Fehlerfreie Wasseraufbereitung, aber wie?

  • Wer hier liest stellt schnell fest dass das Thema Wasser immer wieder schwierig ist. Viele verschiedene Möglichkeiten wurden schon beschrieben, aber darum gehts mir hier gar nicht.


    Beim nachdenken über diese Möglichkeiten kam mir folgendes Problem in den Sinn:


    Beim Aufnehmen des Wassers aus einem Fluß z.B. werden doch Gefäß und Hände kontaminiert. Beim Abkochen könnte man es schaffen das die Hände trocken bleiben in dem man den Becher nur am Griff anfässt und direkt aufs Feuer stellt. Die Hitze tötet ja auch die Keime auf der Außenseite des Gefäßes ab.


    Aber wie macht ihr das z.B. mit dem Micropur Forte? Ich tauche meine Flasche in den Fluss, also ist die Flasche von außen und auch meine Hände voll mit Keimen. Dann schmeiß ich ne Tablette IN die Flasche, aber was mach ich mit der Außenseite und mit meinen Händen?


    Wasserfilter sind absolutes Neuland für mich, aber auch hier habe ich schon einige Videos gesehen bei denen ich auf das gleiche Problem gestoßen bin.


    Wie handhabt ihr das wenn ihr draußen seid? Oder sehe ich das Wasser vor lauter Tropfen nicht?

  • Entweder jedesmal mit Desinfektionsspray behandeln oder einfach nicht in den Mund stecken - ich denke deine Hände sind draussen immer mit Schmutz und Keimen belastet.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Entweder jedesmal mit Desinfektionsspray behandeln oder einfach nicht in den Mund stecken - ich denke deine Hände sind draussen immer mit Schmutz und Keimen belastet.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Ich denke, dass die Keimbelastung bei einem tropfen (auf der gesamten Flasche) wesentlich geringer ist als in 250ml ;) Außerdem könntest du ja miet etwas wasser durch leichte schräglagendrehbewegung, den trinkeinlass säubern :)

  • Also ich finde die künstlich erzeugte Angst vor Keimen bei vielen Leuten maßlos übertrieben. Seit ich ein kleines Kind bin fass ich draußen regelmäßig mein essen mit schmutzigen Fingern an, schneid meine dosenwurst mit dem Arbeitsmesser und wenn ich meine Hände in nem Bach wasche halte ich die für sauberer als vorher und nicht für "kontaminiert". Kontaminiert ist sowieso alles irgendwo. Dafür gibt es ein Immunsystem. Wenn das nicht funktionieren würde gäbs uns heute nicht. Den Mensch gibts seit ca. 2 Millionen Jahren, Sakrotan seit 50?
    Versteh mich nicht falsch, Hygiene ist wichtig und muss in vertretbarem Rahmen auch eingehalten werden, aber man kann alles übertreiben. Ich habe noch nie Probleme bekommen draußen, auch wenn meine Hände schmutzig waren und ich damit in der Nase gepopelt hab. Koch dein Wasser ab, halt dich einigermaßen sauber und du wirst überleben. Im schlimmsten Fall kommen die letzten 2 Mahlzeiten halt etwas schneller wieder ans Tageslicht als gewollt!
    Anders ist das natürlich sobald Tierkadaver oder -Fäkalien ins Spiel kommen, da ist sicherlich mehr Vorsicht geboten!

  • Kann mich Steve da nur anschliessen.... Wenn das Wasser SO dreckig ist das du von einem Tropfen Probleme bekommst, solltest du da deine Flasche generell nicht mit auffüllen...


    Der eine Tropfen der da irgendwo ist hat weniger Keime als 100ml der gleichen ungefilterten Flüssigkeit, damit kommt dein Körper normal wunderbar mit klar.


    Also mal nicht übertreiben ;-)

    *********************
    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
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  • Die Außenseite der Flasche kann man auch einfach abwischen. Die Keime im Wasser sind nur gefährlich, wenn sie in deinen Körper eindringen. Auf der Haut stellen diese kein ernsthaftes Risiko dar.
    Wenn du Wasser aus einer derartigen Jauchegrube entnimmst, dass schon das bisschen Flüssigkeit welche am Mundstück der Flasche haftet ausreicht um dich zu infizieren, dann würde Micropur Forte auch bei weitem nicht ausreichen um das Wasser genießbar zu machen.


    Wasser aus kleinen Fließgewässern, welches nicht sichtbar eingetrübt ist, und nicht in der Nähe von Siedlungen oder Weideflächen entnommen wurde, ist in Mittel- und Nordeuropa aber in fast allen Fällen ohne Probleme als Trinkwasser geeignet.

  • Hallo,


    meine Mutter hat mir bereits vor 40 Jahren gelernt: Ein bissel Dreck schadet nie!
    Insofern sehe ich es mit dem Wasser auch nicht so genau. Wichtig ist woher man das Wasser entnimmt. Aus einer Pfütze, es sei denn es hat vor kurzem stark geregnet, würde ich das lassen. Ebenso würde ich den Feldbach meiden, wenn der Bauer auf dem Feld seine Gülle ausbringt. Dann hat die Natur uns Sensoren mitgegeben, die ein Überleben schon mal sicherer machen. Also Geruch und Aussehen des Wassers, Geschmack kommt später. Leben im Wasser kleine Bachkrebse oder Fische oder Wasserläufer etc.? Dann ist das Wasser so halbwegs sauber. Keine Schaumkronen an den Rändern, keine Verfärbungen oder so? Gut ist das.


    Filtern sollte man trotzdem, auch wenn das Wasser aus einer Quelle kommt (soweit diese unbekannt ist). Ich verwende den kleinen Sawyer (SP128? Kostet um die 32 Euronen). Dann bei zweifelhafter Wasserqualität (Bakterienbefall) abkochen. Mehr nicht. Gegen Schwermetalle oder Chemie kannst du eh kaum was tun. Ich verwende keine Tabletten oder so.


    Nur ein einziges Mal ist es mir passiert, das mein Wasser nicht ganz so gut war. Ich hatte es aus einem Bach entnommen, gefiltert und getrunken (im Bach waren Forellen, also sauberes Wasser). Nach 30min hatte ich ordentlich Durchmarsch hintenrum. Ok, die Brühe war raus und gut ist :lol


    Fazit: Nicht soviel Kopf machen!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • OK, vielen Dank euch allen. Vielleicht hab ich mich wirklich ein bisschen verrückt gelesen.


    Aber wenn ihr euch alle einig seid dass ein paar Tropfen an der Flasche oder den Händen keine Gefahr bedeuten glaub ich mal den erfahrenen Hasen.

  • Es mag vielleicht trollig wirken, aber wenn die Keinbelastung wirklich so ein Problem darstellen sollte, dass sie an den Händen und an der Außenseite des Gefäßes kritisch wird oder beängstigendes Kopfkino hervorgerufen wird, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, über die Hände und die Flasche drüberzupinkeln. :D

  • Es wird oft gesagt, Urin sei steril. Das glaube ich eher nicht, allerings sind allfällige Krankheiten oder Keime sowieso schon im Körper. Darum kann man Pisse benutzen, um Sachen zu waschen.. für sich selbst.


    eine Freundin von mir reinigt so ihren Mooncup, wenn Wassermangel herrscht. Dies zwar meistens im harten Festival-Dixie-Klo-Überlebenskampf.. Ist aber sicher auch brauchbar im "normalen" Survival.. (;

  • Urin sei desinfizierend, nicht steril....
    Das gehört meines Wissens in den Bereich der urbanen Legende.


    Die Dosis macht das Gift. Im Magen bekommt es jede/r Bakterie/Keim erst einmal mit der Magensäure zu tun.
    Wenn dich das Thema tiefer interessiert hat Joe Vogel ein ziemlich gutes Buch zu dem Thema geschrieben (ISBN finde ich gerade nicht).


    Mir ist schon Schweine-/Kuhmist in den Mund gespritzt.... also mir hat es nichts gemacht... gemacht... gemacht.... gemacht.... gemacht...
    ;)


    Gruss

  • Es müssen denke ich auch verschiedene Faktoren zusammenkommen. Ist man gerade etwas angeschlagen packt das Immunsystem vielleicht weniger Bakterien als an einem Tag an dem ich sehr fit bin.
    Sicherlich macht es auch was aus wie sehr das Immunsystem "trainiert" ist. Wer daheim den ganzen Tag mit der Sakrotan Dose rumrennt wird sich draußen sicher schwerer tun am Anfang. Wie sonst sollten die Leute in Indien überleben? Ein gewisser Anpasssungseffekt an die Bedingungen findet bei uns Menschen bestimmt statt.

  • Hallo,


    Thema Eigenurin. Eigener Urin ist im Moment des Austritts steril. Erst danach wird er logischerweise kontaminiert. Zur Desinfektion eignet er sich NICHT. Aber zum Auswaschen von Wunden oder zum Abwaschen gröberen Schmutzes kann er verwendet werden. Nochmals: Nur Eigenurin, frisch aus dem Körper und nur für sich selbst!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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