Klassisches Puukko mit traditioneller Lederscheide

  • Da ich die klassischen Puukkos ziemlich genial finde, habe ich mal eins für mich gebaut. Die Klinge ist eine Lauri PT mit 95 mm Länge. Sie ist differentiell gehärtet (PT) und hat an der Schneide ca. 60 HRC. Der skandinavische Anschliff reicht bis knapp über die Hälfte der Klingenbreite, anders als bei den meisten "neumodischen" Skandischliffen, wo meist nur das erste Klingendrittel oder sogar nur -viertel angeschliffen ist.


    Der Griff besteht aus Birkenmaser Grad AAA. Die Zwinge ist aus Neusilber, da ich eine zu Hause hatte die fast perfekt auf die Klinge passte, habe ich diesmal aufs Selberfeilen verzichtet. Stattdessen habe ich sie nur in der äußeren Kontur angepasst und poliert.


    Zunächst habe ich mit einem Bohrer, einem sehr dünnen Stechbeitel und einer kleinen Handstichsäge das Loch für den Erl vorbereitet. Den Erl des Messers habe ich auf Bohrerlänge gekürzt, da ich ihn nicht vernieten wollte (Bei einer guten Verklebung ist eine Vernietung auch nicht notwendig). Damit der Kleber mehr Angriffsfläche hat, habe ich Kerben in den Erl gefeilt und ihn über die Schleifhexe gezogen um eine sehr rauhe Oberfläche zu bekommen. Das Holzstück habe ich im oberen Bereich flachgeschliffen. Ebenso die Zwinge im unteren Bereich. Als Zwischenlage habe ich ein kleines Stück schwarzes Vulkanfiber verwendet.


    Den 2K-Kleber (UHU-Endfest aus dem Baumarkt) habe ich auf der Heizung vorgewärmt und anschließend gemischt. In der Zwischenzeit habe ich den Erl und die Zwinge mit Bremsenreiniger entfettet. Der Kleber wurde in das Bohrloch gefüllt sowie auf die Kontaktstellen gestrichen. Ich habe zwischendurch immer mal wieder die Klinge hineingeschoben, wenn noch kein Kleber wieder rauskommt, war zuwenig drin. Zum Schluss habe ich Kleberreste an der Klinge und an der Zwinge mit Verdünnung entfernt und dann das Messer über Nacht auf die Heizung gestellt:



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    Am nächsten Tag habe ich die Griffkonturen auf den Rohling übertragen und die äußeren Konturen dann heruntergeschliffen. Wichtig: Unbedingt die Klinge gut abkleben!!:

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    Nach den groben Außenkonturen habe ich mich ans Ausrunden des Griffs gemacht. Dabei habe ich immer die Stellen mit Bleistift markiert, die mich beim Greifen (oder optisch) stören.



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    Hier bekommt der Griff langsam seine endgültige Form:

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    Ich habe Schleifpapier mit zunehmender Körnung in folgender Reihenfolge verwendet: 60, 80, 120, 180, 220. Nach dem Schliff mit 220er Körnung, habe ich den Griff angefeuchtet und trocknen lassen. Zum Einen sieht man dann schonmal wie die Maserung später wirkt, vor allem aber richten sich dann noch die Holzfasern auf, die man anschließend schön glattschleifen kann:



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    Nachdem der Griff fertig war, habe ich die Zwinge nochmal poliert und anschließend das Messer 2 Tage in eine Mischung aus Leinöl, Balsamterpentin, Kamelienöl und Orangenöl gestellt.


    Für die Messerscheide habe ich dickeres Leder verwendet als bei meinem letzten Messer, war daher etwas schwieriger zu verarbeiten. Als Klingenschutz habe ich eine sehr ausschweifende Form gewählt, typisch finnisch eben. Das Messer habe ich komplett in Frischhaltefolie verpackt und dann die Außenmaße mit einem kleinen Lederstreifen auf die Schablone übertragen. Richtige Experten schaffen das ohne anschließend nochmal nachschneiden zu müssen, ich habe mir aber ein paar mm Sicherheitsreserve gegönnt:



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    Das ausgeschnittene Lederstück habe ich an den unteren Kanten ausgeschärft, nach unten hin muss es sehr dünn sein, sonst bekommt man es nicht um den schmalen Klingenschutz herum:



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    Das eingeweichte Leder (ich lasse es 20 Minuten in warmem Wasser liegen und packe es anschließend für 1-2 Stunden in eine kleine Plastiktüte) wird nun um das Messer herum angepasst und mit Klammern gesichert. Die dickeren Lederstellen können einen bei engen Radien zur Verzweiflung bringen, aber es hilft, wenn man das Leder von der Oberseite her nach unten "massiert". Für diese Arbeit bräuchte man eigentlich 3 Hände...



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    Am nächsten Tag habe ich die Klammern entfernt und die Naht angezeichnet. Das Leder ist nun schön fest geworden und bleibt in Form. Nach dem Vernähen auf der Rückseite (Ich habe naturfarbenen Zwirn genommen, der sich später mit einfärbt) habe ich die Nahtkante noch etwas geradegeschnitten und mit dem Falzbein begradigt. Auf der Vorderseite habe ich einfache Linienmuster eingeprägt.



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    Nachdem die Scheide komplett trocken war, habe ich sie mit schwarzer Lederfarbe eingefärbt. Als Gürtelschlaufe habe ich ein Stück braunes Leder verwendet, welches auf der Rückseite verdrillt und verknotet wurde. Es sieht nicht stabil aus, aber ich habe es mit eigener Körperkraft nicht kaputt reißen können!



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  • Gefällt mir mal garnicht, so was hässliches hab ich selten gesehen. :lol


    Am besten du gibts es mir Stefan, dann kan ich es fachgerecht entsorgen ;) .


    Du weißt ja, Neid muss mann sich erarbeiten... :beten


    MfG Bushdoc

    Auch dieses Jahr bietet Bushdoc´s School of advanced Survival and Bushcraft wieder folgende Kurse an:
    -Bushcraft ohne Busch
    -Survival ohne zu überleben


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