Kelly Kettle Modifikation

  • Ich schreibe diesen Thread über den Kelly Kettle Umbau zum Hobokocher total neu. Im Dezember habe ich das mit den Bildern noch nicht gut hingekriegt. Das ist dann das "edit".

    Hier ist der neue Post:


    Kelly Kettle Modifikation



    Hallo,


    diese Bilderfolge habe ich bereits in dem anderen Forum vorgestellt, macht nix, hier kommt sie nochmal.


    Kurze Erklärung, auch warum sie auf englisch ist. Im Sommer hatte ich mit Patrick Kelly E-Mailkontakt, weil die Kelly Kettle Company aktuell an einem Hobokocheraufsatz arbeitet. Er war sehr an meiner Lösung interessiert und deshalb habe ich sie ihm mit diesen Bildern präsentiert. Ich denke, die Bilder erklären sich selbst, ich gebe aber gerne noch weitere Auskunft bei Interesse!


    Viel Spaß damit (Gruß an salad!)

  • Als Solo Trekker oder auch zu zweit kenne ich keinen besseren Kocher für unterwegs. Die allgemein bekannten "Nachteile" des Kelly Kettles, die ihn auf der Bushcraftszene zur Randerscheinung machen, habe ich durch geringfügige Modifikationen ausgemerzt. Die genannten Nachteile sind:
    - "Kann nur zum Wasserkochen verwendet werden." (Durch diesen Umbau zum Hobokocher beseitigt.)
    - "Zu groß, zu viel toter Raum". (Durch geschickte Verwendung des Kamin-Innenraums zur Zunderaufbewahrung oder zum Transportieren einer Tasse (bis 300ml mit Klapphenkel) beseitigt.)


    Kurz ein paar Vorteile:


    - Leicht (540 g) extrem schnelle Kochleistung (570 ml kaltes Wasser in 3 bis 4 Minuten)
    - Kann bei Regen und Wind betrieben werden. (durch Kamineffekt)
    - Extrem großer Wirkungsgrad, d.h. sehr geringer Brennstoffbedarf, dadurch wenig Glut zu beseitigen, Kocher schnell wieder abgekühlt.


    Mein Umbau als optionaler Hobokocher: :hobo



    Der Abstandshalter für einen Topf ist ein ganz dünnes (0,3mm) Edelstahlblech, welches ich im Schrott gefunden habe.
    Maße: Höhe: 75mm, Länge: ca. 250mm, Gewicht: nur 35 Gramm! Das Blech hat federnde Eigenschaften, so dass es sich an die Innenwandung der Feuerschale legt. Die "Zinnen" habe ich mit der Blechschere rausgeschnitten. Die zusätzlichen Luftlöcher haben 6mm Durchmesser.



    Durch die "Zinnen" entweichen die Rauchgase unter dem Topf und die zusätzlichen Löcher sorgen für eine gleichmäßige Luftzufuhr.
    Das funktioniert sehr gut und ergibt einen einwandfreien Hobokocher, der einen guten Zug hat.



    Das Edelstahlblech ist so dünn, dass das Kelly Kettle Oberteil problemlos drübergleitet; die Kanne hat damit sogar noch einen besseren Halt als ohne Blech.
    Erst kocht man sich das Wasser für die Suppe vor, dabei erzeugt man auch eine ordentliche Glutbasis und danach kocht man seine Suppe noch ein paar Minuten auf dem Hoboteil im Topf weiter. Für den Kaffee nach dem Essen einfach noch mal Wasser nachkochen, mit der Restglut feuert man im Handumdrehen den Kettle wieder an.



    Die Bezugsquelle: http://www.kellykettle.com


    LG Parzival


  • Mein erster Kelly Kettle, das Modell Trekker (Alu) geht jetzt langsam nach vielen Jahren aus dem Leim. Da habe ich mir jetzt die Edelstahlausführung gegönnt.
    Heute kam das Paket aus Irland und vor dem ersten Anfeuern habe ich den bereits hier beschriebenen Umbau zum optionalen Hobokocher gemacht.
    Das hauchdünne Edelstahlblech hat mir Mogen geschenkt und ich habe es mit der Flex zurecht geschnitten.




    Nach einer Stunde war alles fertig und ich habe ihn angefeuert:



    Fast schon zwangsweise machte ich mir darauf eine Erbswurstsuppe:



    Die Stege aus dem Edelstahlblech sind richtig stabil, wenn der Topf draufsteht. Die Rauchgase können ungehindert abziehen.
    Durch die 10 extra Löcher (6mm) kommt rundherum genügend Luft rein, wenn der Kettle-Kamin nicht mehr drauf steht.
    Auch mit dem Kettle drauf zieht er viel besser. Man kann durch Drehen des Bleches die Löcher aber auch leicht verschließen, z.B. bei starkem Wind.



    Leider werden die Kelly Kettles nur noch mit diesen ekelhaften Silikonstopfen ausgeliefert. Ich habe es geahnt und mir für 1 Pfund 49 einen Ersatzstopfen aus Kork mitbestellt und ihn gleich damit ausgerüstet.


    Falls jemand diesen sehr empfehlenswerten Umbau auch machen möchte, kann ich gerne noch mehr Tipps geben. (PN)


    LG Parzival :bcplove


    P.S. Falls es jemand interessieren sollte: (Gewichte mit Umbaublech und Beutel) Aluausführung: 574g, Edelstahl: 767g.

  • So hab mich jetzt auch mal an der Parzival'schen Modifikation probiert mit meinem Kelly Kettle.
    Verwendet habe ich ein 0,5mm dickes Edelstahlblech da ich 0,3mm schlichtweg nicht gefunden habe bei uns in der Schlosserei. Mit den Maßen hab ich mich an Parzivals Werten orientiert. Im Nachhinein hätte es wohl noch 2-3 cm länger sein können.
    Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Das Blech sitzt bombenfest und der Kettle hat beim Wasserkochen tatsächlich einen deutlich besseren halt als zuvor! Das Blech ist durch die Stärke von 0,5mm auch absolut fest. Da wackelt nichts, auch mit nem schweren Edelstahltopf mit 1l Inhalt drauf nicht. Insofern wirklich ne super tolle Hobo Modifikation!
    Was mir jetzt noch fehlt sind die Löcher im Blech und im Hobo. Hierzu hat mir schlichtweg ein Metallbohrer gefehlt. Mal schauen ob ich irgendwo mal ne Standbohrmaschine benutzen kann.


    Insofern nochmal danke an Andreas für die tolle Idee und die ausführliche Anleitung hier. Wird sicher öfters zum Einsatz kommen künftig!




  • Hi,
    der Thread ist zwar etwas älter, aber ich bin auch eben erst drüber gestolpert. Ist ne gute Idee mit dem Modifizieren, und ich habs ja glaub ich auch aufm Treffen gesehen...nur irgendwie nicht wahrgenommen (so im nachhinein). Sah irgendwie zu selbstverständlich oder wie "das gehört so" aus. Gute, sinnvolle Sache, gute Umsetzung.
    Gruss
    Albbär