MYOG Messerthread

  • Hallo,


    ich habe mir für meine Jagdmesser einige neue Messerscheiden gemacht. Ziel war es Leder und Kydex zu kombinieren. Ich kann die Scheiden komplett zerlegen und die Kydex Innenteile in die Waschmaschiene tun oder sie ordentlich ausschrubben. Auf meinem Blog steht grob wie ich sie gemacht habe für die Interessierten.





    LG

  • Hier ein Messer, das ich die letzen zwei Tage gemacht. Die Klinge
    geschmiedet hab ich schon vor zwei Jahren oder so, lag seit da rum. Ist
    eine 3-Lagen-Klinge, Baustahl und Feile.


    Länge total ist 33cm,
    22cm Klinge. das Messer ist ein bisschen rustikal, barbarisch, um nicht
    zu sagen hässlich, liegt aber gut in der Hand, hackt wie Harry..
    Ausserdem ist es das erste mal, dass ich so eine Montierung mit
    Parierstange etc mache. auch die Holzscheide und Kupferblech sind ne
    Premiere für mich.


    Das richtige Werkzeug für einen Vagabunden an einem nicht authentischen Mittelalter-Fantasy-Markt (;

  • Sieht doch Cool aus, gerade weil es so "roh" daherkommt.


    Hast du die Lagen selber verschweißt? Feile / Baustahl ist schon eine ziemlich schwierige Kombination. Hab ich selber noch nie hinbekommen.
    Was mich auch interessieren würde, ist wie sich die Klinge bei Biegebelastungen verhält.
    Dreilagenstahl nimmt eher das Elastizitätsverhalten der weicheren Legierung an. Im Fall von Baustahl würde die Klinge somit, zumindest theoretisch zum plastischen verformen neigen.

  • Ja, hab ich selbst verschweisst, in der Kohle-Esse mit Borax. Biegeversuche kann ich dir leider nicht bieten, das trau ich mich nicht. Die Klinge ist ziemlich dilletantisch nach Gefühl gehärtet. Die Aussenlagen sind weich, die Schneidlage lässt sich noch knapp Feilen.
    Soweit ich den erkennen kann, wo die beiden Stähle in einander übergehen, ist die mittlere Lage verhältnismässig dick.. dicker oder gleichdick wie die Aussenlagen. Liegt eventuell daran, das die Feile beim Schmieden noch zäher/härter war und so weniger plattgekopft wurde..


    Ich denke mal, die Stabilität hinkt professioneller geschmiedeten Messern ziemlich hinterher. Hab aber schon mit vollem Krafteinsatz gehackt, auch trockenes Buchenholz..

  • Hallo,
    gestern hab ich einer Fertigklinge einen Griff verpasst, ja genau...am Vatertag. Die Klinge war ein Weihnachtsgeschenk, das Holz ist aus dem eigenen Garten, und etwa 3 Jahre abgelagert. Es ist Kirschbaum. Wie ihr seht ist die Klinge suboptimal für unsere Zwecke, aber ich hab trotzdem mal bissle damit gespielt. Fazit: Bowdrillset machen geht, Feathersticks auch, feines Schnitzen naja, aber die Königsdisziplin, nämlich Speckschneiden geht super. So noch mehr Blabla erspar ich euch.
    Gruss von der Alb

  • Damaststahl - fein fein ;)


    Schöne Arbeit, gefällt!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hallo Messerfreunde. Ich hab vor kurzem mein vielgebrauchtes, geliebtes Opinel No8 verloren.. Das hab ich echt vermisst, deshalb hab ich mir gleich Ersatz beschafft: Ein Opinel No.12. Dieses ist zwar gut wie alle Opinel, aber doch ein wenig unhandlich.. und auch nicht allzu schön. Ich habe also die Klinge gekürzt, den Griff abgeändert und mit Cord's Frittiertechnik (Vielen Dank für die Idee!) behandelt.


    Das Messer ist Top, hat gleich mein altes Lieblingsmesser ersetzen können..
    Grüsse, Lort

  • Uiiiiiii :eek


    ein Klapp-Sax ^^ . schick schik :)
    Ich find du hast da was echt schnuckeliges draus gebastelt. Abder ich bin ja eh für Sollche und ähnliche Klingenformen zu haben.
    Es grüßt "Der-der-gerade-selbst-aus-der-Werkstatt-kommt-weil-er-da-eine-Klinge-von-einem-Dekoschwert-in-eine-andere-Klingenform-umarbeitet" :unschuld

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Praktisch mit Ladekabel. Die Klingenform erinnert an ein Douk Douk...
    Motiviert selbst mal Hand anzulegen....


    Danke fürs Zeigen.... :messer

    Amateure üben, bis sie es richtig machen.
    Profis trainieren, bis sie es nicht mehr falsch machen.

  • hehe, stimmt.. Ich bin kein sehr versierter Fotokünstler.. (; ja, so ein douk douk hatte ich als Kind mal ne lange Zeit.. Bis es dann irgendwann mal verschwunden ist. Ich hätte aber gerne wieder eins..


    Mein verlorenes No.8 ist übrigens heute wider aufgetaucht, lag im Firmenauto.. Ich bin aber froh, dass es weg war, sonst hätt ich die andere Schönheit jetzt wohl nicht..

  • Nachdem ich lange genug die vielen schicken DIY-Messer gesehen habe und das Wetter die letzten Wochen
    eh ideal für Bastelarbeiten war hats mich auch gepackt. :messer Danke fürs anstiften! :daumen


    In den Schrott vom Schlosser gegriffen und dieses Stück in 5mm Stärke ausgewählt...


    Das es evtl. ein Griff ins Klo war (weil Stahlsorte unbekannt) hatte ich zwar abundzu im
    Hinterkopf aber der Basteltrieb hats mich vergessen lassen...naja... :unschuld


    Mangels Werkstatt gings mit Bohrmaschine, Feilen und Schleifleinen los...


    Später mit Handbandschleifer und div. Körnungen weiter...


    Zwischendurch das Griffholz (Wenge) angepasst...


    Kenne keinen mit nem Härteofen und das Messer im schlimmsten Fall (wg. Stahltyp) umsonst durch die
    Weltgeschichte zu schicken wollte ich nicht, also mit Kohlesack, Gasflasche, Brenner, Salatöl, usw.
    die nächstbeste Grillhütte angesteuert...


    Härter wurde das Teil nicht, das Test- bzw. Reststück nach mehreren Versuchen (u.a. mit kaltem Wasser)
    auch nicht, also zusammengepackt und Zuhause trotzdem weiter dran gearbeitet.
    Statt Nieten wurden Messingröhrchen in 8 und 10mm mit eingeklebt, 2 Tage später kam der Bandschleifer
    wieder aus der Kiste um überschüssiges Holz abzuschleifen, mit dem Dremel die Fingermulden rein geschliffen
    bis Wohlfühlfaktor extrem, Holz mit Schleifpapier bis 2000er Körnung geschliffen und so schaut der Prototyp
    fürs nächste Messer (dann nicht mit Baustahl :unschuld ) aus...





    Klingenlänge 12cm, Gesamt 25cm und letztendlich schnucklige 341g schwer.

  • Trotz "Baustahl" ein tolles Messer. Jedoch ist so ein Stück Stahl im Fall des Falles besser als gar kein Messer. Und für Arbeiten bei denen es nicht unbedingt auf eine Superklinge ankommt, da reicht der Stahl allemal!


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Das Messer sieht gar nicht schlecht aus. Schade, dass es nur Baustahl war.


    Wenn du das nächste mal ein Messer bauen willst und dir nicht sicher bist, ob der Stahl härtbar ist, dann versuch mal eine Funkenprobe.
    Dazu hältst du den Stahl einfach an einen elektrischen Schleifstein oder an die Flex, und guckst dir die Form der Funken an.


    Wenn die Funken beim wegfliegen in kleinen Sternchen zerplatzen, wie bei einer Wunderkerze, dann enthält der Stahl Kohlenstoff und ist höchstwahrscheinlich härtbar.
    Wenn die Funken gerade wegfliegen ohne Sternchen zu bilden handelt es sich um normalen Baustahl, der sich nicht härten lasst.


    :winken

  • Oder man nimmt ein Stück Stahl, Von dem man weiss, was es war. Ich empfehle Kreissägenblätter mit aufgelöteten Hartmetallschneiden. (Die andern Sägeblätter sind meistens aus HSS, und das willst du nicht feilen!) Die Materialstärke von ca. 2mm mag für einige zu dünn erscheinen, meiner Erfahrung nach reicht das aber völlig für mittelgrosse oder auch ordentlich grosse Messer. Ich mag das sogar lieber. Gekaufte Messer sind mir oft zu dick. Ich will ja Schneiden (und Hacken) und nicht Hebeln.


    Alte Bandsägeblätter sind geeignet für kleine Neckknives. Dreifingermesser und so..


    Alte Handhobelklingen (die grossen..) sind ebenfalls was sehr feines.


    Aus diesen Materialien kann man auch Messer bauen, ohne Härten zu können. Gerade Hobelklingen sind ja von Grund auf geradezu Ideal um damit zu schneiden. Man muss beim Bearbeiten einfach auf ausreichende Kühlung und Geduld achten. Haubtsächlich bei Bandschleifer und Flex.
    Auch muss man vielleicht einige tricks anwenden, wenn man Löcher bohren will. (Griffteil weichglühen, Steinbohrer umschleifen...)


    Grüsse und viel Spass beim Werken! Ich krieg auch gerade wieder Lust.


    p.s. Rezykling ist sowieso was geiles. Ich hab noch nie Stahl gekauft.

  • Ich selbst empfinde den Selbstbau eines Messers aus gehärtetem Material eine Quälerei mit ungewissem Ausgang. Gerade wenn man zur Bearbeitung schnell laufende Maschinen wie Flex und Bandschleifer benutzt, ist es sehr schwer, im Schneidenbereich das Material auf Ausgangshärte zu behalten. Man erzeugt schnell Temperturen über 200°C.


    -Aber das Härten von niedrig legiertem Kohlenstoffstahl, wie z.B. Federstahl, ist kein Hexenwerk!
    Man kann Werkstücke von der Masse eines normalen Messerrohlings bequem sogar in einer offenen Feuerstelle auf die benötigte Temperatur von um die 800°C bekommen und das Abschrecken in Öl ist auch kein Thema.
    Hier noch einmal mein Verweis auf meinen entsprechenden Faden vom Januar 2012:
    - Das Härten von Messerklingen im Heimwerkerstil -
    Ich bevorzuge zwar auch die Recycling Methode, aber manchmal ist der gezielte Kauf, gerade vom Stahl, die deutlich sinnvollere Variante.
    Hier ist z.B eine Quelle, wo man passenden Federstahl recht günstig in großer Auswahl bestellen kann. (Diese Firma hat übrigens noch einen hervorragenden altmodischen Telefonservice, wenn´s um Bestellungsdetails und Preise geht.)
    Stahl-Becker GmbH


    LG Parzival :messer
    P.S.
    Bei Interesse an einer Sammelbestellung bitte PN an mich. (Macht bei Stahl-Becker durchaus Sinn!)

  • Mein Hobo eignet sich auch gut, um Klingen zu härten. Der Zug reicht eigentlich aus. Wenn einige Stellen noch zu kühl sind, puste ich sanft mit einem längeren Aluröhrchen in die entsprechende Umgebung. Geht stressfrei und einfach. (Mit Holzkohle einheizen)


    Steinkohle und die Esse werfe ich für sowas nicht an.
    Ganz kleine Messer (Bandsäge..) härte ich auch mal mit der Lötlampe..

  • Und für Arbeiten bei denen es nicht unbedingt auf eine Superklinge ankommt, da reicht der Stahl allemal!


    Ja, für filigrane Sachen (schnitzen ect.) hab ich andere/dünnere/geeignetere Messer, dieses ist von der Dicke,
    Gewicht und vom Schliff her von vorneherein für gröbere Arbeiten gedacht...nur wärs halt schön gewesen wenns
    die Schärfe doch etwas länger halten würde. :confused
    An alte Kreissägeblätter oder vergleichbarem komm ich so nicht, Schlosser hat keine "besseren" Stahlreste auf Lager
    und deswegen hab ich fürs nächste 1.2519 Stahl von Schmiedeglut.de in 5x40x625mm im Auge, reicht für mind. 2 Messer
    in der Größe und lässt sich anstelle bereits hartem Material wohl besser mit dem begrenzten Arsenal an Werkzeug bearbeiten.

  • Für die besagten Sägeblätter kann man Schreinereien fragen. Die Schlosser schneiden Stahl mit HSS Sägeblättern, welche nachgeschliffen werden bis sie zu klein sind. Holz wird mit den Bi-Metall Sägeblättern geschnitten, welche nur beschränkt nachgeschliffen werden und deswegen von Zeit zu Zeit im Schrott landen.
    Auch Diamant-Sägeblätter für Stein werden nicht geschärft sondern entsorgt. (Firmen die Stein schneiden, Strassenbau, Maurer, Abbruch)


    Alle diese Sägeblätter sind nicht sehr hart, da die eigentliche Schneidarbeit von Hartmetall oder Diamant übernommen wird. Sie lassen sich gutFeilen und Schärfen. Zumindest mit einer ordentlichen Feile, Ramsch aus dem Baumarkt geht nur bedingt.


    Für Messer reicht die Härte aber gut aus, finde ich. Zäheit ist sowieso wichtiger wie Härte.. Ich feile meistens einen simplen Scandi-Schliff, erst mit der Feile, dann mit diversem Schleifpapier.

  • Ich habe noch paar Drehstähle aus HSS. Geht dieser Stahl? Also weichglühen und ordentlich draufkloppen, bis er platt ist? Oder wäre das echt zuviel Arbeit? Desweiteren liegt bei mir ein alter Torsionsstab eines noch älteren Motorrades rum. Ist das auch brauchbarer Stahl?


    Ansonsten bleibt ja noch die weichgeglühte Feile....


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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