Naturgewalten - als halb Europa im Regen versank

  • Am letzten Sonntag war ich mit Frau und Sohn, nach einem nassen Wochenende, an der Sihl um ein wenig raus zu kommen und frische Luft zu schnappen (Anm. d. A. Die Sihl ist der grösster Nebenfluss der Limmat, 68 Kilometer lang und entwässert Teile der Schwyzer Voralpen. Sie fliesst bis in die Stadt Zürich wo sie in der Limmat mündet.). Wir sind oft in diesem wilden Gebiet unterwegs da man im Sommer auch gut in diesem Flüsschen baden kann, eine Wurst grillen oder einfach nur um die Natur zu geniessen. Abseits der Wanderwege ist dieses Gebiet wild, steil und oft auch menschenleer.


    Aber an diesem Sonntag bot sich uns ein ganz anderes Bild. Wie erwartet wurde aus dem ansonsten harmlosen Flüsschen ein reissender Strom. Falls man ins Wasser fallen würde wäre dies der sichere Tod. Tosende Wassermassen rissen grosse Baumstämme mit sich, Buchten, kleine Sandstrände etc. waren überflutet und unzugänglich. Wir hielten uns wohlwissend der Gefahr immer mit dem nötigen Abstand zum Fluss, aber an den Augen meiner Frau konnte ich leicht erkennen, dass sie unseren Ausflug nicht wirklich goutierte.


    Meinem Sohn und mir gefielen natürlich diese Abendteuer-Situation, obwohl ich auch bei ihm eine gewisse Angst, mindestens Respekt vor dem Wasser feststellen konnte. Was ja auch absolut die richtige Einstellung ist. So zogen wir uns in den Steilhang weit über der Sihl zurück und konnten auf einem Plateau das obligate Feuer mit dem Feuerstahl entzünden. Der Platz war schwer zugänglich, steilabfallend und eigentlich unberührt. Beim Holzsuchen stiess mein Sohn aber auf ein kleines Eisenkreuz (ca. 30cm hoch) im Boden welches möglicherweise das Grab von einem Hund oder einem Holzfäller kennzeichnete – wer weiss. Gleich kamen mir Gedanken an "Blair Witch Project" oder ähnlich - in diesem dunklen und nassen Wald. Meiner Frau zeigten wir den Platz nicht und behielten dies als unser kleines Geheimnis für uns.


    Danach machten wir uns auf den Rückweg über Wiesen und Felder. Am Eingang des offiziellen Wanderwegs sahen wir dann noch Absperrbänder für diesen Weg an der Sihl wegen Hochwassergefahr etc. Aus den Augenwinkeln konnte ich noch das Missfallen meiner Frau sehen. Eigentlich hat sie auch recht, nur auf unserem Einstieg in das Gebiet war nichts markiert gewesen. Wir haben uns aber auch zu keiner Zeit in akuter Gefahr befunden. Generell rate ich aber jedem solche Warnungen und Sperrungen von Gebieten zu beachten. Eindrücklich waren diese Naturgewalten auf jeden Fall.


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    Die ansonsten harmlose Sihl wird zu einem tosenden, nicht zu unterschätzenden Fluss bei Hochwasser.


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    Mit Feuerstahl und Kienholz entfachtes Feuer nach drei Tagen Dauerregen.


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    Kleines Eisenkreuz im Wald.


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    Spass am Feuer.


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    Impressionen im Wald und Flur.