennt nicht viel aber das Gewicht liegt bei genau 600 Gramm. Ist halt ziemlich robuster Stoff, nicht so ein ultradünner Ripstop wie bei Modernen Zelten.


    Mir persönlich ist der NL Armeeponcho lieber wenn ich wirklich minimalistisch unterwegs bin, der ist etwas leichter, mit ca. 2,40m noch gerade lang genug für mich, aber mit 1,60m erheblich breiter als die ÖBH Zeltbahn.


    Hoffe mal damit sind die Fragen geklärt --- Grüße :winken

  • Vielen Dank.
    Ich habe vor eine Hälfte aufzubauen und bei schlechtem Wetter meinen Poncho drüberzuhängen.Wie stabil sind denn die Forellen (Heringe ^^ ),wie stabil ist das Gestänge?
    Ist das komplette Zelt dicht wenn beide Zeltbahnen aufgebaut und zusammengeknöpft sind? Weichen die Zeltbahnen durch bzw weiten sie sich wenn sie nass werden?


    Vielen Dank im voraus,


    Holunder

  • Also die Heringe und das Gestänge besitze ich nicht, aber um so eine kleine Plane aufzuspannen braucht man auch kein extrem tolles Gestänge. Da tut es auch jeder zweite Ast im Wald, das gleiche gilt für die Heringe.
    Die Ergänzung mit einem Poncho halte ich für eine gute Idee, das müsste gehen.
    Der Stoff ist dick beschichtet, nimmt also fast kein Wasser auf und dehnt sich auch nicht.
    Die Hälften überlappen relativ gut wenn sie aneinander geknüpft sind, sollten also schon einiger Maßen dicht sein. Ich hab es aber noch nie bei wirklich schlechtem Wetter getestet, da sind mir größere Tarps einfach lieber.

  • Vielen Dank.
    Ich habe vor eine Hälfte aufzubauen und bei schlechtem Wetter meinen Poncho drüberzuhängen.Wie stabil sind denn die Forellen (Heringe ^^ ),wie stabil ist das Gestänge?
    Ist das komplette Zelt dicht wenn beide Zeltbahnen aufgebaut und zusammengeknöpft sind? Weichen die Zeltbahnen durch bzw weiten sie sich wenn sie nass werden?


    Vielen Dank im voraus,


    Holunder


    Moin,


    ich habe schon die eine oder andere Nacht im Ösi-Zelt verbracht, habe überlebt, und möchte dir meine
    Erfahrungen nicht vorenthalten.


    Ich hatte seinerzeit mehrere erworben,weil Zeug für allerley basteley benötigt wurde und die Zeltbahnen
    damals sehr günstig feilgeboten wurden.


    Dabei fiel auf das einige recht steif und "trocken" waren. Einge hatten Flickstellen,
    hauptsächlich ausgerissene Ösen, scheint ein Schwachpunkt zu sein, zumindest im militärischen Betrieb. Baujahre waren so Ende 80er,
    Anfang 90er.


    5xErdnägel , 4x Zeltstab, 1xFirstleine mit Versteller, 1x Tasche waren jeweils mit dabei.
    Eine Zweitfunktion als Umhang oder Multifunktionswasauchimmer ist nicht vorgesehen.
    Die Häringe sind für unsere Zwecke unbrauchbar, es gibt mindestens zwei Ausführungen, eine wohl eher für lockere Böden.
    Viel Zu schwer, erstaunlich leicht verbogen und dazu noch schlecht zu richten sind sie alle.
    Das Gestänge ist im Prinzip brauchbar, macht das Bündel aber auch zu schwer.


    Unvorteilhaft ist, das die Bahnen reichlich Wasser aufnehmen, ein Satz Zeltbahen nahm bei Regen fast 500 Gramm Wasser auf!


    Darinnen blieb es aber einigermassen Trocken. Meiner selbst war aber auch nie bei wirklich heftigem Regen damit unterwegs. Würde ich auch Versuchen zu vermeiden.


    Trotz der grünen Farbe fallen sie im Wald dann doch auf- durch die einfarbige Fläche und die gerade Kante oben. Wer nicht aufgeklärt werden will sollte nacharbeiten. (OT : Die alten tarnfarbenen Dreieckigen Baumwollausführungen sind zumindest in dem Punkt besser)


    Aufgebaut habe ich in verschiedenen Spielarten- als Dackelhütte, als aufgeklappte Dackelhütte - also eine Seite als Schrägdach und eine Seite horizontal, sprich offen, sowie als Schrägdach plus Poncho.


    Weder die originalen Stäbe oder die Häringe habe ich je mitgeführt.
    Als Stangen benutze ich entweder Wanderstöcke ,Holz oder gar nichts und binde zwische Bäumen auf,
    eine Paar leichte Alu-Häringe habe ich für den schnellen Grundaufbau dabei, für die Feinheiten benutze ich rumliegende Stöckchen.


    Als "Dackelhütte" ist es mit Gepäck schon ein wenig heimelich um nicht zu sagen eng drin, geht aber. Das Gewicht-Platz Verhältnis ist schon sehr ungünstig.


    Um mehr Platz zu bekommen kann man im Zelt eine Schnur zwischen die Stangen spannen, biegsame Äste nehmen und sie zwischen der Schnur und dem Zelt stopfen, so das das Zelt sich etwas aufbläht.


    Wie bei kleinen einwandigen Plastikzelten üblich gibt es reichlich Kondenswasser.


    "Dackelhütte offen" -also eine Seite aufgeklappt - schützt einseitig vor Wind, sorgt für gute Belüftung, verbessert die Platzverhältnisse und bringt schöne Aussicht. Und Mücken. Aber dann -und bei umschlagenden Wetter- kann man ja wieder einklappen.


    Eigentlich eine schöne Geschichte, bleibt aber noch das Gewicht.


    Schrägdach mit Poncho ist etwas rödeliger beim Aufbau, aber man spart etwas Gewicht ein- zumindest
    wenn der Poncho sowieso dabei ist. Wenn man jetzt den Poncho zumRumlaufen braucht muss man ihn halt wieder lostüddeln. Ich benutze
    den NL-Poncho und so richtig vernünftig verbinden lassen sich beide nicht, ein paar zusätztliche Knöpfe annähen sollte helfen und
    steht auch auf meiner (unendlichen) Zutun-Liste. Vorteil gegenüber Dackelhütte aus Zwei Zeltbahnen: man kann den Poncho am First
    überlappen lassen und hat so oben keine Trennstelle wo Regen durch kann.


    Nur eine Bahn als Schrägdach. Jetzt wirds lustig, zumindest bei Regen. Selbst wenn der Schauer nicht
    allzu schräg kommt, wirds schwierig sich und die Ausrüstung trocken zu halten. Da muss man improvisieren und z.B. liegende Baumstämme
    nutzen indem man die Unterseite der Bahn darauf befestigt und so etwas Raum gewinnt. Daran denken das das Wasser am Stamm entlangläuft und irgendwo wieder runtertropft.
    Gegen morgendlichen Tau reicht es aber, Biwacksacknutzer sind im Vorteil, wobei man hier Biwacksack oder
    Zwote Zeltbahn gegeneinander abwägen muss.


    Habe auch schon den Poncho als Biwacksack bemüssigt, anstatt ihn an die Zeltbahn zu pfriemeln. Lief
    aber doch irgendwo Nässe zwischen.


    Natürlich drängt sich die Frage auf,
    warum man nicht gleich ein Tarp nimmt.
    Das Tarp ist grösser, universeller und meist leichter.
    Oder man nimmt eben nur den Poncho.


    Für mich liegt der Vorteil im schnellen und sicheren geschlossenen Aufbau. Wenn Stöcke, sowie Firstleine und ne
    Handvoll Erdnägel mit an Bord sind, hat man innerhalb kürzester Zeit eine recht standsichere Behausung und brauch nicht gross
    rumtüddeln oder nach Bäumen suchen.


    Fürwahr gibt es hier sicher Leute diegut im Training sind, und unter allen Umständen ratzfatz behände
    aus einem Tarp ein Palast aufbauen.


    Aber ich- ich stehe leider nicht gut im
    Training. :schäm



    Zudem will ich darin nicht Leben,
    sondern mich nur bescheiden -"from Dusk till Dawn"- darin verkriechen.
    Ansonsten:
    Sie sind etwas stabiler und funkensicherer wie Superduperleichtgewichtskram und -für wens eine Rolle spielt- kommen sie
    mal nicht aus dem Land der großen Mauer.

    Wer braucht wird niemals frei sein.


    Euer ergebener
    Buschklepper

  • Hi zusammen,


    Während meiner Zeit beim ÖBH habe ich auch so manche Nacht (Sommer und Winter) unter der Mehrzweckplane verbracht.


    Was bis jetzt noch nicht gesagt wurde (hoffe ich habs nirgends überlesen ;) ) ist, dass das Zweimannzelt (ÖBH) so ausgelegt ist, dass man sich zu 2. zusammen tut.
    Jeder trägt in der bereits beschriebenen Hülle:
    - eine Zeltbahn in Trapezform
    - 5 Heringe
    - 4 Zeltstangen
    - 1 Abspannleine


    Die beiden Elemente werden durch Knöpfe miteinander verbunden und gem. aufgestellt. Zusätzlich vielleicht noch einen kleinen Wassergraben ausheben und es ist auch immer von Vorteil (wie du vorhast) einen der beiden Ponchos die wir zu 2. hatten vor dem Zelt aufzuspannen (als Arbeitsfläche, etc.) bzw. unter dem zweiten Poncho die restliche Ausrüstung zu verstauen, da im Zelt neben Unterlage, Schlafsack und 2 Personen wirklich kein Platz mehr war. Deutlicher Vorteil ist, dass das Zweimannzelt (bei eingeübtem Team) in kürzester Zeit aufgestellt/abgebaut ist.



    Zum Komfort:
    Eine King-Suite ist es nicht, doch es ist wie schon beschrieben dicht!! (bei extremem Regen ist jedoch der angesprochene Wassergraben nötig, ansonsten kommt es von unten rein; habe ich auch schon erlebst ist nicht so toll) und es ist möglich, dass man sich zu 2. hineinkuschelt ;) . Berührungsängste sollte man jedoch keine haben. :D
    Ein Problem ist, dass sich vor allem in kälteren Nächten Kondenswasser sammelt. Diesem am besten mit einem Biwaksack aus dem Weg gehen.


    Mir persönlich hat die Mehrzweckplane eigentlich immer gut gefallen. (besitze sie mittlerweile auch selbst)
    Da ich so gut wie nie alleine auf Touren gehe und die meisten meiner Kollegen und Freunde auch beim BH waren habe ich sie oft mit dabei.
    Wichtig für mich ist auch die Platzersparnis gegenüber dem Zelt, dass ich früher immer mit hatte. In Kombination mit einem Poncho habe ich bis jetzt eigentlich immer und überall gut geschlafen. Zusätzlich wäre es auch möglich die MEHRZWECKplane auf verschiedenste Weisen aufzubauen. Es ist auch möglich alleine oder sogar zu 4. aus 4 Sätzen eine Unterkunft zu bauen.



    So weit ich weiß werden die Planen (ich glaube zumindest bei ASMC) immer zu 2. verkauft. Und um 20€ für 2 Sätze (= 1x Zweimannzelt) ist auch nicht viel vertan wenn es dir doch nicht so zusagen sollte.


    ich hoffe ich habe dir etwas helfen können,
    Mit freundlichen Grüßen
    Caligula



    hier noch der Aufbau wie im BH-Leitfaden beschrieben und (sry für meine Zeichenkünste) der Aufbau als 4-Mann-Zelt.