Flüssigkeitszufuhr

  • Hallo,


    hatte am Wochende eine schöne Wanderung in den Vogesen unternommen. Die geplante Tour wurde durch einen Abstecher etwas länger und meine geplante Einkehr hatte geschlossen. Meine mitgeführten Wasservorräte waren im Endeffekt deshalb etwas arg knapp bemessen.


    Die Frage die sich mir stellte war, wie teile ich mein Wasser am besten ein, sollte ich möglichst große Mengen Wasser in 2-3 Pausen zu mir nehmen (Stichwort Kamel :) )oder immer ganz kleine Mengen in ganz vielen kurzen Intervallen trinken. Was ist objektiv empfunden eure Empfehlung bzw. welche Herangehensweise hält den Körper wirklich am Leistungsfähigsten?


    Grüße
    wooki

  • Unser Darm kann nur ca. 200 ml Wasser pro Viertelstunde aufnehmen. Wenn du also zu schnell zuviel trinkst, würde der Großteil über die Nieren
    ausgeschieden und ist somit für den Körper unbrauchbar.
    Daher macht es auch wenig Sinn die empfohlene Trinkmenge von rund 2.5 Litern auf einmal zu schlabbern.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

    Edited 2 times, last by Zausel ().

  • Ist nicht ganz richtig, wird das Wasser nämlich in kleinen Mengen aufgenommen, bleibt es im Magen und wird zur Verarbeitung der Nahrung genutzt. Erst ab einer bestimmten menge "schwappt" es in den Darm und wird aufgenommen.
    Hierzu kommt auch die goldene Regel: Nur Essen wenn man Wasser hat, da der Körper sonst zur Verarbeitung Wasser verbläst.


    Quelle:
    - Cody Lundin: 98,6°
    - Unser Urologe heute :)

  • Ist nicht ganz richtig, wird das Wasser nämlich in kleinen Mengen aufgenommen, bleibt es im Magen und wird zur Verarbeitung der Nahrung genutzt. Erst ab einer bestimmten menge "schwappt" es in den Darm und wird aufgenommen.


    Und nun mutmaßen wir, das die bestimmte Menge 200 ml sind :unschuld

  • Müsste ich morgen in der Klinik nochmal fragen.

    Da kommen wir sowieso nie auf einen Nenner. Eh alles grobe Richtwerte. Ich lerne es halt gerade so aktuell an der Gesundheitsakademie. Und gebe das gerne weiter :D
    Selbst die Wissenschaft munkelt, das wir mit 1 L Wasser auskommen. Wenn wir nun nicht grad Extremsportler sind oder in der Wüste wohnen.


    Aber zum Thema Survival und deinem Einwand: Sagen wir grob geschätzt es gibt 40 Tage nichts zu futtern und der Mensch hat normal bis Übergewicht. Er wird noch nicht verhungern. Eher am Nährstoffmangel erkranken. Aber vorrausgesetzt, er trinkt täglich, dann wird deine angenommene kleine Menge an Wasser wohl zu was anderem benutzt als zur Verarbeitung der Nahrung!? :confused

  • Sie wird, laut Arzt, wie Nahrung verwendet. Kanns mangels Anatomie Kentniss, nicht genau wiedergeben. Trinkt man täglich, wird es nach und nach schon aufgenommen. Es macht ergo Sinn, sich bei der ersten Aufnahme "Satt" zu trinken.


    1L Wasser am Tag ist definitiv Blödsinn, da wir zwischen 1-1,8L alleine durch die Atmung wieder raus blasen!

  • Sie wird, laut Arzt, wie Nahrung verwendet. Kanns mangels Anatomie Kentniss, nicht genau wiedergeben. Trinkt man täglich, wird es nach und nach schon aufgenommen. Es macht ergo Sinn, sich bei der ersten Aufnahme "Satt" zu trinken.


    1L Wasser am Tag ist definitiv Blödsinn, da wir zwischen 1-1,8L alleine durch die Atmung wieder raus blasen!


    Naja fast. Pro Tag verliert der Körper ungefähr 400 ml durch das Ausatmen von Wasserdampf.
    Wenn Du die Wasserkonzentration in der Luft meinst, hängt das von der
    Luftfeuchtigkeit, der Temperatur und Deiner Grösse ab, die Dich umgibt :schlaubi
    du sättigst ja die Luft beim Abatmen mit Wasser . Rund 1,8 Liter wären ja ne super Diät :unschuld

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

    Edited 2 times, last by Zausel ().

  • Die 1,8l waren eine Aussage eines HumanBiologen, müsste mal die Bücher aus dem Keller holen. Ich mach mich mal schlau, sonst ists nur Gerüchte-Ping-Pong

  • Unser Darm kann nur ca. 200 ml Wasser pro Viertelstunde aufnehmen. Wenn du also zu schnell zuviel trinkst, würde der Großteil über die Nieren
    ausgeschieden und ist somit für den Körper unbrauchbar.


    Hm, also wenns über die Nieren ausgeschieden wird, dann isses auch vorher ausm Darm in die Blutbahn aufgenommen worden. Das Wasser kann ja nicht aus dem Darm direkt in die Nieren, wüßte nicht das es da ne Abkürzung gibt !?
    Wieviel Wasser aufgenommen werden kann, hängt auch maßgeblich vom Hydratationsstatus des Körpers ab. Bin ich z.B. stark dehydriert, dann kann ich mehrere Flaschen Wasser saufen und nix kommt raus, also keine Ausscheidung über die Nieren, da spreche ich aus Erfahrung! Habe ich schon gut getrunken, bin also normal gut hydriert, dann reicht ein kleines Tässchen und ich muss auf die Pipibox.


    D.H. also für die ursprüngliche Frage von wooki:
    Wenn Du Durst hast und bist dehydriert, dann sauf was geht. Bist Du aber gut hydriert, dann trinke lieber oft wenig damit Du nicht dehydrierst, ansonsten kommts eh gleich wieder raus und Du verschwendest Dein Wasser. Dieses Vorgehen praktiziert so auch jeder Langstreckensportler, da spreche ich ebenfalls aus Erfahrung (früher mal).
    :drunk

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hallo


    ich habe mal gelernt das das Durstgefühl über die osmotischen Werte im Körper gesteuert wird. Zu wenig Wasser bedeutet einen Salzüberschuss. Der osmotische Druck in den Zellen stimmt nicht mehr und der Körper signalisiert " Durst". Ich wahr meines Wissens immer der Meinung das man dann soviel trinken muss bis der osmotische Wert wieder im Gleichgewicht ist. Dann meldet der Körper " Durst gelöscht". Das man soviel trinken muss bis irgendwo irgendwas "überschwappt" ist eine völlig neue Erkenntniss.
    Aber wir sind ja hier um was zu lernen .
    Zum Thema " Essen und Trinken" gab es ja die mittlerweile überholte Meinung das das Getränk die Magensäure verdünnt und man besser nichts trinkt zum Essen.
    Also in welchen Portionen man trinken sollte zeigt einem der Körper an .
    War zumindest bis jetzt meine Wissensstand.Ist ja evtl. alles schon völlig überholt.



    Wenn man viel Durst hat meldet der Körper auch erst nach einer größeren Menge "Durst gelöscht" . Wobei man , alles nur mein Wissenstand, nie auf eine Menge von einem Liter oder mehr auf einmal kommt.


    Also ganz banal ausgedrückt: der Körper meldet " zu wenig" Flüssigkeit oder " ausreichend " Flüssigkeit vorhanden . Dementsprechend sollte man trinken. Bzw. dementsprechend trinkt man.


    Ist aber alter Lehrstoff.

  • also ich bin schon mal auf fast 2 liter gekommen.....


    kann sein dass meine ansicht blödsinn ist, aber ich hab gelernt: trinken bevor man durst hat, und auch die farbe des urins beachten...zu dunkel kann heissen zu wenig getrunken...KANN heissen. natürlich werden mediziner noch so ungefähr 326 andere gründe wissen.

  • Ich möchte die Eingangsfrage nicht mit wissenschaftlichen Erläuterungen beantworten (dazu kann man im Netz viele interessante Ansätze finden), sondern mit meinen persönlichen Erfahrungen vom Sporteln, langen Wanderungen und auf der Arbeit.


    Für mich hat sich als ideal herausgestellt, vor körperlichen Betätigungen eine bestimmte Menge auf Vorrat zu trinken (natürlich nicht so viel, dass es unangenehm wird) und im Laufe der Belastung oder der körperlichen Aktivitäten immer wieder ein wenig zu trinken.


    Wenn ich während der Belastung durch diese Vorgehensweise keinen richtigen Durst habe, weiß ich, dass ich auf jeden Fall genug getrunken habe. Wenn ich Durst bekomme, weiß ich, dass ich zu wenig getrunken habe. Wenn ich zwischendurch auch noch regelmäßig pinkeln muss, weiß ich, dass ich auf jeden Fall nicht zu wenig getrunken habe. Ob das jetzt unter medizinischen Gesichtspunkten richtig ist, weiß ich nicht. Ich fühle mich aber wohl und leistungsfähig.


    Für die Methode des regelmäßigen Trinkens von kleinen Mengen Wasser ist eigentlich ein Trinkrucksack mit Schlauch perfekt. Da kann man, ohne eine Flasche in die Hand zu nehmen, immer ein wenig Wasser nuckeln. Ich persönlich mag die Trinkblasen aber nicht. In erster Linie fehlt mir dort der psychologische Aspekt des erfrischenden Schlucks aus der Flasche.


    Bei der Zufuhr von Flüssigkeit sollte man auch die feste Nahrung in die persönliche Bewertung mit einbeziehen. Wenn man auf einer Tagestour viel frisches Obst und Gemüse zu sich nimmt, bekommt der Körper auch Flüssigkeit zugeführt. Bei mir führt Obst / Gemüse und „normales“ Trinkverhalten (mein „normales“ Trinkverhalten) zu großer Unruhe im Darm! Mampft man eher trockene Nahrungsmittel (Brot, Kekse, Riegel, Nüsse, etc.) braucht man wieder mehr Flüssigkeit, um diese Nahrungsmittel dem Körper zur Verfügung zu stellen.


    Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch hat ein individuelles Trinkverhalten. Wenn ich mir 2 Liter Wasser auf einmal reinhauen würde (was für meinen besten Kumpel überhaupt kein Problem darstellt), müsste ich mich übergeben.


    Jeder muss „seinen Weg finden“ und auf seinen Körper hören.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • ja...fast zwei liter.....aber danach war mir ned gut. nach einem liter war aber noch genug durst übrig...hatte dermassen geschwitzt.

  • Macht es doch nicht so kompliziert: trinkt doch einfach so viel, bis ihr keinen Durst mehr habt!


    Dabei spreche ich allerdings nicht von Modegetränken wie Sprudel, Cola usw. sondern von frischem Quellwasser oder Wasser aus dem Bach. Dem Wasser, das eigentlich von der Natur für das "Tier" Mensch gedacht ist.


    Ihr werdet merken, dass man frisches, normales Wasser in viel größerer Menge trinken kann, als zum Beispiel Sprudelwasser. Da bläht die Kohlensäure halt auf und simuliert ein Sättigungsgefühl. Andererseits sorgen keine Inhaltsstoffe wie Zucker für den "Will noch mehr!" -Effekt.


    Frisches Leitungswasser z.B. kann ich bei Durst fast einen halben Liter wegschlabbern und fühle mich wohl. Dann ist aber auch eine lange Zeit Ruhe. Mit Sprudel und ähnlichem geht das nicht. Da passt nicht so viel rein und der Durst ist auch viel schneller wieder da.


    Kleiner Nebeneffekt: trinke ich bei hohen Außentemperaturen (30° und mehr) oder wenn mein Körper grad mal so richtig am arbeiten ist, kohlensäurehaltige Getränke, bekomme ich einen Schweißschub. Der zieht natürlich wieder Flüssigkeitsverlust incl. Mineralienverlust nach sich. Also Finger weg von kohlensäurehaltigen Getränken!



    Liebe Grüße,


    Westwood

  • Wenn ich wooki richtig verstanden habe geht es ja darum, ob man das Wasser direkt verbraucht oder ob man es rationiert. Also dann wenn man merkt dass das Wasser langsam knapp wird.


    Bei mir käme es darauf an, wieviel ich noch über habe. Hätte ich etwa nen halben litter, würde ich wohl erstmal die hälfte trinken. Zudem würde ich versuchen, meinen Wasserverbrauch zu reduzieren. Würde also nicht gerade in der Mittagshitze laufen oder körperlich besonders schwer arbeiten, wenn es nicht sein muss. Ich würde auch etwas langsamer gehen um nicht ins schwitzen zu geraten. Ich denke damit würde ich persönlich ganz gut "fahren".

    LG Rainer

    Das Beste Messer der Welt, ist das Messer, dass man dabei hat, wenn man eins braucht!

  • einen recht guten und algemeinverständlichen Artikel findet man hier:


    http://www.laufpirat.de/thema/hitze.html


    schneidet alle wichtigen Aspekte mit an, also auch die Mineralstoffversorgung ect .


    ---


    ich selber trinke auch lieber regelmäßig kleinere Mengen, normal beim Wandern/Paddeln bei diesen Temperaturen reicht die 500ml Flasche
    so 1h etwa, mal mehr mal weniger. kommt ja auch auf die Umstände an.
    (okey beim Paddeln ist es dann meisst n Bierchen und kein Wasser...)

  • Macht es doch nicht so kompliziert: trinkt doch einfach so viel, bis ihr keinen Durst mehr habt!

    Ahoi, das kann aber schnell mal böse Folgen haben, weil das Durstgefühl nicht immer richtig funktioniert, vor allem bei Kälte. Die Farbe des Urins ist ein besserer Indikator finde ich. Ansonsten seh ichs so wie Smeagol, der spricht aus Erfahrung. Ich mach öfters Touren bei sehr hohen Temperaturen im Süden Touren. Bei Quellen und Bächen trinke ich dann immer auf "Vorrat" was das Zeug hält und nehme mir dann auf dem Weg bis die nächste Quelle kommt immer regelmäßig ein paar Schlücke. Ich teile das ein z.B. nach einer schwierigen Passage oder einem Aufstieg kurz was trinken und paar Nüsse reinschieben und dann weiter.

  • Interessanter Artikel Krupp, lohnt sich 2 mal zu lesen.


    Ich denke die Frage wie man mit dem Wasser umgeht ist differenzierter zu betrachten und sehr von der körperlichen Konstitution des einzelnen abhängig.
    Wenn ich bspw. mehrere Tage den Boden von Gewächshäussern dämpfe (sprich, ich erhitze den Boden mit Wasserdampf auf etwa 80 Grad um den Boden zu "desinfizieren" -Pilze, Unkraut....) bedeutet das für mich das ich an diesen Tagen eine Umgebungstemperatur von über 50 Grad, bei einer hohen Luftfeuchte habe. An diesen Tagen trinke ich in etwa 8h ca 3-4l Apfelsaftschorle und nochmal 1,5l Cola auf 6-8 kurze Pausen verteilt (ordentliche Arbeitszeit mit den offiziellen Pausen ist da eh nicht drin...). Von daher würde ich mich als Kamel oder auch Esel bezeichnen (Dackel kommt auch schon mal vor). Das am Abend dann das T-shirt vor lauter Salz alleine stehen bleibt brauche ich wohl nicht gross zu beschreiben.
    Ich für mich komme damit gut zurecht, da ich Durst nicht als besonders quälend und einschränkend empfinde.
    Das ist natürlich ein Extrembeispiel, und nicht jeder hat die Kostitution das durchzuhalten (ich würde mich zwar nicht als besonders "Fit" bezeichnen, ehr als klein und stämmig mit leichtem Speicheransatz, aber an ausdauernde Belastungen gewöhnt).
    An "normaleren" Tagen läuft es bei mir ähnlich.


    In der von wooki beschriebenen Situation würde ich mir also das Wasser erstmal sparen und erst später, wenn das Durstgefühl deutlich spürbar ist bis auf wenige Schluck alles trinken. Der letzte Rest dient dann nur noch zum benetzen des Mund und Rachenraums. In unseren/euren Breitenist es ja nicht besonders schwierig an Wasser zu kommen, es ist ja nur eine Frage von ein paar Stunden.


    Ein anderes Bsp. ist dagegen meine Frau, die mir erst am Donnerstag bei 30 Grad in Tallin fast umgefallen wäre, und das nur weil sie in relativ luftiger Kleidung 3h in der Stadt herumgelaufen ist. Sie ist weit weniger gewohnt als ich (klimatisierte Zimmer bei relativ wenig Bewegung...). Um bei beschriebener Wetterlage halbwegs überleben zu können braucht sie eine stetige Wasserzufuhr in kleinen Mengen und, ganz wichtig, einen Hut als Sonnenschutz.


    Wenn ich das abschliessend betrachte und ich auch andere Freunde, Kollegen etc. mit in betracht ziehe würde ich es nicht wagen hier eine allgemein gültige Vorgehesweise zu deffinieren. Dafür sind die Leute einfach zu unterschiedlich was Gewohnheit und Konstitution betrifft.


    Wie gesagt, ich bin ein Kamel...