Erfahrungen mit Fellen als Schlafunterlage

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich möchte mal in die Runde fragen, welche Erfahrungen ihr mit verschiedenen Fellen als Schlafunterlage gemacht habt.


    Ich persönlich habe ein paar Mal ein uraltes Schaffell als zusätzliche Isolationschicht im Winter genutzt (etwa 30 Jahres altes Schaffell, nicht mehr besonders "loftig", deckt gerade mal den Bereich des Torsos ab).


    Ich finde den Schlafkomfort unübertroffen. Bislang habe ich das Teil lediglich bei deutlichen Minusgraden genutzt und dann noch eine weitere Isomatte drunter gelegt.


    Der große Nachteil ist halt das ungünstige Packmaß und das Gewicht. Wegen des Packmaßes muss man das Fell außen am Rucksack anbringen. Deshalb natürlich auch nur bei trockener Kälte. Regen und Schneeregen wären da nicht so perfekt.


    Ich freue mich über eure Erfahrungen, Meinungen und Tipps!


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

    Edited once, last by smeagol: der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen ().

  • Also ich hatte erst einmal das "Vergnügen" auf einem Ziegenfell im Wald zu Übernachten, im Sommer.
    "Loft" gab's da gar keinen, aber andere Mit-Nutzer (eigener) Felle haben darauf geschworen - nur darum
    berichte ich überhaupt davon. Das waren allesamt m.W. nur so einfachst-Felle, d.h. nach dem Abziehen
    nur entfettet und getrocknet. Der Boden war leider recht festgetrampel, nicht so der typisch-weiche
    Waldboden.


    Mir war es jedenfalls zu hart und zu kalt.


    Klar, ohne isolierende Luftschicht und ohne federnder Weichheit eines dicken Felles konnte das auch nicht
    viel anders sein. Allerdings verrutscht man auf so einem Fell nicht so sehr, anders als z.B. auf meiner SynMat UL.
    Jedenfalls war dieses Fell nicht besser (eher schlechter) als meine Bw-Falt-Isomatte, dazu noch schlechter
    vom Packmaß & Gewicht her.
    In mir drängt sich aber der Verdacht auf, daß ich einfach nicht das richtige Fell hatte...obwohl halt alle anderen
    geradezu begeistert waren. Naja.


    Weiß nicht ob Dir das etwas hilft...aber soweit meine Erfahrung.


    Gereon,
    der gern gut schläft...
    :)

  • Ein richtig gegerbtes und behandeltes Fell ist relativ wasserresistent. Ich habe probiert mit Schaffell (Reststücke, billig). In die Schlaftüte unten an die Füße mit rein bringt echt was, klar strampele ich mich in der Nacht vom Fell frei, aber es ist zwangsweise immer noch da unten und füllt den Raum mit Wärme. Ein weiteres Fellstück um die "zarten" Teile, um den Bauch oder den Nacken, das bringt auch was. Am Rücken eher weniger, der Rücken ist relativ kälteresistent.


    Auf das Fell drauflegen bringt fakto gar nix. Plattgedrückt ist das Fell lediglich weich, kein Kälteschutz. Wenn das Fell durch Luftfeuchtigkeit oder Regen naß wird wars das, logisch. Trocknen ist praktisch unmöglich, vielleicht im Sommer, doch da braucht man kein Fell.


    Anders bei Naturlederkleidung. Die ist im Sommer kühl und im Winter warm. Nur eben Individualanfertigung ist sauteuer. Wasser ist bei dieser Art Kleidung auch nicht grade eine wünschenswerte Zugabe...


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hallo Leute.Ich möchte mal über meine Erfahrungen mir Fellen als Unterlage berichten.
    Bei unserer Canoutur am Yukon River in Canada
    haben wir am Ufer vom Lake Laberge eine Blockhütte gefunde,die offen
    stand und auch von Besuchern (Canouten) benutzt werden konnte.In dieser
    Hütte standen 2 Holzpritschen als Schlafgelegenheit, wo Bären oder
    Elchfelle als Unterlage dienten.Da wir uns 2 Tage an dieser Hütte
    aufgehalten haben Schliefen wier auch in diesen Betten.Als besonders
    weich habe ich die Felle als Unterlage nicht empfunden das liegt aber
    wohl an dem dicken Leder, worin man nicht einsinken kann.Außerdem lebten
    in den Fellen auch Flöhe die uns natürlich gebissen haben, zu erkennen an mehreren roten Punkten in einer reihe hintereinander. Übrigens der Lake Laberge ist der einzige See durch den der Yukon fließt und er ist ca. 80 Km lang .Man braucht mindestens einen ganzen Tag um ihn zu durchpaddeln.:paddel

  • Erfahrung mit Fellen
    Habe über die Zeit, auch durch Reenactments usw verschiedenste Felle mal durchprobieren können, sowohl als Unterlage, als auch als Decke.
    Ich muss sagen es gibt massive Unterschiede in der Qualität, und auch von welchem Tier das Fell stammt. Diese billigen Schaffelle sind für Draussen ungeeignet, zu anfällig, Schimmelgefahr usw. Also diese typischen "IKEA" Bettvorleger eben. Mussten einige dieser "Felle" nach 2 Wochenenden im Winter dann dem Feuer übergeben, weil die völlig hinüber waren.
    Gute Erfahrungen hatte ich mit Rentier; Hirsch; Büffel; Elch und Kuh; wobei ich zB als Decke die Büffelhaut zu warm fand, und das im Herbst bei 8Grad etwa.
    Rentier war auch schön; weich, warm, und auch nicht so arg schwer. Es spielt halt auch mit eine Rolle, wie dick die Fleischseite noch ist, also das "Lederstück" wenn man so will.


    Auf reinem Boden wurde damit aber nie geschlafen. Bei Lagern entweder paar cm Stroh drunter gelegt, oder wenn es normale Veranstanltungen bzw Wald war, ne günstige Isomatte. Und damit eig. immer hervorragend geschlafen.
    Tagsüber diente das Fell dann meist als eine Art "Rucksack" wo der Krempel den ich so bei hatte eingepackt war, und mit ner dicken Schur zugerollt, oder Ledergurt drum und quer über den Rücken getragen.
    Das einzigste was wirklich störend war, war eben das Gewicht, aber mancheiner hat ja auch 25kg Rucksäcke und es stört den nicht.
    Ich hab auch jetzt im Wald Rucki immer ein kleineres Fell dabei, von welchem Tier sein hier mal nicht genannt; und es hat mir schon oft grad bei den jetzigen Temperaturen zumindest die Nieren und Rücken warm gehalten.
    Und um das Transportproblem zu lösen: man kann sich auch eine schlichte "Fellweste" machen und diese tragen. Das Fell der Länge nach umgelegt, und einfach 2 Schnitte durch, wo man mit den Armen durchschlüpft.
    So hat man was warmes an, ohne grosse Löcher zu schneiden oder was zu zerfetzen, und abends eben ne Unterlage.


    Hoffe es hilft dem ein oder anderen :)
    lg strix

  • Vor etlichen Jahren bei einer Wintertour in Finnland ganz oben am Inari, bin ich 2 Tage in einer klassischen Samenkothe eingeladen gewesen.
    Dort habe ich 2 Nächte bei unter -20 auf 2 Rentierfellen übernander geschlafen.
    Erst dachte ich ja das würde kalt von unten werden, aber nix, total warm wie mit der Isomatte, gefühlt sogar wärmer und bequemer.
    Das Gefühlte kann aber auch an der Freude gelegen haben, dort eingeladen zu sein und am sehr klassischen Familienleben teilhaben zu dürfen.
    Ich denke mal die gute Isolation liegt daran, dass Rentierhaare hohl sind und so im Prinziep wie eine Isomatte mit geschlossenen Zellen funktionieren.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hab gerade einen Daunen-Schlafsacktest hinter mir im Garten im Biwak... als Vorbereitung... drunter hatte ich eine 10mm alte EVA Matte und drüber eine aufblasbare, dann der Daunenschlafsack, der eigentlich bis -5 C° Komfort von sich behauptet...


    Was soll ich sagen: Ich habe danach sofort aus meinem alten Zimmer im Elternhaus mein altes Schaffell geholt!


    Der Knackpunkt ist offensichtlich bei mir der Hintern...! Dort drückt sich der Loft der Daune gegen Null, und auch die beiden Matten sind und bleiben kalt darunter und mir friert's am Arxxx. Punkt.


    Jetzt habe ich aber ein super verarbeitetes Langhaar-Schaffell von Verwandten mit Schafzucht. Ich kann Euch versichern: Ein Langhaar-Schaffell, gescheit beim Gerber verarbeitet, ist tausendmal mehr wert als jede Isomatte, sozusagen.


    1. Das Leder ist, wenn richtig gegerbt, relativ wasserdicht/fest - es sei denn, mein ertränkt es
    2. Langhaar-Fell ist super weich und bequem, bequemer als jede Isomatte, sogar als selbstaufblasbare (ich habe darauf schon Jahre gelegen, als es noch Unterlage im Zimmer war)
    3. Loft hat das Ding immer, durch die dicke Lederhaut und das lange Haar geht da nirgends die Isolierung ganz weg
    4. Meins hat die Größe genauso so, dass ich es um einen 60 L Rucksack genau drumwickeln kann, mit der Lederseite nach außen sogar als Regenhülle - an der Lastentrage werde ich sie in Zukunft einfach horizontal als Rolle an die Seite machen. Passt für mich (1,83) ca. von Hals bis Knie.
    Im Schnee werde ich natürlich eine Plane drunter legen oder einfach eine Rettungsdecke, und fertig ist die Schlafstatt!


    P.S. zur Isolierung - ich habe das Fell jahrelang im tiefsten Winter im Zimmer auf klatem Boden liegen gehabt als einzige Schicht unter mir... und habe eigentlich immer geschwitzt. Isolieren tut das super.
    Und draußen werde ich eben noch eine kleine Plane drunter legen, damit es nicht durchnässt.


    noch ein P.S.: ordentlich gegerbtes Leder ist wasserabweisend, bzw. wird nicht gleich klatschnass - wie schnell sich mein Fell auf der Lederseite auf nassem Boden vollsaugen würde, kann ich jetzt noch nicht sagen, der Test steht noch aus

  • Ein richtig gegerbtes und behandeltes Fell ist relativ wasserresistent.


    "Relativ wasserresistent" würde mir jetzt aber auch nicht soviel bringen! Außen am Rucksack (nicht eingetütet) wirds nass und ist schlecht, wenn ich mich abends drauflegen muss. Mit einer Tüte drum sieht es natürlich anders aus.


    Ich habe probiert mit Schaffell (Reststücke, billig). In die Schlaftüte unten an die Füße mit rein bringt echt was, klar strampele ich mich in der Nacht vom Fell frei, aber es ist zwangsweise immer noch da unten und füllt den Raum mit Wärme.


    Bei diesem Argument sage ich spontan, dass der Schlafsack für das persönliche Anforderungsprofil nicht passt. Zuviel "Freiraum" im Fußbereich kann vorkommen, würde man mit anderen, leichteren Kleidungsstücken gewichtsmäßig sinnvoller gefüllt kriegen.


    Am Rücken eher weniger, der Rücken ist relativ kälteresistent.


    Und schon sind wir im Bereich des persönlichen Kälteempfindens. Ich hasse es zum Beispiel (bin "Nachtwälzer" mit so ziemlich jeder Schlafposition mit einem Hang zur Seiten- und Bauchlage) wenn es mir im Bereich des Torsos von unten zu kalt wird. "Kleines" Fell für genau diesen Bereich und es passt.


    Auf das Fell drauflegen bringt fakto gar nix. Plattgedrückt ist das Fell lediglich weich, kein Kälteschutz.


    Sehe ich anders, aber die persönlichen Empfindungen und eigenen Erfahrungen sind bei jedem unterschiedlich.


    Zu der Sache mit der Lederbekleidung sage ich jetzt mal nix, weil das würde vom Hauptthema abweichen.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Es wird schon eienn Grund haben das jeder Bauer auf seiner Hämoridenschaukel, sprich dem Tracktorensitz, ein Schaffell liegen hat (Ausnahme, er hat nen Fendt Vario, der ist auch so bequem genug).


    Punkt 1: Es kommt darauf an wie man das Fell behandelt nachdem es verschmutzt oder nass wurde.
    Punkt 2: Es kommt darauf an was für ein Fell es ist.


    Schaffelle:
    Wurde das Schaffell nass wird es gründlich getrocknet. Oberflächigen Schmutz kann man absaugen oder vorsichtig abbürsten. Im Notfall fliegt das Schaffell in die Waschmaschiene (im Schongang natürlich und max. 30 Grad, noch besser Handwäsche). Bei uns im familieären Umfeld gibt es kein Baby, mich incl., das in der Wiege nicht auf einem Schaffell lag. Das meinige liegt heute nach gut 35 Jahren auf dem Sitz vom Rasenmäher, so langsam hat es dann doch sein Limit erreicht. Auf eine ordentliche Trocknung ist immer zu achten. Beachte, Schaffe haben eine Wolle.


    Rentierfelle:
    Sie haaren wie Sau, was an den Röhrenhaaren liegt die relativ leicht brechen. Das älteste Fell ist jetzt 10 oder 12 Jahre alt und es geht immer noch. Wird es nass, gründlich trocknen. Verschmutzungen können gut ausgekämmt werden. In die Waschmaschiene.... keine Ahnung, noch nie probiert, allerdings mal VORSICHTIG bei vermindertem Druck mit dem Hochdruckreiniger drüber gehen funktioniert. Absaugen geht auch ganz gut.


    Hase:
    Ein stabieles kurzhaarfell. Gut trocknen lassen, auskämmen und absaugen.... wie gehabt.


    Rind (wenn es nicht gerade ein Scottish Highland ist):
    Kurze Behaarung, leicht auszubürsten und abzusaugen. Ist das unbehandelte Leder einmal nass wird es recht zäh, gegebenenfalls sogar brüchig.



    Ideal für mich, ist als unterste Schicht eine dieser Relags Reflex-Rettungsdecken (oder vergleichbar), darüber eine Isomatte nach Belieben (meine hat 8.- gekostet und ist 22mm dick - in etwa zumindest). Darauf kommt das Fell, bei mir als altem rückengeschädigtem, im Bereich Hüfte bis Schultern und zuletzt der Schlafsack. Muss ich den Biwaksack benutzen (der franz. Laminat-Biwaksack) lege ich die Rettungsdecke darunter und den Rest in den Biwaksack. Benutzt habe ich bisher Schaffelle und Rentierfelle. Rentierfelle sind druckstabiler als Schaffelle, warm sind beide. Rinderfelle taugen nicht besonders als Schlafuntrlage, die sind einfach zu dünn, selbst als Bodenbelag vor dem Bett etc. würde ich sie nicht verwenden, als Deko oder als Teppichersatz auf Holz oder Fliessen sind sie ganz ok. Hasenfell habe ich nur als Mütze und als dünne Weste.
    Noch eine kleine Anmerkung zu Fellen im Biwaksack, sie verändern das Klima im Sack merklich, zum Vorteil wie ich finde.


    Gruss



    P.s.: Ein Mittel gegen das brechen der Röhrenhaare habe ich bis jetzt noch nicht gefunden, aber da schafft der Staubsauger Abhilfe.

  • Rinderfelle taugen nicht besonders als Schlafuntrlage, die sind einfach zu dünn, selbst als Bodenbelag vor dem Bett etc. würde ich sie nicht verwenden, als Deko oder als Teppichersatz auf Holz oder Fliessen sind sie ganz ok.


    Stimmt. Auf Schafsfellen habe ich im Living History-Bereich immer sehr gern gerüsselt, wir haben ein paar langflorige Felle daheim. Bei einem kleinen Mittelalter-Wochenende sind wir mal in den Wald gezogen, mit nur dem Nötigsten dabei. Ich hatte ein Kuhfell mit meinen Habseligkeiten zusammengerollt und einen Wollmantel um. Das Kuhfell hatte ich als Schlafunterlage genommen und den Wollmantel als Decke. Oben war es schön warm, am Rücken jedoch lausig kalt. Hätte ich mir bei den kurzen Fellhaaren aber auch vorher denken können :lol Ich habe mir dann später einen "18. Jhd.-Knapsack" aus dem Fell gemacht, im Prinzip ein kleiner Seesack aus Rinderfell.

  • Nur mal so grundsätzlich:
    Auch wenn das Tier von dem das Fell stammt, mit seinem Fell schön warm bleibt, dann liegt das ja daran, dass die Viecher in kalten Regionen meißt eine "Unterwolle" und Deckhaare darüber haben. Die Unterwolle ergibt den "Loft", bindet die warme Luft durch Aufstellen der Haare (Gändehaut). Die Deckhaare darüber sind der Windbreaker und lassen die Wärme nicht raus (Zwiebel).
    Nutzen wir das Fell einfach platt gedrückt als Unterlage, kann es natürlich lange nicht so warm halten wie "am lebenden Objekt".
    So gesehen ist ein Fell als Schlafunterlage eher ungeeignet (?), obwohl (siehe oben) mit 2 Rentierfellen hats gut funktioniert.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hier wurden ja schon einige unterschiedliche Meinungen genannt, doch um mal aufzuzeigen das Schafffell nicht gleich Schafffell ist habe ich dazu mal ein paar Bilder gemacht.





    Das erste Fell ist aus Tschechien und ich habe es schon seid ca 10 Jahren. Auch ohne Isomatte drunter habe ich schon mehrere Winter auf ihm geschlafen ohne das mir kalt wurde.
    Die Maße sind: 1,20m lang, 0,6m breit, 5cm dick und 2,5kg schwer.


    Das Schwarze Fell ist aus Deutschland von einem Mittelaltermark. Auf ihm habe ich draußen noch nicht geschlafen weil es sich schon beim
    heimgebrauch als nicht sehr warm und gemütlich rausgestellt hat.
    Die Maße sind: 1m lang 80cm breit ca 5cm dick und 0,92kg schwer.


    Das dritte Fell ist ein Rentierfell das ich von meiner Norwegenreise mitgebracht habe.Auf ihm habe ich bisher nur drinnen geschlafen weil es mir für draußen einfach zu schade ist. Es hält zwar warm ist aber nicht ganz so kuschelig wie das erste Fell.
    Die Maße sind: 1,4m lang, 0,8m breit, 3-4cm dick und 1,8kg schwer.


    Auf das Fell drauflegen bringt fakto gar nix. Plattgedrückt ist das Fell lediglich weich, kein Kälteschutz.

    Um mal praktisch auf diese Aussage einzugehen habe ich immer das selbe dicke Buch auf jedes meiner Felle gelegt um zu verdeutlichen wie dick die Isolationsschicht ist wenn man drauf liegt.




    Trotz Komprimierung habe ich bei diesem Fell noch ca 3,5cm Isolatinsschicht unter mir. Aus Erfahrung kann ich sagen das hält noch bei -12C° warm.


    Hier zum Vergleich das schwarze Fell:



    Auf den erstenBlick wirkt es sehr plüschig doch komprimiert habe ich nur noch eine 1,5cm dicke Isolationsschicht.


    Hier als Exot das Rentierfell:




    Bei ihm Ändert sich fast nichts durch Durck da es nicht so plüschig ist wie Schafffelle. Dafür hat es Röhrenhaare was auch für eine gute Isolation sorgt.



    Zum packen einfach zusammen rollen und dann verschnüren. Wenn es nicht nass werden soll kann man es noch eintüten.


    Hier nochmal alle drei nebeneinander zum Größenvergleich.




    Fell ist also nicht gleich Fell das erklärt wieso einige drauf schwören während andere schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit meinem Fell und hatte bisher im Winter noch keine bessere Schlafunterlage.



    Gruß Mogen

  • Zusatz:
    Vakuumverpacken kann man Schaffelle auch noch ganz gut ohne das ihr Isolationswert stark nachlässt, aber besser ist es natürlich wenn man es offen und luftig liegen lässt. Ein Transport in einem Kompressionssack sollte/ist auch zumindest beim Schaf möglich.
    Beim Rentier ist das Leder unflexibler/steifer...

  • Das bildliche Anschauungsmaterial gefällt mir richtig gut. Da kann man sich sehr gut selber einen Eindruck machen.


    Dann mal was zu meinem alten Fell:




    Etwa 30 Jahre alt, vor ein paar Jahren aus der Garage "gerettet", gesäubert und liebgewonnen, Maße etwa 95 x 70 cm und 935 g schwer.
    Ich nutzte das in erster Linie beim Rumlümmeln auf dem Sofa, ist aber schon ein paar Mal mit nach draußen gekommen. Beim letzten Winter-Schwarzwald-Treffen in Wolterdingen hatte ich es als Ergänzung zu einer 3,8-cm dicken "selbstaufblasenden" Matte mit. Super angenehm. Habe bei etwa -12 Grad in keinster Weise von unten Kälte gespürt. Und der Komfort ist um Welten besser als auf jeder anderen Matratze.


    Wie der Zufall es so will, kam ich heute auf dem Wochenmarkt bei meinem Lieblingsmetzger vorbei (nicht biogelabelt, aber ausschließlich regionale Sachen von sehr guter Qualität, ansonsten gibt dort auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse). Offensichtlich hat der Metzger die Nähe zum Weihnachtsmarkt dazu genutzt, ein paar Felle zu verkaufen. Eines sprang mir sofort ins Auge, nicht ganz makellos (Loch im Leder), aber zu einem sehr fairen Preis erstanden.




    Maße 120 x 68 cm, Gewicht etwa 1500 g


    Mal schauen was das Teil kann. Schon liegt es ebenfalls auf dem Sofa und wird demnächst auch draußen seinen Mann stehen müssen.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Also Rentierfelle interessieren mich doch sehr. Ich habe gestern erst den Film North of the sun gesehen. Zwei Norweger haben da an der Küste in einer aus Schwemmholz selbst gebauten Hütte überwintert. Als Schlafunterlage haben sie Rentierfelle mitgebracht. Das hatten die wie eine Isomatte zusammengerollt und am Rucksack befestigt.


    Nun stellt sich mir die Frage wie das mit den Aussagen die ich gehört habe zusammen passt, Rentierfelle seien fragil, wegen der hohlen Haare und die weich gegerbten taugten nichts. Bzw. kann man die benutzen wie eine Isomatte?

  • Hallo,


    trotz nicht vorhandener Schlaferfahrung mit/auf Fellen habe ich hierzu einen Gedanken.


    Ausgangspunkt:
    Wir wollen wissen, wie es ist, auf Tierfellen zu schlafen. Grund: niedrige Temperaturen beim Draußen-Sein.


    Warum Felle? Weil wir diesen pauschal mehr oder weniger gute Isolier-/Wärmeeigenschaften zusprechen.


    Gedanke:
    Da ein Fell - gleich welcher Art - bei einer nutzbringenden Größe (Kopf bis mindestens Hälfte Oberschenkel) ein vergleichsweise großes Packmaß und hohes Gewicht mit sich bringt, halte ich es auf Touren zu Fuß für wenig geeignet/nicht optimal.


    Vom "Coolnessfaktor" mal abgesehen soll das Fell ja in erster Linie wärmen.


    Nun stellt sich mir die Frage, wie erreichen wir das auf anderem Wege?


    Meine spontane Idee: Polyester-Fleecedecken.
    Diese trocknen sehr schnell - wenn nötig.
    Haben trotz großen Abmaßen ein sehr geringes Gewicht.
    Lassen sich der Länge nach zwei bis drei mal falten um eine mehrlagige Schicht zu erzeugen. (Dann ca. 60 bis 90cm breit)
    In Kombination mit einem großen Müllsack, Poncho/Tarp, Baumarkt-Abdeckplane, etc. bekommt man auch die Bodennässe in Griff.


    Zudem kann man sich noch drin einwickeln (wenn man bei widrigen Bedingungen unterwegs ist. Also während des Fortbewegens.)


    Gedanke Ende.

  • @ Rabe: Dein Einwand ist durchaus berechtigt. Hinsichtlich Gewicht und Packmaß ist ein Fell mit Sicherheit nicht ideal. Unter diesen Apekten müsste man bei der rationalen Betrachtung verschiedener Schlafunterlagen zu dem Ergebnis kommen, dass im Winter auch eine Fleece-Decke nicht so ideal ist und so Teile wie "Downmat" oder "NeoAir" immer zu bevorzugen sind. Mir geht es in dem Beitrag aber um die Erfahrungen, die Leute mit Fellen gemacht haben (und da kamen ja schon ein paar nette Sachen zusammen).

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Hallo Rabe .Wenn du auf Coolnis nicht so viel Wert legst dann Denk mal darüber nach dir eine normale Selbst aufblasbare Isomatte aus dem Treckingbereich zu besorgen. Die wiegen ca.2Kg sind 65cm breit 190 cm lang und im aufgeblasenem zustand 2,5 bis 5cm dick.Es gibt auch andere Maße. Zusammengerollt ist der Durchmesser so 20cm.Nach dem öffnen des Ventils füllen sich die Kammern selbst mit Luft und die Matte erreicht schon fast ihre Endmaße.Dann must du noch einige male in das Ventil Reinblasen bis die Isomatte richtig prall wird.Diese Matten Isolieren auch ganz gut gegen die Bodenkälte.Ich spreche hier nicht von einer simplen Luftmatratze, das sind schon hochwertige Isomatten aus dem Treckingbereich die auch leicht 80 bis 150 Euro kosten können


    Kurze Anmerkung ! Ich weiß mein Beitrag geht leicht am Thema Felle als Schlafunterlage vorbei aber -Der Rabe- hat ja nach einer Alternative zu den recht Schweren Tierfellen gefragt, die auch noch ein großes Packmaß haben. Für echte Bushcrafter ist solch eine Isomatte wahrscheinlich eher nichts,denn sie ist einfach zu uncool. :paddel

  • Nun stellt sich mir die Frage wie das mit den Aussagen die ich gehört habe zusammen passt, Rentierfelle seien fragil, wegen der hohlen Haare und die weich gegerbten taugten nichts. Bzw. kann man die benutzen wie eine Isomatte?

    Ich habe auf meinem Rentierfell schon oft geschlafen man kann es nutzen, rollen und packen wie eine Isomatte. Nur ist es mir zu schade für den rauen Einsatz draußen deswegen benutze ich das Schafffell öfter. Die Haare brechen echt leicht deswegen haart es immer aber fragil würde ich es jetzt nicht nennen.


    Gruß Mogen