"Hungern" lernen durch Fasten

  • Vorwort
    Bevor ich loslege ein paar einleitende Worte. Hier geht es nicht um religiöse oder sonstige spirituelle Praktiken. Es geht einfach und nüchtern über Fasten, also nichts Essen und um Ängste abzubauen. Gemeint ist auch nicht einer dieser Diäten die sich Fasten nennen, nur weil man irgendwas nicht isst.


    Gedankenanstoß
    Da ich einer der Glücklichen bin die im Wohlstand groß geworden ist, habe ich Hunger nie kennen gelernt. Einer meiner größten Sorgen für den Notfall war, wie ich auf Nahrungsentzug reagiere. Verfalle ich in Lethargie und gebe auf? Breche ich zusammen und bin unfähig irgendwas zu machen?


    Ich habe mich immer wieder gefragt wie ich mich dieser Angst stelle. Irgendwann bin ich über eine Doku zum Thema "Fasten" gestoßen. Ich hab sie mir angesehen und gedacht, das ist es. Unter kontrollierten Bedingungen in festen Rahmenbedingungen einfach nichts essen.


    Vorbereitung
    Nach dem Entschluss es zu tun habe ich mich über das Fasten informiert. Dazu habe ich diverse Dokus und Reportagen geschaut und ein Buch gelesen. Außerdem habe ich mir einen Zeitraum festgelegt. Ich habe festgestellt das die Qualität der Webseiten und Beiträge zum Thema Fasten im Internet nur lückenhaft und qualitativ nicht gut sind.


    Durchführung
    Ich habe mich an die Anweisungen im Buch gehalten und verweise explizit darauf. Daher an dieser Stelle keine Anleitung, weil zu komplex. Gefastet habe ich wie vorgeschlagen 2 Wochen.


    Tipps / Abweichung vom Buch:

    • Ich habe zur regelmäßigen Darmreinigung nur Glaubersalz verwendet.
    • Ich habe jeden Tag 3 Liter Wasser getrunken, zusätzlich zu den vorgegebenen Tees und Suppen. Damit vermeidet man den Gestank der durch die Eiweis-Fett-Verbrennung entsteht.
    • Die geistige Haltung ist das A und O. "Ich will fasten" und nicht "Ich darf nichts essen".
    • Die ersten 2 Tage schonen.


    Fazit / Was habe ich gelernt
    Ich war total positiv überrascht. Ich hatte nie Hunger, obwohl ich ca. 5 kg abgenommen habe. Ich war nur in wenigen Momenten leicht geschwächt und konnte meiner Arbeit weiter nachgehen. Tatsächlich war sogar Sport möglich. Besonders wichtig ist, dass man sich die ersten 2 Tage schont, bis der Körper sich auf Eiweiß-Fett-Verbrennung umgestellt hat. Übertragen auf den Ernstfall heißt das einfach aushalten und zurückschalten.


    Ich habe gelernt, dass man auch ohne Essen längere Zeit ohne große Beeinträchtigung auskommen kann und das man nach einer Hungerperiode langsam einsteigen muss mit der Nahrung (man denke an die napoleonischen Soldaten die im Wirtshaus tot vom Stuhl gefallen sind, als sie sich die Bäuche voll schlugen nach Wochen des Hungerns und Marschierens).


    Alles in allem bin ich jetzt gelassen was das Thema "Hungern", besser gesagt "nichts essen", angeht und damit habe ich mein Ziel erreicht. Vielleicht ist das ja eine Methode für den ein oder anderen um auch diesen Zustand zu erreichen.


    Da ich gelernt habe dass nichts essen sogar notwendig ist und der Körper diese Phasen braucht, werde ich das denke ich 1-2 mal im Jahr machen.


    Die wichtigsten Quellen

    • Wie neugeboren durch Fasten; Hellmut Lützner; ISBN 978-3833807008
    • Fasten und Heilen: Altes Wissen und neueste Forschung; Thierry De Lestrade, Sylvie Gilman; Frankreich, 2011; ARTE France (Youtube)
  • Essen wird total überbewertet. Mit Essen werden Billionen gescheffelt, sei das direkt durch essen verkaufen oder durch Diäten verkaufen. Natürlich braucht es Heerscharen von Ernährungsberatern und nicht zu vergessen die Wissenschaft. Das Problem an der Wissenschaft ist, dass sie ihrem Namen nicht gerecht wird, sie schafft nämlich kein Wissen sondern Verunsicherung. Auch bei Diäten dreht sich alles um das Satt sein. Das ist totaler Humbug, wie soll man abnehmen wenn man 24Std. im Tag sich mit dem Essen beschäftigen muss.


    Mein Ansatz ist, Essensregeln abzulegen. Wenn ich über die Mittagspause trainiere esse ich nichts, manchmal habe ich auch Abends dann nicht richtig Hunger dann esse ich ein paar Nüsse, eine Nudelsuppe oder eine Banane. Das wars dann für diesen Tag. Am nächsten Morgen stehe ich auf und gehe zur Arbeit, essen tue ich dann erst um 12:00.


    Ich esse also total unregelmässig das ist nicht gut oder schlecht es ist einfach so. Die anderen, mit uns vergleichbaren Säugetiere machen das auch so. Es gibt nicht jeden Tag einen vollen Magen. Das hat der Wohlstand erfunden, dass man immer Satt sein soll. Andere Säugetiere bewegen sich nur wenn sie Hunger haben oder sich schützen müssen. Wir sollten es ihnen gleich tun, das am meist verspürte Empfinden sollte Hunger sein und nicht Sättigung. Wir überlasten unseren Körper und Geist wenn sich alles nur um das Satt sein dreht. Wir essen auch die Unzufriedenheit und den Frust weg. Das Ergebnis ist unübersehbar und wird immer Voluminöser. ;)


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Zunächst einmal herzlichen Dank für den Gedankenanstoss,
    auch ich faste unregelmässig. Auch dies nicht aus religiösen Gründen sondern aus der Erkenntnis, dass es mir gut tut.


    Allerdings muss ich sagen, dass ich diesen Zustand nicht auf eine Situation draussen übertragen kann. Ich war persönlich zusammen mit einer Gruppe bei einer Yukontour selbstverschuldet in eine Hungersituation gekommen. Wir hatten um Gewicht zu sparen knapp kalkuliert und eine Phase schlechten Wetters nicht einberechnet. Wir mussten mehrer Tage die Rationen reduzieren und am Ende blieb ausser Fleischbrühe nichts übrige. Nein, die Lachse haben nicht gebissen.


    Die Situation war zu keinem Moment gefährlich oder es ging ums überleben aber wurde doch recht unterscheidlich wahrgenommen. Wir mussten einfach die letzten zweieinhalb Tourtage ohne feste Nahrung auskommen.


    Was ich persönlich festgestellt habe, dass man durch den Energiemangel (Zucker) sehr schnell auch psychisch reagiert. Zunächst wurde die Stimmung in der Gruppe latent gereizt (siehe Snickerswerbung). Ich kann mich noch erinnern, dass ich hoch aggressiv auf einen Ast eingedroschen habe an dem ich mit dem Rucksack hängen geblieben war. Auch konnte man wegen jeder Kleinigkeit in Streit geraten. So kenne/kannte ich mich bis dahin gar nicht. Auch war die Energie weiterzulaufen einfach nicht so da. Man neigte dazu mehr Pausen zu machen Aufwand zu minimieren (Körperpflege). Mit Sicherheit spielt die Gruppendynamik eine gewisse Rolle.


    Durch die hohe körperliche Belastung (Rucksäcke, Kameras usw.) war dieser Punkt sehr schnell nach einem Hungertag erreicht. Beim Fasten habe ich so etwas nie erlebt. Aber Fasten konnte ich stets mit dem Gefühl ich kann es jederzeit beenden. Auch war die körperliche Belastung normal.


    Auf jeden Fall danke für dieses spannende Thema
    Taiaha

    Amateure üben, bis sie es richtig machen.
    Profis trainieren, bis sie es nicht mehr falsch machen.

  • Was ich persönlich festgestellt habe, dass man durch den Energiemangel (Zucker) sehr schnell auch psychisch reagiert. Zunächst wurde die Stimmung in der Gruppe latent gereizt (siehe Snickerswerbung). Ich kann mich noch erinnern, dass ich hoch aggressiv auf einen Ast eingedroschen habe an dem ich mit dem Rucksack hängen geblieben war. Auch konnte man wegen jeder Kleinigkeit in Streit geraten. So kenne/kannte ich mich bis dahin gar nicht. Auch war die Energie weiterzulaufen einfach nicht so da. Man neigte dazu mehr Pausen zu machen Aufwand zu minimieren (Körperpflege). Mit Sicherheit spielt die Gruppendynamik eine gewisse Rolle.


    Genau das ist das Problem und der Unterschied zum Fasten. Ist der Körper noch auch "Essensbereitschaft" eingestellt passiert das, diese "Fastenkriese". Das sind die ersten 2 Tage. Genau aus solchen Situationen hat sich meine Angst begründet. Lethargie, Aggression, Konzentrationsschwäche und physische Schwäche.


    Ich würde das nun versuchen so anzugehen, es bewusst langsam zu machen, mit dem Wissen "ich kann noch mehrere Tage laufen". Aber so wie du das schilderst scheint das leichter gedacht als getan. Hattest du nicht mehr Gelassenheit mit dem Wissen "verhungern werde ich nicht"?

  • bis der Körper sich auf Eiweiß-Fett-Verbrennung umgestellt hat


    Vielen Dank für Deine Erfahrungen!
    Vor vielen Jahren habe ich das fasten selbst praktiziert, bin aber schon lange wider davon abgekommen.
    Grund ist der zitierte Satz von Dir, das ist der Knackpunkt. Fettverbrennung ok, aber bitte keine Eiweiß- also Muskelverbrennung!
    Ich muß hart trainieren um Muskulatur aufzubauen, je älter ich bin desto härter, und dann soll ich mir die Muskeln wieder weghungern?
    Leider baut der Stoffwechsel immer zuerst Muskeln ab, da Muskeln ein aktiver Teil des Körpers sind, also Energie verbrauchen, Energie steht aber eben nicht zur Verfügung beim Hungern, ergo werden zur Drosselung des Stoffwechsels = geringerer Energiebedarf erst Muskeln angebaut. Ein Auto mit weniger PS kommt auch mit weniger Sprit aus.
    Dieses Vorgehen war "in der Steinzeit" auch absolut notwendig, denn mit weniger Muskeln kann ich jetzt überleben, verbrauche ich aber gleich meine wertvollen Fettdepots, überstehe ich den nächsten Winter nicht. Erst wenn es wirklich dicke kommt, kommen die Fettdepots zum Einsatz.
    In der Steinzeit zum Glück, in der heutigen Zeit leider, baut der Stoffwechsel nach dem Hungern zuerst mehr Fett auf als vorher da war, erst dann wird wieder Muskulatur aufgebaut - JoJo-Effekt.
    Wer also Hungert zum Abnehmen, wird langfristig fetter und leistungsschwächer (weniger Muskeln).
    Und gier ist Fasten und Hungern von der Auswirkung auf den Stoffwechsel gleich zu setzen.


    Fasten zum Hungern lernen denke ich, ist auch nicht wirklich vergleichbar, denn bewußtes, geplantes Fasten mit der Möglichkeit jederzeit aufhören zu können hat ja eine ganz andere mentale Qualität als Hungern müssen, weil einfach nix zu essen da ist, vielleicht zusätzlich noch kalt und nass. Die körperliche Belastung der fehlenden Kohlehydrate und damit verbundenen evtl. Kopfschmerzen und "sich schlapp fühlen" ist sicher noch ähnlich, aber die Langzeitwirkung auf die Psyche ist beim Hungern müssen ein ganz andere. Mein Vater hat im Krieg als Kind gehungert, der verdreht die Augen wenn es ums Fasten ohne medizinischen Hintergrund geht.


    Generell wird der Ernährung, speziellen Diäten, wissenschaftlichen Dos an Donts, ... zuviel Bedeutung zugemessen (wie bereits ausgeführt).


    Da halte ich mich an den Satz:
    "Früher war Bewegung garantiert und essen vielleicht, heute ist Essen garntiert und Bewegung vielleicht."
    Solange ich in meiner Lebensführung Bewegung garantiert habe, brauche ich mir übers Essen keine großen Gedanken machen.
    (Das gilt so natürlich nicht im (Hoch) Leistungssport, aber das ist ein ganz anderes Thema)
    :pop


    PS: Fasten hat mir generell in der glorifizierten Form in einigen Büchern viel zu viel Esotherik drinne. Allein wenn ich den Begriff "Entschlackung" lese, kräuseln sich mir sämtliche Haare und ich falle in eine Lachstarre. :D Bis jetzt hat mir noch niemand sagen können was Schlascken sind, wo die sind oder mir gar welche zeigen können. :D


    PSS: aber jeder so wie er es möchte und für sich für gut erachtet !!!!!!
    :winken

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hallo Ben,


    danke für Deinen Erlebnisbericht. Was ich für mich darin lese ist: Jeder reagiert anders! (OT: In Köln: "Jeder Jeck ist anders!")


    Bei meinen bisherigen Fastenaktionen (jeweils 1-1.5 Wochen) war es so, daß mir im warmen Büro ständig eiskalt war, ich permanent leichte Kopfschmerzen hatte und mich nur hundeelend fühlte - die ganze Zeit, nicht nur die ersten 2-3 Tage. Trotz viel warmer Flüssigkeit, und obwohl ich sonst kein Eiszapfen bin. Tja.


    Als ich dagegen phasenweise für 6 Monate auf LOGI-Diät war (eine Art gemäßigter Low-Carb) + regelmäßig 2mal pro Woche gemäßigt Kampfsport + jeden Morgen 20min Gymnastik machte, da war ich praktisch permanent nicht hungrig (satt wäre übertrieben), hatte keinerlei Leistungseinbußen und fühlte mich super. Ach ja: Hatte in 8.5 Monaten 15kg abgenommen -> DAS fühlt sich super an! :)
    Ich will damit nicht eine Art der Ernährung oder der Diät anpreisen - will nur schildern daß es unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedlich gehen kann bei identischem Fasten-/Diätprogramm.


    Zu "Essensration zu knapp geplant auf Tour":
    Wenn das erzwungene Hungern auf 2 Tage beschränkt bleibt und das Ende klar absehbar ist, dann ist das für mich kein Problem. Klar, einen Gang 'runterschalten, alles mit max. 2/3 der normalen Geschwindigkeit angehen, sich seiner Mangelsituation bewusst sein - dann geht das jedenfalls bei mir schon. Ideal ist es natürlich, wenn man zumindest so 500-800kcal/Tag in sich hineinbekommt. Daher habe ich (probehalber) oft eine Packung NRG-5/BP-5 Notnahrung dabei. Die ist für einen Tag gedacht, kann ich aber auch auf 4 Tage strecken.


    Gereon

  • Nun ich hab das hungern bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Mir ist das schon klar, dass das kein Hungern ist :)


    Es geht um die Erfahrung, dass es auch ohne Essen für Tage und Wochen geht bzw. wie reagiere ich auf Nahrungsentzug. Dass das unter Optimalbedingungen anders ist als in einer Extremsituation ist auch klar. Dennoch wird es sicherlich hilfreich sein zu wissen was einen erwarten kann.


    Sicherlich gibt es masochistisch veranlagte Menschen die sich gerne selbst geißeln und die mehrere Tage ohne Nahrung in die Wildnis gehen um ihre Erfahrungen zu machen. Ich gehöre nicht dazu :lol


    Fasten hat mir generell in der glorifizierten Form in einigen Büchern viel zu viel Esotherik drinne. Allein wenn ich den Begriff "Entschlackung" lese, kräuseln sich mir sämtliche Haare und ich falle in eine Lachstarre.


    Das stimmt allerdings. Das ist bei dem Buch auch nicht anders, aber die Rezepte und die Fastenanleitung ist gut, wie auch die Anschaulichkeit.


    [edit]Die Doku hingegen ist sehr nüchtern und faktenorientiert. Sehr sehenswert und sehr umfänglich. Sie enthält alles was ich über das Fasten gelesen habe.[/edit]

  • Betreibe nun schon beinahe 1 Jahr eine etwas andere Art des Fastens - will das eher nicht als Diät oder Kur bezeichnen. Ist genauso simpel wie effektiv und wirkungsvoll: Esse an einem Tag ganz normal ohne jegliche Einschränkungen an irgendwelchen Nahrungsmitteln. Nach jedem Esstag erfolgt mein Fasttag (oder Nichtesstag), wo ich lediglich Wasser nur mit Geschmack konsumiere, wie z.B. Tee, Kaffee (jeweils ohne Zucker). Sozusagen ein digitales 0/1er fasten.


    Diese Methode wird von einem bekannten österr. Kabaretisten probagiert, welcher zufällig auch Arzt ist. Sie ist wohl deshalb sehr bekannt und findet hier in A zahlreiche Nachahmer. Auf die Idee hat mich ein guter Freund gebracht als ich mal wissen wollte was er unternimmt, da er innerhalb sehr kurzer Zeit deutlich abgenommen hat. Da diese Methode tatsächlich simpel ist - man braucht sich im Prinzip nur merken an welchen Tagen man essen darf, hab ich das spontan für mich ausprobiert. Hab mich auch nicht großartig beraten lassen oder eingelesen, einfacher gehts eigentlich wirklich nicht! Obwohl sich gewichtsmäßig in den letzten paar Monaten nicht mehr viel getan hat, bin ich langsam aber beständig auf dem Weg, dass mir Jeans passen welche um 2 Nummern kleiner sind als vor Beginn meiner Fastenaktion.
    Die Gewichtsreduktion steht allerdings nicht mehr so im Vordergrund. Hab mich zu Beginn der Aktion nicht gewogen und steh auch selten auf der Waage - was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass sich mein Gewicht insgesamt sehr langsam reduziert, aber dennoch gewaltig schwankt: +/- 2kg Schwankungsbreite würd ich mal als normal einstufen.


    Meine Erfahrung mit dieser Fasten- /Hunger- oder Friss-die-Hälfte Aktion:
    - hab im Sommer gestartet und in der warmen Jahreszeit ist es durchaus leichter die Nicht-Ess-Tage auszuhalten. Zu Beginn viel es mir erstaunlich leicht aufs Essen zu verzichten, Motivation und Ehrgeiz war dementsprechend hoch
    - An Nuller (nicht-Ess-)Tagen ist ausreichend Trinken essentiell! Wenn zuwenig Flüssigkeitszufuhr erfolgt bekomm ich sofort Kopfweh - ist sozusagen ein Indikator für die körperliche Hydration. Trinke nun viel bewußter und regelmäßiger.
    - An meinen Einser (Ess-)Tagen hab ich immer guten Hunger und schling so manches weg - von der Menge wahrscheinlich mehr als wenn ich dazwiischen keine Fasttage einhalten würde. Essen verursacht beinahe mehr Müdigkeit als Fasten!
    - In der kalten Jahreszeit sitz ich an meinen Nuller-Tagen oft mit einem dicken Pullover vor dem warmen Heizkörper und friere trotzdem etwas. Da wird der Zusammenhang von Nahrung und körperlicher Energie deutlich
    - Trotz Fasten bin ich nicht ständig müde oder träge. Bilde mir ein insgesamt etwas bedächtiger zu agieren, hier merke ich dass der Gesamtumsatz an Energie zurückging
    - An meinen Nuller-Tagen bin ich trotz Fasten oft erstaunlich aktiv. Dies war ein echter AHA-Effekt den ich so nicht erwartet hatte
    - Obohl ich diese Art des Fastens schon länger praktiziere, ist es nach wie vor mit Überwindung verbunden mich auch daran zu halten. Disziplin ist dabei essentiell
    - Da ich kaum Sport betreibe hat sich meine körperliche Fitness nicht wirklich verbessert. Bilde mir ein, dass meine Kondition allgemein sogar schlechter ist als vor meiner Fastenaktion
    - Hab auch schon versucht meine Nicht-Ess Phasen etwas auszudehnen. Nach dem 2ten Tag merke ich aber bereits, dass dem Körper schlicht die Energie fehlt. Bin nicht nur schlechter gelaunt und leichter reizbar - werde träge, müde und möchte mich am liebsten nur mehr im Bett aufhalten


    Selbstverständlich wurde diese Methode auch wissenschaftlich untersucht - an Mäusen, versteht sich eh. Zumindest die 0/1er Fastengruppe dieser Mäuse war nachweislich gesünder und vitaler als die Vergleichsgruppe, welche 'regelmäßig' mit Nahrung versorgt wurde ...
    Ob ich mit dieser Aktion besser für Hunger im allgemeinen gewappnet bin, traue ich mir selbst nicht zu bestätigen. Weiß nur zweisfelsfrei, dass ich nicht sofort in Tiefschlaf verfalle, wenn ich mal einen Tag nichts zu essen bekomme!
    Naja, ich für meine Teil werde mit dieser Methode jedenfalls weitermachen, ...

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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  • Glückwunsch Ben; Du hast 2 Wochen durchgefastet? Alle Achtung :)
    Möchte dazu gern anmerken, dass eine erfolgreiche Fastensache durchaus auch mit der Konstitution des Einzelnen zusammenhängt, und auch, welche Sachen in der normalen Ernährung VOR dem Fasten aufgenommen wurden.
    Will heissen, eher schlanke-dünne Menschen, die sich einseitig ernähren zB haben schneller Mangelerscheinungen und Energie fehlt merklich.
    Vor allem, gut Ben hat es kontrolliert getan; solche Geschichten sollte man nicht unbedingt tun, wenn man durch Beruf o.ä. stark belastet wird, also bspw. körperlich entkräftende Arbeit verrichtet. Da kann es einen zu schnell umhauen.
    Wer Urlaub/frei etc hat, ist eine andere Sache. Gerade, und das ist wieder die Kopfsache, weil man dann eben den Kopf frei hat, und sich rein aufs fasten/entgiften konzentrieren kann.
    Für den Anfang oder zum überhaupt mal fasten haben sich 7 Tage bewährt. In den ersten 3 davon, stösst der Körper erstmal sämtliche angelagerte Giftstoffe ab, as sehr "interessant" riechen kann ;-)
    Ab dem 4 Tag beginnt sich der Organismus und Stoffwechsel umzustellen. Man merkt das (ich zumind.) dann daran, dass die Atmung leichter wird, Der Geruch sich verändert usw usw.
    Wegen dem Entschlacken: Ja der Begriff ist ziemlich komisch, heisst im Endeffekt auch nur, dass "Schlackstoffe" also Stoffe die der Körper nicht verarbeiten kann, wie zB bei regelm. Medikamenteneinnahme, oder Konservierungsstoffe, nicht verwertbare einkettige Kohlenhydrate ... dabei ausgeschieden werden.
    Als sinnvoll, ujnd wer es machen mag, lieber alle 3 Monate einmal 1 Woche fasten und Entgiften (es gibt genialen Tee dazu) und somit eine gewisse Regelmässigkeit für sich und den Körper schaffen; als irgendwann Radikalmassnahmen zu ergreifen. Das bewirkt eher das Gegenteil.
    Und, wie schon geschrieben: Fasten ist nicht Hungern!
    Und Dir Ben, viel Erfolg nach der Reinigung :-)
    lg strix

  • Ich kann nur meine Erfahrungen hier beisteuern.


    In den ersten 3 Tagen habe ich durch nichts essen jeden Tag 1,5kg abgenommen. Der Hunger tat weh, was ich durch Wasserkonsum und durch etwas Traubenzucker kompensierte. Nach den 3 Tagen war die Gewichtsabnahme nur noch 800 bis 1000 Gramm pro Tag. Ich hatte keinen Hunger, mir ging es gut. Ich konnte normal arbeiten, trank 3 bis 4 Liter Wasser am Tag, dazu etwa 50 Gramm Traubenzucker. Das halte ich bis 7 Tage problemlos durch (also keinerlei körperliche Beschwerden wie Durchfall, Aggression oder so was). Nach 7 Tagen wird die Gewichtsabnahme pro Tag nur noch 300 Gramm sein, was fast schlagartig eintritt. Dann höre ich auf und fange langsam (mit leichter Kost) wieder zu essen an. Ich nehme daher in der einen Woche maximal 8kg ab, fühle mich leistungsfähig und gesund und ertrage das Hungern.


    Diese Sache mache ich meist zweimal im Jahr. Ich mache dies, wenn ich 69kg (bei 165cm Körpergröße) überschreite. Es geht mir während dieser Zeit und auch danach immer richtig gut, nur eben das Gewicht schwindet. Da ich regelmäßig Thrombozyten spende, habe ich auch meine aktuellen Blutwerte immer da. Insofern ist für mich diese Art Hunger zu "testen" absolut kein Problem. Es tut nicht weh, es ist beherrschbar, mental brauchts das Wissen und die Erfahrung was da passiert. Mehr nicht.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hallo Sel,


    In den ersten 3 Tagen habe ich durch nichts essen jeden Tag 1,5kg abgenommen. [...] Nach den 3 Tagen war die Gewichtsabnahme nur noch 800 bis 1000 Gramm pro Tag. [...] Nach 7 Tagen wird die Gewichtsabnahme pro Tag nur noch 300 Gramm sein, was fast schlagartig eintritt. [...] Ich nehme daher in der einen Woche maximal 8kg ab [...]


    Das ist anfangs kein "echter" Gewichtsverlust. 1kg Körperfett hat pi mal Daumen 7000kcal. Da müsstest in den ersten 3 Tagen schon 3/4 des Tages Körperlich hart arbeiten um auf so einen Verbrauch zukommen. Auch die 800g bis 1000g sind noch so naja... Die 300g allerdings (300g Körperfett = ~2100kcal) halte ich für sehr realistisch.
    Der anfangs hohe und schnelle Gewichtsverlust kommt meiner Meinung nach davon das dein Körper sich von etwas trennt was von oben nicht mehr nach kommt :unschuld wenn du/ihr wisst was ich meine.



    Aber jetz zum eigentlichen Thema, ich selber hab hin und wieder einfach nciht das Bedürfnis/Verlangen was zu essen. So kanns vorkommen das ich einfach mal 3-4 Tage sehr wenig oder garnichts esse. Dazu kommt das ich von Berufswegen früh raus muss und um die Uhrzeit einfach nix runter bekommen. Desweiteren is die Küche hier in meinen auch etwas naja... So das ich mir es verkneife hier essen warm zu machen bzw zu kochen. Das erste mal richtig Futter gibts dann also erst so gegen 17Uhr wenn ich zuhause bin. Dann ess ich aber auch das wo ich Lust drauf habe.
    Ich fühl mich fit, hab keine Gesundheitlichen malesten und bin damit sehr zufrieden ^^

    Lirum, larum Löffelstiel wer das nicht kann, der kann nicht viel

  • Respekt Ben!
    Ich habe das vor zehn Jahren mal probiert und nicht mal ansatzweise die 2-Tages-Schwelle überwunden. :schäm Meine Mutti hat vor Jahren in der Buchingerklinik in Überlingen eine Fastenkur gemacht. Ich wollte das auch mal ausprobieren. Vielleicht hat es auch aus dem Grund nicht geklappt, weil ich es nicht 100% ernst genommen habe und das mal eben so la la testen wollte!


    Ich bin leidenschaftlicher Koch (...und Esser). Darum fühlt sich der Gedanke ans "Nicht-Essen" irgendwie so an wie der Gedanke als Raucher ans "Nicht-Rauchen". Roli hat in seinem Beitrag wohl ein paar gute Gedankenanstöße drin, die (mich) zum Nachdenken anregen.


    Für mich ist dieser Faden zumindest eine Anregung, mich mal etwas intensiver/ernsthafter zu beschäftigen.


    Liebe Grüße
    Lederstrumpf :gewehr

    __________________________________________________________________________________________________________
    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

  • Um auf den Gedanken zurück zu kommen von Ben, sofern ich ihn richtig verstanden habe. "Wie reagiere ich wenn ich nichts mehr zu Essen habe im Notfall". Wir gehen hoffentlich von einer Tour aus die nicht optimal verläuft und nicht von einem Endzeit Szenario.


    Bei den Berichten über das fasten habe ich das Gefühl die Leute wollen mit Gewalt abnehmen oder sich reinigen von dem ganzen Müll den sie vorher in sich hinein gestopft haben. Wie gesagt, so kommt es mir so vor das muss nicht mit den tatsächlichen Beweggründen der Personen übereinstimmen. Ich bin der Meinung ich muss mich nicht mit fasten reinigen, ich esse nicht übermässig Müll und auch die Menge hält sich in Grenzen. Natürlich überborde ich manchmal auch, zum Beispiel bei Bären Gulasch oder anderen exklusiven Fleischgerichten ;) . Danach habe ich aber auch das Bedürfnis mich am nächsten Tag etwas zurück zu halten. Ich sehe den Sinn vom fasten nicht ein es kommt mir eher wie eine Verzweiflungstat vor.


    Nichts Essen weil nichts da ist ist eine ganz andere Angelegenheit als das absichtliche fasten. Meiner Meinung nach vor allem eine psychologische Herausforderung bei der die Weichen schon gestellt wurden beim Tour Beginn. Vielleicht auch schon bei der Vorbereitung der Tour. Es geht überhaupt nicht darum was man alles mitnimmt oder nicht zu der Tour. Sondern wie man miteinander umgeht und miteinander spricht oder eben auch nicht spricht.


    Wenn man das Gefühl hat seine Befindlichkeit nicht mitteilen zu können. Sei es nun weil man im Vorfeld den anderen und sich selbst gegenüber etwas zurückhaltend gewesen ist im mitteilen seiner Schwächen und seine Stärken allzu Grosszügig dargestellt hat. Es kann auch sein, dass man das gar nie gemacht hat und somit seine Schwächen und Stärken auch selber nicht kennt oder die Wahrnehmung derer nur sehr rudimentär der Realität entsprechen. Gerade die älteren sind meist mit der Vorstellung aufgewachsen, dass ein Mann ein Mann ist und fertig. "Frauen reden, Männer tun"


    Kommt dann eine Unerwartete Situation kann das schnell aus dem Ruder laufen, weil jetzt ist es viel schwieriger die Fassade aufrecht zu halten oder sie bricht gleich ein und alle sehen die Schwächen.
    Weiss aber jeder vom anderen und vor allem von sich die Schwächen und Stärken wird alles ganz einfach. Ich kann dem anderen helfen weil ich weiss das das seine Schwäche ist und er kann es einfach zulassen weil er es auch weiss. Dafür holt mich der Partner ein anderes mal aus dem Keller, weil er sieht ja das jetzt die Situation kommt mit der ich Mühe habe. Somit gibt es keine Hero's und keine Looser sondern nur Partner die ein Problem lösen miteinander.


    Das nimmt auch die Angst vor der Herausforderung. Man kann dann sofort mal kurz ausrasten und fluchen. Man muss es nicht verstecken bis es wie ein todbringender Vulkan dann doch ausbricht.


    Ich meine man soll vor allem mit sich ehrlich sein und zu seinen Ängsten stehen dann kann man sie auch verstehen. Wenn man sie versteht kann man sich auch damit auseinandersetzen und merkt dann vielleicht auch das man sie gar nicht mehr hat.


    Deshalb glaube ich, das fasten eigentlich nichts bringt. Es würde meiner Meinung nach mehr bringen wenn man spontan sagt heute esse ich nichts oder wenn man Hunger hat absichtlich nicht den Hunger stillen und das in allen möglichen Situation, auf Tour oder bei der Arbeit. Befreiung von Regeln und wissenschaftlichen Erkenntnissen. wenn man am vierten Tag noch lebt ist es egal ob man nur drei Tage ohne Wasser leben kann. ;)



    Wünsche einen guten Appetit
    draussen

  • Respekt für zwei Wochen!!! Das hab ich nie durchgehalten. Meine oberste Grenze liegt bei sechs Tagen, dann hab ichs einfach nicht mehr ausgehalten :D ... Nicht dass es der Hunger gewesen wäre, der war da schon lange verschwunden - eher das was im Kopf abgelaufen ist. Ständiges Kreisen um Nahrung, wie schön wäre es doch, jetzt das und das zu essen usw. In diesen Tagen hab ich sehr viel über mich selbst gelernt und über Willensstärke. Und es hat mir auch verdeutlicht, dass ich in einer Survival Situation gut aufs Essen verzichten kann.


    Hab ich zumindest gedacht... Vor zwei Jahren hab ich eine Solo Tour in den Pyrenäen gemacht - ohne Essen etc. Und ich kann nur sagen - Fasten unter kontrollierten Bedingungen ist etwas ganz anderes, als auf einer solchen Tour, bei kaltem evtl. regnerischem Wetter, mit hunderten Höhenmetern, die zu überwinden sind. Kurz, ich war nach einiger Zeit einfach nur noch im Ar...h und dadurch wurde es zum Teil wirklich gefährlich, weil auch die Aufmerksamkeit und körperliche Kraft absank. Blutdruck runter, Sternchen gesehen, die Kälte nachts, die Luft tat ihr übriges. Ich war froh, dass ich die zweite Nacht in einer Schutzhütte verbringen konnte und dann am dritten Tag wieder runter vom Berg war.


    Ich finde, dafür ist Fasten echt toll - sich selbst wahrzunehmen und kennenzulernen! Und ich glaube auch, dass es gesundheitlich etwas bringt. Nicht von ungefähr wird es als "Heilfasten" von vielen Kliniken angeboten. Nicht zuletzt denke ich nach meinen Fastentagen auch nicht mehr, dass Essen überbewertet wird. Wie bei so vielem lernt man erst durch den Verzicht, was man wirklich hat :hobo ...


    Danke für den Thread und fürs Anstoßen! :)
    MadFly

  • Hmm interessantes Thema. Ich habe mich mal bewusst nur von 500 kcal ernährt. Also im groben nur Tomaten und Thunfisch. Sas habe ich von Dezember bis Februar gemacht. Zu der Zeit hatte ich Schule. Bin trotzdem täglich 10 km mit Hund gegangen. Habe 24 Kilo verloren. Im Februar ging es dann wieder auf Arbeit und ich hab nach einer Woche festgestellt, wie wichtig Energie ist, denn ich bin da 3 mal krachen gegangen auf Arbeit. Völlig unterzuckert. Das war ne Erfahrung die richtig was bringt und man lernt seinen Körper kennen. Hunger verspüre ich gar nicht, und das blödeste daran ist, ich muss mir Essen wieder antrainieren.. Also, so gesehen, bin ich kein Fan mehr von Fasten oder Diäten. ^^

  • Ich finde, dafür ist Fasten echt toll - sich selbst wahrzunehmen und kennenzulernen! Und ich glaube auch, dass es gesundheitlich etwas bringt. Nicht von ungefähr wird es als "Heilfasten" von vielen Kliniken angeboten. Nicht zuletzt denke ich nach meinen Fastentagen auch nicht mehr, dass Essen überbewertet wird. Wie bei so vielem lernt man erst durch den Verzicht, was man wirklich hat


    Kann ich voll zustimmen, deiner Meinung. Fasten zum Zwecke des Abnehmens sehe ich als falsche Methode an. Richtig in so einem Fall ist sowieso die Ernährungsumstellung. Durch Fasten lernt man Hunger kennen, durch Fasten entschlackt man. Mehr ist eben nicht. Und das ist gut so.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Ich halte mich an gesunden Menschenverstand und an dem, was die Menschen seit Ihrer Millionen-Entwicklung zu sich nehmen. Ich nehme am Tag weniger als 100gr Kohlenhydrate zu mir mit ärztlich bescheinigten hervorragendem Effekt. Ich esse viel und gerne.


    Vor lauter Industriemüll haben wir vergessen was normales Essen ist. Wer mal den großen Studien hinterher recherchiert wird durchaus ein einheitliches Bild finden. Wer dem dubiosem Quatsch aus dem Internet und der Buchhandlung ohne Angaben von Quellen folgt und das für bare Münze nimmt hat den ersten Fehler begangen.


    Der nächste Fehler ist es seine Ernährung mit irgendeinem Tier zu vergleichen. Schwachsinn! Ein Reh stirbt recht schnell wenn es nicht 12-mal am Tag äst, nämlich durch Dehydrierung. Wenn wir uns am realistischsten mal mit Wildschweinen vergleichen dann haben wir genauso noch einiges zu lernen.


    Fasten an sich ist recht umstritten, insbesondere das es hunderten Studien nicht gelungen ist der ganzen Sache eine Langzeitwirkung zu bescheinigen. Da bringt es mehr einen Monat keinen Alkohol zu trinken. Fehlendes Frühstück ist Langzeitauslöser für viele Krankheiten die im Alter kommen wie zB. Diabetes.


    My two words dazu ;-)

  • t-bone:
    Die Zufuhr der Kohlehydrate niedrig zu halten stimme ich Dir absolut zu!
    Seit der Mensch zum Ackerbauer wurde, nimmt er immer mehr Kohlehydrate zu sich, allerdings war bis vor wenigen Jahrzehnten ohne die arbeitserleichternde Technik die körperliche Belastung hoch und somit die gesundheitlichen Auswirkungen vernachlässigbar. Erst als die Technik uns die Arbeit abnahm exlodierten die negativen Gesundheitsauswirkungen: Kohlehydrate (Zucker) essen ohne Bewegung = hohe Insulinausschüttung = Fetteinlagerung und gestörte Fettverbrennung = Fettleibigkeit = Insulinresistenz = Diabetis Typ 2 (Altersdiabetis) in immer jüngeren Jahren, sogar schon im Teenyalter.
    Zusammenfassung: je mehr Kohlehydrate, desto mehr und früher Diabetis.


    Dementsprechend erkläre mir bitte den Zusammenhang zwischen "kein Frühstück" (also kein Zucker, Insulin, ...) und Altersdiabetis.
    Lasse mich gerne belehren - aber ich meine einen solchen Zusammenhang gibt's es nicht.
    Zur Bildung von Energieäquivalenten aus Fett oder Protein wird kein Insulin benötigt, es gibt also auch keine "Insulin-Produktionslast" der Langehans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse, ergo auch dsbzgl. keinen Auslöser für frühere Diabetis. Im Gegenteil.
    Abgesehen davon reichen die Glycogenvorräte im Muskel und Leber mal ganz locker aus um ohne Frühstück bis zum Mittagessen "durchzuhalten".


    Ich führe selbst Ernährungskurse (Abnehmkurse) durch bei denen ein wesentlicher Bestandteil es ist, eine oder zwei Mahlzeiten ohne Kohlehydrate zu bestreiten. Am besten Eiweißlastig. Dadurch wird die Fettverbrennung aufrecht erhalten. Keine Kohlehydrate, kein Insulin, also auch keine Fettverbrennungsblockade durch das Insulin (Stichwort Insulin / Glucagon). So ist Abnehmen ohne "Hungern" leichter und Diabetiker (die meisten Typ 2 Diabetiker sind auch mehr oder weniger fettleibig) verlieren nach und nach ihre Insulinresistenz, die durch die Fettleibigkeit nun mal ausgelöst wurde. Viele dieser "Pseudodiabetiker" benötigen nach Abnahme von 25kg oder mehr keine Medikamente mehr.
    Nicht Frühstücken (oder länger Fasten) kann also kein Auslöser für Diabetis sein, im Gegenteil.


    Um der Frage zuvor zu kommen "Was ist ein Pseudodiabetiker":
    Personen die als Diabetiker gelten (also chronisch krank sind und mit denen Ärzte Geld verdienen können) weil die eigene produzierte Insulinmenge nicht ausreicht (wegen der Insulinresistenz durch die Fettleibigkeit), die aber eigentlich genug Insulin bilden, wenn da eben nicht die Insulinresistenz wäre!
    Das heißt DIESE Diabetiker sind eigendlich gar keine Diabetiker, sie sind nur zu fett !!
    Je fetter, desto ausgeprägter die Insulinresistenz.
    Diabetiker ist nur derjenige, deren Bauchspeicherdrüse kein Insulin produziert.
    Obiger Zusammenhang gilt natürlich nur für Typ 2 NICHT für Typ 1.
    :pop

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Der nächste Fehler ist es seine Ernährung mit irgendeinem Tier zu vergleichen. Schwachsinn! Ein Reh stirbt recht schnell wenn es nicht 12-mal am Tag äst, nämlich durch Dehydrierung.

    Sorry mein Fehler. Ich setzte halt voraus, dass man sich nicht ohne Bedenken mit irgend einem Tier vergleicht. Wir sind nunmal Säugetiere da kann man nichts dran ändern. Wir sind wie Hunde oder Schweine Allesfresser. Das scheinen aber immer mehr Leute nicht richtig zu verstehen, sie fressen wirklich alles. :lol


    Liebe Grüsse
    draussen

  • In den guten alten Zeiten also bevor wir nach Deutschland kamen da gabs zum Ende hin im glorreichen Kommunismus wirklich kaum noch etwas zu essen. Zwar war ich noch sehr jung aber ich errinere mich an diese Sachen noch ziemlich stark, vielleicht weil man Hunger nicht vergisst.
    Jedenfalls gabs in der Endphase und kurz danach für mich nur noch Apfelschalen mit zerstoßenen Keksen und meine Mutter konnte keine Milch mehr produzieren für meinen kleinen Bruder.
    Es ist so ein großer Unterschied wenn man hungert weil man keine andere Wahl hat oder wenn mans freiwillig macht.
    Das Gefühl nicht zu wissen wann man wieder etwas essen wird ist tausendmal schlimmer als der Hunger selbst.