Tierverhalten und Wettervorhersage (brainstorming)

  • Ahoi !
    (das könnte auch bei Tiere, Fährten und co reingehören, wenn dann verschieben bzw gibt's so ein Thema bereits?)


    Was denkt ihr wie der Winter wird dieses Jahr? Meine Omma sagt nen kalten Winter voraus... seit es im August in Sachsen mal Bodennebel gab :)
    Aber die liegt damit eigentlich immer richtig. naja. Meine Omma ist nun natürlich kein "Tier"...
    dennoch gibt es ja äquivalent zu einigen Bauernregeln einige Hinweisse Tierverhalten<->Wetter ,
    eine spannende Sache der wir glaube ich bisher noch gar kein Thema gewidmet haben?


    Vielleicht habt ihr ja mitbekommen das einige Zugvögel bereits sehr aktiv sind, Wildgänse hab ich letztes WE fliegen sehen,
    und die Kraniche sind ja auch bereits unterwegs.


    Wie im Titel vermerkt betrachte ich das Thema eher allg, erstmal Infos zusammentragen.
    Also egal ob man was um 3-ecken mal gehört hat, einfach eine Meinung dazu hat,
    oder sogar eigene Erfahrungen gemacht hat.
    Einfach eine offene Diskussion und Informationssammeln.
    (Bitte ohne zwischenmenschliche Konflikte und bitte auch alle Meinungen erstmal akzeptieren und net wieder Kleinkriege angfangen)


    :winken

  • Nun ja, was wohl jeder schon mal beobachtet hat ist, dass Schwalben oder andere Vögel vor einem Gewitter oder Regenschauer sehr tief fliegen.
    Ein ziemlich sicheres Zeichen für bald einsetzenden Regen.
    Der Grund für dieses verhalten ist ,dass die Fluginsekten hinter denen die Schwalben her sind den Luftdruck wahrnehmen und sich bei tiefem Luftdruck in Bodennähe zurückziehen.


    OK - Man könnte auch einfach die Wolken am Himmel beobachten um zu erfahren das es bald regnet, aber gerade wenn es schon den ganzen Tag wolkenverhangen ist, sind die Vögel ein verlässlicher Indikator.

  • Der Grund für dieses verhalten ist ,dass die Fluginsekten hinter denen die Schwalben her sind den Luftdruck wahrnehmen und sich bei tiefem Luftdruck in Bodennähe zurückziehen.

    Nicht ganz.


    Wie jedes Flugzeug haben auch Fluginsekten eine maximal mögliche Flughöhe. Nur liegt die eben bei Mücken in einem Maßstab, daß der Luftdruck schon eine erhebliche Rolle spielt. Der für uns sichtbare Teil davon sind Flugjäger wie Schwalben, die ihrer Nahrungsquelle folgend im Bodensog eines nahen Platzregens oder Gewitters dann eben tiefer fliegen.

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

  • Ich denke weder Tier noch Mensch können in unserer Zeit bestimmen ob es ein strenger oder milder Winter wird. Nicht mal die Bauernregeln funktionieren noch. Funktionierten die überhaupt wirklich? Bei Vögeln egal ob sie nun früher fliegen oder ob Wildtiere eher ihr Fell wechseln...na ich weiß nicht so recht...lasse mich aber gern eines Besseren belehren.


    Ich schätze ein, wir bekommen einen milden Winter, weil ich nen neuen Schneeschieber und ne Menge Salz im Keller liegen habe. :D

  • Es wird ein kalter Winter, wenn ich hier nach dem schnurrenden Etwas gehe.
    Katzen haaren sich mit der Wetterlage. Das kann sicher jeder der Kater/Katze hat bestätigen. Wir sind jetzt Anfangh Okt. und die Katzen hier im Dorf bekommen alle bereits das dichte Fell.


    Im Wald hier haben einige Vögel auch jetzt bereits derbe ihre Nester ausgebaut, und die Marder hier sind auch kaum noch zu sehen.
    Von Bauernregeln ansich halte ich net soviel, da sie zwar teils wahr sind, aber auch viel Aberglaube mit drin rumspukt.


    Wenn die Hasen bei uns im Wald (sofern ich die Artikulationrichtig verstanden hab) und die Eichhörnchen recht haben was sie sagen, dann wirds def. kalt.. Und lang...

  • Vorsicht mit Interpretationen. :) Ob Tiere das Wetter "voraus" ahnen koennen qaelt heute noch die Wissenschaftler.


    Was wir heute Wissen ist das z.B. Zugvoegel mit dem Umzug aus zwei Gruenden beginnen. Der eine und der wichtiste ist Futter. Die Voegel ziehen dahin wo sie Futter finden. Wo Futter vorhanden ist haben sich die Tiere seit zig-tausend Jahren einprogramiert. Der zweite Grund, und da streiten sich die Wiseenschaftler etwas ist die Verkuerzung des Tageslichtes das die Voegel dazu bewegt umzusideln.


    Was wir ganz bestimmt Wissen ist das viele Tiere spueren wenn Weterumschlaege gibt, so uebrigens auch Menschen nur nehmen wir das weniger Wahr. Was die Tiere spuhren ist der Wechsel des Luftdruckes (Hoch oder Tiefdruck). So wissen Jaeger z.B, die Erfahrenen wenigstens, das Schalenwild ungefaehr 8 Stunden vor dem Durchzug eines Gewitters zu aesen anfangen, ganz unabhaengig von der Tageszeit. Das Schalenwild macht das um das Unwetter in einem Unterschlupf auzusitzen. Da sie aber alle 8 bis 9 Stunden fressen muessen gehen sie lieber frueher als spaeter.


    Der Haarwechsel bei Tieren hat auch mit der verkuerzung der Tageszeit zu tun, nicht wie oft angenommen mit Temeratur abkuehlung, denn auch Tiere in heissen Zonen wie Afrika und den Tropen wechseln ihre Haare solbald sich die Tageszeit verkuerzt obwohl die Temperatur gleichbleibend ist.


    Mann hat viele Untersuchungen angestellt um heraus zu finden ob Tiere das Wetter oder auch Natur Disasters, z.B. Erdbeben und der gleichen, voraus sagen koennen. Das Ergebnis war immer das selbe, "keine Auflussreiche Ergebnisse". Weil es stimmt das Tiere etwas feinfuehliger sind in manchen Dingen uebernatuerliche Geisteskraefte oder Talente haben sie nicht.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Wir haben jetzt immerhin schon Mitte Oktober und noch nicht mal richtig Indian Summer. Der fällt in Europa zwar nicht ganz so gleichförmig über uns her wie in Kanada, weil dafür die Alpen im Weg liegen. Aber immerhin gibt's ja auch hier diese erste frostige Woche, die mit dem Verfärben der Blätter den Hochherbst einleitet. Vor allem die Birken werden dann auch hier über Nacht quittengelb. Das findet aber hier irgendwie dieses Jahr bisher nicht statt. Statt dessen hängen Mitte Oktober zum Teil noch immer grüne Blätter in den Bäumen, andernorts verrottet das Laub direkt am Ast.


    Normalerweise kommt mit der Nord-Ostwindströmung des Indian Summer auch der Nebelherbst, mit noch warmer Luft über schon auskühlendem Boden. Der fällt hier offenbar dieses Jahr auch irgendwie aus. Bis so spät ins Jahr konnte ich noch nie die Tür zum Wohnbalkon einfach so dauerluftig offenlassen. Normalerweise ist da schon etwa zur herbstlichen Tag- und Nachtgleiche Schicht und die Balkontür bleibt bis zum Frühlingsanfang wieder zu.


    Deshalb gehe ich persönlich davon aus, daß wir dieses Jahr wohl eher einen nassen als einen harten Winter bekommen. Für Schnee und Eis braucht's aber auch nur Temperaturen, die regelmäßig um den Gefrierpunkt pendeln. Und die diesjährig einmonatige Verspätung des Sommers hat wohl auch nicht mehr genug Energie aufgestaut, daß sich da noch viel in Wintergewittern entlädt, was uns in richtig tiefe Temperaturen eines trockenen harten Winters treiben könnte.

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  • Seid Gegrüßt,


    also ich finde das Thema recht interessant. Zum einen gehen da die Meinungen und Thesen weit auseinander und zum anderen finde ich das
    Verhalten der Tiere in diesem Zusammenhang recht Spannend, da wir noch recht viel von den Tieren lernen können.


    Wintervorhersage :


    Mir hat mal jemand erzählt das man die Stenge des Winters am verhalten der Maulwürfe erkennen könnte.
    Und jetzt kommt es. Je tiefer sich die Maulwürfe im Erdreich vergraben umso kälter und stärker soll der Winter ausfallen.
    Stellt sich mir nur die Frage :pille : Woran erkenne ich wie tief sich die Maulwürfe vergraben haben ???? An der Höhe des Erdhaufens ???


    Wolkendeutung :


    Wolken verhalten sich meistens so, wie sie aussehen. Wenn sie bösartig oder gutartig aussehen,dann sind sie es wahrscheinlich auch!
    Quelle. Bear Grylls - Draußen (über)leben.




    LG : Micha

  • Hallo Michi,
    15 bis 20 cm tief (eventl. auch noch höher) gräbt er seine Gänge. Im Winter, bei Frost und bei Trockenheit legt er die Gänge bei 50 cm oder tiefer an. Da hilft nur eins... viel Buddeln.
    Ich vermute, wie gesagt VERMUTE an den frischen Erdauswurf.

  • Hinsichtlich der Behauptung dass auch Haustiere ein Gespür für kommende Erdbeben haben, eine kleine Anekdote von unserem ersten Airedaleterrier. Es dürfte ungefähr 15 Jahre her sein, da gab es auch in meiner Heimat mal nächtens ein Erdbeben. Andere Hundebesitzer aus der Nachbarschaft hatten schon tagsüber gesagt, dass ihre Vierbeiner "irgendwie komisch drauf seien". Unser Möppi natürlich nicht. Nachts rappelt es ganz gewaltig, die ganze Familie lief nervös im Haus und draußen rum, alle Nachbarn liefen draußen rum, überall bellten Hunde. Es gab nur einen, der sich nicht einen Zentimeter von seiner Decke wegbewegt hat oder nur den Anschein erwecken ließ, dass man die Augen auf machen könnte!

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Andere Hundebesitzer aus der Nachbarschaft hatten schon tagsüber gesagt, dass ihre Vierbeiner "irgendwie komisch drauf seien".

    Solche Aussagenn hat man immer wider ueberprueft und man kam immer zum gleichen Ergebnis. Die Menschen sehen Dinge im Nachhinein die es nicht gab. Mann nennt das Einbildung, und das meine ich in keiner Weise beleidigend. Es ist das selbe mit Hunden die angeblich Angst for Feuerwerk haben. Es ist nicht der Hund sondern die Menschen die GLAUBEN das ihr Hund Angst hat und dann promt Nervoes darauf reagieren. In anderen Worten sie uebertragen ihr Unsicheres Verhalten auf das Tier und dieses wirt dann auch Unsicher. Man sieht das auch mit Wilden Tieren die in Gruppen leben, es braucht nur ein Tier innerhalb der Gruppe das sich aengstlich, oder Agressieve, verhaelt und das uebertraegt sich sofort auf die anderen Tiere ohne das diese Wissen worum es eigentlich geht.


    Quote

    Unser Möppi natürlich nicht. Nachts rappelt es ganz gewaltig, die ganze
    Familie lief nervös im Haus und draußen rum, alle Nachbarn liefen
    draußen rum, überall bellten Hunde. Es gab nur einen, der sich nicht
    einen Zentimeter von seiner Decke wegbewegt hat oder nur den Anschein
    erwecken ließ, dass man die Augen auf machen könnte!


    Dein Hund muss wie meiner es war gewesen sein. Ihn hat nichts gekuemmert, kein Erdbeben, kein lauter Kanll, einfach nichts. Nur Betrunkene und Drogensuechtige trieben ihn zur totalen Weissglut, warum weiss ich bis heute noch nicht.

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  • Vergeßt nie, daß alles miteinander zusammen hängt.
    Jede Gegend, jede Region hat seine eigenen Regeln, seine eigenen Bedingungen. Was in den Bergen z. B. in dem einen Tal gilt kann im Nachbartal schon wieder völlig ausgehebelt werden. Jedes Habitat ist geologisch, klimatisch usw. mehr oder weniger in sich geschlossen und dementsprechend re-agieren die Bewohner.
    Man kann durchaus das Verhalten von Tieren auf das kommende Wetter ableiten, aber tatsächlich nur durch Langzeit - Beobachtung innerhalb eines Gebietes. Pauschalisierungen werden nicht funktionieren.


    Außer bei Schwalben und Mauerseglern ;)


    Wenn ihr also solche Ableitungen machen wollt, bleibt in eurem Gebiet und be-ob-acht-et es *genau*.
    Anders kamen z. B. Naturvölker auch nicht "klar". Sie waren Spezialisten in ihrem Gebiet.



    LG
    Ilves

  • Hallo zusammen,


    bezüglich der Härte/Strenge des kommenden Winters wird man wohl mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 50% richtig liegen, egal was man sagt und egal wie hart der Winter nun wird.


    Für mich liegt hinter dieser Frage noch eine ganz andere:
    Wann ist dann nun ein Winter hart/streng???


    Für mich persönlich ist ein Winter:
    - mit regelmäßigen Schneefällen (ca. durchschnittlich alle 3 bis 5 Tage)
    - mit einer Schneemenge von 4cm - 15cm Neuschnee pro Schnee-Ereigniss (bei Niederschlagsdauer von mehr als 4 Stunden)
    - dauerhaften Temperaturen von -8 bis - 15°C (wenigstens 5 Tage am Stück)
    - mit (vereinzelten) "Temperaturausbrüchen" bis -30°C bis max. 3 Nächte in Folge
    bzw. 0° - 5°C bis max. 3 Tage in Folge
    völlig normal und alles andere als hart.


    Außerdem wird jeder mit mehr als 50 Lenzen aus eigener Erfahrung bestätigen,
    daß das was die Medien heute als strengen und kalten Winter verkaufen
    eine reine Mickey-Maus-Witterung ist, verglichen mit dem durchschnittlichen Winter vor 20, 30 oder 40 Jahren.
    Vor diesem Hintergrund kann der Winter eigentlich garnicht hart/streng werden - egal wie kalt es nun tatsächlich wird.


    P.s.: Zum eigentlichen Thema "Vorahnung von Tieren" kann ich nur sagen: Ich hab schon seit Wochen (bestimmt 6 oder mehr) keine Stare und Schwalben mehr gesehen.


    Zur Herbst- bzw. Winterzeit sollen sich die in Schwärmen zusammengefundenen Krähen angeblich immer ein wenig südlich der Schneefallgrenze bewegen. Schnee fällt aber auch schon mal bei 3°C plus.

  • Mein "Honigbauer" hat mir erzählt, das er am Verhalten seiner Bienen ziemlich genau einschätzen kann ,
    wann der Winter losgeht und wie streng er wird.
    Und zwar hängt das damit zusammen, wann und wie sich die Bienen "einbunkern", sprich wie sie ihre Stöcke abdichten.
    Das ist zwar schon gut 2 Monate her, aber damals hatte er noch keine Anzeichen von einbunkern erkennen können.


    Gruß aus Wien Terryderterrier