Anspitzer

  • Ich hab mir letzte Woche einen Spitzer gekauft, um ihn mal aus Survival-Sicht zu testen. Das Teil besteht aus einer Leichtmetalllegierung und hat zwei verschieden grosse Bohrungen. (Ich wollte nur die grosse, gabs aber nicht alleine) Gestern war ich mit den Royal Rangers im Wald, und hab bei der Gelegenheit mal ein wenig experimentiert.
    Es liess sich eigentlich kein trockenes Holz finden, alles war tropfnass. (schmelzender Schnee). Habe dann versuchshalber einen toten Tannenzweig von einem am Boden liegenden Stamm genommen, die nasse Rinde und ein wenig Holz abgeschnitzt, und dann ab in den Spitzer. Nach ein paar mal Drehen erhält man eine Papierdünne Holz-Spirale. Sieht hübsch aus, und brennt auch schnell an und gut weiter. (per Feuerzeug entzündet)


    Ich find das genial. Das "Tool" ist günstig, klein, leicht und robust. Man spart ziemlich Zeit, weil die Suche nach dünnsten, trockenen Ästchen wegfällt.
    Das gehobelte "Holzpapier" lässt sich zwar wahrscheinlich nicht mit dem Firesteel direkt entzünden, man braucht wohl schon eine Flamme dafür.. Aber ich bin sowieso ein BIC-Anhänger..


    Ich hab in der Begeisterung gleich ein Loch durch den Anspitzer gebohrt, und eine Schnur, äh Lanyard montiert.
    Weils so gut Funktioniert hat, spiele ich mit dem Gedanken, ein Messer zu bauen, welches den Spitzer gleich im Griff fest integriert hat. Wenn jemand den Gedanken mag, darf er das gerne vor mir machen.. (:


    Fotos hab ich leider keine gemacht, aber ich denke, ihr könnt euch das schon vorstellen.. Falls jemand möchte, könnte ich das aber noch nachholen.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Beitrag ein neues Thema wert ist, hab aber nix passendes gefunden..
    Per Suche habe ich fast nichts zu dem Thema "Spitzer" gefunden, was mich ein wenig erstaunt hat...

  • Die Idee finde ich gar nicht schlecht, kann mich daran erinnern, dass wir damals in der Grundschule damit auch Stöckchen angespitzt haben um etwas zu basteln ;)



    Noch ein bisschen OT ;) :
    Es wird sicherlich kaum einer mit einer Lötlampe in den Wald gehen, deshalb OT ;)


    Diese Metallspitzer bestehen aus einer Magnesiumlegierung, wenn man einen Anspitzer mit einer Zange eine weile in die Flamme hält, beginnt das Magnesium sich zu entzünden und man hat eine sehr helle, heiße Flamme, aber bitte vorsichtig sein und auf eigene Verantwortung versuchen ;)

  • Das wollte ich auch noch erwähnen, aber der Post war so schon lange und wirr genug (:


    Magnesium: Ich hab auch schon gelesen, dass man das im Notfall zum Feuermachen brauchen kann.. Ich hab bis letzte Woche nicht so richtig verstanden, warum Spitzer aus Magnesium sein sollen.. ist das Material sonst doch nur selten und bei teuren Anwendungen anzutreffen (mein uraltes Notebook von Lenovo z.b.)
    Beim Bohren aber hab ich bemerkt, Dass der Spitzer wohl doch nicht aus Alu besteht. Die Bohrspäne liessen sich auch locker mit nem Feuerzeug anzündzen und brannten hell. Allerdings ziemlich langsam, war mehr ein schnelles Glühen, vor allem beim Reinpusten gings ab. Ist sicher Legierungsabhängig, mein MG-Feuerstein brannte viel schneller.
    Ich schätze den Wert beim Feuermachen eher als gering ein. (also von dem Spitzer-Mg jetzt)


    Das Mg soll unter anderem als Opferanode dienen und die Klinge vor Korrosion schützen. Das ist eigentlich ganz nett fürs draussen rumrennen..

  • Jetzt, wo ich die Spitzeridee bei Dir lese finde ich die richtig gut ! :-)
    Habe selbst mal dran gedacht aber irgendwie mit "son Blödsinn" zu mir selbst direkt verworfen.
    An Stiften ist das Holz natürlich sehr weich, Hölzchen von draussen lassen die Spitzerklinge sicher sehr schnell stumpf werden ?

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Habe noch keine Langzeiterfahrung.. Ich denke aber, dass die Klinge lange scharf bleibt. Hartholz oder nicht, Holz ist viel weicher als Stahl.. Ausserdem wird man ja in aller Regel weiches Holz "verzundern", weil das schneller anbrennt.
    Ich denke eher, es ist wichtig, dass das Hölzchen sauber ist. Sand, Erde und Dreck wird die Klinge schnell killen.
    aber die ist ja auswechselbar und günstig..

  • Die Idee ansich finde ich mal richtig gut! Warum bin ich da noch nicht selber drauf gekommen. Insbesondere da ich großer Bleistift-Fan bin (Bleistift immer dabei - anspitzen allerdings mit Messer) und auf dem Schreibtisch steht ein größerer Anspitzer mit Bleistift drin.



    Also auf die Schnelle ein Test (natürlich unter Inside-Labor-Bedingungen).


    Ein wenig "Schabgut" aus dem Behälter genommen,



    Messer und Feuerstahl gegriffen



    und fix in die Küche zum Zündeln in der Spüle:



    Zweimal mit dem Messerrücken über den Feuerstahl und schon brannte das Zeug! Geil!


    Ich habe was Neues für die Zunderdose gefunden und werde demnächst auch mit den kleineren Anspitzern experimentieren.


    Danke für die gute Idee.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Auch wenn ich mich oben (ernsthaft) bedankt habe, weil es wirkliche ein witzige Idee/Spielerei ist,
    trotzdem kann so ein Spitzer auch nichts anderes als ein scharfes Messer mit entsprechendem Schliff.
    Kein must-to-have aber naja als nette Option wenn noch Platz ist...
    manche Leute haben eine Rasierklinge im Survivalset, da finde ich den Spitzer sogar besser.


    Naja ich werds auch mal ausprobieren... Theorie ist ja immer so ne Sache.
    Aber ich denk bei mir wird es vermutlich kein dauerhafter Ausrüstungsgegenstand.


    Feinste Holzlocken zu schaben ist ja auch mit so einem Klopper wie dem Tempskybowie (recht fetter balliger Schliff),
    oder auch mit anderen dickeren Jagdmessern usw möglich, die sich ansonsten weniger zum schnitzen eignen.
    Es ist wie so oft nur eine Frage der "Technik", wie.
    Das geht dann natürlich nicht so schnell wie mit nem Spitzer aber doch in einer ausreichenden Menge in kurzer Zeit.


    Trotzdem schöne Idee... manchmal kommt man auf die naheliegendsten Dinge nicht. :)

  • Joh, mein Opinel schnitzt auch ganz schöne Locken, aber mit dem Spitzer werden sie perfekt, fast ohne Aufwand. Das Ding entscheidet natürlich nicht über Leben und Tod, ist aber nett im Rucksack zu haben. Und die Kinder findes auch lustig.. Gerade die haben möglicherweise nicht so die Geduld, feine Späne zu schnitzen..

  • Ich mach Holzlocken für die heimische Indoor-Feuerstelle schon seit längerem mit einem kleinen feinen Mini- Hobel aus dem Baumarkt. Aber die Idee mit nem Spitzer find ich klasse, da ja auch noch leichter als mein Mini-Hobel.
    OT on
    Lenovo verbaut eine Magnesium/Titan-Legierung, hab ich zb so in meinem geliebten T61 ThinkPad.
    OT off

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Der Hobel ist auch ne super Idee. Aber zu Hause bin ich faul, da hab ich nur: Zeitungspapier, Anfeuerholz und Hartholz. alles vorbereitet, da muss nichts gespalten oder geschnitzt werden, manchmal mach ichs aber trotdzem, einfach so zum Spass..


    (ich hab auch den t61, gebraucht gekauft. ich hab mir 3 Stück davon besorgt, und auch schon Displays u.a. repariert/getauscht. super Gerät! und weil ich jetzt viele Ladegeräte habe, muss ich das nicht mehr im Haus rumschleppen.)

  • Ich benutz das Holzlocken machen auf dem Balkon gerne als kleine Abwechslung und breite das ganze ja schon fürs nächste Feuerchen vor.
    Holzspalten mit dem Beilchen, Anzündholz machen mit dem Messer, Holzlocken mit dem Hobel. Ich brauch das einfach.


    Mein T61 ist mittlerweile 3 jahre alt und funktioniert einwandfrei, hab den auch gebraucht bei nem Händler in der Bucht geschoßen^^

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • kann man die Späne nicht bei feuchtem / nassen Wetter, bereits wärend man marschiert herstellen und dann dicht am Körper tragen, um sie zu trockenen? Dann hätte man abends trockene Späne, die man auch mit einem Feuerstahl entzünden könnte (so wie Smeagols Bleistift ). Evtl. sehe ich das aber zu optimistisch, und es würde Tage dauern bis etwas auf diese Weise trocken / trockener wird.
    Für eure Erfahrungen hierzu bin ich sehr dankbar.


    viele Grüße
    Nick

  • Hallo,


    so ein Spitzer besteht aus einer Aluminiumlegierung mit relativ hohem Magnesiumanteil (1 bis knapp 7%). Beide Metalle brennen als kleine Spänchen recht gut. Man benötigt jedoch eine ganze Menge davon, um nicht mit nur einer ganz kurzen Stichflamme arbeiten zu müssen. Die wäre zwar recht heiß (jenseits 2000°C), aber eben wirklich nur für Bruchteile einer Sekunde existent.


    Zum Herstellen kleinster Späne ist die Idee echt gut, danke! Und die feuchten Späne tut man in die Hosentasche oder Beintasche. Da trocknen die auch etwas (da ist ständige Bewegung, auch der Umgebungsluft um die Späne und es ist wesentlich wärmer als draußen, Schwitzen ist nicht relevant da der umgebende Stoff die Feuchtigkeit des Körpers abhält).



    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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    Edited once, last by Sel ().

  • Außerdem ist selbst feuchtes Holz innen drin meist trocken und da die Spähne ja sehr dünn sind (eher wiePapier) sollte es damit kein probleme geben

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Konrad, wenn die Wirte kein Geld von Dir wollen, machst Du scheinbar etwas sehr richtig :lol .


    aber zurück zum Thema. Ich komme auch sehr leicht in Schweiß. Daher finde ich Deinen Einwand sehr hilfrecih für mich. Dinge die ich in der Hosentasche oder Brusttasche transportiere könnten durchaus nass oder zumindest klamm werden.


    Wie löst man das Problem : einerseits die Körperwärme zum trocknen von en Spänen ( oder andrem Zunder ) nutzen und andereseits das zu trocknene Gut vor meinen und Konrads Ausdünstungen schüzen.


    Ein Plasikbeutel ist da meiner Meinung nach eher weniger geeignet, da sich darin dann das Kondenswasser der Späne sammelt. Gerne höre ich eure Ideen.


    Grüße Nick

  • Doch doch der Beutel geht. Nimm ein Stück Stoff als kleines Säckchen und gib etwas Salz rein. das Salz sollte die Feuchtigkeit binden.




    OT: interessdantes Shirt auf deinem Bild Nick-M :D . Die band ist mir nur zuuuuu gut bekannt :lol

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Ich habe mir mal aus einem Goretexrest ein kleines Säckchen genäht. Das trage ich in der Beintasche und da kommt tagsüber rein was man so an Zunder findet. Immer möglichst klein gezuzzelt. Wenns regnet wird das Zeugs drinnen nicht nass aber die Feuchte von innen geht raus, auf jeden Fall wird das Zeugs drinnen trocken. Eigentlich müßte ja auch meine Schwitze in den Beutel dringen, tutse aber irgendwie nicht. Kanns nicht erklären ... aber es funktioniert.
    Ich nehme mal an, dass die Luftbewegung aussen am Säckchen groß genug ist um meine Schwitze und die Feuchte, die von innen nach draussen dringt zu trocknen. Da von innen nur passiv das Zeugs drinne liegt, also keine aktive Wärme erzeugt wird, sollte ja eigentlich nahezu nichts von innen nach draussen gelangen ... aber es funktioniert.
    :confused

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"