No Bull***it Survivalkit

  • Um eine abgedroschene Phrase zu bemühen: Die Geschichte der SurvivalKits ist eine Geschichte voller Missverständnisse! Vor allem aber eine der Mythen, Legenden und Dogmen. Ein gutes Beispiel ist das Schreibzeug, dass jedem kommerziellen Kit beiliegt: Sind wir mal ehrlich, ein Set das uns alles, was wir für unser Testament benötigen, bietet - wirkt wenig lebensbejahend und motivierend, oder?



    Zuerst vielleicht etwas Grundlagenforschung: Was ist Survival denn? Viele verbinden mit dem Begriff den Flugzeugabsturz auf einer Pazifikinsel, auf der u.U. sogar noch Überlebende der kaiserlich-japanischen Armee tummeln, die nicht wissen dass der WK2 längst vorbei ist. Tatsache ist aber, das der Begriff einfach in ein Dogma ala “Rambo alleine im Wald” gepresst wurde. Der Hintergedanke des Szenewortes “Survival” ist, das meistern einer unvorhergesehenen, meist unangenehmen, Situation auf bestmögliche Weise. In den USA kommen die “Surviver” immer mehr von dem Begriff “Überleben” weg, hin zu “auf sich selbst gestellt sein” und “Vorausplanung” (“self reliance and prepping”), was es um Welten besser beschreibt! Wie definiert sich eine “Überlebensituation” denn nun? Das Schema ist sehr einfach:
    Man geht einer Tätigkeit nach >> Es geschieht etwas unerwartetes >> Man muss die Lage meistern, um wieder bei der alten Tätigkeit anknüpfen zu können.
    Beispiel:
    Reiturlaub im Schwarzwald >> Pferd scheut, man stürzt, verstaucht sich den Knöchel >> Man verbindet den Knöchel, kühlt die Schwellung, sucht die nächste Straße, lässt sich ins Krankenhaus fahren >> Wiederaufnahme des Urlaubes


    Wichtigste Basis für Planungen: Die “Dreierregel”, sie besagt, dass ein Mensch grob für 3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden ohne Schutz vor Kälte / Hitze, 3 Tage ohne Wasser und 3 Wochen Wochen ohne Nahrung auskommen kann. Die Rechnung geht von einem trainierten, gesunden Mensch aus, um Puffer zu haben schraube ich das für den folgenden Artikel etwas runter. Es ergeben sich drei Eskalationstufen, für die wir Ausrüstung planen werden:
    Unmittelbare (bis 2 Stunden)
    Kurzfristige (2 Stunden bis zu 3 Tage)
    Langfristige (3 Tage bis zu 2 Wochen und darüber hinaus)
    Grob gesagt kann man das in einem Satz wie folgt zusammenfassen: Wer es sicher aus einer Situation geschafft hat und für den Rest des Tages sicher ist, sollte abschätzen ob er binnen 2 Tagen aus der Situation raus kommt, oder sich nach Wasser umsehen und, so es sich abzeichnet, dass es ein längerer Aufenthalt wird, auch um Essen kümmern muss.


    Die Ausrüstung sollte mit Hinblick auf die zu erwartende Sitaution ausgewählt werden. Ein Buschmesser ist in der Sahara sinnlos, ein Leatherman am Amazonas ein lächerlicher Zahnstocher und ein feststehendes Messer über 12cm Klinge in der BRD nicht nur rechtlich problematisch, sondern auch unnötig! Das wichtigste Werkzeug ist die Taschenlampe, denn nichts ist peinlicher, als Petrus erklären zu müssen, dass man den Unfall im Schwarzwald zwar überlebt hat, aber dann im Dunkeln über die Klippen des Feldberges gestürzt ist! Danach kommt der Kompass, denn wir erinnern uns: Wir wollen raus aus der Natur! Und da ist der schnellste Weg (ohne im Kreis laufen) der beste! An dritter Stelle kommt dann das Messer. Und danach der Rest, der sich am Bedarf orientiert. Je nach (zu erwartender) Situation muss der Survivalkit gestrickt sein. Als Faustregel kann man sagen, dass je länger die Situation anhält, desto weniger Fertiglösungen werden benötigt und desto mehr Hilfsmittel für selbst erstellte Lösungen werden gebraucht.


    Beispiel: Unmittelbar reicht mir ein Regencape, kurzfristig schlafe ich unter einem Tarp aber langfristig brauche ich ein Beil für eine feste Unterkunft. Daraus folgt, mit jeder Eskalationsstufe bewegt sich der Fokus des Inhaltes weg von Ausrüstung hin zu Werkzeug. Ein Set muss immer folgende Punkte abdecken:
    Orientierung
    Werkzeug
    Schutz
    Wundversorgung
    Und dies lässt uns nun konkret zur Zusammenstellung unserer Kits kommen:


    Kit für unmittelbare Eskalation
    Unmittelbare Situationen sind zwar nur von kurzer Dauer, können aber trotzdem an die Substanz gehen und die schönste Tour fehlschlagen lassen. Typische Beispiele sind vergessene Ausrüstung, Wetterwechsel, Verletzungen und Defekte. Das hier ist die Basis, auf die alle Sets aufbauen. Die anderen Sets sind auf einander aufbauend, können aber auch individuell genutzt werden, dieser Kit sollte immer dabei sein. Was folgt ist, was jederzeit am Mann sein sollte:
    - Kleiner “da ist Norden” Kompass, LED Lampe mit Schlaufe (z.b. mit Karabiner an der Hose getragen.
    - Stabiles kleines Messer (Leatherman, SAK, etc)
    - Feuerstahl & Zunder (Wachsgetränkter Tampon)
    - Pfeife
    - Rettungsdecke
    - Wundversorgung: Kleiner Erste Hilfe Set, Schmerzmittel, Allergiepass, Zeckenzange/Pinzette, - Alkopads
    - Funktionsfähiges Mobiltelefon mit gutem, voll geladenen Akku, idealerweise mit GPS und Möglichkeit per eMail die Position zu versenden.


    Kit für kurzfristige Eskalation
    Diese Eskalationsstufe ist die häufigst Anzutreffende und zugleich die, die alle kommerziellen Survivalkits bedienen (wollen). Sie deckt die “Klassiker” der Worst-Case Szenarios ab: Verletzung, Orientierungslosigkeit, Unfall / Ausfall des KFZ. Hilfe / die Lösung ist meist greifbar, man muss aber Zeit überbrücken oder Probleme lösen, die der Lösung im Wege stehen. Oft ist man auf Hilfe von Außerhalb angewiesen. Die Basis ist hier:
    - Zwei Rettungsdecken, 2x3m Malerplane, 10m Nylonschnur
    - Stirnlampe, Ersatzbatterien, Kompass mit Peilfunktion
    - Feuerstahl, Wachszunder, Einwegfeuerzeug
    - Metallbecher (z.b. von Schweiz. Feldfasche), Plastiklöffel
    - Feststehendes Messer, Fallschirmschnur, Bindedraht, Heissklebestift, 8 Nägel 10cm, Sicherheitsnadeln, Schleifstein/Abziehstein
    - Fliegersichtzeichen (1x1m leuchtrot, PVC), Distress Marker (Leuchtsignal), evtl Notfackel
    - 8 Brühwürfel, 4 Beutel Reis, Kamilletee, Zucker (evtl Honigportionen von McD)
    - Desinfektionmittel, Verbandspäckchen BW, Dreiecktuch, Fenistil, entzündunghemmende Pastillen, Kamistad Gel, Schmerzmittel (vom Hausarzt beraten lassen), Immodium Akut, Coffein Tabletten (Wechselwirkung beachten), Ballistolöl
    - Wasserfilter (oder mindestens Mikropurtabletten oder Romintropfen), Faltbare Wasserflasche.


    Kit für langfristige Eskalation
    Ein solches Set ist selten benötigt, soll aber der Vollständigkeit halber behandelt werden. Es ist eher auf Regionen der Welt ausgerichtet, die weitläufiger und weniger dicht besiedelt sind (Amerika, Zentralasien, Afrika, etc) oder auf berechenbare Situationen (Flucht, Ausweichen, Katastrophen). Der Set sollte folgendes beinhalten und baut auf dem Set für kurzfristige Eskalation auf.
    - Schlafsack bis -10°C (Kunstfaser oder gute Daune), 2x dickesTarp 3x3m, Isomatte PU Schaum
    - Rucksack, 60L, mit Gestell (Alice Pack)
    - Nässeschutzkleidung, warme Jacke (Kunstfaser oder Schurwolle), Wollmütze, Erstzsocken, Thermohandschuhe
    - Axt und Säge, kleiner Hobel, Klappspaten (Lawinenschaufel ab Oktober), Arbeitshandschuhe
    - Kochgeschirr, Löffel, Pfanne, Wasserflaschen
    - Reis, Nudeln, Milchpulver, gekörnte Brühe, Trockenfleisch, Dosenbrot, Marmelade, Käse, BP5, Panzerkekse
    - 50m Nylonschnur, 15m Seil (500kg), Nägel, Draht, 20m Isolierband
    - Verbandsmaterial, Gipsbinden, Stützverband, Breitenspektrums Antibiotika (man bedenke die Zielanwendung!), Medikamente aus dem Vorgängerset in ausreichender Menge. Vitamintabletten (Vitamin C, Magnesium)
    - Dynamolampe, Solarpanel, Kerzen, Akkus mit Solarladegerät, Cyalume Leuchtstäbe
    - Wasserfilter mit Ersatzelementen
    - Kompass, Karte des Gebietes (GPS mit Batterien)


    Die Benennung der Einzelkomponenten habe ich bewusst unterlassen, da ich auch eine Diskussion anstossen möchte über die Beschaffung der Teile.


    Generell gilt: Wer sich auf eine Tour gewissenhaft vorbereitet, seine Route hinterlässt, andere über sein Vorhaben unterrichtet, seinen Verstand gebraucht und nicht Cowboy spielt, wird die gröbsten gefahren schon mal umschifft haben. Wem das zu "Weicheimässig" ist, dem wird auch ein RayMears für die Hosentasche nicht helfen können!

  • Generell gilt: Wer sich auf eine Tour gewissenhaft vorbereitet, seine Route hinterlässt, andere über sein Vorhaben unterrichtet, seinen Verstand gebraucht und nicht Cowboy spielt, wird die gröbsten gefahren schon mal umschifft haben. Wem das zu "Weicheimässig" ist, dem wird auch ein RayMears für die Hosentasche nicht helfen können!


    Wahrlich weise Worte!!


    Wer sich daran hält ist auf der sicheren Seite!
    Was ich aber noch einfliessen lassen möchte – den wichtigsten Teil des SK´s hat unser Grimmbold weggelassen, es nur auf´s Material bezogen – den Teil den man im Kopf hat!!
    Kenntnisse,Fertigkeiten und Praxis sind das wichtigste überhaupt!

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

    Edited once, last by Ilves: Antwort und Zitat der Lesbarkeit wegen voneinander getrennt. ().

  • Naja, es sind ohne große Vorstellungskraft Survivalsituationen denkbar, in denen einem auch die umfangreichsten Kenntnisse und Fähigkeiten gar nichts nützen. Denke zum Beispiel an Verletzungen etc. Kannst du einen Arm nicht mehr benutzen, nützen dir sämtliche Feuerbohr-Fahigkeiten gar nichts mehr. Da wäre dann ein einfaches Feuerzeug Gold wert. Solche Beispiele lassen sich auch für andere Ausrüstungsgegenstände finden. Solange man körperlich unversehrt ist, mag man auch mit Kenntnissen & Fähigkeiten viel erreichen aber gerade eine Survivalsituation ist dadurch gekennzeichnet, dass Dinge (incl. Verletzungen) unverhofft eintreten.


    Ausrüstung, soweit man sie benutzen kann, ist in der Lage, Fähigkeiten zu Kompensieren. Umgedreht trifft das nur eingeschränkt zu.

  • Das denke ich auch, dass die wahrscheinlichste Survival Situation die ist, dass man sich verletzt hat oder verlaufen. Bei verletzt hilft nur gescheites Verbandszeug und Utensilien die es einem ermöglichen auch mit nur einer Hand "heil" aus der misslichen Lage zu kommen.


    Als Beispiel.
    Ein Feuerstahl ist sicher gut aber es gehört auch mindestens ein Gasfeuerzeug dazu. Ein Mini Big Feuerzeug wiegt 10g und es kann mit einer Hand bedient werden (wenn es denn sinnvoll verstaut wird ist es auch nicht leer). Zusammen mit einem guten Zunder, z. B. Wattebausch mit Wachs, der brennt ca 5 min. bin ich in der Lage auch mit einer Hand Feuer zu machen.


    Man Bedenke eine Survival Situation ist keine Übung, dass ist das wofür man geübt hat.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Der grösste Denkfehler imho ist, dass viele denken, Survival müsse mit den einfachsten, minimalen Mitteln erfolgen. Wenn ich die Möglichkeit habe, eine Kettensäge zu nutzen, nutze ich auch diese. Wenn ich ein Zelt habe, schlafe ich darin. Ich denke darin sind auch die TV Formate schuld:
    - Bear Grylls: Ohne Ausrüstung i künstlich konstruiert, sensationelle Situationen geworfen
    - Les Stroud: Wildnissexperiment mit minimalsten Mitteln
    - Dual Survival: Realistisches Szenario, mit der Premisse von schlechter Vorbereitung


    Und dazu kommt eben auch noch die Industrie, die die Cash-Kuh melken möchte.

  • Langsam wird es etwas schwer mit dem thread hier.
    Grimmbold wollte seine Versionen und Vorstellungen diverser Survival - Kits vorstellen – bitte bleibt auch bei dem Thema.

  • Langsam wird es etwas schwer mit dem thread hier.
    Grimmbold wollte seine Versionen und Vorstellungen diverser Survival - Kits vorstellen – bitte bleibt auch bei dem Thema.


    Ähm, nein?
    Ich zitiere: "Die Benennung der Einzelkomponenten habe ich bewusst unterlassen, da ich auch eine Diskussion anstossen möchte über die Beschaffung der Teile."
    Ob da nun die Beschaffung an sich, oder optionale Komponenten oder ersatzweise Komponenten diskutiert werden ist mir ralle, solange es nicht auf "Alle doof ausser mich" eskaliert! Und zum Hauptthema "No Bullshit" gehört auch das realistische Szenario, denn sonst sind wie wieder bei Angelzeug, Jagdschleuder und Haiabwehrmittel im Schwarzwald. Das greift ineinander, das wieder zu Clustern wäre Unfug...


    Davon lösgelöst, wäre ich erfreut, wenn die Bewertung was ich mit Themen bezwecke mir überlassen wird, sobald ich einen offiziellen Sprecher Grimmboldiens ernenne, lasse ich es das Volk wissen, bis dahin spreche ich aber für mich selber. Schankedön! *räusper*

  • Mmhh.. ich spiel ungern den Buhmann:


    Sorry Leute, nun wird alles wieder sehr theoretisch. Wir wollen praxisbezogene Themen, hat schonmal jemand VERSUCHT mit einem Survivalkit ein paar Tage zu überleben? Das Thema "Was ist Bushcraft, was Survival" wurde andernorten schon zum Erbrechen diskutiert. Hier gehts auch schon nicht mehr um ein Survivalkit sondern um die Deutungshoheit einzelner. Daher verschieb ich das Ding ans Laberfeuer. Ich bitte Euch um Folgendes: Wer nur mit minimalen Mitteln in der Natur zurechtkommen möchte, der kann das tun, aber darum gehts in diesem Thread anscheinend nicht. Wer vollbepackt mit einem Maximum an Ausrüstung nach draußen geht, der darf hier gerne weiter posten. Solange hier kein eindeutiger Praxisbezug im Sinne eigener Erfahrungen erkennbar ist, bleibts am Laberfeuer. Wenn jemand belegen kann dass er mit einem wie auch immer gearteten Survivalkit draußen zurande kommt dann schmeiß ich die Laberbeiträge raus und schieb den Thread zurück. Denkt daran dass BCP "praxisorientiert" ist und wir hier keine bloßen Aufzählungen von Ausrüstungsteilen und hypothetischen Szenarien in den "Fachbereichen" haben möchten.


    Natürlich erleichtert ein Maximum an Ausrüstung das Überleben. Aber dass wurde in anderen Foren schon mehrfach durchgekaut. Wir wollen hier über Methoden und Techniken reden, die einem das Überleben mit einem MINIMUM an Ausrüstung ermöglichen :)


    Danke für Euer Verständnis

  • Ich finde es schade, dass eine theoretische Diskussion als "Laberthema" abgestempelt wird. Das vorherige Planen jeglicher Aktivitäten, sei es eine Wanderung, die Vorbereitung einer Tour oder Sonstiges, wird immer eine theoretische Betrachtung sein. Haben Planung und Organisation dadurch zwangsläufig "Laberwert"? Eine theoretische Betrachtungsweise über die Bedeutung von Fähigkeiten vs. Ausrüstung in eventuell eintretenden Situationen wird sich aus die Auswahl bestimmter Ausrüstungsgegenstände auswirken und hat damit unmittelbaren Praxisbezug.


    Natürlich erleichtert ein Maximum an Ausrüstung das Überleben. Aber dass wurde in anderen Foren schon mehrfach durchgekaut. Wir wollen hier über Methoden und Techniken reden, die einem das Überleben mit einem MINIMUM an Ausrüstung ermöglichen


    Das könnte aber doch aber Überlegungen erfordern, um festzustellen, was dieses MINIMUM überhaupt ist und welches MINIMUM in bestimmten Situationen notwendig ist.

  • Jaaaa, eben die Diskussion um das Minimum ist ja das Müßige. Dem einen reicht ein Schweizer Taschenmesser, der nächste braucht ein Survivalkit und wieder andere gehen nicht ohne "BOB" oder kompletter Trekkingausrüstung vor die Tür. Und die Diskussion selber darf ja hier auch geführt werden. Nur eben nicht im "Praxisbereich" :) Es verbietet doch niemand die Diskussion. Dass Ihr das unter der Prämisse "Laberfeuer" negativ seht, dazu kann ich nichts :confused


    dazu nochmal mein Satz aus dem anderen Thread

    Quote from "WildHog"

    @crawl: sieh das Wort "Labern" doch nicht so negativ :) Aber ganz ehrlich: Schau Dir die ganzen Survival-Kit-Themen in den einschlägigen Foren an. Jeder hält seins für das Beste und unterm Strich hats kaum einer je ausprobiert. Das meinte ich mit "theoretisch". Wenn Du einen Beitrag hast, in dem Du mit einem x-beliebigen Survivalkit mal Selbsterfahrungen machst, dann ist das doch super und nicht "theoretisch". Wir haben bei Erstellung dieses Portals einen gewissen Maßstab gesetzt. Das mag für einige befremdlich sein. Aber wir weichen davon auch nicht ab :)



    Trotzdem gehts hier nicht darum in welchen Forum der Beitrag steht. ;)

  • Genau darum gehts ja. Eine rein theoretische Diskussion. Passt also perfekt ans Laberfeuer.


    Bin übrigens selbst sicher ein größerer Theoretiker als Praktiker :schäm , finde die Debatte um Survivalkits aber etwas eigenartig. Bei all meinen bisherigen Aktionen von der Halbtagsgassirunde mit Hund bis zu mehrtägigen Skitouren in den Alpen hab ich mich immer vorher gefragt was ich brauche. Einschließlich der Möglichkeit, dass etwas schief läuft. Vom Pflaster bis zum Lawinenpieps... All diese Dinge gehören meiner Meinung nach zur angemessenen Ausrüstung. Halt je nach Bedarf :confused
    Jedoch der Nutzen eines zusätzlichen Kits hat sich mir bis heute nicht erschlossen.


    ps.: nicht gleich beleidigt sein, nur weil der Beitrag in nen anderen Breich verschoben worden ist. Gerüchteweise solls schlimmeres geben. :fail

  • Quote

    Das vorherige Planen jeglicher Aktivitäten, sei es eine Wanderung, die Vorbereitung einer Tour oder Sonstiges, wird immer eine theoretische Betrachtung sein. Eine theoretische Betrachtungsweise über die Bedeutung von Fähigkeiten vs. Ausrüstung in eventuell eintretenden Situationen wird sich aus die Auswahl bestimmter Ausrüstungsgegenstände auswirken und hat damit unmittelbaren Praxisbezug.


    Das steht außer Frage und soll auch gerne besprochen werden.
    Jedoch gibt es in eben jener theoretischen Betrachtungsweise derart viele Einzelthemen daß es absolut sinnvoll ist, diese auch einzeln in den dazu passenden Unterforen zu behandeln. Ein Beitrag aber der so allgemein aufgebaut ist, daß er ob seiner Fülle oder auch ob seiner mangelnden Tiefe einfach entgleiten muß, gehört dann entweder auseinander geflochten und entwirrt oder eben ins „Laberfeuer“.
    In den Foren sollen also nach Möglichkeit in sich abgeschlossene Themen behandelt werden, die auch später noch (zum Beispiel von neuen Mitgliedern) flüssig und schlüssig gelesen werden können.


    Darum geht's.


    Ilves

  • ... mich immer vorher gefragt was ich brauche. Einschließlich der Möglichkeit, dass etwas schief läuft. Vom Pflaster bis zum Lawinenpieps... All diese Dinge gehören meiner Meinung nach zur angemessenen Ausrüstung. Halt je nach Bedarf :confused
    Jedoch der Nutzen eines zusätzlichen Kits hat sich mir bis heute nicht erschlossen...


    Das beste/wichtigste "Survival-Kit" ist zwischen den Ohren... :schlaubi ... ;)

  • >>Jedoch der Nutzen eines zusätzlichen Kits hat sich mir bis heute nicht erschlossen...
    Muss es nicht. Es muss auch kein getrennter Kit sein. Habe ich lange Zeit gemacht, komme ich jetzt auch davon ab, aktuell ist es eine Mischung aus gutr Ausrüstung und Murphys-Law Backup

  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es also gar nicht ums klassische Survivalkit am Gürtel oder so....
    Sondern um ne Auflistung und Diskussion "angemessener" Grundausrüstung abhängig von Region, Jahreszeit und Dauer?
    Das Ganze dann in Relation zum nötigen Wissen im Kopf, nach dem Motto: wenn ich das und das weiß, könnte ich ja dies und das weglassen; aber wenn mir zB das passiert brächte ich wenigsten das weil mir jetzt mein Wissen relativ wenig bringt.(das schöne Beispiel war hier glaub ich Feuerbohren->Armbruch->Blöd!)


    Klingt eigentlich nach ner interessanten Debatte..
    Vielleicht sollten wir mal loslegen und dann kann man immer noch die Ergebnisse in die jeweiligen Fachbereiche verschieben. Ich glaube nämlich, dass dieses Thema zum ausufern neigt;-)

  • Klingt eigentlich nach ner interessanten Debatte..
    Vielleicht sollten wir mal loslegen und dann kann man immer noch die Ergebnisse in die jeweiligen Fachbereiche verschieben. Ich glaube nämlich, dass dieses Thema zum ausufern neigt;-)

    Wie ich oben schrieb: das Grundthema „welche Ausrüstungsgegenstände passen wann / wo“ ist auf jeden Fall interessant und ---> so denn auch praktische Erfahrungen dahinter stehen definitiv richtig hier.
    Aber bitte: macht euch doch vorher Gedanken und schreibt dazu einen schönen Beitrag statt einfach drauf los zu tippen und das mod-team kann anschließend alles wieder auseinander fummeln :eek

    Macht euch vor allem auch bitte Gedanken um den Inhalt des jeweiligen Einzelthemas denn wie weiter oben auch steht, wir müssen nicht zum 655432 mal das durchkauen was schon in anderen Foren steht.


    Ilves

  • Aber bitte: macht euch doch vorher Gedanken und schreibt dazu einen schönen Beitrag statt einfach drauf los zu tippen und das mod-team kann anschließend alles wieder auseinander fummeln :eek

    OkOk...
    wollte nur verhindern dass euch Laaangweilig wird :unschuld
    Na gut, ab jetzt denk ich erst mal nach. :confused :schäm

  • Go, das kann man nicht pauschalisieren. Survival ist gesund heimkommen. Ob du heim kommst wegen eines guten Kits, weil Du ein 2000USD Satelitentelefon mit GPS hast oder einfach nur Glück, ist egal. Ein Freund wurde von seinem Chef gebeten Minusstunden zu nehmen und sich auszukurieren, weil er krank war. Das war am 11.09.2001 um 0700 morgens. Er ging heim, legte sich übel gelaunt ins Bett, und als er um 1400 aufwachte war sein Chef, seine Kollegen und tausende andere tot.
    Auch das ist Survival. Aber eben nicht kalkulierbar.


    Ich hab, basierend auf meinen Turen in den Alpen, Frankreich und Slovenien einfach eine Liste gemacht: Was ging schief? Und dann daraus jeweils die Top 5 gepickt, und dafür "Gegenmassnahmen entwickelt".
    In der Summe sind die 3 grossen Probleme Hitze/Kälte, Dehydration, Verletzungen. WIE du dem begegnest ist immer deine Sache. Das sag ich den Leuten immer wieder auf den Kursen. Ein Tip, den ich gern gebe: Nehmt meine Liste, zieht ab was ihr davon eh habt, was übrig bleibt, ist euer Survivalkit!