Erfahrungsbericht Linder Super Edge 2 während 3 Wochen Wildnistour

  • -Also doch nicht nur "nur ein Schweizer Taschenmesser, ... billig und ordinär", wie du geschrieben hast!


    Das war auch nur Ironie ;) Ja, es ist ein "Forester", ich habe es seit Jahren.


    Nochmal um es zu verdeutlichen: NEIN! Ich bin kein Feststehender-Klingen-Feind geworden!! Ich wollte lediglich meine eigene Erfahrung in Bezug auf unseren Trip anreissen, weil ich eben glaube, dass DAS Messer bei vielen Outdoorvorhaben zu sehr in den Vordergrund gerückt wird. Will sagen: Wenn man 3 Wochen kanadische Wildnis mit einem Klappmesser übersteht, dann wohl auch locker ein Wochenende Naherholungsgebiet. Ich werde - wenn der Reisebericht irgendwann fertig ist - noch eine längere Abhandlung zur verwendeten Ausrüstung und meine Erfahrung damit schreiben, da ja offensichtlich Interesse daran besteht.


    Ich werde dann auch sicher ein paar Gedanken zu möglichen Survivalfällen in borealen Nord-Gebieten loswerden, will aber erstmal alles zusammenfassen :)


    Was ich schonmal sagen kann: Nach dieser Reise sehe ich viele Dinge hinsichtlich Equipment etwas anders als vorher. Man mag es einen Paradigmenwechsel nennen, sind aber eben Ansichten beruhend auf eigener Erfahrung. Das gilt für mich, muss für den Nächsten aber nicht gelten. Daher haben meine hier getroffenen Aussagen auch keinen Absolutheitsanspruch.


    Und wenn ich ehrlich bin: Manche Reaktionen habe ich einfach erwartet ;)

  • ein klappbares Schweizer Armee Messer um damit fast alles vom Hirsch bis zum Elch aufzubrechen, ...

    Othmar, genau dass nehme ich jetzt aber nicht ganz ab. Das aktuelle Schweizer Armee Messer hat einen Wellenschliff - schlichtweg ungeeignet zum Aufbrechen. Auch lässt sich ein Wellenschliff - gerade in der Wildnis, von der du immer so schön schreibst - generell schlechter nachschärfen. Vielleicht hast du es ja runtergeschliffen - aber dann wäre es ein modifiziertes, sprich an deine Bedürfnisse Angepasstes. Falls du unser altes Armee Messer meinst - das mit den Aluschalen und der kleinen, nicht feststellbaren Klinge, na ja, geht sicher auch - aber sicher nicht meine erste Wahl und deine wohl auch nicht. Aber ist ja auch egal, jeder so wie er kann uns muss.


    Ich denke (fast) jedes Messer hat seinen Einsatzbereich und Berechtigung und sei es nur um jemanden zu gefallen. Und Stefan, ich hätte es gerade anders rum gemacht. Interessant wäre ja gewesen - anstatt dein ach so teures Messer eingerollt in der Isomatte zu lassen - ein direkter Vergleich, ob du auch alles auch mit diesem Messer hättest machen können. Das wäre für mich ein lesenswerter Erfahrungsbericht gewesen. Vielleicht wäre dann schwarz auf weiss rausgekommen, dass es gar nicht geht (was auch immer), dass ein Fisch ausnehmen völlig mühsam wäre, oder der Zelt-Hering schon in der Hälfte der Zeit - sprich rechtzeitig vor dem Regen (rein hypothetisch) - fertig geworden wäre. Oder auch genau das Gegenteil. Eigentlich schade.

  • Weils grad' so schön hier reinpasst :


    In einem anderen Forum kam die Anfrage eines Anfängers . Er will mit einem Kumpel (ebenfalls Frischling) abseits der gesicherten
    Routen über die Alpen. Als allererstes will er sich ein Fixed und'n Beil zulegen !
    Das hat mich schon erschreckt ! Keine Frage nach Erfahrungsberichten, null Gedanken über Ausrüstung !


    Hab' selber eine Messermacke. Schleppe so gut wie immer mehr Stahl mit als Nötig.


    Aber daß jemand das Thema Messer so hervorhebt und das wichtigste vergisst erschrak mich sehr !


    Zumal ich, genau wie alle anderen die ständig über unsere vierhundertzweiundneunzig Customs labern an solchen verqueren Gedankengängen nicht grade unschuldig bin !


    Noch was - wenn Stefan nicht diesen provokanten Titel für seinen Thread gewählt hätte und stattdessen geschrieben hätte "drei Wochen nur mit 'nem 16,95€ Vic meinen Kram geschnitten" ?


    Ehrlich -- wer hätte den Thread gelesen !

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • So und jetzt kommen wir alle mal von diesem dekadenten Subkulturtrip egal ob pro und contra wieder runter und befassen uns wieder nüchtern mit unserem Bushcraftthema wozu auch Ausrüstung und Messer gehören sollte. Aber es sind halt Werkzeuge und keine Religion.
    Ich dachte ihr seid alle Naturmenschen. Naturmenschen sind aber nicht so neurotisch wie die deutsche Bushcraftforenwelt.

  • Jau !
    AJ hat recht !


    Widmen wir uns wieder anderen Themen !


    Habe ich schon erwähnt das ich Folder nicht mag?

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  • Othmar, genau dass nehme ich jetzt aber nicht ganz ab. Das aktuelle Schweizer Armee Messer hat einen Wellenschliff - schlichtweg ungeeignet zum Aufbrechen. Auch lässt sich ein Wellenschliff - gerade in der Wildnis, von der du immer so schön schreibst - generell schlechter nachschärfen. Vielleicht hast du es ja runtergeschliffen - aber dann wäre es ein modifiziertes, sprich an deine Bedürfnisse Angepasstes. Falls du unser altes Armee Messer meinst - das mit den Aluschalen und der kleinen, nicht feststellbaren Klinge, na ja, geht sicher auch - aber sicher nicht meine erste Wahl und deine wohl auch nicht. Aber ist ja auch egal, jeder so wie er kann uns muss.

    In meiner Post habe ich ein smile benutzt (Irony). However, wenn ich zurueck blicke ist mein Swiss Army Messer das meist benutze, habe damit sogar einen Bison aufgebrochen, abgeaeuted und zerlegt. Es ist ein aelteres Model von Vitorinox Forester das noch kein Wellenschliff hat, ein Heiratsgeschenk meiner Frau. Natuerlich habe ich auch noch andere Messer, z.B. gehoert ein complete Set von Fleischer Messer dazu. Die bleiben jedoch meistens im Truck bis ich sie wirklich brauche.


    Es ist ja nicht das ich glaube man braeuchte nur ein einziges Messer sondern mehr meiner Bequemlichkeit zu zuschreiben. Ich hasse es richtiggehend ein Rucksack voll mit Material mit zu schleppen. Alles was ich fuer einen Tag auf der Jagd brauche muss in die Cargo pocket meiner Hose und Jacke passen, manchmal noch in einen kleinen Umhaenge Beutel (Fanny-pack ) um die Huefte und das ist dann auch schon alles.


    Muss allerdings zugeben das ich in diesem Sinne Verwoehnt bin denn wo wir Leben bin ich selten weiter weg als eine Halbe Stunde von zu Hause und selten weiter entfernt von Truck dann ein paar Hundert Meter. Ich habe einige Staende von denen kann ich mein Truck sehen. :) Das ist der Vorteil wenn man mitten in einem Wildreichen Jagdgebiet lebt. :)

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Das Messer in der Outdoorszene extrem gehypt werden müsste eigentlich mittlerweile jedem klar sein. Umso unverständlicher ist mir, warum man nirgends einen Beitrag über Messer schreiben kann, ohne das gleich die Gemüter hochkochen und sich alle nur noch am fetzen sind. Dabei gibt es so viele Dinge wie, Schlafsack, Rucksack, Isomatte, Schuhe die für einen einigermaßen komfortablen Aufenthalt in der Natur weitaus wichtiger sind. Stellt euch nur mal vor was schlimmer wäre, drei tage draußen ohne Messer ,oder drei Tage draußen ohne Schlafsack.


    Wenn ich weder angeln, noch Feuer machen will oder darf, was ja leider in Europa oft so ist, würde ich sogar soweit gehen zu sagen dass ich, auf einer normalen Trekkingtour gar kein Messer brauche. Ich nehme natürlich trotzdem immer eins mit, nur für den Fall das ich es brauche ,aber im Grunde kommt man auch ganz gut ohne aus. Zeltheringe hab ich dabei, mein Tütenfutter bekomme auch ohne Messer auf und im Erstehilfe - Täschchen ist eine kleine Schere mit drinnen.


    Generell ist es so das man,nach fast jeder längeren Tour ,das Gefühl hat irgendwas zuviel mitgenommen zu haben. Im Kanu wäre es mir egal, da kommt mit was Spaß macht und gut ist. Aber wenn ich überlege was ich alles bei meiner ersten längeren Tour mitgeschleppt habe, und was davon Heute noch übrig ist, macht das schon einige Kilos unterschied. Und dies auch ohne Ultra Leicht Kram und ohne auf einen gewissen Luxus zu verzichten. Was bei mir immer zuviel dabei ist, ist Essen und Klamotten. Man kann sich als Wohlstandsmensch oft einfach nicht vorstellen, wie wenig man eigentlich braucht um immer noch gemütlich über die Runden zu kommen, und damit meine ich nicht sich halbnackt durch die Landschaft zu "Survivaln".

  • :D Jetzt ziehe ich nach, bin auch der Meinung das ein Vic vollkommen ausreichen kann.
    Ich war vor zwei Jahren mit einem Freund 9Tage Autark in Schottland unterwegs, Hauptinteresse war es in dieser Zeit Wasser aus Bächen/Flüssen zu Filtern und Tüten von der gefriergetrocknete Nahrung an der vorgeschnitten Stelle der Packung aufzureisen.
    Wann hatte ich das Vic benutzt bei diesem Trip......in den ersten zwei Tagen, um die mitgenomme Ringsalami und den Gouda zu schneiden, von da an war das Vic bis auf eine Nacht als ich mir eine Zecke mit der Vic Pinzette entfernt hatte im Rucksack.
    Sogar Feuer gemacht ganz ohne Messer, Säge oder Beil, einfach Tot-o.Treibholz gesammelt und angezündet...verrückt das geht auch. :unschuld


    Allerdings habe ich auch einige Feststehende zur Auswahl, ich liebe die Patina vom Kohlenstoffstahl sie zu tragen und zu nutzen bei jeder Gelegenheit,......warum?
    Keine Ahnung.


    Fakt ist es das der Nutzen nur dann da ist, wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Vic und einem Feststehendem in einer Überlebenssitation, würde ich das Feststehende wählen, bis auf den Trip in Schottland habe ich immer ein Feststehendes und ein Vic dabei.


    Lg Micha :lol

  • "Outdoor mit dem Taschenmesser" - Das neue Buch von Felix Immler beweist - es geht.



    Das geht heißt natürlich nicht, dass man nicht noch mehr Messer haben kann ;)


    :messer

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Ob Fixed oder Folder ist doh soweiso eher eine persöhnliche Geschmackssache.


    Und zum Video:
    Schon erstaunlich was er da alles gebastelt hat, nimm auch noch den letzten Rest material unserer Zeit weg und es wäre ein gutes Beispiel wie unsere Vorfahren zur Stein-/Kupfer-/Bronzezeit gelebt haben könnten. Allerdings nimmt das Ganze zB durch den Backofen eher den Charakter einer dauerhafteren Siedlung als eines Camps auf Zeit an. Aber dem zum Trotz, man(n und frau) sieht was möglich ist wenn man sein Gribs etwas einsetzt.
    Absolut COOLLLLLLLLLLLLLL :D

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.