dehydriertes Tofu

  • Moin


    Ich hab in letzter Zeit etwas mit Tofu herumexperimentiert, aus verschiedenen Gründen.
    Der hier wesentliche ist der, das ich auf der Suche war nach haltbaren und leichtgewichtigen Eiweißlieferanten.


    Dehydriertes Tofu kann man auch selbst herstellen, so wie man Obst oder Fleisch dörren kann.
    Das hab ich aber nicht gemacht, sondern erst mal verschiedene kommerzielle Produkte ausprobiert.
    Vielleicht probiere ich das mal aus, ich denke aber eher nicht, da der Preis der kommerziellen Produkte so günstig ist
    das es nicht wirklich lohnt (im Gegensatz zu zb Beef Jerky) maximal mal ums es auszuprobieren.


    Frisches Tofu muss leider gekühlt werden, es ist zwar länger haltbar als zum bsp rohes Fleisch,
    aber ist eben für eine längere Tour als ungekühlte Nahrungsergänzung nur bedingt geeignet.
    Dazu kommt das das Trockentofu viel besser externen Geschmack aufnimmt, und das ist auch ein Vorteil.


    Dehydriertes Tofu ist jedenfalls getrocknetes Tofu und das bekommt man in verschiedenen Größen zu kaufen.
    Ich nenne es jetzt einfach mal TT .
    Hierbei ist mir aufgefallen das der Preis mit der Korngröße abnimmt.
    So gibt es TT auch in größe eines Schnitzels zu kaufen, dann ist es sehr teuer...,
    etwas günstiger sind die Flocken die ihr auf Bild 1 seht.
    Es ist naheliegend das man die Abfallprodukte dann je nach Größe noch als Schnetzel oder Granulat verkauft,
    vom Prinzip her ist das aber kein Abfall sonders nur kleiner, sonst das selbe Zeug.
    Die Produktbezeichnungen sind je nach Anbieter unterschiedlich... diese Flocken zb erhält man unter dem Namen:
    Flocken / Schnetzel / Geschnetzeltes usw...
    während das Zeug auf Bild 2 im Handel als Tofu - Granulat / Korn angeboten wird.
    Das ist daher wichtig, das ihr wisst wonach ihr fragen müsst... denn ich hatte da einige Probleme.
    Reformhäuser oder Biomärkte führen sowas, auch mancher Rewe,
    ich empfehle einen größeren Markt wie Globus oder Kaufland ( die beiden führen solche Produkte, bei mir ist Kaufland umfangreicher und billiger).
    Die Angestellten wissen vermutlich nicht was ihr redet... so meine Erfahrung... man findet das Zeug meist in der Bioabteilung.


    Okey mal ein paar harte Fakten die es interessant machen.


    Beispiel Kaufland , "Soja geschnetzeltes , Firma Biozentrale"
    -- 100g: 347kcl / 53g Eiweiss (!) / 3g Fett / 20g Kohlenhydrate --


    wie gesagt ist das kleinere "Granulat" etwas billiger, die Nährwerte sind je nach Anbieter aber fast gleich,
    das Zeug vom Globus hatte was mit 48% Eiweiss... egal.
    Kostenpunkt je nach Packungsgröße etwa 80-100 Cent pro 100gramm... das ist also nicht teurer als Fleisch aus der Massentierhaltung.


    Das ist das Trockengewicht... aufgequollen relativiert sich das natürlich.


    ---


    Ihr dürft nicht erwarten (auch wenn das immer gern behauptet wird) das Zeug würde wenn man es nur richtig würzt wie Fleisch schmecken.
    Nein.
    Auch die Konsistenz , der Biss, ist ein anderer, das betrifft frisches Tofu wie auch trockenes Gleichermaßen.
    Am besten man denkt da gar nicht dran... dann hat man keine falsche Erwartungshaltung.
    In Asien macht man den ganzen Firlefanz garnicht im Gegenteil dort ist pures Tofu (oke brrrrrrrr) sogar eine Delikatesse,
    einfach benutzen. Es geht hier ja nicht um Gourmetküche sondern um Praxis.


    Oke ich komme mal langsam zum Ende.
    Das TT muss man einweichen, hierbei kann man es nach belieben würzen, es nimmt den Geschmack prima auf.
    Für den ersten Versuch emfehle ich einfach Instanst Brühe diese aber doppelt, bzw sehr kräftig.
    Auf Bild 2 habe ich eine recht brauchbare Art Bolognese gemacht die eigentlich doch ganz gut schmeckt... natürlich nicht wie Hackfleisch,
    aber brauchbar.
    Bild 1 ist Erbswurst + Soja.


    Man kann sich ja anhand der Nährwerte ausrechnen was jeder selber für sich braucht,
    die eigentliche Erbswurst gibt ja nicht so viel her... selbst wenn man die ganze nimmt (135gr) ,
    deckt sie weder den Kalorienbedarf noch den Eiweissbedarf... zumindest letzteres kann man mit TF aufbessern.
    Den Rest der Kalorien kann man ja über zusätzliches Fett (SPÖCK !!!) oder Zucker (pfui... ist auf dauer nicht gut) aufbessern.


    Mir geht's bei dem TT nur darum eine Eisweißquelle zu haben.
    Ich hab schon mit vielen DIngen experimentiert, also auch mit Trockenmilch, Ei, und Eiweisspulver, alles legitim,
    allerdings hat das Sojazeugs einen Vorteil... man hat zumindest was worauf man rumkauen kann.
    Und mit einem Eiweissanteil von 50% in der Trockenmasse sticht es alles aus.
    Ausser Eiweisspulver für Sportler, das wiederum ist aber wesentlich teurer.


    Naja ihr könnt es ja mal ausprobieren. kostet nicht die Welt so ne Tüte mit 150g die kleinen etwa 1.40 bis 1.80.
    Erwartet nicht zu viel vom Geschmack her.


    Bei Bedarf teile ich gern meine bisherigen Erfahrungen, wobei das nicht viel ist... ich bin ja nun mal ein Fleischgourmet und kein Veganer...



    ---


    öhm naja , mal sehen was ihr so dazu schreibt.
    besser kann ich es als Fleischfreund nicht darstellen warum und weshalb... :Mädchen


    --


    edit 2 huch Foto verpennt XD



    bild 1 also 2 scheiben Erbsiwurst + 50 Gramm TF geschnetzeltes,
    deckt grob 50% des EW Bedarfes wenn man ackert, Kcl mässig ist es nicht soo derb.
    Asl Frühstück + Abendbrot + zb gezuckerten Tee/kaffe und Brot / Zwieback (Zwieback ist auch so ein Geheimtipp)
    und nüsse oder müsliriegel zwischendruch kommt man gut hin,
    im Gewichts/Nährwertverhältniss eine interessante Sache. Meine ich. :mädchen


    und weil ich grad dabei bin.. hier mal der link von knorr (ist ziemlich verstekct auf deren Website)
    zu den Nährwerten der Erbswurst, wen das interessiert... ist verdammt viel Salz drinnen
    http://m.knorr.de/de/DE/Produk…05-4323-ba41-f35b79f0d238

  • Also als Würstchen oder Schnitzel finde ich das Zeug vollkommen abartig, aber die Idee es zum untermengen in Fertiggerichten zu benutzen ist nicht schlecht. Ich werd´s auf jeden Fall mal testen. Wenn man mal wegen der Gewichtsersparnis eine Woche oder länger nur von Tütenpulver mit Reis oder Nudeln gelebt hat ist man um jeden noch so bescheidenen Fleischersatz froh.


    ( Obwohl das erste Bild ja rein optisch schon sehr stark daran erinnert was passiert wenn meine Katze ihr Shappi zu schnell gegessen hat :kotz )

  • Naja ein Gourmetessen wird wirklich nicht daraus, aber so mit der Erbswurst mitgekocht kann man es essen.
    Man sollte auch ruhig das doppelte an Flüssigkeit nehmen, also 4 Scheiben Ärbswuast = 1 Liter für 50gramm trocken Tofu,
    denn das Tofuzeug quillt mächtig auf.
    Und jau es sieht so aus wie schon mal gegessen :-)
    Die Bolognese schaut da schon leckerer aus, nach Fleisch schmeckt die aber trotzdem nicht.
    Tofu hat einen leichten Eigengeschmack, aber jetzt nicht so stark wie Sojamilch, weswegen es bei uns üblich ist den zu marinieren.
    Theoretisch kann man den auch pur Essen.
    Das gute an dem Trockenzeug ist, es nimmt den Fremdgeschmack sehr schnell auf.
    Zb einfach 10-15minuten in einer kräftigen heißen Brühe ziehen lassen dann schmecken sie schon mal nicht mehr nach Tofu.
    Frisches Tofu muss man über Stunden, am besten über eine ganze Nacht in der Marinade lassen bis der gewünschte Geschmack reingezogen ist.


    bei der Bolognese zb hab ich diese kleineren Krümel einfach in Gemüsebrühe aufgekocht, so 10 Minuten, und dann ziehen lassen
    während ich die restlichen Zutaten (ne Zwiebel, Knoblauch, ne Tomate) geschnitten habe.
    Dann die Tofu Krümel durch ein Sieb abgegossen weil ich sie noch anbraten wollte, das ging eher mäßig bei diesen kleinen Dingern,
    und dann halt weiter so wie ich normale Bolognese mache. Also Würzen, etwas Tomatenmark und Zucker rein, einen Spritzer Essig oder Zitrone,
    das Gemüse mit rein und noch paar Kräuter wie Oregano, also eben ganz normal weiter verarbeiten.
    Die Bolognese schmeckt nun zwar kein bissel wie Rinderhack, auch nicht wenn man mit grenzdebiler Phantasie ausgestattet wäre,
    aber sie schmeckt auch nicht schlecht und ich mache das nochmal demnächst, denke wenn man einen kräftigen Hartkäse reinreibt wird's richtig gut.

    Für draussen unterwegs genügt es wenn man das Trocken Tofu einfach zusammen mit dem Reis, Nudeln usw oder in einer Suppe mitkocht,
    sollte man aber vor der großen Reise mal zu Hause ausprobieren ob einem das liegt.
    Den einzigen Nutzen sehe ich halt darin das man bei wenig Gewicht ne Menge Eiweiss erhält, 1kg liefert immerhin rund 500g Eiweiss und
    das ist so der Bedarf für eine Woche bei einem normalen Menschen und moderater Tätigkeit.
    Nachteil ist, es ist recht großvolumig... aber bei meinem großen Rucksack bekomme ich das unter.


    Jetzt jeden Tag 2 mal Tofu und das eine ganze Woche lang, lässt mich auch erschaudern :lol
    Aber als weitere Komponente zu Trockenmilch, Trockenei, Haferflocken, roten Linsen usw für mich praktikabel.
    An den Geschmack muss man sich halt gewöhnen, aber jetzt mal ehrlich... das wäre bei Haferbrei genauso :unschuld


    Tja mehr Erfahrungen hab ich mit dem Zeug, also der Zubereitung noch nicht gesammelt, aber vielleicht haben wir ja im Forum
    jemanden der sich auch schonmal damit beschäftigt hat.


    PS die fertigen Würstchen und so weiter schmecken mir auch nicht. Es soll wohl auch "geräucherten" Tofu geben, den habe ich aber noch nicht gefunden.

  • Ich habe das mit dem Trockentofu auch mal ausprobiert, schon ne Weile her.
    Kann nicht sagen das es mir besonders geschmeckt hat, obwohl es ja eher nach nix schmeckt.
    Wenn es im Wasser einfach eingeweicht und mitgekocht wird, dann ist es mir einfach zu "wabbelig" weich.
    Alternative:
    Nur kurz einweichen und nur ein wenig Wasser ziehen lassen. Dann, z.B. beim Nudeln oder Reis kochen, nicht mit ins Wasser geben, sondern oberhalb nur im Wasserdampf mitziehen lassen. Ich hatte dafür ein Sieb, daß vom Durchmesser her exakt am oberen Topfrand abschloß und daurch nicht in den Topf fiel und der Topfdeckel trotzdem drauf passte. Jetzt liegt der Tofu eben nur im Sieb im heissen Wasserdampf. Natürlich abpassen wann er die richtige Konsistenz hat. Er bleibt dadurch einfach etwas bißfest. Man hat nicht so eine undefinierte Wabbelmasse.
    Geschmacksache !!

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hast du mal versucht diese etwas größeren Flocken / Schnetzel nach dem quellen scharf anzubraten ?
    Das soll wohl laut Netz funktionieren.
    Naja heute hab ich keine Lust auf Tofuexperimente, gibt heute Gyros mit selbstgemachten Caziki,
    ich brauch jetzt erst mal wieder richtiges Fleisch.... :unschuld

  • Ja, das mit dem Anbraten bringt, wenn man sie wirklich scharf brät, etwas mehr Geschmack durch die Röststoffe die dabei entstehen.
    Es ist halt ne gute Eiweißquelle, mehr aber auch nicht (nach meinem Geschmack).


    Ich nehme, wenn ich weiß ich kann gut Feuer machen, lieber getrocknete Sojabohnen mit. Die weiche ich über Nacht in heissem Wasser in einer flache ein (oder beim Boot fahren einfach den Tag über in eine Wasserflasche), dann brauchen die am nächsten Tag nur 20-30 min köcheln bis sie gar sind. Das gilt so für alle Hülsenfrüchte, wobei andere dann schneller gar sind. Sojabohnen haben zwar "nur" gut 30g Eiweiß pro 100g, haben aber auch Fett und Kohlehydrate, entsprechend mehr Kalorien und ergeben ne komplette Mahlzeit, z.B. mit Dörrfleisch etc. Vor allem ist es was zum Kauen und hat viel mehr Geschmack.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Ich kann TappsiTörtel zustimmen - nimm doch gleich die Bohnen! Ist ein paar Produktionsschritte weniger, lange haltbar und auch nicht schwer zu verarbeiten.




    Aber ich empfehle Dir auch mal Räuchertofu. In China wird das an jeder Ecke von alten Leutchen verkauft als Zubrot. Stark geräuchert und scharf gewürzt! Das sieht dann etwas runzelig aus, hält aber auch ungekühlt sehr lange und kann man einfach mit Zahnstocker als Snack aufspiessen.


    (ein Tütchen voll mit 100 g als Snack deckt schon fast den täglichen Eiweißbedarf eines erwachsenen Mannes - da bräuchte man schon kein Fleisch mehr, wenn noch ein paar Hülsenfrüchte dazu kommen)


    Da ich das in China an jeder Ecke bekomme, habe ich es noch nicht in D ausprobiert. Was vorher schon eingeschweisst im Kühlregal lag, kann schwer ohne Kühlung noch halten, denke ich mir.


    Aber hier in Seibersbach, glaube ich, am Rhein, gibt es eine Tofu-Farm - dort sollte man sowas bekommen.




    Und noch ein Hinweis: Nach TCM ist Tofu kalt/kühlend. Es ist also nicht unbedingt für jedermann der optimale Fleischersatz und kann auch Schwierigkeiten verursachen. Oder als Vegetarier z.B. einfach täglich kalte Soja-Milch aus dem Kühlschrank zu trinken, kann auch gesundheitliche Probleme verursachen, die außer einem TCM Arzt niemand erklären könnte.

  • Hülsenfrüchte sind klar. Rote Linsen zb gehören bei mir zur Grundversorgung, schon daher weil man die nicht mal einweichen braucht.
    Auch Bulgur hab ich in der Türkei lieben gelernt, besonders in der kleineren Körnung (also bei uns würde es dann Gries heissen),
    das muss man dann auch nur noch direkt aufkochen und fertig. Sättigt hervoragend.
    Es gibt noch viele andere Möglichkeiten und Alternativen


    Hier geht es aber nun mal um trocken Tofu und eventuell ähnliche Produkte wie Seitan Link
    den es ebenfalls auch getrocknet geben soll,
    und nicht um Hülsenfrüchte oder Getreide oder sonstiges (auch wenn ich natürlich letztlich alle Optionen miteinander Kombiniere).


    :-)


    achja Seitan habe ich bisher weder frisch noch getrocknet aufgetrieben (gibt's aber sicherlich in Reformhäusern).
    Seitan wollte ich aber schon länger mal selber machen, mal schaun ob ich es wieder vergesse ^^

  • Hallo zusammen!


    Habe zufälligerweise vor zwei Wochen parallel ähnliches probiert, mit demselben Ansatz wie KRUPP (haltbare, leichtgewichtige Eiweißquelle). Tofu-Granulat aus dem REAL bei uns. Kostet praktisch nichts, wiegt nichts, ist (alleine genommen) ziemlich geschmacksneutral. Bin Fleischesser, brauche etwas Biß und viel Eiweiß! ^^


    Ich verwende es ähnlich wie Karrtoffelpürree-Pulver: zusammen mit Instantsuppen oder Bouillon, zum "Aufpeppen" hinsichtlich Eiweißgehalt und Bißkonsistenz. Was mir als "Spirituskocher" sehr gefällt ist die Tatsache, daß ich das Zeug in der Bouillon an einem Stück Einweichen+Erwärmen+Aufkochen+Ziehenlassen kann, so daß es sehr simpel in der Zubereitung ist und mit nur einem Topf auskommt. Kein langes Simmern auf kleiner Flamme (mit Spirituskocher grundsätzlich möglich, aber oft nicht so einfach).


    Also mir schmeckt es in der o.g. Zubereitung erstaunlich gut, und alles andere passt noch besser zu meiner outdoor-Küche. Daher bleibt es, bis auf Weiteres, Bestandteil derselben.


    Beste Grüße,


    Gereon
    :hobo

  • Seitan ist ein weitere Fleischersatz, die Erfindung wird Japanischen Buddhistischen Mönchen zugeschrieben.
    Im Gegensatz zu Tofu wird es aus Weizenmehl hergestellt.
    Da Tofu immer etwas nach Soja schmeckt und wir Europäer ja eher an Weizen bzw Getreidemehle geschmacklich
    gewöhnt sind, ist das ganze eine gute Alternative für Leute die Tofu nicht mögen oder vertragen.


    Allerdings sollte man natürlich Weizengluten (also Weizeneiweiss) vertragen...
    Es gibt ja Leute die eine Glutenintoleranz haben ( Zöliakie, eine Autoimmunkrankheit ).


    Seitan wird aus Mehl hergestellt indem man ihm seine Stärke (und damit die Kohlenhydrate) entzieht.


    Es gibt auch fertiges Gluten-Mehl , das ist bereits Mehl dem die Stärke industriell entzogen wurde
    und welches fast nur noch aus Weizeneiweiss und etwas Fett besteht.
    Das kann man dann direkt weiterverarbeiten. Das vorproduzierte Mehl hat den Vorteil das man
    es besser mit den gewünschten Gewürzen vermengen kann.


    ----


    Saitan aus Weizenmehl , ganz billiges 405er genügt:


    Zuerst muss man die Stärke aus dem Mehl waschen.
    Dazu vermischt man Mehl + Wasser , grober Richtwert 3/4 Wasser im Verhältniss zur Mehlmenge, zb 1kg Mehl + 750 ml Wasser.
    Einfach reinrühren und kurz verkneten mit der Hand bis ein zäher Brei ensteht


    - die Angaben schwanken je nach Rezept etwas, zwischen 2/3 bis 3/4 , hat vieleicht auch mit der Mehlsorte zu tun.
    - der Teig hat genug Wasser wenn ein gleichmäßiger zäher Brei (aber kein flüssiger) enstanden ist


    siehe auch die Fotos am Schluss.


    Diesen Brei lässt man jetzt ungefähr 1h lang ruhen.


    - auch hier schwanken die Angaben in den Rezepten zwischen 30 minuten und vielen Stunden.
    - Eine Begründung dafür konnte ich nirgends finden.
    - Vermutlich dient diese Ruhezeit nur dazu das sich das Wasser und das Mehl gleichmässig verbindet.
    - Wozu die enorm langen Ruhezeiten mancher Rezepte (zb über nacht im Kühlschrank) dienen ist mir unklar,
    möglicherweisse lässt sich dadurch die STärke leichter herausspülen

    Spülen


    Jetzt wäscht man den Teigklumpen in dem man diesen in einem Wasserbad knetet.
    Wenn das Wasser weiss wird, was anfangs sehr schnell geht, kippt man es vorsichtig ab
    und füllt frisches Wasser nach.
    Das wiederholt man solange bis der das Wasser klar wird.
    Auch wird mit jedem Waschvorgang der Teigklumpen kleiner und fester.
    Über die Wassertemperatur gibt es wieder verschiedene Angaben.
    Ich habe handwarmes Wasser genommen und am Schluss noch 2-3 mal möglichst kaltes.
    Warmes Wasser lockert den Teigklumpen beim auswaschen, kaltes zieht ihn zusammen.


    Am Schluss erhält man aus etwa 1kg Mehl nur noch einen Klumpen in der Größe einer Orange und etwa 300-400g Gewicht.
    Dieser ist sehr gummiartig, hab schon viel gebacken aber so eine Art Teig hatte ich noch nie in der Hand.
    Diese Masse wird als roher Seitan bezeichnet.


    weiterverarbeiten , nun muss man den Seitan garen.


    - von dem im Netz häufig verbreiteten Tip in einem Gefrier oder Zipplockbeutel zu kochen rate ich ab.
    Diese bestehen zumeisst aus Polyethylenverbindungen und sind nicht Hitzestabil (max 80 grad).
    Wenn sollte man eher richtige Kochbeutel benutzen.
    - eine weitere Methode ist das garen in einem Einmach-Glas im Wasserbad
    - vorstellbar ist auch das straff einwickeln in ein (unbehandeltes) Leinentuch (idee)
    (Mit diesen Methoden soll der Seitan beim garen fester werden da er sich nicht so gut ausdehen kann.)


    Das soll angeblich auch beim backen gehen, hab ich gleich mal probiert, eine rolle fest in backpapier und alufolie gewickelt,
    1h bei 170 grad, ergebniss war zwar nicht so schwammig wie beim kochen,
    aber obwohl es aussieht wie eine Bratwurt hatte es eher eine Brotartige konsistenz innen...
    nicht so sehr überzeugend. hab davon scheiben nochmal angebraten dann ging es so


    Man kann ihn auch einfach nur in sehr kräftiger Brühe kochen, dann wird er aber weicher und weniger bissfest.
    Das hab ich auch gemacht, kleine Walnussgroße stücken und etwas größere...
    naja beim kochen gewinnen sie wieder stark an Volumen, leicht das vierfache!
    Was man dann nach 1-2h köcheln aus dem Topf fischt ist wie ein Schwamm. Sieht nicht nur so aus sondern fühlt sich auch so an.
    HAb das Zeug kurzerhand etwas ausgedrückt und dann angebraten,
    ähnlich wie beim Tofu hat das für mich nichts mit der Konsistenz von Fleisch zu tun,
    etwas angenehmer ist das der Seitan natürlich keinen Sojageschmack hat.
    Mir persönlich gefallen am besten die kleinen 1x1cm Würfel, scharf angebraten erinnern sie doch sehr an zb Jagdwurstwürfel,
    an der Gewürzmischung muss ich aber noch feilen.


    Aber der Clou kommt ja noch... einen Teil dieser Würfel legte ich (also ohne nochmaliges Anbraten)
    testweisse in die Mikrowelle um sie zu trocken...
    (ein Dörrgerät habe ich nicht und den Backofen wollte ich auch net ewig laufen lassen)
    nur ganz kurz 3-4 Minuten auf einer mittleren Stufe (keine Ahnung wieviel Watt, evt 650)
    und heraus kam eine art Zwieback.
    Also wie das Trockentofu nur eben aus Weizeneiweiss !
    Und im gegensatz zu dem Trockentofu kann man das Zeug wirklich wie Zwieback knabbern...
    Oder ebenfalsl gleich getestet, wiederum in Brühe werfen um es wieder wich werden zu lassen.
    Nicht schlecht. Einen Teil (die roten mit Paprikapulver und Pfeffer) habe ich schon geknabbert,
    den Rest lass ich jetzt mal ein paar Tage liegen, mal sehen wie lange die jetzt haltbar sind.
    Sollte ähnlich Zwieback, wenn man es trocken (Luftfeuchtigkeit) lagert jetzt eigentlich ne Weile halten.
    Mal sehen ob und wann sich Schimmel bildet.


    Über die Mengenangaben kann ich nun am ende keine genauen Angaben mehr machen da ich das
    "rohe" Seitan mehrfach geteilt und auf verschiedene Art gewürzt habe und einen Teil gebacken und angebraten hatte.
    Wenn man am Ende getrocknetes haben will würde ich schätzen bleiben am Ende weniger als 15% vom Ursprünglichen Mehlgewicht,
    und natürlich entsprechend hoch konzentrierter Eiweissanteil (Mehl 405 hat unverarbeitet etwa 11% EW und 1-2 % Fett),
    leider ist dann aber auch nicht mehr viel mit Vitaminen, Mineralstoffen ect. aber als Eiweissquelle interessant.


    Jetzt warte ich erstmal wanns anfängt mit Schimmeln oder so...
    Und dann mache ich das nochmal und messe und wäge die Mengen genauer ab.


    So noch die Fotos...


    Bild 1: den Teig in ausreichend Wasser einrühren, kurz verkneten und etwa 1h stehen lassen
    Bild 2: Teig waschen, unter Wasser kneten und das Wasser immer wieder abgießen und frisches nehmen.
    Bild 3: irgendwann bleibt ein zäher gummiartiger Teigklumpen übrig
    Bild 4: dieser ist aber schnittfähig, und so hab ich verschiedene Stücke gemacht und auch verschieden gewürzt
    Bild 5: einmal so ein großes Stück (etwa 1.5h) in kräftiger Brühe geköchelt, und die "Bratwurst" aus dem Backofen
    Bild 6: "Bratwurstscheiben" nochmal angebraten , links gekochter Seitan (man beachte die Brotartige Konsistenz) ,
    rechts daneben ein STück gekochter, dann marinierter, dann scharf angebratener Seitan
    Bild 7: der Seitan - ZWieback aus der Mikrowelle.



    Okey optisch mag das teils durchaus aussehen wie Fleisch, aber wie erwähnt weder mit der Konsistenz noch dem Geschmack
    bin ich bisher wirklich zufrieden. Wenn man den gekochten feingewürfelt anbrät und in warme Tomatensoße reinrührt
    ist es (wie beiM Tofu) allerdinsg noch am ehesten zu gebrauchen (als Beilage zu Nudeln oder Reis zb ).
    Am besten hat mir aber das Zufallsprodukt "Seitan Zwieback" gefallen...


    :winken so Hexenmeisterküche für heute geschlossen... *rollt einen Stein vor die Höhle und schwankt nach Hause...*

  • Ich finde das sehr viel Aufwand. Ich seh auch nicht wie das auf Tour machbar währe, schon wegen dem ganzen Verbrauch an Wasser.
    Da pack ich mir lieber eine Ladung Trockenfleisch ein.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Nein nicht auf Tour. Das macht man natürlich zuhause. Trockenfleisch muss ja auch vorbereitet werden.
    Ich weiss nicht ob du schon mal Trockenfleisch gemacht hast, das ist auch Aufwendig, vor allem Zeitaufwendig, außer man kauft es.


    Der Aufwand beim Seitan ist eigentlich gar nicht so groß, nicht größer als bei anderen Gerichten,
    als für jemanden der regelmäßig selber kocht oder bäckt ist kein Ding, da gibt's aufwendigere Speisen selbst in der
    klassischen deutschen Küche.
    Man verbraucht aber enorm viel Wasser, sicher so das 10fache des Mehlgewichtes.
    Könnte man abfedern in dem man das Stärkehaltige Wasser wiederum abseiht / filtert
    und die Stärke später anderweitig weiterverendet und mit dem Wasser weiterspült.
    In einer kleinen Mietwohnung ist das natürlich nicht unbedingt praktikabel.


    Ein Kilo Mehl für 50 Cent liefert so rund 110 EW, in der getrockneten Zwiebackvariante auf max 120-150g (beim näxten mal wäge ich mal mit),
    da müsste man schon 400-500 gramm Fleisch verarbeiten, da kostet dann schon das allerbilligste Massenschwein mind das 5 fache
    und wenn man sich ein gutes Stück Biorind holt ist man sehr schnell bei einem Kilopreis 20.- aufwärts.
    So gesehen ist der Seitan auch eine sehr preiswerte Sache.
    Natürlich soll man sich nicht ständig von dem Zeug ernähren zumal mir die frische Zubereitung immer noch nicht zufriedenstellend gelingt,

    ...aber so ein Beutelchen leichter, billiger, Eiweisskeks im Rucksack kann ja nicht schaden.


    Vielleicht baue ich daraus auch eine Art persönliches EPA .

    :mädchen

  • moin krupp
    Danke für die Saitanversuchsreihe. Und viel Spass beim weiterexperimentieren.


    Zu dem Trockensoja: Diese gibt es in verschiedenen Qualitäten. Schon allein die, die es im normalen Supermarkt gibt, und dazu dann zB aus dem Reformhaus, sind doch recht verschieden, grad auch was die Quellfähigkeit, Konsistenz nach dem brühen, oder auch Geschmack angeht.
    Nur kochen würd ich das auch nicht, ist dann doch ziemlich labberig. Angebraten und gut gewürzt, mit frischen Wildkräutern und Tomaten... Wenns gut gemacht ist, ein richtig leckeres Essen.
    Auch die grossen "schnitzelförmigen" Teile die es gibt, oder Medaillons machen was her. Gibts aber meist nur bei Vegan-Shops.
    Und übrigens: Natürlich schmeckt Soja in dem Sinne nicht wie Fleisch, wäre ja auch Blödsinn. Wäre das selbe wie wenn mman ne Birne isst und Apfelgeschmack erwartet ;-)


    Für ne Tour ist es allerdings, dank der Dehydrierung, ein leicht und recht klein verstaubarer Proteinlieferant. Grad auch für UL Freaks.

  • @ stix und total Ot:


    Is mal ne Nashi-Birne, wenn du bei der Birnengeschmack erwartest wirst du mit Apfelgeschmack überrascht ^^

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.