[MYOG] 4-Season-Bivi-Sleeping-Cover

  • Ich wollte einfach mal nen tollen Namen vergeben !
    Habe an der Nähmaschine gesessen und mir einen Biwacksack für alle Jahreszeiten gebastelt.
    Vielleicht hilft es Euch, vielleicht bekomme ich noch Verbesserungsmöglichkeiten (immer her damit !!)


    Bisher verwendete ich immer meinen schon alten (aber guten) Sack aus G1000 (auch MYYOG) als Obermaterial, unten PU-Nylon plus Tarp.
    Jetzt sollte es aber auch mal einer aus 3-Lagen-GoreTex als Obermaterial sein mit ein paar Luxusfeatures, weil ich einen voll winddichten Sack haben will.
    Bei Kleidung habe ich sehr gute Erfahrungen mit Gore bzgl. Wasserdichte und Atmungsaktivität gemacht.


    Also oben, wie gesagt 3-Lagen-Gore, unten PU-Nylon, zusätzllich Mückennetz und Reissverschluss.


    Bild: Sommer
    Das Mückennetz hochgespannt. Das ist auf Brusthöhe fest angenäht, im Kopfbereich mit 2-Wege-Zipper rundum zu öffnen.
    Die Kapuze im Kopfbereich liegt einfach flach, braucht man im Sommer ja nicht, kann aber auch übergezogen werden oder von innen, oben ans Mückennetz hochgezogen werden. Ich werde im Sommer wohl eher Klamotten reinlegen als Kopfkissen.


    Bild: FrühjarHerbst
    Wenns noch keine oder keine Mücken mehr gibt, ist das Mückennetz aufgerollt und auf Brusthöhe befestigt. Kapuze kann bei Bedarf dann hochgespannt werden.


    Winter:
    Kapuze mit nem Klettverschluss am unteren Bereich befestigt. Totaler Wind- und Wetterschutz.
    Das ist aber noch nicht ganz fertig. Würde so Kondensprobleme durch den Atem geben, ach ja und Atmen muss ich ja auch!
    Es kommt für kaltes Wetter noch eine geräumige richtige Kapuze (wie an einer Jacke) dran. Die dient dann entweder offen als Luftloch, oder, wenns dann richtig gaaanz kalt ist, zum Kopf raus und nur draussen atmen.


    Werde jetzt bei allen erdenklichen Wetterbedingungen die Atmungsaktivität testen, ob und wann es evtl. Kondensprobleme gibt.
    Ich erwarte jedoch in der Hinsicht nichts Negatives, zumal ich im Winter immer mit "Schwitzbeutel" schlafe.
    Je nach Wetter, Tourenbegebenheit, ... ist zusätzlich ein Tarp dabei. Völlige Wasserdichtheit ist nicht das entscheidende Thema. Deshalb sind die Nähte auch nicht extra abgedichtet (wäre aber mit Sealtape und Bügeleisen keine große Aktion).


    Ich hoffe ich werde gut drin schlafen :)

  • Schöne Sache.


    Praktisch müsste man halt mal selber sehen und drinnen liegen.
    Vielleicht macht noch eine Art Schürze Sinn die man vom Brustbereich hochklappen / an der Kapuze befestigen kann,
    so das kein Regen reinlaufen kann ?

  • Tolle Umsetzung! Ich nehme an, Du hast vor, keinerlei Gestänge im Kopfbereich anzubringen, sondern wie in den Bildern, einfach am Tarp oder irgendwo das Mückennetz oder Kapuze hochzuspannen, richtig?


    So ähnlich würde ich mir auch gerne meine belgischen Biwaksäcke modifizieren...


    Wie nähst Du das Mückennetz an? Gibt's da einen Trick, z.B. mit einem breiten Stoffstreifen drüber?

  • Gute Arbeit !! :daumen Weiter so !
    Ich bin zwar nicht so der große Benutzer von Biwaksäcken aber bei Selbstgemachtem bekomme einfach immer wieder ein Hörnchen.


    Und weil ich da schon ein gewisses jucken in den Fingern verspüre muss ich auch gleich ein Paar hoffentlich nicht zu indiskrete Fragen loswerden, die da wären -


    1. Wie viel Material hast du verbaut ?
    2. Was wiegt das gute Stück ?
    3. Woher hast du das Goretex Material ?
    4. Hast du die Nähte abgetaped ?

  • chinerik:
    Nein, ich will kein Gestänge verwenden, wird nur mit ner Schnur hochgebunden. Irgendwas (Baum, grosser Stein, Wanderstab) ist immer vorhanden. Und wenn ich tatsächlich mal in sooo unwirtlicher Gegend sein sollte, das gar nix geht, naja, dann liegt die Kapuze halz mal ne Nacht auf mir.


    Das Mückennetzt habe ich einmal umgeschlagen und in eine Lage Nylonstoff vom Boden eingefasst und gleichzeitig den Reißverschluss dran genäht. Das ist recht robust, da müßte ich schon sehr grob dran reißen das da was kaputt geht.


    @sluzzelbud:
    zu 1.) + 3.)
    3m PU beschichteter Zeltbodenstoff
    http://www.extremtextil.de/cat…hichtet-90-g-qm::460.html


    3m 3-Lagen-Goretex
    auch von extremtextil (ist aber grade aus, daher keinen Link), 120g pro qm


    3m Endlos-Reißverschluss (davon ca. 2,50 verwendet) + Zipper
    http://www.extremtextil.de/cat…lu%DF-Meterware::908.html


    2m Mückennetz
    http://www.extremtextil.de/cat…qm-ultraleicht::1014.html


    Natürlich ist von allem noch was übrig. Gut zu verwenden für Beutel, Verstärkung an Kleidung, ... das Mückennetz könnte gut für einen Pilzsammelbeutel herhalten.


    Es gibt für alle verwendete Stoffe auch leichtere Varianten. Damit wäre der Sack gut 200g leichter. Auch habe ich teilweise für Reissverschluss und Moskitonetzeinfassung recht viel Stoff zur Befestigung verwendet bzw. doppelt umgeschlagen am Saum und recht feste Befestigungsscglaufen für Kapuze und Moskitonetz verwendet. Alles in allem auch noch ein Potential von ca. 50g weniger ...


    ... deshalb ...
    zu 2.)
    Wiegt komplett im Beutel 855 Gramm. Das ist nix UL. Ich habe kein Nerv auf dieses Grammzählen und dann unterwegs ständig drauf zu achten alles extrem pfleglich zu behandeln. Bloß nirgendwo hängen bleiben, bloß nicht zu fest dran ziehen, nicht zu heftig umdrehen, ... nee, hinlegen Matte und Schlafsack rein, festbinden, ok ist.
    Klar gibt es 1-Mann-Zelte die nur wenig mehr wiegen. Für insgesamt 600€uronen hatte ich schon 2 Stück. Beide beim ersten Einsatz an den Schlaufen der Gestängebefestigung gerissen bzw. ein Riss im Material bei nur ganz kleinem Sturm. Davon bin ich kuriert. Man wird ja älter, denkt "gönn Dir etwas Luxus", sch... Jetzt wieder Biwacksack, da geht nix kaputt :-)
    Und zwar so geräumig, daß ich mich auch mit dicken Winterschlafsack drin drehen kann und locker Kleidung, Kamera, ... mit rein nehmen kann.


    zu 4.)
    Habe zwar Tape gekauft, werde es aber wohl nicht verwenden (siehe in meinem Text !)
    Das verwende ich aber noch für ne Jacke und Hose.


    :schlaf

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Danke für die schnelle und umfangreiche Antwort!
    850 Gramm mit Packsack finde ich für einen so gut ausgestatteten Bivi noch recht ordentlich, die Gore Bivaksäcke vom Militär sind ja meistens schon jenseits der 1 Kilo Marke angesiedelt oder haben kein Moskitonetz. Die der meisten "Markenhersteller" aus dem Sportbereich sind vielleicht etwas leichter aber bestimmt auch bedeutend enger geschnitten und zumindest für mich auch nahezu unbezahlbar.
    Wie du schon erwähnt hast gibt es ja noch viele Membranstoffe die leichter sind als Goretex. Auf alle fälle ein guter Gedankenanstoß für mich.
    Und sorry das mit dem Tape hab ich verrafft. ;)

  • Skuzzlebud:
    Da Du sagtest die Markenhersteller sind unbezahlbar.
    Habe grad mal nachgeschaut, meine Materialkosten lagen bei 117€ incl. Versand.
    Und viel Arbeit natürlich. Ich denke das ist vertretbar im Gegensatz zu den käuflichen die z.T. bei ca. 300€ liegen und (wie ich meine) nichts wesentlich besseres bieten.
    Außer sicherlich ein paar Nähte ganz grade :-)

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