Kochen auf Tour- notwendig, überflüssig?

  • Guten Abend


    Ich habe auf ODS ein interessantes Thema entdeckt von dem ich denke dass man es auch hier mal diskutieren sollte.


    In der Essenz geht es darum wie wichtig das Kochen auf Touren in der Wildniss eigentlich ist, oder anders herum ob man sich nicht viel effizienter mit kalten Produkten ernähren kann.


    Nach den Erfahrungen die ich bisher gemacht habe, hätte ich mir das Kochen bei vielen Touren, vor allem den langen Sommertouren in der Wildniss auch einfach sparen können. Sehr oft hab ich es eigentlich eher deshalb gemacht, weil man es halt so macht. Am Abend muss es halt ein gekochtes Mahl geben. So hat man das halt aufgeschnappt und lebt das weiter. Aber so richtig nötig ist es eigentlich bisher nie gewesen. Ich hätte das selbe Mahl auch einfach kalt in Form von Nüssen, getrockneten Früchten und Müsliriegeln zu mir nehmen können.


    In letzter Zeit habe ich einige kurze Touren nur "kalt" gemacht. Vermisst hab ich nix. Ich kann vielmehr noch weiter kommen, weil ich die Zeit für das Kochritual nicht mehr verschwenden muss sondern kann mir kurz was reinschmeissen und hau mich dann ins Zelt. Auch spaß ich mir das Gewicht von Kocher, Brennstoff und Kochgeschirr. Das fällt zwar nicht so krass ins Gewicht aber bei sehr langen Touren wägt man ab ob man statt des Brensstoffes nicht lieber Essen mitnehmen soll.


    Ich denke für mich wirds in Zukunft bei längeren Touren der beste Kompromiss sein mich hauptsächlich kalt zu ernähren, aber einen kleinen Kocher samt Gefäß dabeizuhaben um etwa Wildpflanzen die prozessiert werden müssen, verarbeiten zu können. Allerdings ist das auch mehr fancy als notwendig.


    Wie steht ihr zu dem Thema?

  • Hmmm, seid ich Bud Spencer kenne, weiß ich, dass Bohnen mit Speck dazu gehören. Und mal ehrlich: rohe Eier, rohe Kartoffeln und kalter Speck sind ja nun auch nicht so der Renner. Ok, der Speck vlt noch. Vor allem, zusammen mit Freunden am abendlichen Lagerfeuer macht kochen doch richtig Spaß, wir sind ja nicht im Krieg oder auf der Flucht ...


    Zu bedenken wäre auch, das manche Speisen durch kochen ja auch erst genießbar gemacht werden, wie die Kartoffel z.B..


    Aber du hast nicht Unrecht. Immerhin ist der Mensch das einzig mir bekannte Wesen auf Erden, das sein Essen kocht! Ursprünglich sind wir ja wohl auch mit Rohkost klar gekommen.


    Ich sehe ein gesundheitliches Problem daher eher bei der plötzlichen Umstellung der Ernährung von westlicher Hausmannskost oder gar Fastfood auf Rohkost oder so ähnlich. Verdauungsprobleme würde ich nun sehr ungern grade auf Tour riskieren. Aber wenn jemand sowieso morgens lieber sein Müsli statt Marmeladenbrötchen hat und auch sonst in die entsprechende Richtung lebt, sollte das kein Problem sein.


    Warum also nicht?



    Lieben Gruß, :feuerbohr :schnitz :hobo


    Westwood

  • Nötig wohl eher nein, die frage lautet eher warum warm kochen.
    Ich sehe darin nen anderen Punkt, es entspannt, man kommt runter und entschleunigt.
    Klar, kalt essen und ab ins Bettchen geht, aber mir würde was fehlen. das gefühl zufrieden zu sein, was Warmes im Magen zu haben und damit langsam ein zu pennen. Wenn man das Warmessen in frge stellt, könnte man das auch mit dingen ie Kaffee und Tee machen. Beides ist im prinzip auch nicht nötig und doch, so eine Tasse kaffe oder tee abends am Feuerchen oder Morgens nach dem aufstehn....... :)

  • @WW
    Ich würde in dem Fall auch nicht solche Lebensmittel mitnehmen. Eier kann ich mir bei meinen Sommertouren eh abschminken, erstens wegen der Haltbarkeit und zweitens wären die eh Matsch nach ner Tagesetappe :D


    Perfekte Wegzehrung wären eher Sachen wie Nüsse, Rosinen, Müsliriegel, Trockensalami, Beef Jerky und hier im Westen ziemlich unbekannt, weißer Rückenspeck geräuchert.


    ich bestreite keinesfalls den psychischen Effekt von gekochter Nahrung, aber das ist imho auch etwas was man sich abtrainieren kann.

  • nicht umsonst heißt es ...
    stimmt das Essen, stimmt die Moral!
    oder?!
    klar kann man(n) auf Tour alles kalt essen - auch mit Sicherheit über eine längere Zeit, man(n) kann sein kaltes Essen auch vorher noch mit dem Pürrierstab zerkleinern und dann in kleine Plastikbeutel abfüllen ... somit könnte man(n) sich dann auch gleich das Kauen sparen ... und man(n) müsste dann nur noch den Brei Runterschlucken ...
    MACHBAR ist ALLES.
    Ob's nützlich ist sei dahin gestellt.


    ICH für meinen Teil mag das Kochen, ob sperlich oder ausgiebig - egal
    Etwas Warmes braucht der Mensch!


    Gruß

  • Für mich ist das Kochen, sowie aber auch das abendliche Feuerchen auf Tour ein wichtiger Bestandteil, um mich wohl zu fühlen!
    Und jetzt kommt´s nämlich raus, warum ich überhaupt manchmal diese Waldübernachtungs-Aktionen mache: nämlich nur aus Spaß und Freude.
    Ich merke immer mehr, dass ich überhaupt kein Survival o.ä. Szenario-Gedöns üben möchte, wie ich mir das einmal eine Zeit lang vorgemacht habe.
    Auch habe ich keinen Ehrgeiz, eine gewisse Strecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen.


    Falls jemand sich aber solche Ziele steckt, die eine starke Reduzierung des Gewichtes oder allgemein des Aufwandes benötigen, bewundere ich dies zwar weiterhin und es interessiert mich auch, was da im einzelnen getan wird, aber für mich selbst habe ich gemerkt, dass ich es lieber gemütlich angehen will!


    LG Parzival :hobo

  • Hi,
    für mich ein NO GO.


    Auf Tour bin ich im Urlaub und da gehört ein gutes Essen dazu. Keine kulinarischen Höhepunkte aber abends warmes Essen ist schon wichtig für die Seele. Zumindest meine Seele :lol
    Ich bin nicht auf der Flucht , im Wettkampf oder bei einer extremen sportlichen Herausforderung wo dies auschlaggebend sein könnte.
    Da mag das anders sein.


    Es sind Bushcraft-Touren!

  • Ich seh schon, wir haben da wohl ziemlich unterschiedliche Philosophien.


    Für mich hat das Essen nach einer langen und anstrengenden Etappe und vielleicht ein paar tausend Höhenmetern einzig noch den Sinn der Sättigung, ich achte dann kaum noch auf den Geschmack. Ich genieße auch gewissermaßen die Entbehrung.


    [edit]Tee oder Kaffee trink ich eh nie[/edit]

  • Ich komm draußen um die warme Nahrungszubereitung manchmal nicht drumrum.


    Gut, nach zwei, drei Tagen sind halbwegs frische Nahrungsmittel wie Speck oder Kartoffeln sowieso aufgebraucht. Solches, sowie Bohnen aus der Dose, etc., hab ich eh nur auf relativ kurzen Trips übers Wochenende dabei. Wenn ich länger als eine Woche unterwegs bin und jetzt nicht unbedingt auf Raupen und Insekten umsteigen will, muß ich die Verpflegung an schweren und (noch wichtiger) platzraubenden Sachen 'vorbeiplanen'. Dann befinden sich hauptsächlich noch Dinge wie z.B. Getreideflocken, couscous, Maismehl (für Polenta), normales Mehl (Bannok), etwas Trockenfrüchte und Nüsse, evtl noch ne kleine Dose Thunfisch, usw im Rucksack. Das alles kann von warm bis heiß aber auch kalt zubereitet werden.
    Hier richte ich mich dann nach meinem Befinden und meiner Laune in der jeweiligen Situation.
    Meist hab ich persönlich aber nur eines oder zwei dieser Dinge in der Menge dabei, die ich für die Tour brauche. Einfach aus logistischen Gründen.


    Nur Getreideflocken/Müsli - braucht nicht unbedingt eine Kochgelegenheit, kann man auch kalt quellen lassen. Erst macht's nix, dann hat man keinen Bock mehr auf den kalten Matsch und nach ein paar Tagen ist's dann wieder egal :)


    Nur Mehl und Trockenfrüchte (von mir seit jeher favorisiert) - für Bannok Brauch ich eine Wärmequelle, auch wenn ich zu müde zum kochen/feuern bin.


    Wenn ich jetzt aber auf Hochtour bin oder etwas mache, wo ich weiß, daß ich bald jeden Abend total ausgelaugt sein werde, hab ich aus Gewichtsgründen nur und ausschließlich leichten Tütenfraß dabei. Nun hat man aber gerade dann eigentlich gar keine Lust, den Hobo oder Gaskocher aufzubauen. Muß aber!
    Und gerade hier kommt der psychologische Aspekt einer warmen Mahlzeit zum tragen.


    Fazit:
    da, wo ich's mir (aufgrund des Tourenprofils) leisten könnte, mich kalt zu ernähren mach ich doch ganz gern mal ein Feuer weil gemütlich und ich kann essen, was schmeckt und da, wo ich eigentlich null Bock auf die Arbeit des Feuermachens habe, bin ich aber drauf angewiesen!
    ...also durchweg kalte Verpflegung eignet sich nur bedingt.


    (Ok, hab mich auch schon hauptsächlich mit Powerriegeln verpflegt. Aber das ist echt Mist!)

  • Das hat schon Hand und Fuß was du sagst AJ... Und möglich ist es mit Sicherheit. Auch leicht und effizient. Ist ne gute Variante um fix recht große Strecken zurückzulegen und ne Menge Zeit zu sparen.


    Aber ganz ehrlich:
    Ich bin nicht auf der Flucht! Mein Fluchtrucksack enthält auch hauptsächlich Kaltnahrung, aber das gehört nicht hier her.



    Ich seh das wie viele hier... Wenn ich es wirklich mal schaffe, draußen unterwegs zu sein dann hab ich URLAUB! ;) Und wenn es nur anderthalb Tage sind empfinde ich das schon als Luxus...
    Da fände ich Kaltverpflegung höchst doof ^^ Psychisch hin oder her, da seh ich weniger ein Problem. Die Psyche leidet mehr, wenn du Hunger hast oder frierst...
    Für mich gehört es dazu wie ein Messer in der Hosentasche oder am Gürtel. Ist einfach so und dafür schleppe ich auch gern mehr. Im Sommer kommt es auch mal vor, dass ich mir abends wenn es endlich mal kühler wird denke "Jetzt bloß nix warmes zu essen" Aber der Kaffee nach dem Essen bzw. früh zum Aufstehen muss einfach. Besonders auf Tour.
    Und nicht zuletzt finde ich das, was Parzival geschrieben hat wichtig: Es entschleunigt! Man kommt mal runter. Ich will nicht auf Tour auch noch auf der Überholspur leben müssen. Das muss man in dieser Gesellschaft eh schon viel zu sehr...


    Im Winter gar keine Diskussion:
    Kochen! Und zwar zu JEDER Mahlzeit (heißt mind. 3x am Tag). Sonst kannst du es nicht erschleppen. Der Trick an der Kocherei ist im Winter der, dass du durch die Wärme zusätzlich Energie zuführst und dadurch weniger Essen brauchst. Und das ist enorm hilfreich.
    Ich habs ausprobiert. Du futterst am Tag so ungefähr 500kcal weniger (bei mir zumindest so - getestet bei -40°C in Lappland). Und 500kcal ist einfach nen enormer Gewichtsaspekt.

  • Kommt drauf an was man vorhat und wie man die Sache angeht. Wenn man eine Tour eher sportlich angeht und mit wenig Gewicht am Rücken viele Kilometer am Tag schaffen will dann würde ich sagen kommt man mit Cashwekernen und Snicker´s wohl besser hin. Da ist einfach das Verhältnis zwischen Kalorien und Gewicht besser als bei Spagetti und Erbswurst. Und man spart sich die Zeit die man sonst gekocht und Geschirr geschruppt hätte. Sinn macht sowas zum Beispiel bei extremen Kletterexpiditionen und beim Militär wo jedes Gramm zählt und man vielleicht gar nicht Kochen kann.Oder in Gegenden in denen jede art von Feuer verboten ist. Aber für mich selber wäre das mal so garnix. Wenn ich auf Tour bin heißt das für mich ich hab Urlaub und will auch ein bisschen relaxen. Ein anderes Beispiel wäre dass ich wenn ich muss gut und gerne 30Km am Tag schaffe, aber meistens bleibt es bei zwanzig weil die einerseits auch schicken, und zum anderen warum soll ich mich denn stressen? Und genau so verhält es sich mit dem Essen auch. Ich bin auch kein Feinschmecker und auf langen Touren muss man halt auch aufs Gewicht achten aber warmes Essen und auch dessen Zubereitung gehören für mich einfach zum "Outdoorlifestyle". (Und mal ehrlich ohne :hobo ins Bett ist doch Kacke)

  • Perfekte Wegzehrung wären eher Sachen wie Nüsse, Rosinen, Müsliriegel, Trockensalami, Beef Jerky und hier im Westen ziemlich unbekannt, weißer Rückenspeck geräuchert.


    Bei allem nötigen Respekt Affenjunge( ich halte Dich für einen ganz Großen in der Outdoorszene): Nüsse muss man nicht kochen. Rosinen sind ein Mensch gemachtes Produkt.Müsliriegel , Trockensalami, BeefJerky auch. Wenn man sowas mitnimmt entfällt natürlich das "warm Essen".
    Aber nicht umsonst war die Entdeckung des Feuers ein Meilenstein in der Evolution der Menschheit. Kalt ernähren aus der Natur? Was denn? Rohe Ratten weil man die fangen kann? Rohe Kartoffeln ? Wie es jemand Anderes schon geäußert hat : rohe Eier? Wie jemand Anderes es schon geäußert hat : man kommt um die warme Ernährungsbereitung nicht drum rum .
    Affenjunge: "..Für mich hat das Essen nach einer langen und anstrengenden Etappe und vielleicht ein paar tausend Höhenmetern... " : eine Etappe mit ein paar tausend Höhenmetern??? Also 2tausend Höhenmeter innerhalb einer Tagesetappe? Stelle ich mir als ganz normaler Wanderer super extrem vor. Würde ich gar nicht überlegen müssen ob ich das packe . Antwort:Nein.
    Und dann die Energie aus kaltem Essen wieder aufnehmen? Essen ungekocht aus der Natur?
    Mein Fazit: nicht machbar


  • Bei allem nötigen Respekt Affenjunge( ich halte Dich für einen ganz Großen in der Outdoorszene): Nüsse muss man nicht kochen. Rosinen sind ein Mensch gemachtes Produkt.Müsliriegel , Trockensalami, BeefJerky auch. Wenn man sowas mitnimmt entfällt natürlich das "warm Essen".


    Da liegt wohl auch ein Missverständniss vor. Ich rede hier aussschließlich von Nahrung die man sich mitgebracht hat und nicht von Essen aus der Natur. Mir würde es nie in den Sinn kommen bei einer Ernährung rein aus der Natur sei sie zwangsweise oder gewollt, auf das Feuer zu verzichten. Spätestens bei tieren ist es schon fast ein Muss, wegen der Parasiten.



    Aber nicht umsonst war die Entdeckung des Feuers ein Meilenstein in der Evolution der Menschheit. Kalt ernähren aus der Natur? Was denn? Rohe Ratten weil man die fangen kann? Rohe Kartoffeln ? Wie es jemand Anderes schon geäußert hat : rohe Eier? Wie jemand Anderes es schon geäußert hat : man kommt um die warme Ernährungsbereitung nicht drum rum .


    Wenn hier schon die historische Dimension bemüht wird. Auch in früheren Zeiten als es noch keine Hocheffektiven Gas und Benzinbrenner gab war es zumeist so gewesen dass die Menschen ihre Lebensmittel an einem Lagerplatz produziert und haltbar gemacht haben und für Reisen dann solche Nahrungsmittel mitnahmen die kaum oder wenig Behandlung bedürfen, also Nüsse, Trockenobst, Pemmikan, Trockenfleisch/Fisch. Rohe Kartoffeln und Eier konnte man sich erlauben wenn man auf einer großen Schiffsexpedition oder ähnlichem war. Einzelne Wanderer, sei es nun der Mann vom Hauslabjoch, mongolische Reiter, iberische Stammeskrieger oder Apachen nahmen Travelfood.


    Gesetz dem Fall ich würde irgendwann mal meine Traumtour in die Tat umsetzen sähe es so aus, dass ich mit einigen mitgebrachten Lebensmitteln die möglichst wenig Arbeit (kochen) bedürfen tief in die Wildniss einsteige und mir dort ein stationäres Basislager einrichte. Von dort Verpflege ich mich aus der Natur, doch für die Weiterreise würde ich die frischen Lebensmittel wieder so bearbeiten (trocknen, dörren, Räuchern), dass ich sie mitnehmen kann und kalt essen.



    Affenjunge: "..Für mich hat das Essen nach einer langen und anstrengenden Etappe und vielleicht ein paar tausend Höhenmetern... " : eine Etappe mit ein paar tausend Höhenmetern??? Also 2tausend Höhenmeter innerhalb einer Tagesetappe? Stelle ich mir als ganz normaler Wanderer super extrem vor. Würde ich gar nicht überlegen müssen ob ich das packe . Antwort:Nein.
    Und dann die Energie aus kaltem Essen wieder aufnehmen? Essen ungekocht aus der Natur?
    Mein Fazit: nicht machbar


    Wie gesagt es ging nicht primär um essen aus der Natur sondern um mitgebrachtes.

  • Das es geht ist sicherlich unbestritten.
    Es stellt sich eher die Frage warum man sich das antun sollte.


    Auf Raubzügen oder auf der Jagd wurde zb auch aus verschiedenen Gründen weitgehend auf Feuer verzichtet.
    Manche Kulturen verwenden zusätzlich Rauschmittel zur Unterdrückung des Appetits / Hungergefühls.
    Allerdings eben auch nur für kurze Zeiträume weniger Tage.
    Sobald der Mensch Gelegenheit hatte warme Nahrung zuzubereiten hat er dies getan.
    Kann man ebenfalls in allen Kulturen feststellen sogar bei den Inuit oben.
    Aber eigentlich ist die Kulturgeschichte sogar irrrelevant das wir heute in einer ganz anderen Zeit leben,
    auf andere Ressourcen zugreifen können und ohnehin ganz andere Ziele auf Reisen verfolgen.


    Für mich stellt sich also die Frage, was hab ich davon ? Bringt es Vorteile (Gewicht, Volumen (G+V) ) ?
    Und da hat mich auch die Diskussion auf ODS nicht wirklich überzeugt.


    Es gibt natürlich einige Lebensmittel mit hoher Energiedichte bezogen auf G+V und diese stecken den üblichen
    "Kochkram" wie Linsen, Reis oder Mehl (zb) locker in die Tasche.
    Zum Beispiel hat Zwieback aufgrund der Dehydrierung quasi den doppelten Nährwert von Brot,
    mit 600-700gramm Zwieback am Tag kann man theoretisch den Energie und Eiweissbedarf decken.
    Das das auf Dauer zur Mangelernährung führt weil andere Dinge fehlen (Vitamine) ist auch klar.
    Aber man kann ja mischen. Auch Nüsse zb haben durch den hohen Fettanteil ebenfalls um die 400-500 kcl ,
    dazu noch Beffjerky, Pemikan, Trockenobst und man kann durchaus einige Tage ohne kochen durch die Welt kommen.


    Aber:
    Ich persönlich finde das
    (rein rechnerisch / theoretisch, denn ich habs selber nicht ausprobiert sondern mich auch nur aufgrund des ODS Fadens damit auseinandergesetzt)
    der Gewichts + Volumenvorteil doch eher minimal ist.
    Auch bezweifle ich das es einem Spass macht sich mal 1 Woche oder länger nur so zu ernähren.
    Das müsste man halt mal ausprobieren, gehen tut es aber sicherlich.


    Es kommt allerdings auch noch auf einen zweiten Faktor aus meiner Sicht an. Holz und trinkbares freies Wasser.
    Habe ich beides in ausreichenden Mengen zur Verfügung hebt sich der Nachteil des geringen Mehrgewichts
    eines Hobos + kleinem Kochgeschirr meiner Meinung nach völlig auf,
    weil ich meine Mahlzeiten abwechslungsreicher gestalten kann.
    Dazu kommt der unschätzbare Vorteil Wasser abkochen zu können.


    Ganz allgemein sollte man aber ohnehin beides Tun, also gekochte Speisen + "Rohkost" verwenden soweit es geht.


    Grüße.

  • Ich kann AJs Gedankengang nachvollziehen. Und auch kalt, gibts leckere Sachen, wie Salami, Käse, etc. Muss ja nicht gleich alles aus Eiweissriegeln bestehen (oder der legendären, "ohne wesentlichen Geschmacksverlust kalt verzehrbaren" EPA *hrhrhr*)


    Ich hab das auch schon öfters durchdacht, gerade bei lngeren Touren fällt das echt ins Gewicht. Auf der ersten Isartour haben Rayen und ich gut gegessen, aber jeder 3kg Essen dabei gehabt. Auf der 2ten Tour, mit TaunusNiva und Kräuterhexe, hatten wir ca 4kg für alle zusammen und nicht wesentlich schlechter gegessen, war aber kein kochen, nur erwärmen. Ich kann mir schon vorstellen, gerade im Sommer, nur eine Tasse für den Tee dabei zu haben.


    Wir experimentieren mit allem, warum nicht auch mal beim Essen neue Wege?

  • Klar, ist ja auch völlig gerechtfertigt, die Idee. Und geht man von Sommertouren aus macht das sicherlich die Mehrzahl der Leute über den Tag so (Brot, Wurst, Käse, Schpeck, Schokolade, Müsli, etc. pp). Frühstück ist bei mir zumindest kalt aber Kaffee wird gekocht. Mittags sieht es meist genauso aus. Nur abends find ich es eben ganz angenehm was gekochtes zu essen zu haben.
    Aber ganz ehrlich: Die Gewichtsersparnis ist in meinen Augen auch nicht so enorm, bei der hier vorgeschlagenen Ersatzkost... Käse... Da kann ich für ein Stück Käse mindestens 5 Tütensuppen mitnehmen. Und die haben genausoviel oder mehr Kalorien. Brot ist aufgrund des Wassergehaltes auch ziemlich schwer...
    Sooo viel Platz und Gewicht nimmt mein Topf auch nicht weg. Und Gas wiegt nun echt nicht viel, wenns schon um Gewicht geht... Oder man greift zum Hobo...
    Die Zeitersparnis ist nicht zu unterschätzen das ist richtig. Aber wie gesagt ich bin nicht auf der Flucht...


    Wie weiter oben schon geschrieben - im Winter sieht das anders aus...

  • Hallo,
    das mit dem kalt Futtern geht schon, hab ich auch schon gemacht, so 3 Tage lang. Am 4., also am Ziel hätte sich aber nix und niemand zwischen mich und den Eintopf stellen dürfen. Und zumindest die Erkenntnis, dass wenigstens Kaffee oder Tee sein muss für mich war schon an Tag 1 da, lach. (Für meine Mitmenschen ist das besser)


    Aber nun zur Geschichte:
    Auf einer 8-tägigen Tour durch den Schwarzwald wollte sich einer aus unserer Gruppe nur mit NRG und BP5 durchbringen. Rein von der Energiebilanz geht sowas ja, aber man hat sehr schnell bemerkt dass beim besten Willen eines fehlt: Der positive Reiz am Abend, die Belohnung. 4 von 5 Mann hatten viel Spass, einer war ab dem 5 Tag wirklich nur noch dabei ums zu überstehen und sich selbst was zu beweisen, ohne offensichtlichen Spass. 3 mal dürft ihr raten wer das war. Die Leistungsfähigkeit hat bei ihm auch schneller als sonst nachgelassen, ich denke das lag auch an dieser psychologischen Sache. Spätr meinte er auch: Also wenn du morgens schon weisst, dass es nix gscheits zu Futtern gibt, hast schon kein Bock mehr.


    Ich selber hab Achtung vor Leuten die sowas durchziehn, aber ich brauchs für mich nicht. Wie oben schon erwähnt wurde: Ich bin nicht auf Flucht, Raubzug oder sonst einer Situation die mich dazu zwingt, und ich bin wahrlich kein Asket. Ich will die Zeit draussen geniessen...mit Augen, Ohren, Nase....und dem Gaumen. Und ich brauch auch diese Kilometerfresserei nicht.


    Gruss von der Alb

  • Es kommt immer darauf an, was man macht.
    Will ich Survival-Abenteuer
    Will ich sehen, was geht
    Will ich Gebirgstouren machen.
    Will ich wie Ronny und Phagomir die Alpen überqueren
    Will ich pilgern
    Will ich in Schweden tagelang nur Natur sehen ( ist da wohl so)
    Will ich Teile von Wanderwegen (z.B. Rothhaarsteig - oder auch im Ausland) erwandern


    Ich denke daraus ergibt sich schon einiges von selbst - für Ronny und Phago stand die Tour, bzw. Erreichen des Ziels im Vordergrund - dabei hatten sie eh nichts (war die Vorgabe) aber sie haben auch keine Pflanzen mehr gesucht - Wasser wichtig - Essen wird überbewertet und kostet zuviel Zeit und Energie - Erreichen des Ziels hat Priorität.


    Will ich Gewicht sparen hat es teilweie auch Berechtigung - der neue Hobokocher von Picgrill wiegt 85 g ein Spirituskocher Vargo Titan 26 g + Spiritus das geht immer - alleine für Kaffe (gut AJ trinkt keinen) aber als Kaffee-Junkie geht ohne mal gar nichts. Ob ich mir da jetzt noch paar Fertigmahlzeiten mitnehme oder nicht müßte man dann am Gewicht festmachen.


    Wandert man z.b. durch Italien kann man Brot, Käse, Schinken, Tomaten, Antipasti, etc. überall kaufen - da kann man auch mal ohne eine warme Mahlzeit - etwas Rotwein dazu und ein Espresso vom Hobo- Prima.
    Man könnte auch die eine oder andere Trattoria besuchen und Pasta bestellen. Man muß nicht immer selbst kochen.


    Das geht in Schweden so wohl nicht in den abgelegenen Gegenden. Da würde ich abwägen Gewicht und Nutzen - ich denke, da käme eine Mischung raus.


    Ich kenne 2 Schweizer - nicht die hier aus dem Forum die machen immer Bergtouren, um zu fotografieren, die haben da wirklich einiges an Fotoausrüstung dabei und da ist das Hauptziel einzigartige Fotogracien zu erstellen - die haben ein Jetboil dabei - Wasser heiß Tüte rein - Nudeln fertig - essen und weiter.


    Deswegen - es kommt immer auf die Ziele an, die man hat. Jeder tickt da anders und das ist auch gut so. :hobo

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