Wo lern ich´s ? Und was muss mit ??

  • Hi,


    Hab heute endlich nach langer Suche mir ein Kayak der Firma Prijon zulegen können womit ich die Werra der gesamten Länge nach lang fahren möchte, am Stück!


    Nun muss ich also auf mein Gepäck achten ! Was sollte auf jeden Fall dabei sein ?
    Aber am wichtigsten erscheint mir die Frage:
    ,, Wo erlerne ich am besten die Eskimorolle????"


    Das diese zum wichtigen Handwerkszeug bei einer Kayaktour gehört weiß ich, aber wo erlerne ich diese ??
    Der Selbstversuch ist ohne Unterstützung einfach zu heiß für mich!


    Vielen dank im voraus !
    :paddel

  • Ich würde mir an deiner Stelle einen Kaja-Verein suchen. Die haben Lehrer die dir bei bringen was du übers Kajakfahren wissen mußt.
    Und was du an Gepäck mitnehmen "könntest", hängt davon ab wie lange du unterwegs bist und nach deinen persöhnlichen Vorlieben.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Aber am wichtigsten erscheint mir die Frage:
    ,,Wo erlerne ich am besten die Eskimorolle????"


    Ich bin was das "Kajaken" angeht vollkommener Autodidakt. Nie professionelle Hilfe in Anspruch genommen, nie einen Kurs gemacht, nie "Bücherwissen zu ernst genommen", nur interessiert zugeschaut wie andere "Paddler" es machen und meine Schlüsse gezogen. Ich kam zum Kajak über die Vorgehensweise:


    1. haben wollen
    2. gebraucht kaufen
    3. einfach machen
    3. lernen (ein klein wenig Paddeltechnik, zunächst auf Seen, dann auf Fließgewässern)
    4. sicherer werden (mit üben der verschiedenen Paddeltechniken unter verschiedenen Bedingungen)
    5. insbesondere unter dem Aspekt "Gefühl für Boot, Paddel und Wasser" bekommen


    Die Eskimorolle ist nicht das Entscheidende! Wichtiger ist es nicht zu kentern! Ich musste auch schon ein paar Mal aussteigen. Jedesmal habe ich einen Fehler gemacht, der mir hoffentlich nicht noch mal passiert. Die Eskimorolle und die verschiedenen Techniken zum "Wiederaufrichten ohne auszusteigen" haben ihren Ursprung natürlich in den Bedingungen der Inuit. Große Wasserflächen, kaltes Wasser, keine Möglichkeit anzulanden. Da ist diese Technik natürlich überlebensnotwenig. Auf einem Fluss in hiesigen Gefilden ist das aber anders. Notfalls kann man das Boot verlassen und zum Ufer schwimmen. Mit Sicherheit ist die Beherrschung der Technik praktisch und sinnvoll. Es erfordert aber viel Übung!


    Wichtiger erscheint mir, dass man der Wassertemperatur entsprechende Kleidung trägt (im Sommer wird wohl meistens alles Mögliche reichen, ansonsten Neopren oder Trockenanzug) und vor allen Dingen eine Schwimmweste. Dann kann man auch mal kurz aussteigen ohne gleich zu erfrieren. Dazu noch in ruhigem Gewässer geübt, wie man nach einer Kenterung wieder ins Boot kommt und das Wasser aus dem Boot kriegt - fertig.


    P.S.
    Alle Hinweise ohne Gewähr von einem absoluten Paddelautodidakten, der nur auf Seen, Kanälen und sanften Flüssen mit seinem Seekajak unterwegs ist.
    Die Rolle kann ich noch immer nicht. Denke auch, dass ich sie nicht unbedingt brauchen werde, da ich auf dem Meer nicht unterwegs bin (Schärenpaddeln ausgenommen).


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

    Edited once, last by smeagol ().

  • Gehe in einen Verein. Dort bringt man es Dir bei zu rollen. Ich sag Dir nur gleich, daß es wirklich sehr schwer ist mit einem beladenen Boot zu rollen.


    Was Du mitnehmen Kannst? Ne Menge! :D Für den Rest schließe ich mich meinem Vorschreiber an. Vielleicht noch den bekannten rat das man sich fürs Wasser und nicht für an Land kleidet.

  • Was du als erstes lernst in einem Kurs ist die Eskimorolle ½ :)
    Das heisst kentern und dann unter Wasser aussteigen, erst ohne Spritzdecke und dann mit Spritzdecke.


    Ich bin genau anders als Smeagol, ich brauche jemand der mir am Anfang die Grundfertigkeiten richtig beibringt und dann kann ich gut alleine Weiter machen.
    Wildwasser Kurse helfen viel, natürlich muss man erst mal die Basic's sicher beherrschen um aufs wildere Wasser zu können.
    Ich war hier http://www.canadierkurs.de/Kajakkurse/kajakkurse.html Allerdings für Kanadier.
    Armin ist sehr günstig und wirklich kompetent. Solltest du wie ich nicht Autodidakt sein sind diese EUR 108 für die drei Kurse sehr gut investiertes Geld.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Ahoi :-)


    Bootstyp: Was für ein Prijon ist es denn ? Bei dem Thema kann man viele Fragen eigentlich nur beantworten wenn man weiss
    was für ein Boot es ist, da sonst die Antworten zu allg ausfallen.


    Es gibt sehr gutmütige Boote (Rumpfformen) die eine hohe Anfangs und Endstabilität haben oder einfacher
    ausgedrückt weniger "kippelig" sind als andere Boote. In der Regel hängt das dann direkt auch mit der
    erreichbaren Geschwindigkeit und Wendigkeit zusammen.


    Auch sind Laminatboote weniger robust, grad für Anfänger auf Kleinflüssen keine Empfehlung, ich hoffe du hast ein PE -Boot,
    aber da kann man jetzt viel spekulieren.


    Die Frage erübrigt sich zwar, da du ja bereits eines gekauft hast, aber immerhin lässt sich dann noch einschätzen
    wieviel Übung du benötigst, also du noch Zeit investieren solltest oder ob damit ein Kleinfluss überhaupt als Anfänger machbar ist.
    (Ich fahre inzwischen sogar mit meinem langem Seekajak Kleinflüsse obwohl es dafür überhaupt nicht geeignet ist und auch nicht
    emfehlenswert eigentlich)


    Direkt mit dem Bootstyp hängt auch zusammen was man als Gepäck mitnehmen kann und auch wie/wo man es verstaut.
    Müsstest du halt mal den Typ posten oder nen Foto bevor man darüber weiterreden kann.



    Eskimorolle:


    Musst du nicht beherrschen.
    Wenn man es kann ist es sicherlich nicht verkehrt, es gibt Cracks die das sogar mit einem Kanadier schaffen,
    aber unbedingt nötig ist es nicht.


    Wie Smeagol schon angedeutete hat wird diese auf großen Gewässern wichtig weil dort natürlich
    ein Wiedereinstieg in das Boot, im schlimmsten Falle ohne fremde Hilfe und bei schwerem Wetter schwer bis unmöglich wird.
    Viele Kleinflüsse sind auch schlicht zu flach dafür.
    Häufig kann man ein kentern durch die richtige Ausgleichsbewegung verhindern bzw auch durch den richtigen Paddelschlag,
    nennt sich "stützschlag" , auch das kann man prima am Badesee lernen.


    Ich mache übrigens jedes Jahr immer erstmal einen Ausflug zu nem See (bei mir meisst der Süße See bei Eisleben)
    um das Gefühl wieder reinzubekommen... allerdings ist mein Boot (das Barracuda von Prijon) wirklich ein
    kleines Miststück und seeeehr kippelig. Aber es ist dann auch wie Radfahren, wenn man es einmal raus hat geht's.


    Wichtig ist das man auch beim Kentern ruhig und besonnen reagiert und auch unter Wasser schnell aus dem Boot herauskommt.
    Zb das man die Spritzdecke ruhig löst (bei meinem sitzt sie zb sehr fest) und dann aus dem Boot unter Wasser rausschlüpft,
    dazu gehört dann auch entsprechende Kleidung so das man nicht evt irgendwo hängenbleibt,
    dabei auch weder Boot noch Paddel verliert usw.


    Hat das Boot Schotts hat man schon viel gewonnen, so kann man es aufrichten und (auf einem ruhigem See/Fluss) das Ufer anschwimmen.
    Für Boote ohne Schotts gibt es noch extra Auftriebskörper zu kaufen bzw eine sogenannte "Seesocke" / "Kentersack" emfehlenswert.
    So verhindert man wenigstens ein volllaufen oder gar sinken des Bootes.
    Ob man das Boot ans Ufer retten kann ist natürlich trotzdem abhängig von der Situation.


    Es gibt gutmütige Boote bei denen auch ein Wiedereinstieg möglich ist... (bei meinem Seekajak zb wird das aber zur Artistik. ich kann es nicht)


    Das lässt sich alles leicht an einem See üben. Am besten zu 2t aber ich habs letztlich auch alleine gemacht am Kinderstrand...
    da benötigt man halt gut Humor weil naja man machst sich schon etwas zu Ei dabei aber was solls :-)


    ----


    Zubehör:


    Beim Paddel musst du für den Anfang nicht zu viel Geld ausgeben. Leichte und Stabile Carbonpaddel kosten schnell mehrere 100 Euro.
    Es tut aber auch ein "normales" Paddel um die 50.- . Ob ein Paddel drehbar sein soll oder nicht darüber gibt es in der Paddelszene
    mehr Diskussionen als bei uns hier über das beste Messer :-) . Das ist eher Geschmackssache, ich paddle zb ohne Drehung der Blätter.


    Wichtiger ist die richtige Länge des Paddels ! Wie groß bist du denn ?
    Die Paddellänge ist abhängig von der Körpergröße, dem Boot und auch dem was man machen will.
    Ich bin zb rund 190cm und mein Paddel ist mir mit edit/korrektur 232cm einen Tick zu kurz...
    Aber wie schon angedeutet sind die richtigen Paddel eine Wissenschaft für sich und 3 Paddler bedeutet hier auch 3 verschiedene Meinungen.
    Das Gewicht des Paddels (Carbon siehe oben) macht sich auf längeren Touren schnell bemerkbar,
    gute Paddel haben auch einen hohen Wiederverkaufswert, kommt halt drauf an wieviel du investieren willst oder kannst.


    Spritzdecke ist sehr praktisch da man sich eig IMMER Wasser ins Boot "schaufelt" auch wenn es nur wenige Tröpfchen sind
    kommen da nach einiger Zeit LITER zusammen. Eine Spitzdecke ist daher recht praktisch.
    Ich selber nutze meine eigentlich nie... das ist mir in den wärmeren Monaten einfach zu warm drunter.


    großer Schwamm... brauch man wenn man auf eine Spritzdecke verzichtet, der hält das Boot trockener. XD
    Vertrau mir, so ein guter Schwamm ist ein elementares Ausrüstungsstück.


    Schwimmweste muss gut sitzen. Da ruhig mal informieren. Eine schlechte Weste ist nicht unbedingt besser als gar keine Weste.
    Ich nutze zwar nie eine auf Kleinflüssen, und auch viele andere Paddler nicht, aber man sollte sich da nicht an anderen orientieren !
    Hast du auch nur einen Funken an Unsicherheit zieh ne Weste an.
    Es ist natürlich auch noch ein unterschied ob man auf einem Kleinfluss oder Strömen wie der Elbe unterwegs ist,
    auf zb der Elbe würde ich auch erfahrenen Paddlern eine Weste dringend empfehlen, alles andere ist absoluter Leichtsinn.
    Die Strömung auf solchen großen Flüssen ist oft beträchtlich... sie sehen nur "ruhiger" aus, das täuscht aber gewaltig.
    So hat die obere Saale (je nach Wasserstand) oft nur 4km/h kommt einem aber durch den kleinen und wendigen Verlauf
    mit Flachwasser und kleinen Stromschnellen usw viel schneller vor...
    wärend die Elbe zb im Bereich des Elbsandsteingebriges 6-8km/h Strömung hat es aber erstmal viel ruhiger aussieht.
    In der Elbe ertrinken jedes Jahr leichtsinnige Bader und Paddler...


    Auftriebskörper / Seesocke bzw Kentersack siehe weiter oben, kommt auf dein Boot an !


    Bootswaagen wirst du schnell lieben lernen. Auch hier muss man erst mal nicht viel Geld investieren.
    Ich habe einen für 50.- , einen Billignachbau der für kurze Strecken aber genügt.
    Wenn du erst mal auf einem Fluss warst mit mehreren Umtragestellen pro Tag und dein Boot X-mal aus und einräumen musst,
    besonders natürlich wenn man alleine unterwegs ist, lernt man diese Investition schnell schätzen.


    ---


    zum Paddeln lernen an sich:


    das kann man auch ohne Verein. Ist wie bei anderen Dingen auch, man muss langsam und mit Vernunft herangehen.
    es gibt ja überall Kajak und kanadierverleihe und die werden auch an völlige Laien vermietet.
    das sind natürlich auch boote die anfängertauglich sind... aber vorallem auch Flüsse die anfängertauglich sind.
    daran kann man sich auch etwas orentieren, also für die erste Flußtour einen Abschnitt wählen auf dem auch Leihboote fahren.


    Für die ersten Tests aber echt nen See nehmen mit Flachwasser / Strandabschnitt :-)
    Auch das ein und austeigen in so ein Kajak will erstmal geübt sein.
    Hast du ein flaches Ufer / STrand kannst du zb die einfachste Variante nehmen, den "Robbenstart" ,
    also das Boot halb aufs Ufer legen, halb ins Wasser und dann mit "Arschwackeln" und Händen langsam ins Wasser gleiten lassen.
    Andere Methoden wie Paddelbrücke kann man sich ebenfalls selber beibringen, die Technik ist leicht begriffen,
    aber üben muss man es halt.
    Viele Grundtechniken lernt man sozusagen automatisch beim herumspielen.
    Zb wie stark man das Boot auf die Seite legen kann (Ankanten) bevor es umkippt, wie man enge wenden paddelt,
    wie man durch gezielte Paddelschläge ein kentern verhindern kann usw,
    das lässt sich alles auch mit Versuch und Irrtum (und viel Selbst-Humor) an einem schönem flachen Seeufer üben.
    Vieles hat auch einfach mit einer wortwörtlichen "die Arschruhe weghaben" zu tun...
    Als Anfänger neigt man zu hektischen Bewegungen was dann unweigerlich ein Kentern zur Folge hat was durchaus
    frustrierend sein kann bis man dann merkt das eigentlich in der Ruhe die Kraft liegt.
    In dem meissten Fällen wirft der Anfänger das Boot selber um und nicht etwa eine Welle bzw kann man auf einem See
    relativ sicher auch Querlaufende Wellen üben.
    Das wird später wichtig auf Flüssen mit Bootsverkehr.
    Du musst einfach wissen wie dein Boot auf Querwellen reagiert bzw es möglichst mit Bug oder Heck in die ankommende Welle drehen,
    was bei einem Motorboot oder Dampfer der von hinten kommt natürlich zusätzlich schwierig ist.
    Viele der Techniken sind im Grunde aber wirklich so einfach wie Radfahren und in der Theorie sehr schnell begriffen.
    Ob man sich darüber nun Im Internet informiert, ein Buch kauft oder nen Kurs macht,
    die Techniken sind selber nicht so das Problem sondern es ist einfach nur das Üben.
    Und das geht sehr schnell... natürlich rede ich jetzt nicht von Wildwasserfahren das ist ne ganz andere Sache !
    1 Ausgiebiges Wochenende auf einem See sollten reichen um dich Fit für deine erste einfache Flusstour zu machen.
    Vieles hat auch mit einer gewissen Selbstsicherheit zu tun dh wenn man sich unsicher ist neigt man dazu Fehler
    zu provozieren. Das ist auf einem See harmloser als auf einem Fluss.
    Umgekehrte gilt aber das selbe:
    ist man sich unsicher -> bleiben lassen. auch später.
    Auch heute noch schaue ich mir kleine Schüttwehre jedesmal genau an, auch wenn ich diese (wie das bei Naumburg)
    schon gefahren bin, ist es je nach Wasserstand wieder anders und wenn auch nur der geringste Zweifel besteht lass ich es
    und umtrage. naja mit dem Seekajak kann man eh keine Wehre fahren.... dafür ist es einfach zu lang und nicht wendig genug.
    Das kann man aber auf alles übertragen.



    noch ein paar Sachen am rande:


    Auf Flüssen die als Bundeswasserstraße deklariert sind muss dein Boot einen Namen haben, beidseitig.
    Ausserdem gilt die 0.5 Promillegrenze auf Bundeswasserstraßen für die absolute Fahruntauglichkeit.
    Das sind bereits 2 große Bier !
    Diese gilt für alle Bootsführer, auch für Paddler.
    Wird man erwischt droht auch der Verlust des Führerscheins fürs Auto,
    obwohl im Straßenverkehr die Grenze höher liegt (atm glaube 1.6) zählt in dem Fall die Grenze für die Wasserstraße !
    Ob die Werra Bundeswasserstraße ist weiss ich jetzt nicht, aber das lässt sich leicht herausfinden.
    Bei uns ist zb die Saale von der Elbe bis Halle-Containerhafen Bundeswasserstraße.



    ===========


    :paddel


    falls dir noch Zubehör fehlt, ich kann dir den Shop hier empfehlen. hab dort schon einiges bestellt und war biher nichst zu beanstanden.
    Preise sind auch fair. http://www.arts-outdoors.de/Shop/

  • Vielen dank für eure vielen Vorschläge!


    Zu Krupps Beitrag ein paar Antworten:


    Es handelt sich um einen Tourenkanadier (Prijon Taifun) aus PE, mit 330 cm länge und einer sehr gutmütigen Rumpflienie die nicht zu kippelig ist . Verbaut sind bereits drei Auftriebskörper und eine Spritzdecke gab es sogar dazu (ebenfalls Prijon passend zur Baureihe).
    Zu meiner Erfahrung kann ich lediglich 300 - 350 Km Flusswanderung in einen Doppelkajak vorweisen auf dem wohl gutmütigsten Paddlerfluss Deutschlands, der Spree, welche ich ohne Zwischenfälle absolvieren konnte. Aber bei dieser Tour hatte ich immer nur Tagesgepäck und Angelausrüstung dabei, nichts davon sah eine Übernachtung am Fluss vor!


    Zwecks Ausstieg aus dem kenternden Boot: Ich rechne nicht mit einer panischen Reaktion wegen eines solchen Zwischenfalls (ehemaliger Anwärter der Marine bei der tauchenden Truppe) aber dennoch möchte ich, da ich nicht nur Flüsse damit befahren will in der Lage sein mich auf dem Wasser wieder aufzurichten.


    Bei der Tourenplanung stehe ich vor einem Zeitfenster von 7 Tagen auf dem Fluss (die ich auch zum Angeln nutzen werde) Alles weitere ist für mich eher Neuland !
    Ich hoffe auf einen Tagesablauf der sich nach den Grundbedürfnissen richtet:
    :paddel :schlaf :tarp :hobo
    Nur wie ich das ganze platzsparend umsetze weiß ich nicht !
    Darum nehme ich gern weitere Ratschläge entgegen !


    LG Blumenstein

  • Du sprichst von diesem Kajak? http://www.kanu-oberbayern.de/prijon2.html
    DAs ist ein WW Kajak, das heisst drehfreudig. Aber du hast ja einiges an Gepäck dann liegt es etwas tiefer und das macht es ruhiger.
    Sind die Auftriebskörper ganz an den Enden, sind sie Aufblasbar? Dann kannst du mindestens die hälfte Luft rauslassen oder ganz weg lassen wenn der Platz knapp wird. Dein Gepäck macht auch Auftrieb.


    Zum Packen, nimm dir genügend Zeit zu Beginn ist es ein Ausprobieren was wo hin soll. Einerseits wegen dem Platz und andererseits wegen dem Gleichgewicht. Das Kajak soll gerade im Wasser liegen wenn du drin sitzt, auch seitlich.
    Nimm viele kleine Wasserdichte Säcke die kannst du besser verstauen als ein oder zwei grosse. Ganz wichtige Sachen in zwei Säcken verpacken. Die Rollverschlüsse sorgfältig rollen es darf keine Falten geben


    Mit deinem Hintergrund bei der Marine musst du dir wirklich keine Sorgen machen wegen dem Ausstieg unter Wasser. Das Hauptproblem bei diesem Ausstieg ist Ungeduld gefolgt von Hast und dann Panik. Aber du weisst ja das atmen überbewertet wird. ;)


    Vielleicht hast du die Möglichkeit Klebeösen auf das Deck zu machen. Die sehen so aus http://knickschiff.blogspot.ch/2013/02/gepack-deck.html Dann kannst du leichte Sachen an Deck transportieren, z.b. die Fischerrute oder leichte Kleider in einem dichten Sack. Es macht natürlich den Schwerpunkt höher.


    Wichtig ist, dass du es machst, es wird einiges schief gehen oder fehlen, aber das macht nichts.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Krupp hat ja schon viele wichtige Punkte angesprochen.
    Möchte bzgl. "was muss man können" 2 Dinge ansprechen, die man auf jeden Fall üben muss, ganz egal auf welchem Fluss man fährt.


    1.)
    Wie kommen ich ein Kehrwasser.
    Das ist nix schwieriges. Aber nicht wissen wie, machts "zum Anhalten" bzw. "Anufern" an einem schneller fliessenden Fluss doch erheblich schwieriger, beim Wildwasser evtl. unmöglich.


    2.)
    Zur Sicherheit: Was mache ich wenn mich die Strömung auf ein Hinderniss zutreibt und ich nicht ausweichen kann.
    Hier keinesfalls, was ein Anfänger oft automatisch macht, vom Hinderniss wegkippen, sondern zum Hindernis kippen um sich dort mit dem Paddel "abzustützen". Nur so kann das Boot wieder vom Hinderniss "weggeschoben" werden. Das Hinderniss kann z.B. auf einem Fluss auch ein Brückenpfeiler sein. Im Wildwasser Thema Prellwasser.


    Alles andere, vor allem die Sicherheit im Boot, die "Kippeligkeit" ist Übungssache. Und natürlich reagiert das Boot voll beladen ganz anders als leer. Einfach testen um zu wissen welche Kraft / Druck in den verschiedenen Situationen aufs Paddel muss.


    Ach ja, wenn Du irgendwann mal einen Tourenkanadier per Eskimorolle und Stechpaddel aufrichten kannst ... das werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr hinkriegen.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Moin :-)


    Hui das ist ja ein winziges Boot... das ist ja nun gleich ein ganz extremes Beispiel.


    Oke erstmal eine kleine Klugscheisserei :-)
    Als Kanadier bezeichnet man die offenen Boote die man mit Stechpaddel paddelt. Deines ist ein Kajak.
    Und als Tourenkajak würde ich es auch nicht einstufen,
    Tourenkajaks (auch wenn das keine feste Definition ist, sondern eher ein Marketingbegriff)
    sind auf Gepäckfahrten ausgelegt und haben in der Regel Ladeluken (und damit Schotts), Gepäcknetz usw.
    Das aber nur nebenbei , tut ja eigentlich nichts zur Sache wie man es nennt.


    Ist halt ein normales kleines "klassisches" kajak und das soll ja nicht bedeuten das man damit nicht auch fahren kann.
    Es ähnelt ein wenig dem kleineren PU-Boot meines Kollegen, wobei seines glaube knapp 4 Meter ist.
    Mein Kumpel ist circa 180cm schätze ich mal, er muss sich beim Gepäck schon stark einschränken,
    fährt mit dem Boot aber auch jährlich 1-2 Wochentouren. Geht alles.
    Er hat (wie von Draussen auch vorgeschlagen) auf seinen Booten ebenfalls zusätzliche Ösen angebracht
    um einen Bootswagen zu transportieren oder eben einen Packsack mit leichtem Zeug (zb Schlafsack) .
    Auf dem Foto sieht man ihn allerdings in seinem Laminatboot, ist aber von den Abmessungen gleich.



    Solche Ösen solltest du bei dir auch anbringen.
    Kannst du wenn es nicht beim paddeln stört auch vorn und hinten machen.
    Dort dann Packsäcke mit Kleidung oder Schlafsack, die Isomatte drauf und du hast schon etwas
    Ladevolumen gespart.
    Auch das mit den Auftriebskörpern sehe ich genauso wie Draussen.
    Wenn du eine Woche unterwegs sein willst wirst du die wohl ganz rausnehmen müssen sonst hast du ja gar
    keinen Stauraum.
    Irgendwo müssen ja auch die schwereren Sachen noch untergebracht werden, Nahrung, Trinkwasser, Kochgeschirr zb
    Mein Kollege bekommt bei sich sogar nen Gaskocher und ein 2er Iglu mit ins Boot,
    ich frage ich aber ehrlich gesagt jedesmal wie er das hinbekommt :-)
    Ist halt auch Erfahrungssache.


    Das was du auf kleinen Wandertouren dabei hast solltest du jedenfalls auch in das Boot bekommen,
    emfehlenswert ist aber zusätzliche warme Wechselkleidung... für den Fall der Fälle.


    Sinn macht dann aber der sogenannte "Kentersack" auch als "Seesocke" bezeichnet.


    EDIT: da ich mir über die richtige Bezeichnung selber nicht so ganz sicher war hab ich nochmal bissel im netz gegoogelt,
    damit das hier jetzt aber keine Editschlacht-wird gehe ich im Folgebeitrag darauf ein.
    Es geht dabei aber nur um den Begriff...



    Die Öffnung des Sackes ist mit der Kajaköffnung verbunden und der Paddler sitzt dann in diesem Sack.
    Kentert man nun, läuft das Wasser nur in den Sack und nicht ins ganze Boot.
    Läuft das Wasser nämlich bis in die Rumpfspitzen kann man es durch anheben einer Spitze nicht mehr aus dem Boot bekommen.
    Alternativ kann man das Kajak auch durch eine schnelle Drehung aufrichten.
    Bei dem langen Barracuda musste ich es Anfangs paar mal so machen, ich greife dann über den Rumpf und drehe es dann um.
    An der Seite hochheben geht schlechter, nach meiner Erfahrung.
    Wichtig ist das man das Kajak zügig umdreht da das meisste Wasser eindringt wenn es seitlich liegt.
    Besser ist aber wie oben geschrieben die Methode das Kajak an einer Spitze anzuheben so das das Wasser herauslaufen kann
    und dann auch aus dieser Position heraus umdrehen.
    Das geht nicht immer, kommt auch auf das Boot an und wie es beladen ist und wie Seegang oder Strömung sind usw,
    bei deinem kurzem Boot sollte es aber machbar sein.
    Kann man auch alles prima am Badesee ausprobieren. Haben die Leute was zum Lachen.
    Ausserdem erleichtert die Socke dann natürlich auch das Restwasser aus dem Boot zu bekommen indem man die Socke
    nach aussen stülpt.
    Soweit in der Theorie, in der Praxis ist das natürlich auch abhängig von der Situation,
    aber eine Seesocke ist immernoch besser als gar kein "Schott" zu haben.
    Kostet nicht die Welt und gibt es bestimmt als Originalzubehör (ist zu emfehlen denn sie muss absolut passen)
    von Prijon zu kaufen.


    Was meiner Meinung nach auch dabei sein sollte ist ein Stück Seil.
    Du kannst dir ja auch an der Rumpfspitze dafür noch eine Öse aufkleben, allerdings sollte man diese
    Klebestellen auch nicht zu stark belasten. Es ist aber von nutzen wenn du zb mal durch Flachwasserstellen
    waten musst und ähnliche situationen.
    Apropo waten... besorg dir auch ein paar Paddelschuhe. Leider sind manche Flussufer in Deutschland die
    reinsten Müllhalden.


    Tja und dann halt ausprobieren. Am besten vor der großen Reise. :Mädchen


    =======================


    naja noch ein Nachtrag mit meiner Ausrüstung, eventuell bringt dir das ja auch was zum Vergleichen:


    Mein Seekajak (Prijon Barracuda) ist im übrigen trotz der enormen Länge (540cm etwa) auch kein Raumwunder,
    im Gegenteil. Dadurch das es extrem schmal gebaut ist, ist das Ladevolumen eher gering.


    Viel mehr als mein Kollege oben auf dem Foto bekomme ich in mein Boot auch nicht rein, obwohl es circa 1.5 Meter länger ist.
    Sperriger Kram wie der zerlegte Bootswagen werden jedes mal zum TETRIS-Spielen.
    Den transportiere ich aber nach diversen Pack-Experimenten inzwischen auf dem Achterdeck.


    Da das Gewicht (im Gegensatz zum Wandern) eine kleinere Rolle spielt als das Packvolumen gönne ich mir da schon kleine Extras.
    Zum einen habe ich den großen schweren Kohlenanzünder-Hobo dabei, in den Hobo werden dann eben auch Dinge gepackt (zb Nahrung),
    und auch die kleine Eisenpfanne gönne ich mir meisstens, paar Kartoffeln passen einzeln immer irgendwie ins Boot XD


    Weiterhin sind dabei (wenn ich es mir spontan durch den kopf gehen lasse, ist eventuell nicht ganz vollständig)
    - dosenkocher und kleine flasche Spiritus falls es doch mal kein Holz gibt (war selten nötig)
    - kleiner Topf, Löffel, Fiskarsmesser, Wasserdicht verpackte Streichhözer, Feuerzeug hab ich als Raucher auch noch
    - kleines Notfallpäckchen und Hygienekram (klopapier !)
    - Tarp, Schnur und im Boot auch ein paar Häringe (auf die Häringe verzichte ich meisst zu Fuß)
    (das Tarp wird aber eventuell demnächst durch ein 1-Personenzelt ersetzt wenn ich dann mal eine Wahl getroffen habe welches)
    ein Paddel an einen Baum gelehnt ergibt im übrigen eine brauchbare Firststange fürs Tarp wenn man mag.
    - Schlafsack und Isomatte
    (Isomatte als Sperrgut nervt mich jedes mal, die bekomme ich grad so in das Bugschott und wird daher meisst auf dem Boot befestigt).
    - 5 Liter Kanister Trinkwasser im Boot


    - Lebensmittel meisst nur Reis, Nudeln, Brühwürfel, Tomatenmark, und so kleine 120gr Wurstdosen / thunfisch,
    kein Gourmetessen aber für ein paar Tage ist das ja kein Ding.
    Ich nutze solche kleinen Tonnen wie man sie kennt aus der Sportabteilung (zb Eiweisspulver) dort hab ich alles drinnen
    was nicht Nass werden soll. Da passt eine Menge rein... Pfund Mehl, Milchpulver, der Reis, Teebeutel, Kaffe ect.
    alles nochmal in Tütchen aber da geht's mir nur um die Ordnung. Die Tonne verhindert halt das die Beutel kaputt gehen oder
    unkontrolliert im Boot herumkullern. In so ne Tonne bekommt man, wenn man sich einschränkt, Lebensmittel für 1 Woche .


    - warme Wechselkleidung (naja im Sommer nicht)
    - Poncho
    - Hut (Hut beim paddeln ganz wichtig im Sommer sonst brät dir das Hirn und der Nacken) , nicht lachen !
    selbes gilt für Sonnenbrille auch... genauso wie Sonnencreme. Das Sonnenlicht reflecktiert im Wasser zusätzlich, das glaubt man nicht
    bevor man es nicht selber durch hat. Ich hatte mal Sonnenbrand an den Ohren inklusive das sich dort einige Tage später
    die Haut abgeschält hat...
    - Zeckenzange (hab mir beim paddeln mehr Zecken eingefangen als im Wald)
    - Fotokram...


    tjo ich glaube das wars eig schon, also eigentlich garnicht so viel. aber mehr würde auch nicht in mein Boot passen.
    nagut, meisst passen auch noch ein paar :drunk mit ins Boot .


    Früher als ich noch mit dem Schlauchkanadier unterwegs war hatte ich solche Sorgen nicht.
    Der war aber auch ein Container-schiff und auch genauso langsam :lol
    Dafür konnte man da bequem alles Mögliche mitnehmen, besonders Dinge die man nie braucht ^^ .

  • Nochmal kurz zu der Seesocke.


    Beim nochmal quer lesen im Netz und auch mal guggen ob es das zb als Originalzubehör gibt ist mir aufgefallen
    das man unter dem Begriff "KENTERSACK" teils ganz anderes Versteht, bis hin zu einem Packsack.
    Unabhängig davon wie man es nun im deutschen am häufigsten/besten bezeichnet,
    habe ich ja trotzdem das Funktionsprinzip (hoffentlich) nachvollziehbar beschrieben.


    Ich selber kannte das auch nicht bis zu einer ODS-Paddeltour vor glaube 3 Jahren.
    Googelt also besser nach "Seesocke" nicht nach Kentersack wenn ihr es noch etwas genauer wissen mögt.
    Man stösst dann ua auf ein Zubehör für das Nortic Navigator (Faltboot) und ich glaube der "Stoppelhopser" (Ods-user),
    hatte damals sogar eben jenes Boot.
    Wenn ich den englischen Fachbegriff auch noch herausbekomme schreib ich es dann hier auch noch.


    Ist auf jedenfall eine Interessante Lösung für Boote die keinen abgeschotteten Bug bzw Heck haben.

  • Hab nach mehreren Tagen auf der Suche nach einer ,, Seesocke" oder ,,Kentersack" beschlossen, ohne ein solches Zusatzschott auszukommen.
    Ist irgendwie auch nicht zu finden, außerdem habe ich mal mein Probegesessen und festgestellt das ich auf jeden Fall einen Auftriebskörper aus dem Rumpf nehmen muss um mein Fahrgestell da irgendwie rein zu bekommen !


    Wenn ich dann noch die hinten rausnehme um den ,, Kofferraum" damit nutzen zu können habe ich denke ich genug Auftrieb über mein Gepäck, welches in wasserdichten Packsäcken verstaut ist. :paddel

  • http://www.out-trade.de/de/ind…?cat=WG79&product=A000928


    ;)


    Brauchen tust du sowas nicht grundsätzlich , es ist eben nur eine Alternative zu Auftriebskörpern.
    Kommt aus dem Faltboot/Seekajakbereich.
    Aber man muss das nicht unnötig verkomplizieren. viele, viele Jahrzehnte sind Paddler auch
    ohne Auftriebskörper, Schotts oder gar Seesocken ausgekommen ;-)


    Zumal wenn du ein guter Schwimmer bist, lass dich nicht verunsichern. :-)

  • Auftrieb braucht man nur um das Boot nach einer Kenterung bergen zu können, ohne Auftrieb sauft das Boot ab. Je wilder der Fluss um so mehr Auftrieb braucht es damit es vom Wasserdruck nicht runtergedrückt wird. Bei einem ruhigen Fluss reicht dein Gepäck damit es oben bleibt und du es an Land ziehen kannst.


    Liebe Grüsse
    draussen