Zusehen wie die Ausrüstung davon schwimmt

  • Ein realistisches Szenario, dass ein paar Leute schon erlebt haben. Sollte man sich in einer dünn besiedelten Region befinden kann das schnell zu einer Katastrophe ausarten. Realistische Chancen heil aus dieser Lage zu kommen hat man wenn man sich erst mal hinsetzt, ein Feuer macht und einen Tee trinkt. Da man wahrscheinlich auch noch klitschnass ist sollte man sich was trockenes anziehen. Neigt sich die zweite Tageshälfte dem Ende zu sollte man sich auch noch ein Nachtlager bauen.


    Wer nichts dabei hat kommt schnell in Zeitnot. Mit nichts ein Feuer machen kann je nach Wetter Tage in Anspruch nehmen. Einen Unterschlupf bauen geht etwas schneller aber klitschnass im Unterschlupf bei ca. 5° kann auch das Ende bedeuten.


    Dies waren meine Überlegungen beim zusammenstellen einer Ausrüstung die man auch über der Schwimmweste tragen kann. Da ich nicht alles doppelt haben will sollte die Weste mit Sachen gefüllt werden die Ich eh dabei habe. Zum Beispiel die kleine Apotheke, Karte, Kompass, Feuerstahl, Hobo, Zunder, zweit Tarp, Heringe. Dazu noch die speziellen Sachen wie, 500g Notnahrung, kleine Isomatte, Brotdose zum Wasserkochen, Wasserbeutel, Angelhaken etc.


    Das ganze wiegt ca. 3,4kg, die scheint viel zu sein relativiert sich jedoch weil es ja Gegenstände dabei hat die zur Grundausrüstung gehören.



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    So was kann man nicht einfach zusammenstellen und warten bis man es braucht, zumindest ich will das nicht. Ich will erleben wie ich damit klar komme und ob meine Überlegungen richtig waren.


    Damit das Ausprobieren auch einen Bezug zur Realität hat wollte ich nicht aus dem warmen Wohnzimmer heraus und gut genährt los ziehen. Ich hatte am Tag zuvor nichts gegessen, es war ein normaler Arbeitstag. Am Donnerstag zug ich dann um ca. 12:00 los ins Tösstal. Der "Plan" war der Töss aufwärts zu folgen und vielleicht auch noch zu fischen. Es hatte aber zu viele Wanderer deshalb stieg ich einem Seitenbach folgend hoch bis auf ca. 800 Meter. Hier hier fand ich ein mir geeignet erscheinendes Plätzchen.


    In der Bildmitte beim dicken Baum steht eine Gämse. Sie waren zu zweit und kamen gerade vom Bach hoch. Sie waren genau so überrascht wie ich.

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    Ich erkundete noch ein bisschen die Gegend ob es noch einen besseren Platz gab. Man soll sich hier bereits etwas vorsichtig bewegen, es ist steil und nass. Man kann hier liegen bis man verwest ehe man gefunden wird. Handy Empfang ist nicht garantiert.

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    Ich suchte lange für einen geeigneten Platz, entweder war der Boden nicht gut oder über mir drohten morsche Buchenäste mich zu erschlagen. Irgendwann habe ich geglaubt ein Plätzchen gefunden zu haben und füllte die kleine Senke mit Laub auf, spannte mein Tarp darüber und ging Holz sammeln.

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    Vom arbeiten kriegt man Durst, also muss Wasser abgekocht werden. Weil es noch warm war und früh am Abend wollte ich kein Holz "verschwenden" und benutzte den Hobo.

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    Das Wetter schlug schnell um, die Temperatur sank und es begann zu regnen. Damit habe ich nicht gerechnet. Da wo das Tarp stand konnte ich kein Feuer machen aber da wo ich die Feuerstelle eingerichtet hatte konnte man auch schlafen. Also zügelte ich das Tarp zur Feuerstelle. Ich wollte mich nicht jetzt schon im Tarp verkriechen und warten bis es Morgen wird.

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    Die Nacht zog sich ewig dahin. Es regnete wie aus Kübeln gegossen. ca. Jede 3/4 Stunde wurde ich wach wenn das Feuer nicht mehr richtig brannte und ich zu frieren begann. Einmal regnete es so stark, dass das Feuer fast erlosch. Ich musste mich ziemlich anstrengen damit es wieder in Gang kam.
    Was sich bewährt hat ist die 4mm dünne Evazotte Matte, 40x120cm. Von unten hatte ich nicht kalt. Die Länge reicht um auf der Seite zu liegen aber auch ausgestreckt auf dem Rücken geht es gut weil die die Stellen die Am schwersten sind auf der Matte sind.


    Am Morgen regnete es immer noch sehr stark. Ich beschloss die Übung ab zu brechen. Ich sah nochmals die zwei Gämsen beim Frühstück.

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    Ich habe ein paar Erkentnisse erworben. Das essen wird überbewertet, ich hatte erst am Nachmittag etwas gegessen und hatte weder Schwächeanfälle noch andere Beschwerden. Ich hatte immerhin 2.5 Tage nichts gegessen. Wichtig scheint mir, dass man seine Kräfte schont, langsam gehen, wenn es Steil wird öfter Pausen machen.


    Was nicht richtig Praktikabel ist, als Regenschutz und Tarp den selben Gegenstand zu verwenden. Hätte ich in der Nacht raus müssen wäre ich nass geworden und das kann intensive Auswirkungen haben. Gründe zum raus müssen gibt es einige. Zum Beispiel mehr Holz beschaffen. Das Tarp besser oder anders abspannen weil der Wind gedreht hat oder sich zum Orkan entwickelt. Trocken werden und dann auch bleiben ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Ziele die man anstreben sollte.


    Ich werde an meiner Notfallausrüstung noch etwas feilen und dann einmal versuchen zwei oder drei Tage unterwegs zu sein.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • was das Tarp betrifft, ich nutze keines, habe aber immer meinen Regenponche XL im Rucksack. Wenn Du das Kopfteil zusammenbindest kannst Du mit einem Holzstab und Paracord ein Tipi draus bauen, mir reicht das für Notfälle aus.



    Ansonsten Wasser mindestens 1-2 Liter, ich war einmal dehydriert, das möchte ich nicht nochmal erleben(Schüttelfrost und Gänsehaut bei 35 Grad im Schatten, Kreislaufstörungen, und das am Arsch der Welt)


    Meine Minimalausstattung:
    Erste Hilfe Pack, für mich und den Hund
    Victorinox Taschenmesser
    Feuerstartervon LMF
    Kocher Hab nen Multiklappkocher Esbit/Spritus/Hobo
    ,Trinkflasche 1.Ltr. von Nalgene
    Katadyn Micropur Tabletten und ein paar Kaffefilter.(da kann ich zur Not auch mal Flusswasser trinken).
    Handle Mug von Tatonka/die Flasche passt genau rein
    Energieriegel ich empfehle die von Oatsnack und Traubenzucker
    Paracord

  • Ich habe einen Fjellduk von Helsport
    http://www.helsport.no/en/prod…ng_Gear_products/FjelldukDas ist Poncho, Tarp, Biwaksack, je nach dam wie man es zusammenbaut. Es ist eine Plane von 160x230 hat rundum Reissverschlüsse und man kann eine Kapuze dran machen und Ärmel. Ein geniales Teil. Aber man kann es natürlich nur als etwas verwenden. Wenn ich es als Tarp verwende habe ich keinen Poncho. Aber das ist bei allen Multifunktionsteilen so.


    Ja, Wasser ist viel wichtiger als Essen. Ich hatte kein Wasser mitgenommen weil ich ja wusste, dass ich an einem Fluss bin. Ich hatte nachts drei mal heisses Wasser als Heizung von innen. :) Das wirkte sehr gut. Ich glaube wenn man sich so wärmen kann verbraucht man auch weniger Energie.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Hi Roli - Super gmacht - und Respekt du überläßt nichts dem Zufall! :paddel
    Ich denke trotzdem so eine kleine Mahlzeit und etwas Kaffee wiegt nicht die Welt - auch :erbswurst hebt die Stimmung.
    Ansonsten sah das Lager schon super aus - für nachts könnte ich mir ein Mülltüte vorstellen - wenn man mal das Tarp verlassen muß.
    Ich überlege, ob ich mir nicht sowas kaufen soll:


    Mountain Equipment Ultralight Bivi Bag Biwaksack Neu
    http://www.ebay.de/itm/3708085…_trksid=p3984.m1423.l2649


    wiegt nur 100 g - Packmaß: 8 x 6,5 cm - also mini
    Abmessungen: 213 x 91 cm :schlaf Mega- da paß sogar ich rein :lol


    Ciao - danke für den tollen Bericht.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Hallo Draussen,
    das ist mit der erste "Survivalkit", der mich echt beeindruckt. Du hast die wichtigsten Essentials, nämlich Körpertemperatur und Hydration abgedeckt. Ich würde evtl noch eine Wärmequelle hinzufügen, Esbit, z.b. für den Worst Case undein-zwei Snickers (oder Toblereone *hrhrhrhr*).
    Wegen der Jacke melde ich mich bei Dir, soll ja nicht zu Gear-Lastig werden.

  • Dazu noch die speziellen Sachen wie, 500g Notnahrung

    Ich hatte zu futtern ohne Ende Travellunch K1000 Compact Ration. Das sind 2230 kcal.
    http://www.outdoorfoodshop.de/…rung-travellunch-250g.php Aber ich wollte ohne Nahrung auskommen, gut genährt geht fast alles einfacher. :) Im realen Notfall würde ich versuchen erst ab dem dritten Tag 2 Teile a 125g zu essen. Das sind dann 557 kcal. pro Tag und das vier Tage lang bis alles weg ist. Vielleicht fange ich noch einen Fisch oder finde etwas Pflanzliches, dass ich sicher identifizieren kann.


    Die Wärmequelle hatte ich absichtlich zu Hause gelassen (Notkocher 71) ich hatte ein Stk. Kienspahn dabei für den Fall, dass ich nichts geeignetes finde.


    Wir sollten nicht vergessen, dass wir Laien sind die Pech hatten. Das verschwinden der Ausrüstung ist erst der Anfang einer eventuellen Pechsträhne und Verkettung von so genannt unglücklichen Umständen. Ich für meinen Teil bin Schreibtischtäter mit Auslauf und jage meine Beute im Einkaufscenter. ;)


    Le Stroud war in einem seiner Filme mit einem Jäger unterwegs mit Endlos Waffen und Munition. In fünf Tagen hatten sie einen lausigen Vogel erlegt. Wenn das Schicksal mit dir spielen will erwarte immer das unerwartete.


    soll ja nicht zu Gear-Lastig werden.

    Ohne Gear sind wir nicht mal fähig einen erholsamen Mittagsschlaf zu machen. Alles was wir tun tun wir mit Gear, also können wir auch darüber reden solange es einen Bezug zum realen tun hat. Dies ist natürlich nur meine Meinung.


    Ich überlege, ob ich mir nicht sowas kaufen soll:


    Mountain Equipment Ultralight Bivi Bag Biwaksack Neu

    Ich bin Vorsichtig mit solchen Sachen. Ich glaube man kann sich die Situation damit verschlimmern weil sie komplett dicht sind. Wenn du da rein gehst mit deinen Kleidern kommst du feucht raus. Je nach Witterung hast du dann ein Problem mehr. Wobei ich habe es nicht ausprobiert, es ist nur meine Überlegung dazu. Man könnte ihn aufschneiden und hätte eine passable Decke. Die wäre sicher besser als eine Rettungsfolie. Die ging mir nämlich auch in die Brüche ohne, für mich ersichtlichen Grund.



    Liebe grüsse
    draussen

  • Wie Ironisch das ich heute deinen (sehr guten) Bericht lese lieber Bruder. Ironisch weil gerade gestern Richard Kitsch - du kennst ihn ja - bei uns war um zu sagen das die Search and Rescue Mannschaft die Vermissten Wanderer gefunden hat, leider waren sie beide Tot. Obwohl sie gute Auruestung hatten ueberlebten sie nicht weil sie im schweren Regen bis auf die Haut nass wurden und NICHTS an Ersatzbekleidung mit dabei hatten um wider schnell trocken zu werden. Bei Minus 5 Grad Celsius Nachts hat das am Feuer sitzen auch nichts geholfen, die Koerper kuehlten zu schnell ab.


    Es ist, wie du sagst, nicht nur wichtig eine Ausruestung zusammen zu stellen sondern diese auch geeignet auszuprobieren unter den Conditions die man erwarted, erst dann wirt sich heraus stellen ob sie was taugt und dann hat man auch noch die Moeglkichkeit verbesserungen vorzunehmen. Wenn man mal erst in einer Situation ist, ist es zu spaet und die folge kann oft toetlich enden.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Unangenehme Situation.... davongeschwommen ist mir noch nichts, aber abgesoffen (Motorsäge, Notstromer, Bohrmaschiene.... lag alles 12m tief, ein Buster XL hat mich mit dem Ruderboot auf dem Weg zu einem Arbeitsplatz auf einer Insel versenkt... wurde teuer für ihn...)


    Deine Auflistung ist gut durchdacht, habe ich aber von dir auch nicht anders erwartet.


    3x 240l Müllsäcke
    2-3 Mittlere Notfackeln (ob das legal ist müsste dein Bruder wissen) mit, ich glaube, 12 Min Brenndauer, (ich meine die selbstzündenden). Schneller bekommst du kein Feuer an und du hast Signalmittel.
    1-2 Rauchtöpfe in orange oder so
    würde ich noch dazu packen (wiegt nicht viel). Ein vakuumierter Kaputzenpulli ist auch Gold wert, aber das überschreitet glaube ich das Ladevolumen deiner Weste.


    Wegen der Weste... benutzt du eine normale Schwimmweste oder nur so eine Schwimmhilfe die dünner ist und weniger Auftrieb hat? Ich habe es gerade mit meinen Schwimmwesten und einer meiner Westen probiert... Michelienmännchen ist garnichts dagegen. Bewegungsfreiheit geht gegen 0. Kann bei dir aber anders sein weil du fast einen Kopf grösser bist wenn ich die Bilder von dir richtig interpretiere. Evtl. wäre ein schmaler Packsack besser den du an die Leine nimmst (schmal, wegen dem geringeren Wasserwiederstand, die Weste dürfte da in der Strömung anfälliger sein).
    Was wiegt der Hobo? Muss der wirklich in die Weste, oder war das nur zum testen?


    Gruss

  • OK,
    dann mal los:
    Essen: Würde ich für so einen Zweck nur planen, was kalt Essbar ist. Müsliriegel, Snickers, etc...


    Kleidung: Ich hab dafür eine Crane Windjacke aus 25d Silnylon in der Ausrüstung, bzw ein Wasserdichtes Shirt aus Silnylon, in XXL: Belüftung, schnell trocknend und gegen 0 tendierende Absorption ist weitaus wichtiger als Atmungsaktivität!


    Bivy: Der Byvy von ME ist eng geschnitten, aber es gibt auch die 2 Mann Version. Ich nutze hierfür einen britischen Armee Bivjy. Von SOL/Adventure Medical gibt es einen Notbivy, der ist genadelt, somit Dampfdurchlässig.

  • Schöner Testlauf.


    Ps:


    Der Sache mit Poncho als Tarp stehe ich auch kritisch gegenüber, aus den von dir genannten Gründen.
    Meine Kombi ist Baumarkttarp (3x3 oder 3x4 je nach Gepäck) + Poncho vom Ösiheer, der meiner Meinung nach
    ein guter Tip ist Preis/Leistungsmässig (glaube gebraucht 5-10 Euro) ist ziemlich geräumig, passt sogar der Rucksack mit hinein,
    dafür ist er als Tarp ohnehin nicht zu gebrauchen und das tarnmuster ist gewöhnungsbedürftig (gibt es aber glaube auch in oliv) .
    Manche Dinge kann man ruhig doppelt haben, Tarp+Poncho (oder andere Regenfeste Kleidung) gehören für mich dazu.

  • Hi Roli,
    ich hatte ähnliche Überlegungen wie du zur Weste.


    Wie machst du das mit der Weste ( drüber drunter)? Ist dies eine extra XXL Weste um sie über der Schwimmweste zu tragen oder wie muss ich mir das vorstellen.


    Im Moment tendiere ich eher zu einer Hüfttasche mit entsprechendem Inhalt oder einem separaten Packsack in Griffnähe oder mit etwas Leine an den Gürtel gebunden.

  • Eine Weste oder gar Rucksackweste als eine Art "Kit zum Anziehen" umzubauen bzw auszubauen ist an sich schon eine gute Überlegung, ich möchte aber dazu noch ein paar kleine Anmerkungen machen, bzw etwas konstruktives beitragen:


    Zum einen, wenn man ne Weste mit soviel Kram füllt würde ich zusätzlich noch Gurtband o.ä. annähen, um die Weste nach Füllung enger an den Körper zurren zu können, sowie um ggf den Inhalt ein wenig komprimieren zu können.
    Grad wenn die Taschen voll sind finde ich das Geschlenkere und Gewackle kontraproduktiv. Wie bei Smocks, wenn die bepackten Taschen dann hängen und baumeln.


    An Essen, auch wenn Du 500g Notnahrung bei hast, würde ich dennoch ein oder 2 Tüten Studentenfutter bzw Nuss/Frucht Mischung mitnehmen. Diese geben auf längere Zeit Energie und auch Fett und sind sinnvoller als zB Schokoriegel, welche lediglich kurzzeitig den Blutzucker anheben und somit einen Flash/Push erzeugen, der allerdings schnell wieder abklingt.
    Etwas warmes/heisses zu trinken schützt nicht vor einer evtl Auskühlung, das sollte man mit bedenken. Heissgetränke, zumindest Tees o.ä. verhindern lediglich, dass der Körper beginnt durch Muskelzittern Wärme zu erzeugen (also wie wenn man friert). Wenn man bspw im kalten Wasser war, und dann rausgeht hilft das nur soweit, als dass man ein WärmeGEFÜHL hat.
    Das erwähne ich mit, weil es oftmals falsch eingeschätzt wird.


    So eine Weste lässt sich auch gut und günstig selbst herstellen, allerdings ne Anleitung oder sowas geb ich nun keine dafür.
    Eigenphantasie und Kreativität können da hilfreich sein ;)


    Michabbb
    Wenn Du Dir ein Pack als Hüfttasche machen willst, schau mal nach zB dem "Snugpak-Response" bzw die Maxp. Ausführung; oder nach Tatonka Hüfttasche (genauen Namen weiss ich grad nicht). Die sind gross genug vom Volumen um alles reinzupacken und zu verzurren. Die lassen sich auch Crossdraw über dem Rücken gut tragen.


    lg strix

  • Hi Roli,
    ich finde es sehr gut, wie du hier mal wieder den Usern dieses Portals die Realität vor Augen führst und deine Ausrüstung unter Realbedingungen
    testes. :daumen
    Eben so wie du, ziehe ich auch als mit minimaler Ausrüstung los, um eben die Grenzen dieser auszuloten. Ob das jetzt mal im Winter bei -8°C mit dem Sommerschlafsack ist oder mit einer ähnlichen Ausrüstung wie du, oder manchmal wie Herr Grylls, je nach belieben.
    Allerdings habe ich meine Minimalausrüstung auf meine Kleidung, die ich direkt trage verteilt. Sprich Ripstopponcho, Verbandskit und Powerbar Flüssignahrung in den Oberschenkeltaschen, Messer, Canteen, Feuerstahl etc. am Gürtel und Feurzeug in der Hosentasche.
    Bzgl. des 2. Nässeschutzes gehe ich vollkommen konform mit dir, deshalb trage ich immer eine wasserabweisenden, atmungsaktie Trekkingjacke um diesem Problem aus dem Weg zu gehen. Nicht 100% dicht, aber es hilft.


    Was eine vollständige Durchnässung mit einem anrichten kann, habe ich erst vor ein paar Wochen, nach einem mehrstündigen Waldlauf gemerkt,
    ich wollte eigentlich das Wochenende darauf Roli besuchen, aber ich lag danach 2 Wochen mit der heftigsten Grippe meines Lebens flach.


    Zur Notnahrung kann ich dir auch vollkommen zustimmen, 2 Tage ohne Essen geht ohne Probleme, hab ich auch schon selbst unter sportlicher belastung ausprobiert, so lange die Flüssigkeitszufuhr gewährleistet ist. Und das sind bei körperlicher Belastung 3 Liter oder mehr, daran muß auch gedacht werden.


    Und zu guter letzt sollte man sich auch mal noch Gedanke darüber machen, eventuell ein legales Dopingmittel/Schmerzmittel in die Notfallausrüstung zu packen, ich denke hier an ephedrinhaltige bzw. pseudoephedrinhaltige Preparate, die zum Einen Schmerzen stillen, zum Anderen aber einem auch nochmal ein bischen mehr Power geben können.
    Nicht um sonst wird und wurde bei vielen Naturvölkern Coca, Betelnuss oder Cava cava konsumiert. Dies sind und waren schlichtweg Mittel um die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.
    (Soll jetzt hier nicht ne Diskussion über das für und wider diverser Präperate werden, nur ein Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Rolis Bericht und der Erfahrungsaustausch, stehen hier im Vordergrund.)


    MfG Bushdoc

    Auch dieses Jahr bietet Bushdoc´s School of advanced Survival and Bushcraft wieder folgende Kurse an:
    -Bushcraft ohne Busch
    -Survival ohne zu überleben


    Edited 2 times, last by Bushdoctor ().

  • War am langen Wochenende 4 Tage auf dem Soonwaldsteig. Samstag waren wir dann schon im Binger Wald angekommen und es hat ständig geregnet. Wir waren zu dritt, zwei hatten Ponchos, einer eine Regenjacke und kein Rucksack-Regenschutz - wer hatte die A-Karte wohl?


    Mir ist auch klar geworden unter den Bedingungen, dass der Poncho in erster Linie mein Regenschutz ist, wenn's hart kommt. Den kann ich dann nichts als Tarp eingeplant haben oder als zusätzliche Isolierung zum Drumwickeln oder sowas.


    Wenn es richtig regnet, brauchst du Regenschutz-Unterkunft und den Körper-Regenschutz.


    Fazit für mich:


    - den ME Bivy werde ich in Zukunft immer dabei haben. Denn damit kann ich auch meine Schlafsachen etc. erstmal wasserfest eingepackt haben und ich bleibe im Extremfall noch trocken, selbst wenn Tarp etc. nicht mehr alles abhält.


    - Poncho nicht als Tarp verplanen (warum nicht einen 2. SilNylon Poncho dabei haben...!!??)


    - Ist das Wasser erstmal zum Schlafsack durchgedrungen, wird's schwierig, wenn nicht sogar gefährlich. Also erste Priorität: alles trocken halten und immer min. eine unterste Schicht zum Wechseln haben (Unterhose und -hemd, Socken), immer wasserfesten/dichten Hut dabei

  • Wegen der Weste... benutzt du eine normale Schwimmweste oder nur so eine Schwimmhilfe die dünner ist und weniger Auftrieb hat? Ich habe es gerade mit meinen Schwimmwesten und einer meiner Westen probiert... Michelienmännchen ist garnichts dagegen. Bewegungsfreiheit geht gegen 0.

    Ich habe eine Schwimmweste von Mustang Survival mit 70N Auftrieb. Die Weste kann ich in der Weite verstellen. Ich habe sie aus einer Jacke gefertigt und für diesen Zweck abgestimmt. Ich kann damit gut rudern die Taschen vorne habe ich extra tief angebracht. Im Kanadier muss man ja mit einer Hand ganz über den Oberkörper greifen. Eine Tasche auf Brusthöhe würde zu sehr behindern.


    Mittlerweile komme ich aber davon ab weil sie auch ca. 600g schwer ist und ich eh einen Wasserdichten Sack darin habe.
    Einen Shrinkbag pro 15 Liter von Exped. Vermutlich nehme ich einen Shrinkbag pro 25 Liter und kann dann alles darin haben. So kann ich ihn wie du gesagt hast als einen Rucksack tragen oder an einer ganz kurzen Leine an mir befestigen und im Boot neben oder hinter mich legen.


    An Essen, auch wenn Du 500g Notnahrung bei hast, würde ich dennoch ein oder 2 Tüten Studentenfutter bzw Nuss/Frucht Mischung mitnehmen. Diese geben auf längere Zeit Energie und auch Fett und sind sinnvoller als zB Schokoriegel, welche lediglich kurzzeitig den Blutzucker anheben und somit einen Flash/Push erzeugen, der allerdings schnell wieder abklingt.

    K1000 Kompaktnahrung von Travellunch [250g]http://www.outdoorfoodshop.de/…rung-travellunch-250g.php
    Notnahrung ist durch nichts zu ersetzen. Sie wurde spezifisch hergestellt für Notsituationen. Das heisst sie hat nur ganz wenig Säure, sie braucht nur sehr wenig Energie zum verdauen, sie ist in Bezug auf Kohlenhydrate, Eiweiss und Fett ausgeglichen, sie enthält wichtige Vitamine und Mineralstoffe und zu guter letzt, sie bleibt unten sie kommt nicht wieder hoch und sie verursacht keine Verstopfung oder das Gegenteil. Ein Faktor der in einer Notsituation nicht zu unterschätzen ist.


    Das nächste mal habe ich ein Tarp UND Regenkleider. Heute habe ich eine Montane Minimus Regenjacke gekauft, sie ist 220g mit Packsack in Grösse XL. Platzbedarf ca. nicht ganz so viel wie zwei Tennisbälle. Eine ähnlich leichte Regenhose sowie etwas leichtes und wärmendes. Dann kann das nächste mal auch ein Vollbad nehmen ;) Bei einer Kenterung wäre es ja auch so.


    Hier noch die Bilder ohne und mit Schwimmweste

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    Liebe Grüsse
    draussen

  • Einer der Wichtigsten und besten Threads im BCP !
    Wie einige wahrscheinlich wissen (habs ja schon oft erzahlt) bin ich, durch eigene Dummheit mit dem
    Kanadier gekenntert. In meinem unfassbar grossen Grössenwahn(Mir passiert niemals was-bin der Kelte und kann ja alles :wallbash:wallbash ) war meine Ausrüstung nicht verzurrt und soff ab wie ein Stein.
    Gerettet habe ich mein Boot, meinen BW-Brotbeutel und das was ich in der Weste und den Hosentaschen hatte.
    Kaum Nahrung, Poncho,Opinel, eine Rettungsdecke (Gewebeplane,bedampft)und mein Kochgeschirr.
    Das einzige was mir -- trotz sehr gutem Wetter fehlte war einzig und allein Wechselklamotten ! !
    Weder Futter noch Schlafsack -- das alles lernte ich recht flott zu ersetzen.
    Aber mit nassem Zeug am Körper, total ausser Puste vom Boot retten versuchen Holz sammeln und ein Feuer zu machen
    war das heftigste was ich erlebt habe.
    10°C weniger und ich wäre nicht mehr heimgekommen.
    Deshalb - trockene Klamotten ,Feuerset für ein auch unter miesesten Situationen sicheres Feuerund was zum Wasser
    abkochen,Poncho oder Minitarp und evtl.etwas Futter immer am Mann !

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

    Edited once, last by kelte1964 ().

  • Hallo,
    mir stellt sich gerade die Frage ob ein knalloranges Tarp nicht sinnvoll wäre? Wenn es eine Notsituation ist möchte ich ja gefunden werden, und camo hilft den Suchmannschaften...falls es denn welche gibt...nicht wirklich. Ich hab seit einem Vorfall in den Highlands immer ein riesiges oranges T-shirt dabei, das ich sogar über meine Jacke anziehen kann. Ich musste damals Hilfe organisieren...es war bewölkt und schon ziemlich spät...also nix mit Spiegel, es hat gestürmt wie sau...also auch nix mit Pfeiffe,,,und Handyempfang eh nicht. Steine brennen auch nicht. Was damals geholfen hat war ein oranges Handtuch, damit konnte ich eine andere Gruppe auf uns aufmerksam machen.


    http://www.amazon.de/Lightload…eywords=handtuch+survival


    Gruss von der Alb

  • Hallo draussen - Gratulation zur gelungenen Aktion! Hab den Beitrag wirklich genossen und die Bilder dazu sind wunderbar.


    Mir persönlich hast Du nun etwas voraus, Du weißt was Dein Notfallkit im Bedarfsfall wirklich leisten kann. Hab zwar auch ein Bündel mit Essentials in meinen Rucksack aber ich muss gestehen dass ich dies planmäßig noch nie erprobt habe. Gezwungenermaßen hatte ich schon das Vergnügen im Herbst nur in einem Poncho-Liner zu übernachten. Tagsüber wars angenehm warm, nachts wurde es allerdings dann bitterkalt und ich hab tatsächlich stark gefroren. Am Morgen darauf war alles voller Reif inkl. der Ausrüstung die außerhalb des Tarps gelegen hatte. 3 Wochen zuvor war der Poncho-Liner und ein Kurzarm T-Shirt noch völlig ausreichend gewesen. Wollte zwar abbrechen, habs dann aber sportlich sozusagen als 'Härtetest' gesehen und die Nacht relativ unruhig durchgestanden. Ist eben der Preis, welchen man für die eigene Gedankenlosigkeit bezahlt , wenn der wärmende Schlafsack mal zu Hause liegen bleibt.


    Auch wenn mein Notfallkit etwas anders zusammengestellt ist möchte ich mir hier gut gemeinte Ratschläge sparen. Denke dass Du weißt was für Dich funktioniert und ich gehe mal davon aus dass sich Deine persönliche Zusammenstellung im Laufe der Zeit ändert und gegebenenfalls an neue Anforderungen angepasst wird. Würd mich freuen, wenn Du uns darüber von Zeit zu Zeit berichten könntest.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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    'Bushcraft' ist eine eingetragene Schutzmarke von Bushcraft USA LLC

  • Roli, wir haben uns ja schon oft telefonisch über dieses Thema ausgelassen, bei mir ist es auch immer latent, verbessere mein Kit, meine Kanuweste.
    Das Wichtigste ist definitiv, überhaupt erst mal eine Weste zu haben, welche man auch trägt, weil sie bequem ist. Ich hatte mal eine, die scheuerte einen beim Stechpaddeln die Achsel wund, prompt lag sie im Boot und ich fuhr ohne Weste.
    Die wurde sofort erneuert, nun trage ich eine Stohlquist.
    In der habe ich auch Notzeugs.


    Roli, der Hobo wäre mir zuviel Gewicht !


    Pack Dir noch einen Bivi ein, ich habe in meiner den Terra Nova
    http://www.ultralightoutdoorge…a_moonlite_bag_cover.html


    Zusätzlich habe ich den Poncho aus Silnylon von GoLite, wiegt nur 240gr, bei 145 auf 240


    Golite ist aber nur noch schwer zu bekommen in Europa, daher warte ich noch dringenst auf die grimmboldschen Silnylonponchos.


    Zusätzlich so eine Ultralite Regenjacke ist mehr als sinnvoll, weil dieses Thema oft übersehen wird, wie Du ja auch richtig angemerkt hast, oder zusätzlich zweiten GoLite Poncho, oder Grimmbold Silnylonjacke !


    Eine kleine Tabaksdose mit hilfreichen Sachen, wie z.B. in meinem Video zu sehen auf YT in der Beintasche, mit Angelkrams und Getüdel !
    http://www.youtube.com/watch?v=wjEAFKKyZjE


    Was fehlt ist eine Mütze, bei mir ist immer eine Icebreaker Merino dabei ! Klein, leicht und warm .


    http://www.bergzeit.de/icebrea…-200-cherub-ruby-brg.html


    Ebenso ein paar leichte Arbeitshandschuhe, wie die Ejendals Tegera, weil man sich oftmals gut verletzen kann, mit klammen fingern und holzmachen.


    http://www.ejendals.se/1072.php


    Roli, bis August ist ja noch etwas Zeit, werde Dir eins meiner Kanutools zukommen lassen ! ;) Das kommt dann aussen angeklipt an die Weste.


    Das viele Verbandszeug würde ich weglassen. In Deinem Rucksack ist ja normalerweise auch noch ein ABC Pack, daher wäre der Kram in der Weste nur zur Not. Deshalb wickel um das Bic Feuerzeug einen Meter Gafferband, dazu ein, zwei normale Druckverbände ( alte aus dem abgelaufenen Autoverbandskasten ) und eine Packung Tempo. Druckverbände und Tempo zusammen einschweissen mit dem Vakumierer, und ab in die Weste. Zusamen mit dem Gafferband und dem anderen Zeug bekommt man sogar einen Armstumpf dicht ;)



    Es gibt tausend Tips und kniffe, jeder muss aber am Ende das adaptieren, was zu seiner Befindlichkeit passt. :)