Rost entfernen mit Haushaltsmitteln / wahlweisse Natur ? (zb Pfanne)

  • Ahoi


    Ich hab heute Morgen mal ne ältere, eigentlich sogar eine meiner besten (50.- Bereich)
    Schmiedepfannen aus dem Schrank geholt und naja....
    offensichtlich habe ich sie vorher nicht mit Öl abgerieben, jedenfalls richtig derbe Rost.
    (locker 2 jahre nicht in der Hand gehabt )


    Was sind so Eure Tips / Erfahrungen damit ?


    Ich ziele mit der Frage speziell auf natürliche Hausmittel, also net aus dem Chemiebaukasten.


    Ich hab sie jetzt mit "in reichlich Essig einige Stunden stehen lassen" sowie
    mit "Essig aufkochen" und dann Schrubben mit reichlich Salz als Schleifmittel, doch recht sauber bekommen...
    wobei sich zum Teil die alte Patina an manchen Stellen als wiederstandsfähiger erwiessen hat als die Roststellen XD...
    Der Haushaltsschwamm ( so ein ganz normaler) hat sich wärend der Prozedur in seine Bestandteile zerlegt haha...
    Ich hatte aber leider auch keine Stahlwolle mehr. Ka eig hab ich sowas immer irgendwo rumliegen... naja.
    Im Netz fand ich einen Tip das ein zerknülltest Stück Alufolie als Stahlwolle-Ersatz taugt,
    habs mal ausprobiert.. Unfug. Dachte ich mir aber eh schon vorher, naja Versuch macht kluch.


    Natürlich sollte man seine Werkzeuge (und dazu gehören ja auch Pfanne :-) pflegen,
    aber es kann ja mal passieren das man ein Stück hat mit Rost.
    Jetzt bin ich gespannt auf Eure Erfahrungen / Tips ect aber bitte in erster Linie mit "Haushaltsmaterialen",
    also was man so daheim hat oder auch in der Natur findet usw...
    (als bsp das Salz als Schleifmittel, in der Natur würde man feinen Sand zur Hand haben können...)
    also nicht so sehr Chemiekeule. Für Chemiekeule mus sich ja nur in die Drogerie meines Vertrauens fahren...


    :-) grüße

  • Bei Rost hat sich ein Laugen-Essig-Bad bewährt, so mache ich auch immer meine Kocher und Lampenteile sauber


    Einfach Essigessenz und Salz in Wasser lösen, da dann das gute Stück reinlegen für einen oder zwei Tage.


    Auch wenn hier jetzt welche schreien "Was? Essig und Salz zusammen?! Das hebt sich doch auf!!" Das mag ja sein, aber es funktioniert wunderbar. Das Salz regelt wohl den PH-Wert ein wenig.

    *********************
    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
    *********************

  • Hallo,


    Rost aus Pfannen beseitige ich mit Salz und einem Topfkratzer aus Metall (also diese aufgewickelte Stahlwolle). Aber keinesfalls irgendwie maschinell, dann polierst du den Rost nur. Ist der gröbste Rost weg, dann einölen. Beim Braten stört Rost nicht und macht auch keine Geschmacksveränderung.


    LG Sel


    PS: aus dem "Chemiebaukasten" habe ich perfekte Mittel, aber das war ja nicht deine Frage

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

    [/size]

  • Meine Goldwaschpfanne rostet längere Zeit unbenutzt auch schon beim Hinsehen, weil's ganz billiges Blech ist.


    Zu Hause wird sie dann mit Ballistol eingesprüht, mit Stahlwolle von Hand ausgeschrubbt, ausgewischt und beidseitig neu eingeölt. Ohne Wasser! Danach kommt da Grillkohle hinein und ab damit zum Durchglühen auf den Grill. Danach ist wieder eine Weile Ruhe. Und an manchen Stellen ist das Blech inzwischen sogar brüniert. Ballistol und Schleifmittel ist derselbe Mechanismus, den man beim Messerschärfen nutzt.


    Draußen tut's auch eine trockene Handvoll feiner Sand anstelle der Stahlwolle, den man mit einem Ballen Baumwolleinkaufstasche kräftig einmassiert. Die Außenseite wird bei Bedarf wieder blank indem man die Pfanne an einer sandigen Stelle auf dem Boden dreht. Danach wird da drin gekocht. Dafür ist sie aus Blech. Von außen Holzfeuer, von innen zuerst fettiges Fleisch ausgelassen, dann Gemüse und Reis drauf, erst zum Schluß schluckweise Wasser dazu. Und nur mit einem Holzlöffel umgerührt, damit der neue Fettfilm nicht verletzt wird.


    Danach wird die Pfanne NICHT gespült, sondern einfach nur trocken ausgewischt. Und täglich benutzt. Durch das Restfett auf der Oberfläche innen bleibt sie innen geschützt, durch den häßlich klebrigen Holzteerbelag auf der Außenseite bleibt sie außen frei von Rost. Wen das Klebrige Außen an der Pfanne stört, kann sie abgekühlt durch die erkaltete Holzasche ziehen. Das löscht den Klebefilm ab.


    Das Kernproblem ist nämlich IMHO weniger das billige Blech oder der (schon immer) rostanfällige Eisenguß, sondern der unserer Generation hirngewaschen anerzogene Seifen-Putzfimmel bei solchen Geschirren, der uns nach jeder sporadischen Benutzung alle Spuren von Patina (aka Schutzfilm) oder Fettresten beseitigen läßt.


    Eine Gußeiserne die man mit Fettentferner (Seife) außen wie innen von ihren Belägen befreit und danach nur hauchdünn einölt wird damit eigentlich stillgelegt und quasi nach jeder Benutzung für den Keller eingemottet. So tatsächlich erwünscht, bitte richtig! Mit einer dicken Schicht Leinöl das beim Verwachsen über die Wochen selbst oxydiert und dem damit eingeölten Metall für's Rosten den Sauerstoff entzieht.


    Für rostig Filigranes könnte Buscheni's Rezept aus Essigessenz und Kochsalz eine gangbare chemische Strategie sein. Wenn's mich nicht täuscht, ist das nämlich eine Pufferlösung, die tatsächlich den pH-Wert durch Ionenaustausch ins Alkalische verschiebt und damit den Rost in den "Rückwärtsgang" treibt. Werd' das mal mit einer meiner rostigen Petroleumlampen versuchen.


    Danke dafür! :dance

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

    Edited once, last by tarper ().

  • Kochsalz ist pH neutral. Und Pufferlösungen bilden sich nur aus schwachen Säuren und deren Salzen ^^


    Entweder du machst es wie Sel und schrubst es ab oder du legst die Pfanne in Cola ein. Die enthaltene Phosphorsäure beseitigt dir dann den Rost und schützt die gereinigte Stelle davor wieder zu rosten.
    Phosphorsäure ist Hauptbestandteil von all den "Rost-Wundermittelchen" aus den Baumärkten&co welche ich auf Grund von anderen Zusätzen aber nich grad für ne Pfannen nehmen würde, aber das hattes ja eh nich vor...


    Und für alle Chemophobiker unter euch:
    Phosphate (So heißen die Salze der Phosphorsäure) sind ein essentieller Betandteil allen lebends auf diesem Planeten also pupt euch nich ins Hemd :schlaubi

    Lirum, larum Löffelstiel wer das nicht kann, der kann nicht viel

  • tjo das mit der Cola hab ich auch gelesen im Netz, hab nur keine.
    Aber hat es denn schon mal jemand selber ausprobiert?


    Ja, ich löse damit regelmäßig angerostete Schrauben. Letztens z.B. als wir nen alten Schuppen auseinandernahmen und die Schruaben nicht rausbekamen.
    Imho funkionierts mit Pepsi sogar noch nen Tick besser.

  • Sicherlich hab ich das schon ausprobiert, das ist ja hier schließlich ein Forum für selbst erlebtes und eigene Erfahrungen. Bin dann dazu übergegangen mir im Labor ne ~5%ige Phosphorsäure anzusetzenund und das damit zu machen.
    Hat die entscheidenen Vorteile:
    1.:Es klebt nich so wiederlich
    2.:Man kann druch die klare Lösung hindurch schaun und den Vortschritt beobachten
    3.:Und ähm.. Weil ichs kann?! (Zählt dsa als 3. Punkt?? :D )
    3.: Es geht schneller

    Lirum, larum Löffelstiel wer das nicht kann, der kann nicht viel

  • Das mit der Cola ist echt interessant... wie hoch ist den da der Phosphoranteil ?
    Man hört ja auch immer wieder die Geschichte von sich auflösendem Fleisch in Cola,
    wobei das mal in einer Sendung, ka welche evt Wissen macht Aaah, widerlegt wurde.


    Wie Eingangs schon geschrieben ich hab meine Pfanne ja mit ganz normalem Haushaltsessig (10% Branntweinessig)
    und Salz als Scheuermittel sauber bekommen und an den Stellen wo der Rost war sogar bis auf das blanke Metall.
    Und das war jetzt auch nicht mal sooo die große Arbeit auch wenn es den Haushaltsschwamm innerhalb von wenigen Minuten zerlegt hat.
    Einzig in der Mitte und den oberen Rändern ist noch alte Patina.
    Pfanne neu eingebrannt und gleich den Rührei-test gemacht, gibt's nix zu meckern, nix angebacken, einfach ausgewischt und gut.


    Könnte es also so lassen oder aber wenn ich Lust und genug Langeweile habe die kommende Woche
    die Pfanne komplett, also auch von der alten Patina, reinigen und dann komplett neu einbrennen und eine neue gleichmäßige
    Patina entstehen lassen.
    Aber wie oben schon erwähnt... dieser "Fleck" Patina in der Mitte ist dermaßen Hartnäckig... das habe ich auch noch nie erlebt.
    Könnte ja mal mit Backofenspray rangehen... damit bekommt man ja sogar Felgen und Bremsscheiben sauber,
    aber bei ner Pfanne scheut mich das doch ein wenig.


    :-)

  • In der Ausbildung jab ich das mal so nebenbei aus spaß analysiert, wenn ich mich recht entsinne war das ihrgent was zwischen 1 - 1,5g/ Liter Cola. Also aus technischer sicht ein verschwindent geringer Anteil (0,10-0,15 Massen% / 0,05-0,08Volumen%)


    Bremsenreiniger und Backofenspray sind fast das gleich :D Nur im Backofenspray sind ein paar mer Tenside (das sind die dinger die den tollen Schaum machen) und jeh nach Hersteller auch noch etwas Natronlauge für den ganzharten Fettschmutz. Aber im großen und ganzen ist der Hauptbestandteil von beiden ein Gemisch aus aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen



    KEIN BACKOFENSPRAY FÜR DIE FELGEN ODER BREMSSCHEIBENBENUTZEN!!
    Natronlauge greift Metalle und ganzbesonders Aluminium an!

    Lirum, larum Löffelstiel wer das nicht kann, der kann nicht viel

  • Auch wenn ich mich jetzt als hygiene-sissi oute, nehm ich draussen gern etwas Zahnpasta zum lösen von leichten Rostansätzen, wahlweise tut es da aber auch etwas Kohle aus der Feuerstelle , etwas kleingekrümmelt und mit etwas Wasser zur ,,Schleifpaste'' umfunktioniert.

  • Also ich hab Flugrost (z.B. am Mopedauspuff) sehr gut mit Cola und Alufolie entfernen können. Alufolie zu einem Art Bausch knubbeln, ins Cola tauchen und reiben.


    Wie das bei festerem Rost wirkt weiß ich jedoch nicht.


    VG
    Roberto

  • Cola enthält unter anderem Phosphorsäure, die reduziert den Rost in Verbindung mit Aluminium. So ne Art Rostumwandler hat man dann.


    Aber wenn schon Chemie, dann richtig: Man löse 1 bis 2 Gramm Natriumdithionit in 1 Liter handwarmen Wasser, da rein den angerosteten (nicht verrosteten!) Stahl und das Teil wird blank. Das Pulver gibts im Mineralienfachhandel (oder Quellen bei mir anfragen).
    Hat mal jemand nen Rostfleck inner Keramik gehabt (Badewanne, Waschbecken, Fliesen...)? Dann die Lösung ansetzen, ein Tuch damit tränken und eine Stunde auf die Stelle legen, abspülen, fertig.


    LG Sel


    PS: Da ich Mineralien sammle, die natürlich reinigen muß um deren Schönheit zur Geltung zu bringen, habe ich einen wunderbaren Chemie-Zoo im Keller (und auch paar Tips parat).

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

    [/size]