Löffelmesser bearbeiten/verbiegen

  • Hallo zusammen,


    ich habe seit ein paar Tagen ein Löffelmesser, allerdings hat das nicht ganz die Biegung die ich brauche.
    Hat hier jemand eine Ahnung wie ich diesen Werkzeug-Messerstahl am besten etwas runter biegen kann ohne
    viel an der Struktur kaputt zu machen?


    Beste Grüße


    Buscheni

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    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
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  • mit würde da nur der gute alte Schraubstock zu einfallen ...
    einen festeren Backenschutz aus Gummi und /oder Kunststoff beilegen, (der Metallschonung des Messers wegen)
    das Löffelmesser entsprechend einlegen und mit beherztem Gefühl und der nötigen Gelassenheit das Messer bei mehrmaligem Wechsel der Druckpunkte in die richtigere Form zwingen.
    Ein entsprechendes Wiederlager aus einem Rundholz (dem gewünschten Radius entsprechend) könnte bei einer solchen Aktion bestimmt auch hilfreich sein.
    Hammerschläge, so denke ich, sind dabei schlecht zu kontollieren.


    Gruß
    Michael


    PS: Kaltverformung halt ;)

  • ist der Stahl zu hoch gehärtet,bricht die die Klinge bei jedem Biegeversuch und fliegt dir um die Ohren. Um das zu vermeiden mußt du den Stahl erhitzen und daß macht dir dann das Stahlgefüge kaputt und führt zu Härteverlust.


    Mein Rat:
    Laß das Die Klinge wie sie ist, paß deine Art zu schnitzen an oder kauf dir ein anderes Löffelmesser.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Man kann den Stahl danach ja wieder härten? Also das wär jetzt so meine Idee, wenn du das erhitzen schon ansprichst

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    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
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  • Selberhärten ist in dem Fall schwierig.
    Wenn du die Klinge erhitzt kann es sein daß die Sie dabei zu hart wird (Glashärte) und dir einfach abbricht bei Belastung. Du müßtest sie dann erst wieder anlassen um sie auf eine vernünftige Gebrauchshärte zu bekommen. Klar ist das alles möglich. Die Frage ist eher ob der Arbeits- und Materialaufwand nicht höher ist als ein anderes Löffelmesser zu erwerben.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Ideal wäre tatsächlich, das Messer zu erhitzen, im glühenden Zustand zu biegen und danach normalisieren und neu härten (davor stumpf schleifen!!). Kalt verformen ist mit einem hohen Risiko zum Klingenbruch verbunden. Wenn man nicht Equipment zum härten, etc hat, ist die noch am ehestem von Erfolg gekrönte Version das vorsichtige (!!) Erhitzen mit dem Brenner auf unter 200°C (nicht mehr als strohgelbe Anlassfarbe) und ein ebenso vorsichtiges Biegen im erwärmten Zustand. Auch das ist für den Stahl stressig und führt unweigerlich zu Ermüdung, kann aber das gewünschte Ergebnis bringen.


    Ich würde es von der Qualität des Messers anhängig machen. Bei einem Billigteil kann man es mal versuchen und sich im schlimmsten Fall ein neues kaufen. Bei einem teuren Stück würde ich die Finger davon lassen.

  • Kaltverformen solltest du das Löffelmesser auf gar keinen Fall, weil dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Bruch der Klinge führt.


    Die einzige Möglichkeit den Radius anzupassen, ist wie schon von Wyrd beschrieben:
    den Griff entfernen,
    die Klinge etwas stumpf schleifen,
    den Stahl erhitzen bis er rot glüht,
    in die gewünschte Form biegen,
    anschließend wieder normalglühen, härten und anlassen.


    Wenn der Stahl Rostfrei ist, oder du nicht genau weißt um welchen Stahl es sich handelt, ist das mit dem Härten aber nicht so einfach.
    Alles in allem würde ich dir generell davon abraten das Messer zu verformen, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Preis eines neuen Löffelmessers steht.
    Die von Mora z.B. gibt es in verschiedenen Größen, und kosten unter 20 Euro.

  • Glaub das passt hier rein.... :unschuld


    Wegen dem Löffelmesser...ja, das Mora 164 gibts für ~18,50€, aber ich wollts doch mal versuchen
    ein vorhandenes normales was wegen Sortimentswechsel eh auf dem Weg zum Schrott war zu bearbeiten.
    Wenns nicht klappt wars nicht mal Zeitverschwendung. ;)


    Rausgekommen ist das hier...




    Als erstes Klinge gerade, dann grob eine Schneide angeschliffen. Passendes Rohr auf einer Seite
    eingesägt um die Messerspitze in dem Schlitz zu verkeilen, mit dem Bunsenbrenner von der Spitze
    ab angefangen das Messer zu erwärmen (glühend) und gleichzeitig um das Rohr gebogen. Spitze abgeflext
    und mit einem dünnen Läppstein die Schneide geschärft. Danach kamen mit einer Gummischleifscheibe
    die Macken ect. weg.


    Entweder muß ich noch mit dem Schneidenwinkel experimentieren oder das abgelagerte Buchenholz ist
    einfach zu hart da der Kraftaufwand doch recht hoch ist um im Löffel drin rum zu schnitzen. Der Löffelgriff
    lässt sich mit der Innenseite des Bogens relativ gut schnitzen, (noch?) keine Ausbrüche oder Schärfeverlust.
    Sobald mir ein Stück frisches Holz in die Arme läuft wird weiter getestet...


    Achja, die Schneide ist auf der anderen Seite als beim Mora, so ist grad der Präzisionsschnitt m.E. besser/sicherer,
    auch wenn als Rechtshänder der linke Daumen etwas weniger wichtig ist. :D


    Wenns was taugt wird am Griff weiter gearbeitet... schaun'wer mal...

  • Hey Teha ;


    Die Idee ein Löffelmesser aus einem Brotmesser zu biegen finde gar nicht schlecht. Ich mag ja solche Recycelten Sachen.


    Leider lässt sich der Stahl mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht härten, aber für Grünholz sollte auch normaler Bau- oder VA Stahl ausreichen.
    Der Grund warum du nur relativ schwer damit schnitzen kannst liegt, wie du schon richtig erkannt hast, an dem zu stumpfen Schneidwinkel.
    Schau dir mal die Löffelmesser von Mora und co. an. Die haben alle einen ziemlich spitzen, weit in die Klinge gezogenen Anschliff.


    Wie gesagt, langes arbeiten in hartem Holz wird die Klinge aufgrund der fehlenden härte nicht aushalten, aber für weiches oder grünes Holz ist das schon OK.

  • Hi!


    Einen spitzeren Schneidenwinkel hab ich noch nicht probiert, denke aber auch daß es den dann nicht lange
    Schadlos aushalten wird...außer bei Balsaholz. ^^ Oder ich schleif die Schneide nach innen um, der Löffelstiel
    lässt sich von der Seite relativ gut schnitzen.
    Werds testen, geht ja in meinem Fall nix kaputt. :)

  • Eigentlich sollte sich selbst so ein Brotmesser irgendwie härten lassen. So billig sieht mir das Teil nun auch nicht aus.
    Gibt es in deiner Nähe nicht irgendeinen alten Maschinenbaubetrieb etc die einen kleinen Muffelofen haben ? Ich würde fast wetten das geht zu härten. Den neuen Schliff würde ich nach dem härten anbringen, am besten mit ner Wasserschleifmaschine. Wenn trocken dann gut aufpassen das der Stahl nicht zu heiss wird, sonst war das Härten dort fürn Schrupper.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Weiss nicht was das genau für'n Stahl ist, mehr als "Michelin" steht auf dem Messer nicht.
    Aber vielleicht sollte ich wirklich auf die Suche nach ner Härterei gehen die evtl. was damit anzufangen wissen. :confused


    Die Schneide hab ich heut Morgen nach Innen umgeschliffen, gleichzeitig mit spitzerem Winkel. Jetzt lässt sich
    das Buchenholz schnitzen, aber wie erwartet verliert das Messer schon nach ein paar Minuten etwas die Schärfe,
    allerdings ohne sichtbare Ausbrüche. Kurz mit dem Läppstein über die Schneide gefahren und weiter gehts.


    Die Holzwahl des Löffels war mit trockenem Holz aus einem Unterstand im Wald und 3 Ästen in der Laffe
    nicht die beste Wahl. :schäm^^

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