Orientieren nach der Sonne, schön wärs`?!

  • Ich frage mich auch, wie genau man die Ortszeit bestimmen muss um verlässliche Richtungen zu bekommen.
    Ich denke man wird den Längengrat benötigen und der Breitengrad ist ohne Bedeutung. Wenn man also den Längengrad bestimmen kann, müsste man sich doch die Ortszeit errechenen können. Sofern man weiß, auf welchem Längengrad der "Messpunkt" für die Mittlereortszeit der aktuellen Zeitzone liegt.
    Liege ich da richtig mit der Theorie oder habe ich da nen Knick in meiner Logik?

    LG Rainer

    Das Beste Messer der Welt, ist das Messer, dass man dabei hat, wenn man eins braucht!

  • Es geht ja um Orientierung und in dem Zusammenhang um die Bestimmung einer Himmelsrichtung. Ohne Hilfsmittel sind wir nun mal Hilflos. Ausser wenn wir uns von allen Zwängen befreien, vor allem von dem Zwang alles bis ins kleinste Detail messen zu wollen.


    Sollte man in die Situation geraten nicht mehr zu wissen wo man genau ist und wohin man gehen muss, sollte man sich zu aller erst von dem Zwang lösen dies sofort heraus finden zu müssen. Ziemlich sicher nützt einem die Himmelsrichtung auch nicht viel.


    Man kann zum Beispiel den Punkt markieren an dem man ist und aus welcher Richtung man gekommen ist. Danach geht man immer in Sichtweite um die Markierung herum und findet so vielleicht seine eigene Spur. Wenn nicht ist es Zeit für einen Tee. Während dem Tee trinken macht man sich Gedanken über den weiteren Verlauf der eigenen "Rettung". Man weiss ja ungefähr wie späht es ist, daraus lässt sich der nächste Schritt ableiten. Zum Beispiel Nachtlager bauen oder nochmals eine Markierung machen in Sichtweite der ersten Markierung um nochmals seine Spuren zu suchen.


    Die Himmelsrichtung, sollte sie tatsächlich von Interesse sein kann man eventuell auch an Hand von Witterungsmerkmalen abschätzen.


    Dies ist natürlich auch Theorie denn, wer geht schon in unbekanntes Gebiet ohne mindestens einem Navigationsmittel.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Ich interessieren mich gerade persönlich für die exakte Ortszeit nur aus neugier.
    Ich möchte es einfach nur wissen. Wie Krupp auch. In mir ist dieser kleine Klugscheißer, der wissen möchte, wie es geht und wie man es macht wenn man denn wollte. Ich glaube es hat nur noch recht wenig mit Survival zu tun, sondern eher mit kindlichem Wissensdrang. ^^


    Hier mal ein kleines Filmchen zur WOZ . Nicht hilfreich aber ein wenig belustigend. ;)
    Wer sich fragt mit welchem Progamm der Himmel erklärt wurde. Also die Sternenbilder usw, der kann sich das Progamm auch herunter laden. Ist kostenlos. Sucht einfach nach Stellarium. Habe es getestet. Ist wirklich interessant und hat ein paar nette funktionen.


    Aber ich glaube, wir werden nie erfahren, wie man draußen die genaue Ortszeit bestimmen könnte. Das geht nur mit Uhr. Und wenn ich ne Uhr habe, egal ob analog oder digital, kann ich mich orientieren und brauche die WOZ nicht mehr. :schlaubi

    LG Rainer

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  • Ich frage mich auch, wie genau man die Ortszeit bestimmen muss um verlässliche Richtungen zu bekommen.
    Ich denke man wird den Längengrat benötigen und der Breitengrad ist ohne Bedeutung. Wenn man also den Längengrad bestimmen kann, müsste man sich doch die Ortszeit errechenen können. Sofern man weiß, auf welchem Längengrad der "Messpunkt" für die Mittlereortszeit der aktuellen Zeitzone liegt.
    Liege ich da richtig mit der Theorie oder habe ich da nen Knick in meiner Logik?

    Stimmt genau! Hat aber eine eingebaute Tretmine für's Verrechnen.


    Der geografische Kreis hat eine 360er-Teilung, der Zeitkreis eine 24er Teilung. Eine Länge bezieht sich auf Bogenminuten und Bogensekunden, während Zeitangaben sich auf Zeit-Minuten und Zeit-Sekunden beziehen. :ilvgrimm


    Weiß man also vorher die ungefähre Länge des Zielgebiets, kann man die Abweichung der dortigen Ortszeit zum Referenz-Längengrad der Zeitzone berechnen. Und wenn jeweils 15° geografische Länge 60 Minuten auseinanderliegen, ist ein Bogen-Grad Längenabweichung vom Referenzlängengrad eben 60 min/15° = 4 min/1° = vier Minuten pro Längengrad. Wie unerheblich die Zeitdifferenz bei sechs Nachkommastellen in einer Google-Maps-Koordinate ist, kann sich jetzt auch jeder selbst ausrechnen. :D


    So kann man aber z.B. die Outdoor-Uhr auch vorab schon mal auf die Ortszeit des Zielgebiets einstellen. Und hat dann auch nicht ganz so krude Abweichungen, wenn man dann z.B. im Westen Spaniens mit amtlicher MESZ auf dem Zifferblatt eine Orientierung mit dem kleinen Zeiger versucht... :unschuld


    Der Breitengrad wäre nur für's Berechnen der örtlichen Tageslänge interessant. Die ist aber für eine hilfsweise Orientierung unerheblich. Und richtig übel kompliziert! :wallbash

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

  • Ich interessieren mich gerade persönlich für die exakte Ortszeit nur aus neugier.
    Ich möchte es einfach nur wissen. Wie Krupp auch. In mir ist dieser kleine Klugscheißer, der wissen möchte, wie es geht und wie man es macht wenn man denn wollte. Ich glaube es hat nur noch recht wenig mit Survival zu tun, sondern eher mit kindlichem Wissensdrang. ^^

    Wenn Du's ganz genau wissen willst, brauchst Du etwas mehr als nur ein Wochenende, schönes Wetter, eine Hochebene mit unverbaut freier Sicht nach Osten und Westen. Und eben einen möglichst aufrechten Hinkelstein, der einen spitzen Schatten wirft.

    Quote

    Aber ich glaube, wir werden nie erfahren, wie man draußen die genaue Ortszeit bestimmen könnte. Das geht nur mit Uhr. Und wenn ich ne Uhr habe, egal ob analog oder digital, kann ich mich orientieren und brauche die WOZ nicht mehr. :schlaubi

    Ich versuch's nochmal. :D


    Mittag nach WOZ ist, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat. Dann steht sie genau im Süden. Steht die Sonne also mittags nicht genau im Süden, geht nicht die Sonne falsch, sondern die Uhr auf die man so zweifelnd schaut.


    Und weil's Schlag Mittag sowohl vom Vormittag als auch zum Nachmittag gleich lang ist, geht's auch bis Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gleich weit zum Horizont.


    Jetzt geht irgendwann an einem strahlenden Morgen irgendwo östlich des Hinkelsteins die Sonne auf. Erst mit dem oberen Rand, dann mit dem unteren Rand. Um gedanklichen Spliss gleich im Keim zu ersticken, markieren wir kurzerhand beide Zeitpunkte im Schattenwurf des Hinkelsteins und bilden daraus die Mitte.


    Dieselbe Prozedur wiederholen wir abends, wenn die Sonne nach diesem wunderschönen Tag irgendwo westlich wieder untergeht. Zuerst mit dem unteren Rand, dann mit dem oberen Rand. Auch hier bilden wir die Mitte aus den beiden Punkten.


    Die Verbindungslinie der so er-mittelten Punkte bei Sonnenauf- und -untergang läuft exakt in Ost-West-Richtung. Unabhängig von der Jahreszeit. Natürlich nur im Rahmen der Strichbreite eines Hinkelsteins, aber immerhin deutlich weniger fehlerbehaftet als gewisse Stöckchenmethoden am Anfang dieses Threads.


    Zu den Tag- und Nachtgleichen liegen sich Sonnenauf- und -untergang genau gegenüber. Auf der Ost-West-Achse. Und weil dann Tag und Nacht exakt gleich lang sind, Mittag WOZ noch immer auf 12:00 im Süden fällt, ist dann bei Sonnenaufgang 6:00 und bei Sonnenuntergang 18:00. Weil Vor- und Nachmittag immer genau eine halbe Tageslänge lang sind. Und nur der Vollständigkeit halber: Mitternacht WOZ ist immer genau im Norden, nur eben in hiesigen Breiten mehr oder weniger unsichtbar unter dem Horizont.


    Nach der Tag- und Nachtgleiche im September sinkt der Sonnenhöchststand zur Mittagszeit immer weiter. Und mit ihm auch die Punkte auf der Sonnenumlaufbahn, an denen es zur Tag- und Nachtgleiche einmal 6:00 im Osten und 18:00 im Westen war. Deshalb sieht man die Sonne dort auch nicht mehr auf- und untergehen, weil die Punkte ja nun unter dem Horizont liegen. Statt dessen kreuzt die Sonne den Horizont eben weiter südlich etwas später im Osten und genauso weiter südlich etwas früher im Westen. Wie drastisch die Unterschiede pro Tag sind, hängt übrigens vom Breitengrad ab auf dem der Hinkelstein steht.


    Zur Sommer- und Wintersonnwende macht der Sonnenstand jeweils kehrt und bewegt sich wieder in Richtung Tag- und Nachtgleiche. Deswegen waren auch diese Tage im Jahr den Ersten wichtig. Um beizeiten Krach zu schlagen, falls sich die Sonne mal verfährt.


    Und wenn man genau hinsieht, orientiert sich sogar das Kirchenjahr noch immer nach diesen Tagen. Ostern errechnet sich direkt aus der Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr. Und Weihnachten liegt nur wenige Tage nach der Wintersonnwende. Weil's marketing-technisch natürlich viel günstiger war, wenn man diese hohen Feiern der noch immer indigenen Schäfchen auch mal kurzfristig mit eigenem Pomp übertrumpfen konnte... :haue

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    Edited once, last by tarper ().

  • wie man die wahre Ortszeit mit Hilfe einer Sonnenuhr bestimmt war nie das Problem.
    das dumme ist nur das ist sehr Zeitaufwendig und daher auch zur Bestimmung der Himmelrichtungen zwar
    geeignet aber völlig obsolet da man in der Zeit ohnehin entweder bereits per Zenit oder der
    2x Punkte anpeilen die Himmelrichtungen herbeileiten kann.
    Wozu da dann noch 1 Tag warten um erst am nächsten Tag dann sagen zu können:
    "einfach schlag 6 Uhr Ortszeit schauen wohin der Schatten fällt und man hat Westen..."
    das ist eben keine einfache Methode sondern die Umständlichste Überhaupt.
    Da kannst du es versuchen noch so wissenschaftlich zu formulieren, es bleibt eine völlig überflüssige aktion.


    edit / Ergänzung / Klarstellung damit du (tarper) auch nachvollziehen kannst was mich an deiner postulierten Methode so nervt:


    du hast das nicht nur als alternative zur stöckchenmethode vorgeschlagen sondern sogar als bessere alternative
    und das ist immernoch für mich nicht nachvollziehbar.
    hier nochmal dein zitat:


    Quote


    Da braucht man diese Stöckchen-Methode eigentlich auch nicht. Weil man ja sieht, wo in etwa die Ostrichtung ist. Und wer eine Uhr bei sich trägt, kann sogar zum Stundenschlag 6:00 Ortszeit die Ost-West-Richtung im Sand bestimmen, indem er den Schatten nachmalt. Funktioniert im Winter nicht, weil's da erst weit nach 6:00 hell wird.


    1. "wer eine Uhr bei sich trägt" , um eine Uhr geht es nicht.
    2. was du mit einer Uhr bei der Ortszeit rumhantierst ist mir auch schleierhaft, ausserdem kann man ja bekanntlich mit einer Uhr bereits
    zumindest ausreichend genau wenn auch nicht exakt den Süden bestimmen.


    aber auch nachdem ich begriffen hatte das du von der (wahren) Ortszeit redest war und ist mir immer noch nicht klar
    warum das eine bessere Alternative zur Zenit oder Stöckchenmethode sein soll.
    Das man die wahre Ortszeit über den Sonnenverlauf ermitteln kann ist soweit klar, es ist dennoch eine Zeitaufwenige Methode
    und keineswegs "einfach" eine Sonnenuhr zu "eichen" , also dort zb stunden einzutragen ,
    so das man am Ende wirklich in der Lage wäre von der Sonnenuhr am Morgen die Ortszeit "schlag 6 Uhr" abzuleiten.
    das einzige was eine Sonnenuhr ziemlich sicher anzeigt ist leider NUR der Sonnenzenit und damit hat man bereits Süden. Mehr braucht man nicht.


    Interessant wäre deine Methode ja nur dann wenn es eine Möglichkeit gäbe OHNE das Brimborium von Sonnenuhr bauen
    für morgens an einem beliebigen Ort die Ortszeit bestimmen kann.
    Und deswegen ging ich erstmal davon aus das du da einen Trick kennst den ich noch nicht kenne... wobei schnell klar wurde
    das es den nicht gibt.
    Ich hab vor Sylvester auch mal nen Bekannten gefragt der Pilot ist weil ich dachte "wenn, müsste er es wissen"
    aber er hat eben auch als relativ exakte Methode im Verhältniss Aufwand und Ergebniss das einpeilen / stöckchenmethode vorgeschlagen
    und zumindest spontan gesagt das er das mit der Ortszeit am morgen auch nicht schnallt.
    er wollte der Sache nochmal nachgehen aber hab noch nicht wieder mit ihm gesprochen er ist ja ständig unterwegs.


    Schlussendlich scheint es aber keine einfache Methode zu geben "schlag 6 Uhr am morgen Ortszeit" zu ermitteln,
    bis du deine Sonnenuhr gebaut hast und damit wirklich auch nur grob 6 Uhr ausgemessen hast
    hat man doch mit den anderen beiden Methoden schon x mal die Himmelrichtungen bestimmt...
    und daher ist, zumindest für mich, deine Methode völlig wertlos.
    Und daran ändert auch ein Hinkelstein nichts.

  • Naja da heute mal wieder so ein Tag ist wo ich (leider) nur wenige Stunden schlaf finde hab ich mir
    die ganze "Ortszeit + Uhr + Himmelsrichtungssache" nochmal im Bett durch den Kopp gehen lassen auf der Suche
    nach einer sinnvollen Anwendungsmöglichkeit.
    In der Tat habe ich eine gefunden und Stelle fest das Tarper es sogar am Rande ganz grob andeutet in einem
    seiner Beiträge allerdings geht es etwas unter und er führt es auch nicht weiter aus.


    so und nun mal Klartext:


    Wenn man eine Uhr hat kann man diese (wie von Tarper auch kurz erwähnt) in der Tat auf die wahre Ortszeit einstellen
    in dem man zum Sonnenhöchstand auf 12 Uhr stellt.
    Wenn man jetzt mit der üblichen Uhrenzeiger-Sonnenstandmethode die Himmelsrichtungen bestimmt ist das
    ganze wesentlich exakter als wenn die Uhr zb mit MEZ (Zonenzeit) läuft.


    (Bekanntlich hat man mit MEZ beträchtliche Abweichungen von 12 Uhr bei der Südbestimmung,
    alleine die Sommerzeit bringt +1h was bereits 30 grad Abweichung entspricht.)


    Allerdings müsste man dann natürlich auch, (je nachdem wie schnell man sich bewegt / der eigene Längengrad ändert),
    die Uhr regelmässig "neu" auf die jeweilige Ortszeit einstellen sonst ist es mit der zusätzlichen Genauigkeit schnell wieder vorbei.


    Unterm Strich: gut zu wissen aber mir persönlich absolut zu Umständlich .


    ausserdem gings ja darum das man keine Uhr hat...


    ----
    so das wars jetzt aber wirklich von meiner Seite her zu dem Thema Uhr+Ortszeit+Sonnenstand, weil das ist totaler Offtopic hier.


    Das Thema gibt ja abseits dessen noch genug interesantes her.


    Die Himmelsrichtung bestimmt zu haben ist ja nur die halbe Miete.
    In der offenen Kulturlandschaft wo ich wohne findet man leicht Landmarken die in Zielrichtung und entgegengesetzter Richtung
    liegen so das man dann die einmal bestimmten Himmelsrichtung ausreichend genau beibehalten kann.
    Wer das nicht kennt evt beschreibe ich es nochmal anders:
    Wenn man sich zb nach SüdWesten bewegen möchte sucht man sich dort eine Landmarke
    und entgegengesetzt also hier NordOsten ebenfalls. Solange man sich nun auf einer gedachten Linie zwischen diesen beiden Landmarken
    bewegt hällt man die Richtung.
    Es macht auch garn nichts wenn man zu einem Umweg gezwungen wird und von dieser Linie abkommt,
    da man sie jederzeit durch anpeilen der beiden Landmarken wieder herleiten kann.
    (evt mach ich dazu noch eine Skizze falls ich es schlecht beschrieben habe, aber eigentlich ist es eine einfache Sache)


    Problematisch wird es halt wenn man keine Landmarken hat... wenn man sprichwörtlich im tiefen Wald steht
    nützt einem die einmalige Himmelrichtungsbestimmung ja nicht wirklich weiter.
    Wenn man ein sehr gutes Zeitgefühl hat kann man vielleicht noch grob abschätzen wie weit sich die Sonne weiterbewegt hat
    und so wieder die Himmelrichtung ableiten aber das wird ja schnell so ungenau das man sich auch gleich
    anderer "Navigationshilfen" wie die Wetterseite (auch mit Vorsicht zu geniesen) an Findlingen oder Bäumen bedienen.
    Gibt's eigentlich brauchbare Tricks Zeiträume abzuschätzen? Oder sonst noch Dinge die direkt in das Thema passen?
    Ich kenne wie gesagt nur das mit den Landmarken und das geht auch ausreichend gut... aber eben nicht im Wald. :winken

  • Ich habe mir mal den ganzen thread hier duchgelesen und mit wenigen Ausnahmen ist er ganz Intressant. Jedoch stellt sich mir die Frage, Waer verlaesst den heute noch sein Haus OHNE einen Compass oder GPS? Diese modernen Erfindungen machen doch ein Orientieren nach Sterne oder Sonne total ueberfluessig.


    Damit moechte ich keineswegs sagen das die Theorieren diskutiert hier nicht Intressant sind aber eben meistens nur trockene Therorien die in der Sicheheit des Heimes gut funktionieren aber auf die ich mich in der Wildnis (Ich spreche hier von echter Wildnis wie sie hier in Kanada noch existiert) lieber nicht verlassen will.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Huntwriter - da hast du recht - allerdings GPS - Akku leer, etc.
    Wir haben uns sogar letztes Jahr mit Handy und Navi App 2x verlaufen - wir waren eine Gruppe mit 20 Leuten und haben unterwegs die geplante Strecke geändert - aber wir sind dann trotzdem in einem Ort rausgekommen - gut der war genau in der entgegengesetzten Richtung - aber Notfall war das nicht.
    In Deutschland - auch im größten zusammenhängenden Wald dem Pfälzer Wald trifft man immer relativ schnell auf einen gekennzeichneten Wanderweg und der führt zumindest irgendwo in die "Zivilisation"
    Nochmal zum Thema - Nachts kann man sich nach den Sternen richten - tagsüber hat man zumindest eine Uhr an - auch wenn das GPS versagt.
    Wenn keine Sonne da ist muß man halt mal in die Richtung gehen, die man vermutet - man ist ja irgend woher gekommen - das weiß man ja noch oder wo man hin wollte - man muß dann mal an erhöhten Punkten schauen, ob man etwas sieht - ein Turm, ein Fluß, die Bahn, Ortschaften.
    Karte und Kompaß sind halt nie verkehrt - in der Wildnis ist es nur wesentlich schwerer, wenn man kaum Orientierungspunkte hat.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Das ist natürlich richtig, aber es geht doch gar nicht darum ob man dieses Wissen in der Praxis jemals benötigt.

    Die Wahrscheinlichkeit das man absolut keinerlei technische Hilfsmittel zur Positions- und Richtungsbestimmung dabei hat
    und man wirklich nur auf den Sonnenstand oder andere Merkmale in der Natur angewiesen ist geht gegen Null.
    Aber das betrifft doch dann auch viele, wenn nicht alle anderen Bushcraft-Techniken genauso!
    Mit der Argumentation könnte man auch sagen "wozu sich mit Feuerbohren beschäftigen, ich habe doch eh ein Feuerzeug dabei!" .
    Allerdings ist das hier ja im Kern explizit ein "Bushcarft + Survival + Primitive Techniken" Forum wo sich Leute genau
    über solche (wenn auch sehr fiktive) Situationen austauschen können.
    Ich finde es jedenfalls ziemlich Interessant.


    :)

  • Ursprünglich ging es lediglich um die berühmte Stöckchenmethode... bzw der Himmelrichtungsbestimmung NUR über den Sonnenstand.
    es genügt dafür wenn du dir die ersten Beiträge dazu anschaust.
    Danach ist das Thema schnell abgedriftet zu Sonnenuhren, Ortszeit ect .

  • Grau ist alle Theorie, so grau wie der Himmel und so grau wie die Dämmerung. Die Steigerung von grau ist schwarz, schwarz wie die Nacht, und schwarz sehe ich da auch mit dieser Methode die Himmelsrichtungen genau festlegen zu wollen. Man möge mir verzeihen, aber die Diskusion ist rein akademisch. Eine genaue Bestimmung der Himmelsrichtungen ist schlicht mit der Stöckchenmethode nicht möglich, ausser natürlich man baut Stonehege nach und nimmt sich ein paar Jahre Zeit zur Ausrichtung und schreibt ein paar Tabellenbücher.
    Man weiss die Jahreszeit, man weiss ob Vor- oder Nachmittag, und man sieht hoffentlich die Sonne, mehr braucht man nicht zu wissen um "grob" die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Das Stöckchen mag für manche ein Hilfsmittel sein, aber nötig ist es nicht, vor allem ist es nicht genauer. Wenn man in der Klemme sitzt genügt die grobe Richtung. Wichtiger ist es zu wissen, das z.b. im Norden eine Bahnstrecke verläuft, im Süden ein See liegt und im Westen die nächste menschliche Behausung 5000km entfernt ist. Eine grobe/gröbste Karte im Kopf ist da viel wichtiger als das Wissen wo auf 30-40 Grad genau N ist.


    Geht ein Bär 1000km nach Süden, 1000km nach Westen und dann 1000km nach Norden...... Welche Farbe hat der Bär?


    Gruss


    P.s.: Vor ein paar Jahren kamen mir mal Pfadfinder unter die einen Weltatlas als Kartenmaterial für ihre Wanderung dabei hatten.... Sagen wir mal so, sie konnten ihn genau auf Norden ausrichten :D

  • [quote
    Geht ein Bär 1000km nach Süden, 1000km nach Westen und dann 1000km nach Norden...... Welche Farbe hat der Bär?
    Gruss[/quote]


    Braunbär, Schwarzbär, oder sogar ein Eisbär?
    Jenachdem ist die Farbe :)

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.

  • Das hat mit reiner Theorie nichts zu tun und ist keineswegs so Praxisfern wie man denkt.
    Jahrtausendelang wurde mit solchen Methoden in der Seefahrt navigiert.
    Vor der Erfindungs des Kompasses waren Sonnenstand und Sternenposition die einzigen Möglichkeiten die Himmelsrichtung zu bestimmen.
    Dazu kamen dann natürlich noch Erfahrungswerte wie Meeresströmungen, Vogelflugbeobachtungen, der Sternenhimmel usw.
    Von den Wikingern ist zb überliefert das sie an langen Seilen eine Art Boje geschleppt haben um leichter die Richtung zu halten.
    In der Summe waren diese "Tricks" immerhin genau genug um auch in unbekannte Gewässer vorzudringen.
    Beim Wandern mag eine grobe Himmelsrichtung ja genügen aber auf dem Meer sieht das dann schon ganz anders aus.
    Das selbe gilt natürlich auch für die Positionsbestimmung, insbesondere der Breitengrad lässt sich ja vom Sonnenstand im Zenit
    ableiten so das man dann auch sagen konnte
    "wir sind nicht nur nach norden gefahren sondern wir sind so und so weit nach Norden gefahren (oder eben auch süden)" .
    Und ganz im allgemeinen steht vor der Praxis immer die Theorie.
    Es fliegt auch keiner nach der "Versuch und Irrtum" Methode mal eben zum Mond, sondern das wird vorher theoretisch
    genau geprüft um dann für die Praxis eine Methode zu haben die (hoffentlich) funktioniert.


    Ich denke das mit der Sonnenmethode doch schon recht genau die Himmelsrichtungen bestimmt werden können
    wenn man ein paar Dinge beachtet und die ganze Sache etwas genauer Beleuchtet.
    Das ist ja hier bereits geschehen, die oft propagierten 20-30 Minuten Abstand zwischen den Peilungen (siehe dazu auch R.Nehberg)
    sind zum Beispiel viel zu kurz und eine Fehlerquelle.
    Peilt man vor und nach dem Zenit (siehe die ersten Beiträge dazu) wird das ganze schon etwas genauer.


    Ob das Thema im allgemeinen Sinnvoll ist oder nicht, ist eine Diskussion die zu nichts führt, das muss jeder individuell selber entscheiden.
    Ich könnte ja auch in einem der gefühlten 100 Messerbau-Beiträge reinschreiben "wozu die mühe? geh in einen Laden und kauf dir eins." .
    Das wäre dann auch offtopic weil es mit Messerbau nichts zu tun hätte, den Messerbauern auch nicht weiterhilft
    und schlicht eine Binsenweissheit wäre.

  • Das ist natürlich richtig, aber es geht doch gar nicht darum ob man dieses Wissen in der Praxis jemals benötigt.

    Für mich geht es nur darum, alles andere gehört nicht hierher. Für das gibt es andere Foren, Geschichten-, Experimente- und was weiss der Teufel für -Foren.


    Es wurde ja mehrmals erwähnt was wichtiger ist als die genaue Himmelsrichtung zu bestimmen.


    Liebe Grüsse
    draussen