Wenn die Ausrüstung samt Autoschlüssel einen steilen Hang runter fällt...

  • War am Sonntag an den Steilhängen am Rhein in der Nähe von der Loreley unterwegs.


    Ich hatte mittlerweile schon ne gute Stunde in meiner Hängematte direkt an nem Abhang verbracht, als die Entspannung ein jähes Ende nahm. Mein Rucksack schoss unvermittelt talwärts. Mein einziger Gedanke: Mein Autoschlüssel! Hinterher!


    Und schon war ich im Hang. Je tiefer ich kletterte, desto mulmiger wurde mir und mir wurde klar, das das ganz schön schief gehen konnte. Deswegen kehrte ich um. Mittlerweile hatte ich realisiert, das ich in Lebensgefahr war und kletterte vor lauter Panik den falschen Weg und war irgendwann in einer Sackgasse. Meine Kräfte schwanden in einer Schieferwand, die nicht mal Profis MIT Sicherung klettern würden. Dank dornigem Gestrüpp und einer dicken Portion Glück hab ich´s wieder hoch geschafft und bin dem Tod von der Schippe gesprungen.


    Fazit:


    Alles, was man bei Gefälle auf den Boden legt, kann schneller runter fallen, als man denkt.


    Das nackte Leben ist wertvoller als alles Materielle.


    Die Natur straft auch ihre Freunde bei fehlendem Respekt.


    Auch bei kleinen Toren, Autoschlüssel, Papiere und Handy am Körper behalten und vorher jemandem Bescheid
    sagen, wo man sich rumtreibt.




    Bitte lernt aus meiner Dummheit. ;)

  • Vielleicht wäre eine Möglichkeit wenn man sich schon an hängen rumtreibt Rucksack und so irgendwo festzubinden. Wie schnell tritt man aus versehen mach gegen irgendwas... so kann mans entweder erst gar nicht verlieren, oder dann wieder hochziehen.


    Ach ja, ein HOCH auf deinen Schutzengel :drunk

  • Kleiner Tipp zum Thema Schlüssel:
    Die meisten modernen Fahrzeuge haben als Alternative zu den globigen Fernsteuerungen einen sogenannten Not- oder Werkstattschlüssel. Mit dem kann man Türschloß(sofern an der Fahrertür noch vorhanden) und eventuell Zündschloß aktivieren. Großer Schlüssel bleibt im Auto, aber nicht im Handschuhfach, da der Werkstattschlüssel nicht ins Handschuhfachschloß passt, der Notschlüssel hängt um den Hals. Gegen die Kanten am Bart helfen ein oder zwei "Umdrehungen" Klebe- oder Kreppband! ...hat mir in Norwegen schon mal die termingerechte Rückfahrt gerettet, nachdem mein Rucksack von Moschusochsen geschreddert wurde, weil ich beim Fotografieren zu leichtsinnig war.


    Grüße
    Lederstrumpf :gewehr

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    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

  • Hinterherklettern ist immer gefährlich. Mein Rucksack samt "wertvollem" Inhalt hatte sich auch mal selbstständig gemacht im Elbsandsteingebirge. Er fiel nicht tief den Felsen runter, nur so 25 Meter. Für mich war es aber ein Fußweg von 4 Stunden eben drumrum um den Felsen...
    Seitdem wird das Gerödel festgebunden, wenn ich irgendwie nahe am Abgrund weile. Aus Fehlern wird man schlau....


    Zum Glück ist dir nix passiert!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hui, ja da ist es fies steil :eek


    Zum Glück gut gegangen.


    Das ist eine Geschichte aus der man lernen kann.


    Meine Erfahrung dazu: Angst vor einem Absturz ist heftig. Da nerven zu behalten ist schwierig, aber man muss sich dazu zwingen. Das hatte ich das ein oder andere mal in den Alpen. Gleiches gilt auch wenn ein Mensch abgestürzt ist. Halt finden, beruhigen, durchatmen, dann mit Bedacht vorgehen und sich Zeit lassen.

  • Wenn man solche Touren regelmäßig macht sollte man sich in der lokalen Kletterhalle mal zum Kurs anmelden und von einem Profi etwas zum Thema Selbstsicherung lernen. Wenn ich höre das dein gepäck abgegangen ist Frage ich mich:


    A) was hatte die Hängematte da zu suchen, und
    B) warum hängst du dein Gepäck nicht gleich mit an die Matte?


    Just my thoughts.

  • Danke.tbone
    Endlich mal einer der das wesentliche erwähnt!


    An so einer Stelle sichert man seinen Kram und lagert auch nur wenn es gar nicht
    anders geht !
    Und wenn sowas passiert und ich dann auch noch solche halsbrecherische Klettereien
    wagt, dann würde ich persönlich dies nicht publik machen.

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • Doch Kelte, wenn man den Mut dazu zu stehen - genau aus dem Grund


    Bitte lernt aus meiner Dummheit. ;)


    Es gibt immer Newbies, die das bei der eigenen Tour vielleicht im hinterkopf haben und dann anders handeln.
    Dannätte es wirklich was gebracht. :bulb

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Nein mein Freund!
    Denn kein normal denkender Mensch tut sowas !


    Jeder macht mal Quatsch! Das ist menschlich. Aber sowas ist etwas daß man fast unter Strafe stellen sollte!
    Mir gehts da nicht um den TE! Sorry - aber wer sich in Gefahr begiebt....................


    Mir gehts um die Leute die sich, wenn was passiert in Gefahr begeben um solche Leute zu bergen !

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • alrock : Danke dass du uns die eigenen Erlebnisse schilderst.


    Ganz wesentlich finde ich deinen letzten Satz:


    Bitte lernt aus meiner Dummheit. ;)


    Für mich ist es ein Zeichen von Einsicht und Stärke, wenn man sein eigenes Tun kritisch hinterfragt und zu dem Schluss kommt: War wohl doch nicht so dolle.


    Wenn hier wegen der kleinen Kletteraktion zeigefingerschwangere Kommentare kommen, dann kann ich das ehrlich gesagt nicht so ganz verstehen. Dass die Aktion eigentlich Blödsinn war, weiß wahrscheinlich jeder. Jeder hat aber andere Herangehensweisen an unterschiedliche Herausforderungen. Der eine hält Kraxeln ohne Sicherung für verantwortungslos, der andere sagt sich vielleicht: ich kann das, weil ich Erfahrungen in dem Bereich habe und das Ding mache ich schon.


    Am Ende ist alles gut gegangen und jeder soll seine eigenen Schlüsse ziehen.


    Ich habe auch schon alleine (ohne Kameraden als Backup) in einem zu kalten Gewässer nach einem beschissenen Schlüssel getaucht, den ich für extrem wichtig empfunden habe (Foto-Aktion mit Wathose in der Mitte eines Flusses - Umhängetasche über der Schulter - wird weggespült - und geht unter- ab an Land, ausziehen und im Fluß rumtauchen - totaler Humbug - aber das weiß man ja auch erst später - Tasche und Schlüssel wurden natürlich nicht gefunden). Alles gut gegangen und ich weiß, was ich demnächst nicht mehr mache.


    Jede mitgeteilte Erfahrung im Hinblick auf ein unvernünftiges Verhalten, kann anderen Usern als mahnendes Beispiel helfen.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Herlich, wie so offt, man war nicht dabei, hat ein paar Sätze gelesen und schon ist man Fachmann für den gesammten Ablauf. Natürlich kann man die Stellen im Drehbuch die einem nicht gefallen auch gleich benennen.


    H E R R G O T T


    Hat den der eine oder anderehier im Forum den nicht besseres zu tun.
    Die Aussage und der Grund des Postes ist genau das was outdoorfriend nocheinmal zitiert hat. fertig, den darum geht es.
    Und genau so wie es outdoorfrien auch schon festgestellt hat, schreib ich es noch einmal mit meinen Worten: Es war ein gut gemeinter Post, mit dem Gedanken an andere.
    Und DAS, ist das Wesentliche !


    Edit: Ach smeagol, wie so oft findest du passendere Worte als ich.

    "Die Natur kümmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht für sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens