• Hi Leutz,


    habe gerade entdeckt, dass ich nächste Woche mit dem Brückentag 4 Tage von Donnerstag bis Sonntag frei machen kann.
    Viel Stress in den letzten Wochen gehabt, kommt also sehr gelegen!
    Also nach draussen, möglichst nah am Heimatort, habe den Odenwald auserkoren.
    Werde mir gleich in der benachbarten Buchhandlung ne Karte besorgen.
    Will so im Bereich Eberbach - Beerfelden - Michelstadt - Kirchzell irgendwo am Mittwoch Abend das Auto stehen lassen und Donnerstag morgen dann weg.
    In diesem Bereich also einen "großen Bogen" bis Sonntag Abend schlagen.


    Natürlich schaue ich auf der Karte wo es was schönes gibt, wo Wasser ist, etc.
    In diesem Bereich liegt ja auch ein Teil des Nibelungensteiges, der sehr schön sein soll.


    Kennt sich dort von Euch jemand aus und kann mir Tips geben wo es vielleicht gibt:
    "grandiose Landschaft", "einsame Landschaft", Felsbrocken, dichter Wald, Waldtümpel, tolle Lagerplätze, ... na, Ihr wisst schon ! :)


    Werde natürlich auch (hoffentlich) sehenswerte Bilder machen, damit alle Interessierten auch was davon haben.
    Ah, freu mich schon,
    :tarp:hobo:kartecomp

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  • Alternativ, geht auch das herrliche Sauerland:


    Das Sauerland ist eine Mittelgebirgsregion in Westfalen. Es umfasst den nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Eine genaue Abgrenzung ist nicht möglich und die Begriffsdeutung unterliegt einem stetigen Wandel. Im Kern besteht die Region aus dem südlich der Möhne liegenden Teil des früheren, überwiegend katholisch geprägten Herzogtums Westfalen (kölnisches Sauerland) und dem südlich der Ruhr liegenden Teil der früheren, überwiegend protestantisch geprägten Grafschaft Mark (märkisches Sauerland). Die Region umfasst verschiedene Teilgebirge. Die höchsten Erhebungen liegen im Rothaargebirge. Dort entspringt auch die Ruhr. Die im Verhältnis zum Landesdurchschnitt dünn besiedelte Region hat viele Waldgebiete und Stauseen. Wirtschaftlich war die Region neben der Land- und Forstwirtschaft vom Erzbergbau sowie der Eisen- und Metallindustrie geprägt. Heute existiert eine überwiegend mittelständische Industrie. Insbesondere im höher gelegenen Ostteil der Region, dem Hochsauerland, ist der Tourismus von großer Bedeutung.


    Und ganz nebenbei ist da auch zuuuufälligerweise ein Treffen von nem Haufen Naturindividualisten.


    Siehe -------> H I E R <------- :lol

  • nem Haufen Naturindividualisten


    Ja, da habe ich auch dran gedacht mich kurzfristig noch bei diesem Haufen anzumelden ... ich sehne mich aber nach den letzten beruflich sehr anstrengenden Wochen einfach nach absoluter Ruhe ... TappsiTörtel allein im Wald. ;)


    Beim letzten Treffen in meiner einigermassenen Nähe (Soonwald) klappte es ja leider nicht ... das wird in Zukunft aber noch !!

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  • Hallo,
    Der Nibelungensteig führt dich auf ganzer Länge durch viele schöne Ecken des Odenwalds und bietet einige Schutzhütten und Rastplätze zum Biwakieren . Du durchquerst dabei allerdings auch Naturschutzgebiete und Wildgatter wo das Übernachten nicht anzuraten ist. Speziell zwischen Marbachstausee und Ottorfszell würde ich es vermeiden (Jagdgebiete).
    Für die Gegend gibt es hervorragende 1:20000 Karten des hessischen Landesvermessungsamtes.
    Ebenfalls empfehlenswert ist der Neckarsteig den ich zumindest im mittleren Teil kenne und der den Vorteil bietet, dass man immer wieder ins Neckartal kommt und von dort per S-Bahn zum Auto zurück.
    Der Nibelungensteig ist einsamer, man braucht aber einen Plan wie man wieder an sein Fahrzeug kommt.
    LG, Amadan


    PS: Die Bezeichnung "Steig" ist in beiden Fällen ernst zu nehmen, beide Wege sind mit vielen Höhenmetern verbunden.

    In the school of the woods, there is no graduation day. — Horace Kephart

    Edited once, last by Amadan ().

  • Amadan:
    Vielen Dank!
    Ja, ich denke ich orientiere mich z.T. am Niebelungensteig. Bekomme die Karten erst am Dienstag, leider nicht die von Dir vorgeschlagenen (die wollte ich eigentlich), hatten zu lange Lieferzeit. Statt dessen sind es 2 Karten 1:30000, die den ganzen Odenwald abdecken. Da schau ich dann wo es konkret lang gehen soll.
    Was ich auf jeden Fall sehen will, sind son paar der tylisch bekannten Felsenansammlungen.
    Ach ja, "Steig", da helfen die Treckingstöcke beim Laufen und beim Tarpen.

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  • Hallo,


    der "Alemannenweg" der eine Runde (137km) zwischen Bergstrasse und Erbach/Michelstadt beschreibt könnte für dich auch interresant sein.


    http://www.alemannenweg.de/index.php


    Die Felsenansammlungen findest du eher im westlichen Odenwald z.B. das Reichelsheimer Felsenmeer oder an der Tromm bei Rimbach.

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  • Hey Men !


    Eine interesante Übernachtungsmöglichkeit bietet die Minneburg oberhalb von Neckargerach mit mehr oder weniger offizieller Feuerstelle . Mit klasse Blick auf den Neckar . Nicht weit davon befindet sich die Wolfsschlucht in der der letzte Wolf des Odenwaldes erlegt wurde , der im Museum von Eberbach ( auch um die Ecke) zu sehen ist . Den Charakter der Schlucht kann man durchaus als wild bezeichnen . Von dort aus besteht die Möglichkeit durch offenes Gelände zum höchsten Berg des Odenwaldes den Katzenbuckel zu marschieren . Weitere Optionen offen ! Vorteil an der Neckarregion wäre das du nicht zum Ausgangspunkt zurücklaufen müsstest da am Neckar eine gute Zugverbindung existiert . Wünsch Dir viel Spaß bei deinem Trip :lagerfeuer

  • Amadan:
    Ich habe jetzt diese Karten:
    http://www.meki-kartenshop.de/…Rad-%20und%20Wanderkarten
    Sind 1:30000 und sehen erst mal auch recht gut aus. Diese kannte ich bisher noch gar nicht. Wird sich dann draussen zeigen wie gut sie sind. Auflage 2014 ist aber schon mal sehr aktuell.


    Wolfsherz:
    danke für Deine Tips. Werde heute noch auf den karten schauen wo das alles so ist. Bin selbst gespannt wo es genau lang gehen wird.

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  • Hallo,


    1:30000 ist ein Maßstab, zum Wandern grade noch so geeignet. Kommt natürlich auf die Gegend an. Aber wir sind ja auch abseits der Wege unterwegs, insofern... :lol
    Ich wünsch dir viel Spaß!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Naja der Odenwald ist jetzt nicht soooooo wild, man ist sehr selten mehr als 200m vom nächsten Weg/Pfad entfernt.
    Aber abseits der "Brennpunkte" begegnet einem eher selten jemand. Ich bin mit einem Kumpel den kompletten Nibelungensteig in 4 Etappen gegangen und ausserhalb der Ortschaften ist uns kaum jemand begegnet und das obwohl wir jeweils Samstags unterwegs waren.

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  • Ich komme ja aus der Gegend, kann dir den Niebelungensteig nur empfehlen!
    Solltest du bis zum Ende durchhalten, halte dich von den gastronomischen Versuchungen fern!
    Ansonsten gibt es viele schöne Sachen zu entdecken: Felsenmeer, zahlreiche Siegfriedbrunnen, Burgen, etc.
    Allerdings ist es wirklich so, dass du eigentlich nie 100% allein sein kannst, du bist auf jeden Fall immer in der
    Nähe von Pfaden, Strassen oder Orten.

  • Sooon Scheiß ... :(
    Im wahrsten Sinne des Wortes.
    Aber der Reihe nach.


    Mittwoch, am späten Nachmittag, fuhr ich von Wiesbaden in den Odenwald, sind nur ca. 1,5h bis nach Ebersberg, dort sollte am Donnerstag zum Tourstart das Auto parken. Kurz vor Ebersberg ist der Nibelungenbrunnen, die Lindelquelle, DIE sagenhafte Quelle an dem Siegfried der Sage nach gekillt wurde.



    Hier übernachtete ich, es sollte ja am nächsten Morgen früh los gehen.
    Außerdem wollte ich dies Mal auch kein Wasser von zuhause mitnehmen, sondern alles Trinken von draussen nehmen. Leider ist der Lindelbrunnen aber trocken.
    Viel wichtiger war allerdings, dass es mir in der Nacht mit Bauchkrämpfen gar nicht gut ging.
    :kotz
    Naja, morgens gabs zwar auch noch keine Hochgefühle, aber es ging.
    Also, auf nach Ebersberg, das Auto fand schnell einen Platz auf dem Parstreifen vor dem Fußballplatz.
    Jetzt mußte ich erst mal Wasser finden, deshalb ging es als erstes den unterhalb von Ebersberg fließenden Himbächl das Tal entlang und am Ende gab es dann auch eine gute Schöpfmöglichkeit. Hier kam das Wasser direkt aus dem Bruch.



    Jetzt auf zum nahe gelegenen Ebersberger Felsenmeer. Nun ja, es ging bergauf und es viel mir hier schon sehr schwer. So schwer war der Rucksack gefühlt noch nie, ein flotter Schritt kam nicht auf. Mir schwante hier erstmals Übles.
    Trotzdem, das Felsenmeer hatte viele schöne Impressionen.




    Erst wenige Meter unterwegs, aber schon mal Päuschen.
    Von hier einfach mal so durch den Wald und die Gegend genießen. Waldwiesen, Waldränder, ... Fingergut in rauhen Mengen.




    Hier hatte noch jemand Hunger.



    Da nahm ich mir ein Beispiel und machte am Rößteich erst mal Mittag. Hier konnte ich auch gleich das verbrauchte Wasser wieder auffüllen. Der Rößteich ist das Wasser vom Rößbrunnen.



    Auf der Karte hatte ich mir vorher schon alle erdenkllichen eingezeichneten Wasserschöpfmöglichkeiten markiert. Bäche gibt es hier fast gar nicht, allerdings sind Brunnen verzeichnet, von denen ich natürlich vorher nicht wissen konnte wo tatsächlich Wasser vorhanden ist oder wo Trockenheit vorherscht.
    Also legte ich die Tourstrecke auch eher im "Zickzack" um möglichst viele Stellen abzuchecken. Vergleichsweise z.B. zum Harz, ist es im Odenwald (hier wo ich war) sehr knapp mit dem Wasser.


    Vom Rößteich aus, zum nächsten "Wasserloch", so ca. 15km auf meiner Route, ging es mir dann leider immer schlechter. Magenkrämpfe, Schlappheit, meine Schritte wurden immer kürzer, von einer erholsamen Wandertour war nicht mehr zu reden.
    Ich hatte zwar genug Wasser, ein guter Lagerplatz war allerdings grade nicht zu finden (steile Hänge), also tappste ich sehr gemächlich mit Standpausen bis zum Brunnen, hier war allerdings alles trocken. Etwas weiter entspringt dann allerdings doch noch ein Bach. Hurra, angekommen, erst mal ausgeruht.



    Ich hatte unterwegs sehr viel getrunken, fühlte mich trotzdem ausgetrocknet und freute mich total einfach nur darüber, über Nacht nicht dursten zu müssen. Immer wieder AHA über welche Selbstverständlichkeiten man sich doch freuen kann !!


    Ich war fix und alle, baute das Tarp gar nicht erst auf, da es völlig trocken war, reichte das Bivi gegen die Mücken. Also direkt was kochen, hatte zwar keinen Hunger aber es mußte doch wenigstens etwas rein. Etwas Kartoffelbrei und ne salzige Brühe gemacht. Danach fühlte ich mich dann auch etwas gestärkter.



    Schlief danach auch recht schnell ein.
    Allerdings nicht lange denn dann ... naja, ich sags mal so, gewisse Stoffwechselendprodukte drängten mit Macht an die frische Luft, mit mehr Macht und eins ums andere Mal. Irgendwann schlief ich dann doch wieder und das bis morgens um 11 Uhr. Fühlte mich, naja, irgendwie entkräftet und dehydriert. Ein Steh und Lauftest sagte mir, dass es zuende war mit der Tour, die Knie waren irgendwie sehr zittrig.


    Machte mir zum Brunch ein paar Haferflocken.
    Die schmeckten auch und wurden ordnungsgemäß zur Energiegewinnung in den Zitratzyklus eingeschleust.



    Nachdem alles zusammen gepackt war, fühlte sich der Rucksack verdammt schwer an, spätestens jetzt war klar - Abbruch.
    Also suchte ich den kürzesten Weg zum Auto aus.
    Mit vielen Pausen, manchmal etwas schwindlig, gefühlt ne Mörderstrecke, ging es durch ein gefühlt langgezogenes Tal zurück.




    Fürdie wenigen Kilometer brauchte ich bis Abends um fast 18 Uhr. Am Auto angekommen, warf ich den Rucksack rein, legte mich hinten rein und nickte erst mal 2 Stunden ein. Danach fühlte ich, dass es wohl besser ist, nicht mehr bis nach Hause zu fahren, war zu müde, zu fertig und kuckte etwas verschwommen durch die Windschutzscheibe, nein, es lag nicht an der Scheibe.
    Also fur ich nur die 10km bis zum Lindelbrunnen vom Start, übernachtete hier erneut und fuhr erst am Samstag Morgen nach Hause.


    Fazit:
    Aus 4 geplanten Tagen wurden so leider nur zwei.
    Könnte mich jetzt ärgern, laut :zensiert brüllen und mit dem Schicksal hadern ... aber ... so kann es gehen, kann man nicht weg diskutieren, thats life.
    Auch das gehört dazu und entscheidend ist es, der Situation entsprechend zu handeln.
    Auf einer längeren Tour hätte ich in dieser Situation einfach an einer schönen Stelle 1 oder 2 Tage Pause gemacht um danach locker weiter zu gehen.
    Hier war der Abbruch für mich die sinnvollste Reaktion.
    Und, auch wenn es für manche Leute sicher bekloppt klingt, ich fühle auch jetzt noch die Freude als ich das "frische Wasser für die Nacht" gefunden hatte.
    Ein tolles Gefühl - nur wenige Kilometer von der "Zivilisation" entfernt und doch so "überwältigend".
    ^^:winken

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  • Sehe es einfach als Erfahrung! Allen Theoretiker-Über-Bushcraftern und deren Unkenrufen zum Trotz: Eine kleine Verstimmung, die man zuhause mal eben "aussitzt"(im wahrsten Sinne des Wortes), kann unterwegs zu einer echten Gefahrensituation führen. Auch wenn man nicht weit der Zivilisation ist.


    Sei froh, dass der Verstand über die Motivation gesiegt hat! So war die Tour zwar vielleicht kein echter Genuß, aber doch insgesamt positiv vom Erlebnis her. Gute Besserung!


    Lederstrumpf :gewehr


    P.S: Natürlich trotzdem Danke fürs Mitnehmen und Teilen! :daumen

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    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!