Opinel frittieren

  • ... hier treffen wieder mal Theoretiker und Praktiker auf einander. Während die anderen noch über Härtegrade feil(sch)en, sitzen andere bereits im Wald und nutzen - täglich - ihr Opinel, und das, obwohl sie ihr Helle auch dabei haben.


    So geschehen bei mir, die ich häufig monatelang am Stück outdoor unterwegs war. Das super-duper-Helle habe ich genau einmal benutzt - zum Brot abschneiden. Mein Gott, bin ich mir damit albern vorgekommen, hahahahaha! Solche Messer mit voll starren und dicken Klingen sind absolut alltags-untauglich.


    Naja. Lassen wir die Theoretiker rätselraten, und wir tun mit unseren Opis wie uns beliebt. Wer viel kann, der braucht eben wenig. Schönen Tag noch an die Tabellen-Auswendig-Lerner und Vorrechner, das gibt dann ein Fleißkärtchen.

  • Hallo B Amazone,


    wer seinOpinel bei 220° frittiert um einen schönen schwarzen Griff zu haben, braucht es nicht mehr mit in den Wald nehmen, weil es schneller stumpf ist, als du schauen kannst.
    Die Funktion eines Messers ist scharf. Und das Edelstahl Opinel, so gern ich es habe, ist so schnell stumpf, daß es keinen Spass mehr macht.
    Das Carbon Opinel mag da anders sein. Ich hab mir das edle Stahlmesser gekauft, weil meine Frau nicht diesen Stahlgeschmack bei Carbon Messern mag. Man nimmt ja Rücksicht, wenn die Angeheiratete mit in den Wald geht. Nun schleppe ich halt den Schleifstein mit in den Wald. Abends hat man ja sowieso nix zu tun.
    :hobo :lagerfeuer :tarp


    Gruss
    Konrad

  • ... ich habe eh ein (9er) Carbon-Opinel, weil ich das eben auch im Busch mit einem Steinchen wieder schleifen kann - grosser Vorteil, wenn man nicht nur 2 Stunden oder 2 Tage im Jahr, sondern 4 Monate lang unterwegs ist. (Aber mal Hand aufs Herz: Wie viele von uns sind schon so viel draussen unterwegs? Für die meisten ist Bushcraft sicherlich ein nettes Hobby, das sie mal am Wochenende ausüben; nur wenige werden Dauertouer sein.)


    Über das Edelstahl-Opinel weiss ich nix, hatte ich noch nie. Die Carbon-Klinge jedenfalls kriegt man mit Minimaleinsatz innerhalb weniger Minuten immer wieder superscharf, selbstverständlich auch das "ölgekochte" Opinel.


    Vorteile einer "weicheren" (meint hier: flexibleren) Klinge
    Eine weniger starre/spröde Klinge bricht auch weniger selten und ist handhabbarer, ohne dass das Messer die Schnitt-Richtung vorgibt... eine flexiblere Klinge "passt" sich nämlich deiner Bewegungsrichtung / Anatomie ergonomischer an als eine starre Klinge. Sie ist geschmeidiger und macht vieles mit, wo ein sprödes Messer schonmal die Grätsche macht. Das ist der Grund, warum Leute mit "weichen" Opinels kein Backup-Messer brauchen... :-)


    Allerdings ist mir die Spitze eines Opinels schonmal abgebrochen. Spricht doch eher für zu viel Härte. Daher mein persönliches Fazit: Das sind alles graue Theoretiker und Bücher-Wissen-Verteiler, die dem Opinel nachsagen, es sei zu weich. Mein (ölgekochtes) Opinel ist nicht zu weich, tendenziell ein bisschen zu hart, und auch bei häufigem Anschliff hält es jahrelang.


    Wer allerdings Bäume fällen möchte... tja, braucht eben ein anderes Messer. Aber wie oft muss man schon einen Baum fällen? Wenn du auf Tour bist und einen Hobo dabei hast, brauchst du etwas Kleinholz, so wie du es an Bäumen findest - und du möchtest vielleicht ein paar Pflanzen sammeln. Oder ein paar Heringe schnitzen. Ein Brot abschneiden und ein Stück Salami. Da ist eine geschmeidige Klinge das Beste, was du dir vorstellen kannst.



    Viele Grüße
    BA

  • Ich oute mich mal als Tabellenauswendiglerner und würde daher beim Frittieren die Klinge nicht mit ins Öl legen. Es gibt ja nun genug Mittel und Wege, die Klinge zu schützen. Anstatt zu lästern, würde ich allerdings lieber Tips geben.


    Wie man auf dem Video sieht entweicht der Großteil des Wassers an den Enden, wo die Fasern offen liegen. Es ist also hilfreich, das Messer im Öl zu stellen, schon allein um Risse zu vermeiden. Wem es egal ist, dass ganz vorne dann das Holz nicht dunkler wird, der kann das Messer einfach bis zum Feststellmechanismus ins Öl stellen, es dürfte durch die Kapilarwirkung bis vorne durch ziehen.
    Wenn man den Griff ganz dunkel bis vorne will, würde ich das Messer auseinander nehmen. Man kann Klingen kurzfristig vor Wärme schützen, indem man sie in eine Kartoffel steckt.


    Was ich gar nicht nachvollziehen kann, ist die Behauptung, die Opis wären allesamt super weich.
    Ist das eine Verschwöhrung der Messerfetischisten weil Opinels einfach zu billig sind um gut sein zu dürfen? ^^
    Ich hatte schon rostfrei und normal, bei beiden war ich positiv überrascht, wie hart sie sind und wie schön scharf das Rostfreie wird.
    Also entweder gibt es bei den Opis gehörige Qualitätsschwankungen (was ich bei einer derart automatisierten Fertigung nicht glaube) oder da hat jemand nicht oder falsch die Härte getestet.

  • ... das ist sehr freundlich von dir, Konrad, und ich hatte nicht eine Sekunde den Eindruck, daß dein Kommentar unfreundlich gemeint war. Und das ist bei einer Diskussion über Messer (ein hoch emotional geladenes Thema hier, oder?) ja schon mal Gold wert ;-))


    Thx - die BA

  • Dank moderner Technik und da ich ja nur ein.ganz klein wenig doof bin habe ich die Temperatur nicht über
    120°C kommen lassen.
    Und.siehe da - die Dinger sind nicht weich geworden.
    Wer es.allerdings frei Schnauze fritiert dem gebe ich den Tip einfach Virobloc runter, Stift raus und ohne Klinge rein
    ins Öl.
    Meine Opinels sind draussen oft im Einsatz.
    Wenn ich meiner.Frau draussen eines meiner Fixed zur Essenzubereitung/Hobobefeuerung hinlege gibt sie es mir zurück und nimmt ihr Opi.
    Seit Jahren.

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • Hallo,


    nachdem ich jetzt eine Frittiertestreihe gemacht habe, kann ich verkünden, daß ungedämpfte Buche, aus dem besteht u.a.der Griff eines Opinel nach 3 std. frittieren bei 120°keine Farbveränderung feststellen konnte. Nach weiteren 4,5 Std bei 150° immer noch keine Farbverändereung des Holzes.


    Die 180° für 15-30min hatte ich ja schon gepostet. Da war das Holz schön dunkelbraun.
    Schwarz dagegen wird es meiner Meinung nach ab 220°. Es ist ja die beginnende Verkohlung.


    Die Temperatur schwankte bei der Testreihe um ca.+/- 5° da dies die Hysterese des Thermostaten ist.
    Als Kontrollthermometer wurde ein kalibriertes Thermometer genommen.
    Es wurde Rapsöl (Raffinat) vom Herrn Aldi genommen.


    Interessanterweise schwimmt das Holz nach einiger Zeit(wenn die Luftblasen verschwinden) nicht mehr.


    Gruss
    Konrad

  • Mache demnächst auch noch nen Test!
    Im Edelstahlpott. Ich habe zwar frisches Öl benutzt aber anscheinend
    war mein oller Gusspott irgendwie nicht sauber.
    Muss eben unsre Friteuse in der Küche ran.
    Hehe, da muss nur Frauchen ausser Haus sein !


    4,5 Std - hehe ein Opinelfritiermarathon !

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  • Hallo Kelte,


    geb deiner Frau ein wenig Geld in die Hand und schicke sie Schuhe kaufen....
    Dann hast du mehr als genug Zeit zum experimentieren.
    Habe damals meine Einspritzpumpe in der Spülmaschine waschen können. Hat se aber gemerkt. :(


    Hier noch ein schöner Link über Thermoholz.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Thermisch_modifiziertes_Holz


    Interessant ist, daß bei allen Hölzern die Verfärbungen zum selben Zeitpunkt kommen.
    Der Nachteil ist, daß die Hölzer statisch nicht mehr sehr beanspruchbar sind. Das sollte allerdings bei einem Opinel egal sein.
    Dafür gehen in deine vielen Messer jetzt keine Würmer mehr rein. :D


    Gruss
    Konrad


    P.S.: Die Temperaturangaben auf der Fritteuse stimmen mit der Realität leider überhaupt nicht überein.

  • Das dachte ich mir.
    Deshalb benutze ich ein extra Thermometer.


    Hehe - mit Schuhe lockst Ela nicht so lange aus dem Haus - aber im Gegensatz zu ihr habe ich
    gleitende Arbeitszeiten B-)

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