MYOG Messerthread

  • Schön, dass hier auch noch mal ein Anderer was hochläd. Ich hatte schon die Befürchtung der thread verkommt zu meinen Privatblog ;).


    Interessant zu sehen wie manche Klingenformen im laufe der Zeit immer wieder kommen. Wenn man die Spitze von deinem Sax nur minimal hochziehen würde hätte man ein lupenreines Bowiemesser.


    Hat der Erl schon in die Aushöhlung des Knochens gepasst oder hast du den Hohlraum noch verfüllt? Das Loch sieht irgendwie relativ groß aus. ?(

  • Ja der Knochen passte Innen. zuerst gab ich etwas 2Komp._kleber rein , anschliessend 2 Stücke Holz die die Angel an sich schon gut im Knochen verkeilten. Wollte nur auf Nummer sicher gehn, dass die Klinge auch gerade steht im Knochen. Anschliessend hab ich den restlichen Hohlraum mit dem Epoxy aufgefüllt. Die beiden Holzstücke hatte ich davor schon getestet. ich wollte ja dass Alles Praktisch aus einem Guss ist. Ich liess oben nur etwa 2cm Platz weil ich da ein Stück Rundholz einschob zum verschliessen. Ich hab nun die Wahl ob ich das so lasse , weil das Holz im Ende nicht schlecht aussieht. Oder ob ich da doch noch ne Art Knauf oder Platte dran mach.

    Ich hab das Ganze schon bei anderen Klingen/Messer/Schwertern so gemacht. Die einzige Möglich das ganze zu trennen ist wirklich nur per Winkelschleifer oder brutaler Kraft per Meisel.

    Mit der Bowie-Form liegst du nicht mal soooo falsch , nach Ansicht einiger Experten. Die sind der meinung das Bowie, gena wie die zeitlich zwischen Sax und Bowie sitzende Bauern- oder Hauswehr, entwickelten sich aus dem Sax. Beim "echten" Bowie , dass Jim bowie besass und bei Alamo dabei hatte ist man sich ja auch noch uneinig wie es nun wirklich ausgesehn hat.

    Meine Saxklinge ist auch nur eine von 4 Grundformen was Saxe angeht. Bei meiner handelt es sich um eine angelsächsische Form die hautsächlich in England beliebt war. Aus England stammten ja auch die meisten "Bowies" aus späterer Zeit.

    - angelsächsischer Sax meisst aus England (nennt man auch Brocken Back wegen dem Knick im Klingenrücken)

    - germanischer Sax eher aus dem süddeutschen Raum (mittelspitze Klinge, nennt man heute auch dolchförmig)

    - allemanische Saxe aus dem Gebiet der Allemanen, Franken und Süddeutschland ( Spitze fällt ähnlich zu Scheide ab wie der angelsächsische, aber nicht ganz so weit, kommt der Bowieform noch näher)

    - Sax mit Spitze die hochgeht zum Klingenrücken, hauptsächlich bekannt von der insel Gotland und aus Birka, längere Klingen bis fast Schertlänge von dem Typ nennt man auch Birka- oder Gotlandmesser weil sie ne lange Klinge hatten aber ohne Griff wie ein Schwert, laut Fundlage die beliebteste Form bei den Wikingern)

    Es gibt lange saxförmige Klingen auch mit Griffen wie bei Schwertern oder schwertähnlichen Griffen die oft als Schwertsaxe bezeichnet werden. Aber richtiger wäre bei denen dann die Bezeichung "einschneidiges Schwert" oder Langsax mit schwertähnlichem Griff.


    Von Länge und Breite der Klingen fang ich lieber erst nicht an, da teilt sich das Ganze in viele weitere Unterarten auf und interessiert meist wirklich nur Forscher und Historiker.


    Und ein kleines Update zur zukünftigen Scheide.

    Ich hab nun entschieden es wird eine mit Holzkern, bzw ne Holzscheide mit Lederhülle.

    Auch interssant finde ich, heutzutage sind doch die Quer am Gürtel zu tragenden Bushcraftscheiden für Messer beliebt. Das entspricht auch wieder der historischen Trageweisse von Saxen. Mir selber wäre kein Fund bekannt der darauf hinweisst dass die Saxe wie Bowiemesser senkrecht am Gürtel hingen.

    unnd ich geb Skuzzlebud recht, urgenwie kommen - zumindest ausrüstungstechnisch- alte Zeiten wieder.


    Und wenn es wer noch nicht gemerkt hat : Jaaaa, ich bin Sax-Fan. Ich hab auch nur wenige davon selber *hust*10 Stück*hust*


    Outdoor kennt die Klinge von dem Sax hier und die andere Saxklinge die noch auf ihren Griff wartet nen Tick länger als Ihr. ich fürchte ich hab Ihm da nen Floh ins ohr gepflanst:unschuld:schäm


    Entschuldig wenn das jetzt viel Text ist der Wenige interessieren dürfte, bei dem Thema passiert mir das öfter.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Als unbedarfter Leser in Sachen Sax nehme ich solche Fakten gerne mit ! Als Bowie Fan und Geschichtsinteressierter Mitleser würde ich zu dem Thema zeitgenössische Bowies aus der Zeit des Alamo, mich nach den Messerformen der Mexikanischen Bowies aus der Zeit richten. Die Klinge war dort noch sehr stark nach einem großen Fleischermesser gerichtet und hatte noch nicht überall, den Bowie typischen Schwung am Klingenrücken.

  • Ich hab mir gerade mal die mexikanischen Bowies angesehn, die ähnel mir noch mehr dem angelsächsischem Sax als die üblichen Bowies,

    Das dumme ist , dass in Zeitungsberichten aus Bowies Zeit nur geschrieben wird er hatte ein "grosses Messer".

    Laut jim Bowies Bruder Rezin war die Klinge ganz anders. Die hatte die Spitze hoch gezogen zum Klingenrücken. Heute nennt man die darum auch "Rezin Bowie" und sahen von der From her auch wieder mehr wie Schlachtermesser aus. Aber wenn man die vielen heutigen Bowieklingen nimmt und mit den 4 Haupttypen der Saxe vergleicht findet man ziemlich viele übereinstimmungen.


    Update2: zur Saxscheide


    Hab heute damit angefangen. Bilder und Bericht folgen natürlich. Ich füg dann auch noch ein anderes bild eines von mir gemachten Messers mit Knochenklinge ein (Götter sieht das aus :zensiert )

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Tach, ich mal wieder......

    und hier ist es das Update Nr. 3


    Ich bin Heute mit den Holzarbeiten fertig geworden.

    Der Holzkorpus besteht aus Fichtenholz-Latten aus dem Baumarkt in der Grösse 70mm x 10mm x 1000mm.

    Wie man den Korpus baut, dazu gibts ja gute Videos auf YT. Ich denk mir das Beschreiben von aufzeichnen, sägen, schleifen, -hohlräume ausarbeiten usw sparen und geh auf paar Details eindie man(n oder Frau) beachten sollte.

    Zuerst wäre da mal die Gesammtdicke der Holzkörpers. Wenn man Leder drüber ziehen will sollte man schauen wie dick der Griff ist. Bei einer Saxscheide ist in den meisten Fällen minimum die Hälfte des Griffes in der Scheide. Macht man den Körper nun zu flach kann es dazu führen, dass das leder zuweit absteht oder zu eng ist am Griff. Ausserdem, je nach Holz kann es passieren dass der Körper bricht wenn man drauf fällt wenn das Ganze zu dünn ist. Bei mir ist ja noch ein Handschutz am Sax also muss ich da erst recht acht geben. Sonnst is das Leder vermurkst und ich muss den Teil neu machen.

    Wer sich so ne Scheide bauen möchte sollte sich selbst einen Gefallen tun. Arbeitet am Scheidenmund auf beiden Seiten ein Rampe ein. Der wirkt wie eine Art Trichter für eure Klinge. Es passiertb euch sonst öfters dass ihr beim einführen der Klinge ins Leder stecht und dann wäre die ganze Mühe ja für die Katz (miau).

    Es gab/gibt Holzscheiden nicht nur mit Lederüberzug , sondern auch mit Stoffüberzug (neinnnn, nicht den Stoff den manche legal in Holland rauchen).

    Ausserdem kann man (muss man aber nicht) ins Innere der Holzscheide auch Leder, Fell, Filz oder dickeren Stoff kleben. Wie gesagt kann man, ich hab es gelassen. Der Grund ist, dass durch das eingeklebte Material die Klinge geschützt werden soll vor zb Rost. Dazu fettete / ölte man die Klinge ein und schob sie paarmal Hin und Her. Genau darum mach ich das bei nem Sax der Grösse nicht, ich mag kein Waffen- oder sonstiges Öl von der Klinge im Essen. Es reicht auch wenn man damit Ab und Zu Speck oder Ähnliches schnippelt um sie vor Rost zu schützen (aber als Bushcrafter ist euch das ja bekannt).

    ich werd wohl Morgen mit dem Lederteil anfangen

    Achja, werd sich nen Sax bauen möchte sollte bitte dran denken, dass bei der richtigen Trageweisse die Schneide dabei nach oben zeigt. Macht man es andersrum schneidet die Klinge immer in die Naht oder ins Holz. Und ja man könnte nen sogenannten Keder einbauen bei der Naht, aber trotzdem Schneidet die Klinge in die Scheide.

    Wie auch den Sax bau ich die Scheide komplett ohne Elektrowerkzeug. Mir ging es dabei zu sehn wie ich es hinbekomme nur mit Werkzeug das es damals gab oder zumindest ihre moderneren Ausführungen. Darum zB auch der Knochengriff, weil nix Loch bohren und ausfeilenund 2. gefällt er mir extrem zu der Klinge.


    Wertes Puplikum, werte Damen und Herren, Ladys und Gentleman hier nun die Bilder (stellt euch nen BeruhigungsSchnapps bereit es wird furchterbar...)


    Ps: Der Sax passt soweit gut rein ohne viel zu klappern oder rum zu wackeln.

  • Und weiter geht die Fahrt .......


    Heute Vormittag (zählt 4.00 Uhr schon als Vormittag?) packte mich der Rappel und es juckte mich in den Fingern.

    Also zuerst mal in die Küche und Kaffee gemacht, dazu sanfte ruhige Metal-Musik (ja sanfte, waren Pagan-Viking-Metal. Im Verhältnis


    zu dem was ich sonnst höre beim Basteln richtig entspannt) und dann zusammen gesucht was ich brauchen könnte. Unter anderem 2 Sorten Leder

    (fragt mich nicht welche, bin kein Lederfachmann), die beiden Nähsets aus meinem Rucksack, 2 Metallringe, ein Rollmesser, usw usw usw...... .

    Los gings mit ner Schablone, Die Teile für die Scheide ausgeschnitten, gelocht und ................. gemerkt dass man sich verzeichnet und falsch ausgeschnitten hat.

    Nach noch ner Tasse Kaffe um wieder runter zu kommen alles von Neuem. Den Holzkern aus Leder gelegt, angezeichnet wohin die Löcher müssen, und dieses Mal geschaut ob alles richtig ist (Freude...Freude...Freude, es war alles richtig).Die Lederhülle an sich besteht aus einem Stück Leder mit einer dreieckigen Aussparung in der Mitte von der dann beide Kanten zusammen genäht werden.

    Dann noch 2 Ringe mittels Lederstreifen an der Scheide fest gemacht und zum Abschluss der Holzkern in die Lederhülle gedrückt und geschoben und gepresst.

    Dann nimmt man den Sax, schiebt ihn in die Scheide und dann kommt der Moment wo man merkt, dass man bis hier her vergessen hat von der Aktion Bilder zu machen (seuftzelllll).


    Na gut, müssen eben die von der Fertigem reichen. Mit dazu pack ich euch 2 Bilder eines anderen Messers mit Knochengriff von mir. Entstanden etwas ums jahr 2000. Der Griff besteht aus dem Rippenknochens eines Ochsen der mir beim grillen mit Freunden in die Hände gefallen war, also der Knochen nicht der ganze Ochse.

    Die Klinge hab ich erst mit nem Winkelschleifer aus einer Stosssrange von nem FIAT: Dukato rausgetrennt.Dann in Form geschliffen und geschärft. In den Knochen einen Schlitz gesägt, Klinge rein, dazu etwas 2- Komp- Kleberin den Schlitz und etwas dünnes schmales.Lederband drum rum.

    Euch fällt auf die Schnelle sicher der Essspiess auf, der liegt da nur zum Grössenvergleich. Was euch noch auf fällt ist bestimmt die etwas "unsaubere" Kannte und wieviel Material die Scheide an der stelle noch hat. Das ist so,weil da noch was hinkommmt, . Vie später mal.

    Original Scheiden hatte dort Metallbeschläge. Ich pack euch dazu nen Link von nem Messer rein. Ich habe das Messer selber, aber bis ich nun die Kamera hohle um Bildder davon zu machen... . Durch die Beschläge verschwinden die unsaubern Kanten später.


    Also ab nun mit euch und lesen.


    Ups, fast den Link vergessen. Hier is er.

    https://vehi-mercatus.de/Wikin…beschlagener-Lederscheide

  • Moin Odin!


    Ohne deine Arbeit in irgendeiner Form geringschätzen zu wollen, behaupte ich mal, dass du das Holzinlet für die Scheide einfacher und schöner hättest haben können.

    Du hast Fichtenholz verwendet, welches wie du sicher selber bemerkt hast, ein zwar weiches aber sehr langfaseriges Holz ist und somit beim schnitzen stark zu Ausrissen neigt. Ich habe sowas bei kleineren Messern auch schon mit Fichte gemacht aber bei so großen Sachen hätte ich auch etwas bedenken wegen der Stabilität.

    Da die Form deiner Klinge relativ winkelig ist hätte ich da einfach schmale Leisten, welche in der Dicke deiner Klinge entsprechen, ausgesägt und um die Klinge herum, auf eine der Latten aufgeleimt und danach das Gegenstück auf der anderen Seite draufgeleimt. Etwa so als ob du eine Kiste bauen würdest. Alles was dann aussen übersteht kann man einfach absägen und beischleifen. Ich hoffe das war nun verständlich sowas lässt sich rein in Schriftform schlecht rüberbringen...

    So spart man sich die ganze fummelige Aushöhlerei und hat auf ganzer länge eine perfekt gleichmäßige Aussparung.

    Des weiteren hätte ich da ganz pragmatisch Birkenmultiplexplatten verwendet. Mittelalter und traditionelles Handwerk schön und gut, aber sehen tut man davon hinterher so wie so nichts mehr, und die Steigerung an Stabilität gegenüber normalem Holz insbesondere Fichte ist exorbitant.


    Was mich auch etwas verwirrt ist die trageweise mit der Schneide nach oben.:skeptisch Hat man sowas wirklich so gemacht??

    Ich habe das mal mit einem meiner Messer probiert nach zu empfinden und fand das ziehen der Klinge auf diese Art einfach maximal bescheiden.

    Bis du eine Holzscheide nur durch das ziehen und einschieben eines Messer so weit durchgearbeitet hast sollte ja wohl einige Zeit vergehen.

    Ich bin da kein großer Fachmann, aber gerade bei einer Beiwaffe welche man nutzen möchte wenn die Bedingungen für ein Schwert zu beengt sind wäre es mir persönlich sehr wichtig diese möglichst schnell und ohne Umstände ziehen zu können. Da wäre mir doch die neue Scheide alle paar Jahre ziemlich nachrangig.

  • Zu erst mal, ich nehm dir in keinster weisse was krumm. würde ich keine Kretik und kein Meinungsaustausch wollen, wäre ich als mensch in jeder Art Forum falsch. Also immer her mit Anmerkungen, Kritiken, Fragen oder Hinweissen.:)


    Die von dir beschriebene Bauweisse ist mir gut bekannt. Ich habe auf dem Weg 3 Schwertscheiden gebaut (die 4. steht wohl Heuer auch noch an).

    Ich hätte vorher anmerken sollen, dass es mir bei dem Bau darum ging die Scheide mit Möglichkeiten zu fertigen wie sie Damals zur verfügung standen, also ohne Maschinen usw. Das schliesst dann aber auch den Gebrauch "moderner" Materialien aus. Du hast ganz recht , dass es auf die von dir beschriebene Art wesendlich stabiler und einfacher gewesen wäre, das steht ganz ausser Frage.

    Was nun die Trageweisse angeht, Ja die war tatsächlich so. Es sind genügen Reste von Saxen und der Metalbeschläge der Scheiden vorhanden um eindeutig zu sagen , dass minderstens 90% der Saxe so getragen wurden. Das Ziehen mag dir umständlich erscheinen, für mich ist sie nach Jahren des Tragens und Benutzen von Saxen ganz normal. Die Frage ist eher wo man den Sax trägt. Also wo am Gürtel. Trägt man ihn hinten am Rücken geht es zB sehr einfach. Auch an der linken Hüfte geht es sehr gut, so trugen ja auch zB die Samurai ihre Säbel (der Begriff Schwert ist für japanische Klingen eigendlich falsch. Es handelt sich dabei um 2-händige Säbel). Und auch mit dem "Griff" wie die Samurai ihre Waffen zogen , zieht man auch den Sax. Führt man den Sax dagegen vor dem Bauch oder als Rechtshänder an der Rechten Hüfte tut man sich schwer. Gerade im Kampf mit einem Schwert oder einer Axt ( je nach Wohlstand des Kämpfenden) im Zusammenspiel mit einem Schild ist es einfacher einen Sax aus einer Scheide zu ziehn die man am Rücken am Gürtel trägt. Darum trugen die Römer ihre Gladi an der rechten Hüfte um beim ziehn des Kurzschwertes nicht die Deckung durch ihren Schild öffnen zu müssen. Sie hätten sonst nicht nur Ihre Deckung geschwächt sondern mit dem Schild auch ihren Nebenmann in der Formation behindert. Also immer schön den Schild vor dich halten und die Klinge so tragen dass nix im weg ist. Saxe in der Grösse von meinem wurden "auch" als Waffe benutzt. In der Grösse war es meistens mehr in Gebrauch als Allzweck-Klinge oder kurze Machete.

    Zu den Scheiden der Saxe muss man sagen, dass diese oft reich verziert waren mit Silberbeschlägen oder Welchen auch vergoldeter Bronze. Vermutlich hatten die dann auch farbige Verzierungen und geprägt Muster und stellten für ihren Besitzer schon einen gewissen Wert da. Man muss bedenken dass zu der Zeit ausser der Kleidung die Jemand trug ein Messer/Sax oft sein einziger Besitz war. Es war auch nicht üblich dass es in der Küche oder dem Haushalt mehrere Messer gab die Jeder benutzen konnte. "Geld" war damals bei den unteren Schichten Mangelware, von Lohn den ein Bauer oder Handwerker einem Knecht zahlen würde ganz zu schweigen. Also stellt niicht nur die Klinge einen gewissen Wert da sondern auch die Scheide und die wollte man schonen so gut es ging.

    Für den Bushcraft-Einsatz werde ich mir noch eine 2. Scheide fertigen, zB erweitert durch eine Sicherung um zu verhindern dass der Sax raus rutschen kann. Für den Einsatz im andern Hobby reicht die hier, aber für Bushcraft ist sie doch etwas klobig. Die wird dann entweder aus festem Leder oder mit einem Kern in dem von dir beschriebenen Aufbau, dann aber mit einem Überzug aus festem Leinenstoff den ich dann einfärbe und wetterfester mache.

    Die beiden andern Klingen die noch auf Griffe warten sind dann doch etwas gross^^.


    Der Link ist nun keine Werbung. Es handelt sich dabei um die von mir bestellte Klinge. Im Link stehen halt in der Beschreibung alle Masse, Das Material und die Härte der Klinge.

    https://www.peraperis.com/Mess…e-Angelsachsen-Bowie.html


    Der Sax ist/wird Teil meiner neuen Bushcraft-Ausstattung. Ich werde ausser der Bisherigen eine zusammen stellen die der "damaligen" Zeit nahe kommt. Nen grossen Teil hab ich ja durch mein anderes Hobby schon hier. Eigendlich fehlt nur noch die Bereiche Transport und Lager.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

    Edited once, last by Odin ().

  • Kuckuck :winken, ja es ist zum Fürchten.

    Ich schreib wieder nen Beitrag (mein Mitleid wird euch Nachts im Schlaf heimsuchen:unschuldWie Das so ist, man durch sucht eine Kiste für Markt-Gewandung und -Ausrüstung für die Feste im Jahr 2019 und findet neben 2 Gürteltaschen, 2 Gürteln und allerlei Kleinkramm ................. nen Sax.

    Der hier entstand aus einer längeren Klinge von nem Mittelalter-Flohmarkt ( ja sowas gibts). Der Erstbesitzer kaufte ihn weil er damit Schnitttests usw machen wollte. Aber nach den ersten Schlägen merkte er, das Teiol sah zwar gut aus aber die Befestigung im Griff war :wallbash

    Ich konnte das Teil damals billigst erwerben , waren 5.- oder so. Daheim das Ding mit dem schiefen Griff erst mal angesehn und gemerkt dass der Knauf nur aufgeschraubt war. Also das Ganze ab in den Schraubstock und mit ner zange den Knauf runter geschraubt. Und siehe da schon fand sich der Grund für den schieffen griff. Die "Klingenangel" war sage und schreibe 3 cm langund am ende noch eine ca 10 cm lange Gewindestange angeschweisstX(.

    Aalso was tun? Nach 1 Tag wundern und Kopfschütteln über die Montage das Ganze noch mal angesehn. Ok der Griff war Schrott, aber die Quali der Klinge gar nicht mal soooo schlecht. Also packte Odin Messband, Stifft und Klebeband, zeichnete auf die Klinge eine neue Angel auf und klebte alles ab was nicht weg sollte.

    Das Ergebniss war ganz Zufrieden stellend und so gings weiter mit dem Umbau. Derb2-teilige Knauf und die Parrierstange aus Mewssing flogen erst mal in die Materialkiste (kann man ja immer noch für was brauchen).

    Also gab es nen neuen Griff mit den Materialien (Reihenfolge des Aufbaus von Klingenseite zum Ende) Messingblech, schwarzes Leder, Hirschhorn, Leder, Messing, Leder, 120Jahre altes Kirschholz, Leder, Horn (geschliffen), Messingblech.


    Für Skuzzlebud:

    Die Scheide hat einen Holzkern in der Art wie du ihn vorgeschlagen hast.

    Masse des Ganzen: Länge gesammt ca 52cm (die Klinge war vor dem Umbau von der Spitze bis zum Griff 55cm)

    Länge Griff ca 14cm

    Länge Klinge ca 38cm

    Klingenbreite ca 4,5cm

    Klingendicke ca 4mm

    Gewicht nennen wirs mal "Satt"^^


    Und Ja, das Teil hatte mich einige Male auf Tour begleitet. Hatte nie nen Grund mich drüber zu beklagen.

    Zum Grössenvergleich hab ich euch mal das Messer was ich bis letzes Jahr als EDC trug, und vom Manly Drugar abgelösst wurde, dazu gelegt.

    Zufälliger Weisse im gleicher Bauart, nur ohne Messing. Beim Messer ist die Klinge 9cm lang.

  • Frohes neues Jahr euch allen!


    Zum Jahresauftakt gibt´s von mir noch mal was im Messerthread. ( "sorry Leute aber größere oder geistreichere Outdoorunternehmungen sind einfach gerade nicht drin");)


    Im Mittelpunkt steht diesmal ein Haumesser, welches in erster Linie zur Gartenarbeit oder aber auch als grobes Campknife dienen soll.

    Der Anstoß dazu hat sich daraus ergeben, dass der über alle Maßen geistig erhellte Vorbesitzer meiner Liegenschaft dereinst, einen nicht ganz so zierlichen Bambus angepflanzt hat. ( Natürlich ohne Rhizomsperre) Das Grundstück war darauf für einige Jahre mehr oder weniger sich selbst überlassen, was der Verbreitung des Bambus nicht abträglich war. Weil das Zeug anfing sich immer aggressiver auszudehnen habe ich es irgendwann letzten Herbst in einem mehrtägigen Zerstörungswerk beseitigt, wobei mein altes Gartenmesser, ein altes umgeändertes Haubergsknipp, derb gelitten hat.


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    Das alte Ding war so wie so nur Improvisiert, weswegen ich mich nach einem neuen Haumesserentwurf umgesehen habe.

    Zwischen den ganzen Parangs, Bolos, Goloks und Khukris und was die noch alle für lustige Namen haben hat mir das Mini Duku von Condor ganz gut gefallen. Kaufen war mir natürlich zu teuer und zu langweilig, also habe ich die Form etwas nach meinen Vorstellungen angepasst und auf Pappkarton übertragen. Eigentlich wollte ich das Ding auch komplett selber schmieden, passenden Federstahl in runder Abmessung hatte ich mir auch schon rausgekramt, aber die Zeit war, wie so oft, knapp und die Vorstellung einfach mal einen halben Meter Stahl von rund auf flach zu Hämmern hat mich auch nicht unbedingt angesprochen.


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    Also habe ich einfach nach einem günstigen Stahl mit 0,5 - 0,7% Kohlenstoffgehalt in 4-5mm Stärke gesucht. Die Auswahl war da leider etwas limitiert weil ziemlich viel Zeug, in den gängigen E-Shops vergriffen war. Genommen habe ich letztendlich einen 1.2703 (72NiCrMo4-2) in 4mm. Das ist ein Stahl für große Kreis- oder Gattersägeblätter welcher durch geringe Mengen an Nickel, Chrom und Molybdän etwas in seiner Zähigkeit und Verschleißfestigkeit aufgepimpt wurde. Eigentlich schon zu gut für das was ich machen wollte aber der Preis war günstiger als für vergleichbare unlegierte Stähle.


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    Die grobe Form habe ich dann mit der Trennscheibe ausgeschnitten und die Rundungen mit der groben 40er Lamellenscheibe abgeschliffen.


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    Den größten Teil des recht robusten Anschliffes hat dann auch der Winkelschleifer besorgt. Das ist natürlich sehr grob und ungenau und erfordert viel Gefühl im Umgang mit der Flex, dafür geht es aber sehr schnell.


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    Im Anschluss habe ich nochmal mit dem Bandschleifer und von Hand, mit Schleifleinen, drüber geschliffen um die aller schlimmsten Schleifriefen raus zu bekommen und um die Schneide nicht mit der Flex schief zu schleifen.


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    Danach habe ich noch einige Löcher in den Griff gebohrt. Um wirklich Gewicht aus dem Griff zu bekommen hätten es noch mehr sein können, aber so konnte ich wenigstens "genug" Stifte einsetzten.


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    Und hier sieht man jetzt den Grund warum ich solche langen Klingen nur sehr selten und ungern anfertige. In meiner kleinen Feldesse kann ich Klingen bis ungefähr 15cm Länge sinnvoll wärmebehandeln, weswegen ich für alles was darüber hinaus geht arg improvisieren muss.

    Härten im Grillfeuer kann natürlich funktionieren, aber empfehlen möchte ich es sicher nicht.


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    Abgeschreckt habe ich in einem Vierkantrohr mit warmem Öl. Dabei sollte man darauf achten, dass das Rohr welches als Ölbehälter dient auch genug Flüssigkeit fasst um die Wärme noch zweckmäßig abführen zu können. Bei zu wenig Abschreckmedium bekommt man nur sehr mittelprächtige Ergebnisse.

    Angelassen habe ich dann in der Fritteuse bei 190 Grad C.


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    Die Wärmebehandlung war für meine Zwecke in diesem Fall ganz gut gelungen. Die Schneide ist stabil genug um einen Span aus einem Nagel oder Bleck zu schneiden und noch "weich" genug um sie wiederwillig abzufeilen. Spitzenwerte darf man bei solchen recht übers Knie gebrochen Umständen sicher nicht erwarten. Um noch etwas mehr Elastizität in den Klingenrücken zu bekommen habe ich hier versucht nochmal separat mit der Lötlampe anzulassen, während die Schneide gekühlt wird. Man muss aber schon brutal lange draufhalten um mit der kleinen Funzel irgendein Ergebnis zu erzielen.

    Generell sollte man solche großen Klingen lieber etwas mehr in Richtung zäh - elastisch gestalten als in hart- schnitthaltig. Das Bruchrisiko ist bei derartigen Brachialwerkzeugen immer relativ hoch.


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    Erste hackversuche in Bambus verliefen recht zufriedenstellend.


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    Für Werkzeuge die nach nix aussehen müssen, also die reinen Arbeitstiere, verwende ich normalerweise immer Buchenholz. In diesem Fall hatte ich aber noch viele Sperrholzreste rumliegen und habe diese für den Griff verwendet. Das verstiften und kleben hätte ich auch Optisch eingefangen, aber meine Frau war mit der Kamera weg. Ist aber denke ich auch selbsterklärend.


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    Mit den Feinheiten am Griff habe ich mich nicht lange aufgehalten. Es wird ohnehin nicht lange dauern bis ich den Griff mit dreckigen Pfoten anfasse.

    Überdies darf ich das Teil auch nicht so schön machen , dass ich hinterher angst habe es zu benutzen.


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    Den Griff kann man sowohl lang für viel Wucht, als auch kurz für "noch ein bisschen" Gefühl greifen.

    Durch den Langen Griff und die schwere Spitze hat man bei dem relativ "kleinen" und kompakten Haumesser immer noch viel Energie im schlag.


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    Ich hab dann mal versucht einen Buchenholz Klotz mit etwas über 30cm Höhe und faserigem Wuchs zu spalten, was auch mit einigen mühen funktioniert hat. Dabei muss man aber auch anmerken, dass jedes noch so kleine Beil hier besser abgeschnitten hätte.


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    Nach der ersten Spaltung lief es aber gut.


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    Ok Federstöcke bekomme mit kleineren Messern besser hin. Aber immerhin.


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    Besser geht es wenn man das Messer festkeilt und das Holz gegen die Klinge zieht.


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    Und obwohl ich es nur mit dem Wetzstein geschliffen hatte war es nach dem gekloppe immer noch relativ scharf.


    Wen es interessiert, noch ein paar technische Daten.


    Die Klingenlänge beträgt 215mm, die Grifflänge ca. 200mm ,die dicke 4mm und das Gewicht ca. 570 Gramm.


    Eine Scheide werde ich, so Gott will, noch irgendwann nachliefern.


    Ich sage mal neues Jahr neues Haumesser -


    Grüße an alle - Holger:winken















  • Von der Form her ist es eher eine Parang, würde ich sagen. Wenn ich mich recht entsinne, dann gibt es solche die so groß sind, dass damit auf den Philippinen zu irgendwelchen Festen mit einem Hieb der Kuh den Kopf abgeschlagen bekommt.


    Das ist sehr gelungenes Projekt und mir gefällt es sehr gut. Danke fürs teilen!

  • Hallo Skuzzlebud, dein Messer ist, wie die Jungen vor ungefähr zwei Jahren zu sagen pflegten "vong der Niceigkeit her schon so high-level". (:
    Gefällt mir sehr gut. Das mit der Schichtholzplatte als Griff hab ich oft auch so gemacht, ist einfach sehr robust und sieht sogar gut aus. das Micarta des armen Mannes.


    zum Form ausflexen: Machst du das für konkave Radien auch so wie ich? mit der dünnen Trennscheibe eine art "Kamm" bis an die Linie schneiden, also möglichst dicht an dicht einstechen mit dem Trennblatt. Danach mittels vorsichtigem "Verkanten" die Zinken des Kammes wegschneiden. ggf. auch rausbrechen mit Meissel oder Zange. Ich finde das spart Zeit, Lärm, Schleifmittel und Hitze.

    -----
    Habe zu Weihnachten für meinen Bruder einen gekauften Gertel (Hippe?) ein wenig umgearbeitet, damit er ein bisschen eleganter aussieht.. scharf geschliffen und eine Scheide gebaut. (Er hat einen Garten und Hühner..) War zwar eher quick and dirty, hat mir aber trotzdem gefallen das Ergebnis.
    Ich habe leider fast keine Fotos. Auch vom originalzustand nur eines aus dem Netz..

  • Skuzzlebud


    Sieht echt gut aus.

    Von der Form her erinnert mich das Ganze (auch im Verhältnis Griff- und Klingenlänge) an das Messer von Nessmuk.


    Lortnoc


    Diese Einschneiderei ist in den meisten völlig übertrieben und braucht sogar länger als die Form "normal" rauszuarbeiten. Das Einschneiden macht nur sinn bei sehr engen Radien und selbst da gibts bessere Möglichkeiten.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • wie machst du das denn, wenn ich fragen darf?


    für mich gehts so in der regel besser wie einfach mit der Schruppscheibe runtergrinden. vor allem so bei Daumenmulden etc. Natürlich trenne ich mich schon möglichst nahe an die Endform ran..


    edit: @ Skuzzlebud: trägst du da ne alte schweizer tarnjacke? so eine trag ich meistens beim flexen.. (:

  • @ Lortnoc:


    Ja das ist eine Schweizer M70 Tarnjacke die Dinger gibt´s bei ASMC für sechs oder sieben Euro das Stück. Billiger kannst du eine Arbeitsjacke die auch mal stärkeren Funkenflug beim schleifen oder schweißen verträgt kaum noch bekommen. Nur die 50 Taschen mit den saumäßig bockigen Druckknöpfen nerven mich schon mal ziemlich. Zudem hat die natürlich auch noch das hässlichste Tarnmuster welches jemals ersonnen wurde.;)


    Das mit den eingesägten Rillen mache ich auch nicht. Wie du auf dem zweiten Bild von oben siehst komme ich der eigentlichen Form mit den Trennscheiben schon relativ nahe. Die Scheiben dürfen nur keinen zu großen Durchmesser haben. Mit den kleinen 115er Scheiben kommt man schon recht weit in die Ecken.

    Was da noch über bleibt wird mit der 40er Lamellenscheibe weggeschrubbt. Wenn die Schleifscheibe neu ist und der Winkelschleifer genug Power hat, kannst du einen cm Material in ein paar Sekunden wegnehmen und auch gleich bis zur Fertigen Form weiter arbeiten. Das geht definitiv schneller als alles erst einzuschneiden, abzutrennen und dann die fertige Form doch wieder mit der Lamellenscheibe nachzuarbeiten.

    Bei diesem Messer habe ich, wenn ich mich recht entsinne, alle innen liegenden Radien nur mit der Lamellenscheibe ausgeschliffen.

    Bei kleineren Messern und besonders engen Radien benutze ich einen Dremel mit Schleifröllchen. Damit gelingen mir solche kleinen Radien besser und schneller als mit der Feile.

  • Ich hab die dünne version der jacke, also die ungefütterte. hat nicht so viele Taschen, dafür schon Brandlöcher.


    Ok danke für die Info. Ich schleif auch öfter mit dem Aussenrand der Schruppscheibe, ist einfach ein bisschen schwierig schön geschwungene Kurven zu schaffen. dafür hält die ewig. Ich habe mir auch ne Einspannvorrichtung gemacht, um auf dünnem Flachmaterial (Kreissägeblätter-Material) einen Skandi-Schliff zu machen. Weil ich faul bin. Nur wird das nicht wirklich schön bei mir, (mit der Vorrichtung noch eher wie freihand), richtig zufriedenstellend wirds nur mit der Handfeile.


    Ich finde, ich bin ziemlich gut mit der Flex. Trotzdem werden NIE beide Seiten gleich- weil mir eine "gegen die Hand" geht. Und auch die Übergangslinie wird nicht gerade. Mit der Feile schon.

  • Ich hab dem was Skuzzlebud schrieb nicht viel hinzu zu fügen. Ich nahm zum raus trennen immer eine kleine Scheibe zum schneiden von Edelstahl. Das es länger dauert wenn man mit der Schrubscheibe "schneidet" länger dauert ist klar, dazu sind die auch nicht gedacht.

    Ausserdem gibt es auch Fräser für normale Bohrmaschinen mit denen man das gut hinbekommt. Bei der Schlitzschneiderei wird das Material auch wesendlich mehr erhitzt als es sein müsste.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Die neuere schweizer Feldjacke nennt sich M83 und besteht zu 50% aus Polyester, was für den Dienst im Feld sicher wesentlich geeigneter ist.

    Starkem Funkenflug würde ich die aber nicht aussetzen, hast es ja schon gemerkt, die Materialzusammensetzung ist recht hitzeempfindlich.

    Die alten Jacken sind auch nicht gefüttert sondern einfach nur aus sehr dicker Baumwolle. Die halten schon einiges an Funkenflug aus. Dafür kann das Teil aber wirklich auch sonst nix. Beschissener Schnitt, eine aberwitzige Anzahl unpraktischer Taschen mit eben so beschissennen Knöpfen, beschissene Kaputze usw... Aber um das Teil beim harten Einsatz in der Metallwerkstatt zu zerwirken ist es gerade richtig.

    Wenn das Ding in ferner Zukunft mal platt ist hol ich mir mal eine marine Bordjacke mit Aramidfaser die sollten nochmal etwas flammfester sein und kostet auch nur ein paar Kroschen.


    Schruppscheiben verwende ich kaum noch. Die sind zwar billig und nehmen viel Material weg, sind aber zum Messerbasteln viel zu grob und "gefühllos" in der Handhabung. Wie gesagt, eine grobe Lamellenscheibe nimmt auch schnell viel Material weg, lässt sich aber viel genauer führen.


    Eine perfekt gleichmäßige Schneide nur mit der Flex zu schleifen ist auch relativ schwierig. Ich mache das nur bei großen balligen Klingen und lasse in der Mitte immer ca einen Millimeter Stehen den ich dann am Bandschleifer oder mit der Feile weiter bearbeite.

    Um einen ordentlichen Scandischliff hin zu bekommen ist die Flex bestenfalls zur groben Vorarbeit geeignet. Das machst du entweder, wie du schon erkannt hast, mit so nem Ding in dem man seine Feile im richtigen Winkel zum Werkstück einspannen kann, oder mit einer Klemmvorrichtung welche man auf den gewünschten Winkel einstellt, am Bandschleifer.

    Wobei das mit der Feile die sichere Methode ist, und die am Bandschleife die wesentlich schnellere aber da kann man halt auch schnell mal was verscheißen.

  • Auf meinem ersten Treffen in Seibersbach, hatte ich neben der Möglichkeit einige Veteranen aus dem Forum kennen zu lernen, auch die Möglichkeit mich an einer Tauschbörse/Bushcraftflohmarkt zu beteiligen. Im Zuge dessen konnte ich ein kleines Neckknife von Parzival erstehen, welches er über hatte.


    Dieses Schwarze kleine Teil war anfangs nur als Spinnerei in meinen Besitz gewechselt, ohne wirklich eine Idee es zum Einsatz bringen zu können. Mir gefiel einfach die Form und die passende Messerscheide mit dem Gürtelclip.


    Bei vielen Angelausflügen mit meiner Frau bemerkte ich bald schon die Vorteile die eine solche feste Messerscheide mit sich führt, meine Frau konnte ihre eigenen Fänge schneller versorgen, die Scheide besser reinigen und ihr Mora lag auch niemandem im weg herum. Da mir aber Moramesser mit Kunstoffgriff nicht sonderlich gefallen, und dem Zweck eine Forelle auszunehmen mir schlicht zu ,,grob" erschien, fiel mir ein das da ja noch dieses kleine Souvenir aus Seibersbach noch in meinem Bestand lag.


    Herrlich das kleine Scheisserchen, ist von 0 auf 100 zu meinem liebsten Angelbegleiter geworden, egal ob zum Ansitz oder beim abwandern der Flussufer, nichts störte, wirkte zu groß oder martialisch, und den Forellen war´s ehh egal...

    So nutze ich das kleine Set über lange Zeit intensiv, was sich im Laufe der Zeit an den Griffschalen bemerkbar machte, die sich in immer kürzeren Intervallen lockerten. Auch die Kratzer in der schwarzen Beschichtung wurden immer mehr, und so reifte der Gedanke ,,Mini Parzival" ein neues Aussehen zu verpassen.


    Die alten Kunststoffgriffschalen dienten mir als Vorlage, was der Tatsache geschuldet ist das ich die Scheide mit Gürtelclip weiter nutzen wollte. Da mir das Messer mit den alten Griffen aber auch zu leicht aus der Scheide rutschte, mussten die neuen etwas breiter sein was auch meinen relativ großen Händen wiederum mehr Griff geben würde.


    Aus dem rationellen Grund der einfachen Verarbeitung und dem schlichten vorhandensein entschied ich mich bei den neuen Griffschalen für Hickory. Mir gefallen Holzgriffe auch einfach besser als Kunsstoff, und im schlimmsten Fall wars ja ,,nur" ein Stückchen Holz das man entwertete.


    In Ermangelung einer Werkstatt, war es mir nur dank unseres Forenmitglieds Mosin möglich mein Projekt auch wirklich umzusetzen. Neben seiner Werkstatt und seinen Maschinen, stand er mir auch mit einigen guten Tipps und Ratschlägen bei Seite und verdient definitiv meinen Dank an dieser Stelle. So konnte ich aus der alten Räucherplanke die mir ungenutzt nur vor den Füßen rumlag, schnell mit der Oberfräse zwei identische Griffschalenpaare aus dem Brett formen, was die Bearbeitung gefühlt um etliche Stunden verkürzte.


    Nachdem die neuen Griffschalen fertig waren stand die neue Anbringung im Raum, wo wir uns der Einfachheit halber für zwei Messing-stifte anstelle der Corvey Schrauben entschieden. Das Messer sah jetzt einfach zu gut aus als das man es mit all den Kratzern so gehen lassen konnte. Also Schleifpapier raus, und die alte Beschichtung runter, dann feineres Nasspapier um die Kratzer auszupolieren. Am Ende glänzte das Ergebniss auf nie dagewesene Weise. Der schöneren Optik wegen, entschied ich das ganze mit dem Oberflächenfinish auf die Spitze zu treiben, und bat Mosin den Rohling auf Arbeit mit Glasperlen zu strahlen, um eine gleichmäßig Matte Oberfläche zu erhalten.


    Das Ergebniss ist für mein erstes Messerprojekt wie ich finde mehr als akzeptabel, und ich freue mich ,,Mini Parzival" in der kommenden Saison auch wieder mit ans Wasser nehmen zu können.

    Bilder folgen!