Fuchs? Dachs? Oder was sonst?

  • Hallo zusammen!


    Diesen Bau habe ich heute am Wegrand gefunden. Zunächst fand ich die Lage erstaunlich (direkt neben einem Forstweg) und dann scheint er stark frequentiert zu werden. Und das durch alle Zugänge. Leider ließen sich im lockeren Sandboden keine Trittsiegel finden. Alle Fotos zeigen Ein-, bzw. Ausgänge des selben Komplexes.


    Was meint ihr?



  • Hi Cord,


    aufgrund der recht ausgeprägten "Laufgräben" vor den Eingängen und der vielen Erde halte ich das für einen Dachsbau. Bei Fuchsbauten wird die Erde eher unkontrolliert vor den Eingängen verteilt, Füchse nehmen auch so gut wie nie zwei mal denselben Weg in den Bau - Dachse schon, daher die Gräben.
    Es ist aber dennoch nicht auszuschließen, daß auch der Fuchs in einem Dachsbau wohnt: Dachsbaue sind regelrechte Anlagen in denen sich auch schon mal ein Fuchs oder ein Enok (Marderhund) "einmietet".


    LG Ilves

  • Würde auch mal auf Dachsbau tippen. Bei Füchsen hättest Du um den Bau wenigstens noch Spuzren anderer Art, wie Losung oder wenigstens Reviermarken (die selbst Menschen normal riechen). Auch typisch wären Schleifspuren am Eingang (zum. soweit ich das bisher mitbekommen habe).
    Eventuell hausen auch Marder da drin. Ist zwar nicht sooo zu erkennen, grad weil Pfotenabdrücke fehlen, aber nicht ganz ausztuschliessen (ja, es wird kühl draussen)
    So von Fotos ne Ferndiagnose zu machen ist eh immer schwierig, weil tracking eig. Augenabhängig ist, und viele weitere Infos die zum Aufschluss führen,m eben oft auch übersehen werden.

  • Ein ganz deutlicher Unterschied von Dachs- zu Fuchsbau ist auch das Klo :)
    Dachse legen ein regelrechtes Klo an (iirrgendein Pfad führt da hin), wohingegen Füchse überall ihre Losung aber auch Essensreste (also Knochen usw.) hinterlassen.
    Dazu muß man wissen, daß Dachsbauten auch über mehrere Generationen genutzt werden - daher die Ordnung, die Sauberkeit.
    Aus einer britischen Doku hab ich mal erfahren, daß Dachsbauten sogar um die 200 Jahre lang benutzt werden.


    :)

  • Quote

    "Füchse nehmen auch so gut wie nie zwei mal denselben Weg in den Bau - Dachse schon, daher die Gräben


    Diese Aussage ist gewagt und falsch! Nach deiner These, würde kein einziger künstlich angelegter Fuchsbau funktionieren!!! Es genügt ein Eingang, welcher sich nach einigen Metern gabelt. Solange der Kessel mehr als einen Zugang hat genügt das dem Fuchs.
    Klare Anzeichen für Dachse sind:


    • mehrere direkte Aborte in der Nähe des Eingangs



    • Futterreste in Baunähe. Der Fuchs frisst nicht im und um den Bau herum. Das nennt man "Burgfrieden". So kommt es auch, dass es im Norden Deutschlands eine Entenart gibt, welche mit dem Fuchs zusammen im Bau lebt Junge gefahrlos aufzieht.


    • Ausserdem haben auch Dachsbauten mehrere Zugänge, da diese Bauten immer erweitert werden und so auch mehrere Generationen in solch einem Bau leben können.


    Quote

    wohingegen Füchse überall ihre Losung aber auch Essensreste (also Knochen usw.) hinterlassen.


    Dieser Aussage widerspreche ich ebenfalls!

    Wer glaubt, daß ein Projektleiter Projekte leitet, der glaubt auch, daß ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

  • Quote

    Es ist aber dennoch nicht auszuschließen, daß auch der Fuchs in einem Dachsbau wohnt: Dachsbaue sind regelrechte Anlagen in denen sich auch schon mal ein Fuchs oder ein Enok (Marderhund) "einmietet".


    Ich hab auch mal irgendwo gelesen das sich Dachs und Fuchs mitunter sogar den selben Bau teilen.
    Eines meiner Lieblingsbücher aus Kindertagen ist übrigens "Friedolin, der freche Dachs" (von Hans Fallada),
    bei dem sich (sofern ich mich richtig Erinnere) der Dachs Fridolin auch mit nem Fuchs herumärgern muss der da wärend seiner
    Abwesenheit einfach in Friedolins Bau eingezogen ist... der Fuchs, der gemeine Baubesetzer hihi.
    Ich glaube (im Buch) wars so das der Fuchs zu Faul war eigene Bauten anzulegen und mein Laienwissen geht auch dahin,
    das Füchse gern vermeintlich leere Baue okkupieren.
    Dachse sind allerdings wohl auch sehr wehrhaft und nehmen es leicht mit einem Fuchs auf.
    Das mit den Enten und dem Fuchs kannte ich aber noch nicht, ist aber witzig (vielleicht hat er die Enten gestohlen, entführt und hofft auf ein
    Lösegeld ?) !
    ;)

  • sorry jack, ja die gans... vielleicht spielt ja sogar das alte Volkslied genau darauf an.
    jedenfalls war mir das unbekannt mit dem Federvieh, aber ich bin ja auch kein Jäger, bzw lese mir alles so an.


    Mal ne Frage, wie machen das auch Fasane? (Also sich in Höhlen oder Höhleneingänge zurückziehen? Temporär?
    Weil genau das ist mir mal passiert in der Franzigmark. Fasan flattert kurz weg, keine 20 Meter, und landet danach WAR ER WEG.
    Ich hab die Story so im Freundeskreis paar mal erzählt und wir haben darüber Witze gerissen ob Fasane Höhlenbewohner sind....
    oder ob ich einfach blind war XD was auch sein kann, denn so ein Fasan ist ziemlich gut getarnt.
    Naja eigenntlich darf ich mir Witze über mich anhören... Jaja Krupp, der Fasan... (wobei diese Leute Stadtmenschen sind die noch weniger Ahnung als ich haben)
    Grad da in der alten Heide bin ich schon mehrfach fast über Fasane "gestolpert" wie man es sonst zb nur von Karnickeln kennt
    die sich bis auf die letzte Sekunde abducken.
    Mein Auge ist da aber auch nich so geschult bzw achte ich meisst auf andere Dinge wenn es passiert...

  • Also, um mal ein kleines Missverständnis auszuräumen: Es gibt hier bei uns die Brandgans, die hat tatsächlich Burgfrieden mit dem Fuchs. Die Brandgans wird aber verwirrenderweise auch in so mancher Fachliteratur Brandente genannt, verteufelt sowas. Genaugenommen handelt es sich um eine Halbgans, ist aber auch egal, jedenfalls kommt es so natürlich schnell zu lustigen Diskussionen. Fakt ist: Alle, die geschrieben haben, ne Entenart oder ne Gansart nistet u.U. mit dem Fuchs unter Einhaltung temp. Burgfriedens in Erd-WG's haben Recht! Das ist doch auch irgendwie mal schön. :D
    :winken