MYOG Spiritusbrenner explodiert

  • Hey Leute!


    Ich habe mir gestern so einen Spiritusbrenner aus zwei Dosen gebaut. Habe ihn gestern auch getestet und er hat einigermaßen gut funktioniert. Nachdem ich ihn heute "verbessert" hatte, habe ich ihn vorhin nochmal angezündet.
    Ich habe ihn dann, zum glück, alleine warm werden lassen. Auf einmal hat es einen riesen knall gegeben und das Ding ist in die Luft gegangen. Den Innenring hat es total zerstört. :eek


    Ist das jemandem von euch auch schon mal passiert?

  • Wie sah denn Dein Spiritus-Brenner aus?


    Für Konstruktionen, bei denen sich innen Druck aufbauen kann, gibt es im Internet einige Explosionsberichte.


    Ich habe mal mit Spiritusbrennern experimentiert, mit Innenwand direkt an der Außenwand, um einen Kapillareffekt zu erzeugen. Zwischen den Wänden sollte der Spiritus hochgezogen und verdampft werden und oben am Spalt verbrennen. Manchmal gab es dabei bruzzelnde Geräusche und aus dem Spalt spritzten kochende und brennende Spirituströpfchen. Deshalb habe ich diesen Entwicklungszweig wieder aufgegeben.


    Wirklich verwenden tue ich nur "einwandige" offene Brenner, wie diesen da. Die sind sicher und sparsam:



    Oben Prosecco-Dosenboden über unten Rasierschaumdosenboden gestülpt, Öffnung herausgeschnitten und Rand nach innen gebördelt. Die obere Dose dient nur der Stabilisierung und verändert die Funktion kaum.

  • Ich habe ja auch schon mehrere verschiedene Dosenbrenner gebaut und hatte bisher noch da vergnügen das die Teile explodiert sind und arbeite meist auch mit einer geklemmten Innenwand. Mein laufen durch diese Konstruktion eher schwer an aber wenn er Arbeitstemperatur erreicht gehts ab...
    Es gibt natürlich den Moment wo kaum noch Brennstoff im Kocher sind und die Flamme je nach Lochgröße könnte jetzt die Flamme in die Dose rein wandern und für eine Verpuffung sorgen! Also bisher arbeite ich mit 16 Löchern mit 2mm bzw. 1,5mm und hatte diesem Effekt noch nie, aber er pufft gegen Ende immer ein wenig rum wenn der Brennstoff ausgeht.


    Das Erleben findet im Heute statt!
    ASGF.DE ---------------------------------------------------------"JE SUIS CHARLIE"

  • Also während des Betriebs hat er auch ab und an mal gepufft und gespritzt. Muss den nächsten wohl mal etwas ordentlicher machen ^^


    Ich werde heute abend mal ein Bild von dem Teil machen. Habe ja jetzt alle Teile wieder gefunden

  • meine persönliche aussage: spiritusbrenner sind günstig zu haben, warum dann sicherheitsrelevante bzw. "Kritsche" Ausrüstung selber bauen? :skeptisch


    ich finde das zu gefährlich, nach einer explosion einer spiritusflasche in meiner hand vor einigen jahren hab ich anständig respekt vor den Teilen bzw. dem Brennstoff.ich meine es gibt auch leute da funktioniert ja auch alles, aber würdet ihr eure kletterkarabiner selbst machen?
    nicht als angriff sehen, aber ich finde es gibt dinge, die sollte man in geprüfter, sicherer Qualität kaufen.
    auch der versicherungsschutz denke ich ist bei selbstgebauten brennern schwierig.
    sicher ist sicher und da spielt geld keine rolle ;)

    Mit einem Freund am Fluss sitzen und was leckeres auf dem Hobokocher zubereiten- für mich gibt es nicht besseres :)

  • Hallo Buschkrieger,


    klar würde ich mir einen Kletterkarabiner selber dengeln. Warum denn nicht!
    Ich hab Vertrauen in meine Arbeit. Das ist echtes Bushcraften.
    Die Endbirne würde sich vieles nicht selber machen, weil es nicht geprüft ist. Pfft.


    Gruss
    Konrad

  • Ich habe wirklich "alles" gelesen was es im deutsch- und englischsprachigen Internet über selbst gebaute Spiritus-Brenner gibt. Bei offenen Brennern habe ich nie was von Explosionen gelesen. Bei geschlossenen Brennern, also Brennern mit Hohlräumen", gibt es einige Explosionsberichte. Bei offenen kleinen Spalten zwischen Metallschichten, sogenannten Kapillareffekt-Brennern, kommt es manchmal zum Brutzeln und Spucken von Spirituströpfchen; selbst schon erlebt. Brenner, die gleichzeitig als Topfständer dienen, kippen leichter um oder bleiben am Topfboden hängen. Bei allen Brennern sind bei Überhitzung hohe Flammen möglich. Das passiert, wenn ein zu großer Teil der entstehenden Hitze in den Brenner zurückgeleitet wird.


    Also es spricht nichts gegen den Eigenbau eines kleinen offenen Brenners, sofern ein getrennter stabiler Topfständer verwendet wird. Ein offener Brenner kann mit einem Aludeckel (Cremedose) einfach gelöscht werden. Offene Brenner sind sehr effizient, wenn auch nicht besonders schnell.


    Hier mein seit Jahren bewährtes Spiritus-Mini-Kocher-Set mit einem stabilen Teelicht:


    ALFs Spiritus-Ultraleicht-Kochset: 104 Gramm (wie abgebildet mit 500ml Topf)


    Statt des Teelichts kann man sich einen Brennerbecher aus einer leeren Mini-Rasierschaum oder Mini-Deo-Dose herausschneiden. Mit einer Schere oder Metallsäge. Fertig!

  • Mein Setup sieht dem von ALF extrem ähnlich, nur hat der Brenner noch Mineralwolle und ein Drahtnetz. So kann nichts "verschlabbern" von dem Spiritus der da drin ist, und eine Restmenge bleibt dank Deckel auch bis zur nächsten Verwendung drin. Keinerlei Verpuffungsgefahr, brennt ruhig und stabil, kein "thermisches Hochlaufen" (= je länger der Brenner brennt um so heißer wird er und um so größer wird die Flamme).


    Man muß halt wissen was man baut & tut, das ist beim Brennerbau wie im richtigen Leben. Die reine "Versicherungs-Mentalität" hilft Dir da alleine nicht weiter...
    Allgemein halte ich es so für mich: Wenn man von etwas das potentiell lebensgefährlich ist keine Ahnung hat, dann sollte man sich die Grundlagen zeigen/erklären lassen bevor man etwas ganz alleine versucht... Bitte nicht als persönlichen Angriff verstehen, so ist's nicht gemeint!


    Nichts für ungut,


    Gereon

  • Ich persöhnlich benutze als Kocher einen leeren Notkocher M71 der Schweizer Armee.
    Die Teile sind mit einem Schraubdeckel verschließbar der über ein Dichtung verfügt, da läuft also nix aus.
    Zudem ist der aufsatzring dabei,brauchte ich also auch nicht selber rumbasteln.
    Wie gesagt, der lag rum und taugt mir gut als Brenner.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.