Mädesüß ( Filipendula ulmaria L. )

  • Hallo zusammen! ;


    Heut möchte ich hier mal eine Pflanze portraitieren die ich aus verschiedenen Gründen sehr interessant finde.



    Auf den Bildern ist die Pflanze noch sehr jung, wächst aber schnell und kann im Sommer eine höhe von bis zu 150cm erreichen.


    Das Mädesüß findet sich oft in der nähe von Gewässern oder auf sumpfigen Böden und ist was mir persönlich bei Wildpflanzen sehr wichtig ist sehr leicht zu identifizieren. Man erkennt es leicht an den Blättern die am Stiel immer abwechselnd ein großes und ein kleines Paar hervorbringen. Im Sommer kann man die Pflanze auch an den großen weißen Blütenbüscheln an der Spitze und am süßlichen Geruch erkennen.
    Wer sich dann immer noch nicht sicher ist kann ein Blatt oder ein Stück der Wurzel zerreiben oder zerkauen, der minzeartige Geruch und Geschmack sind unverwechselbar und leicht zu erkennen.





    Interessant sind vor allem die Blätter, solange sie noch jung und zart sind , und die Wurzeln die eine beachtliche Größe erreichen können.
    Blätter und wurzeln haben roh einen recht intensiven Geschmack der irgendwo zwischen Pfefferminz und Vanille angesiedelt ist. Am besten kann man sich das vorstellen wenn man an ein billiges Pfefferminzkaugummie denkt welches man schon eine halbe Stunde im Mund hat. - Absolut widerlich - Wenn man erstmal eine der Wurzeln gefuttert hat dauert es auch bis man den Geschmack wieder aus dem Mund bekommt.




    Der Wert der Pflanze liegt wohl eher im medizinischen Bereich aber besonders die Wurzeln haben mit Sicherheit auch einen gewissen Nährwert. Die beste Sammelzeit für die Wurzeln ist Zwischen März und Mai weil zu dieser Zeit die Pflanze noch nicht sehr hoch gewachsen ist und die Wurzeln noch viel Energie speichern. Man braucht nicht lange um eine ordentliche Menge zusammenzubekommen dar die Pflanzen oft in großen Gruppen zusammen stehen. Das sammeln geschieht am besten mit einem Stock geht aber auch mit den bloßen Händen weil die Pflanze oft in feuchten lockeren Böden steht und nur sehr flach wurzelt. Um die Wurzeln zu säubern wasche ich sie in Wasser ab bis keine Erde mehr dran klebt, schneide die abstehenden Verästelungen ab und schabe mit der Klinge die äußere Haut ab.


    Man kann Wurzeln und junge Blätter roh essen aber besonders die Wurzeln sind schon ganz schön faserig, von der konsistenz her aber etwas besser als z.B. Löwenzahnwurzeln ; Und der fiese Geschmack bleibt natürlich. Besser ist es wenn man die Wurzeln kocht, dadurch werden sie zum einen weicher und zum anderen verliert sich der penetrante Geschmack der sich in ein dezentes leicht würziges Aroma umwandelt.


    Im medizinischen Bereich ist die Pflanze besonders durch die enthaltenen Salicylate wertvoll die besonders in den Blüten und Wurzeln konzentriert sind und fiebersenkend und leicht schmerzlindernd
    wirken. Auch gegen Durchfall soll der Tee aus den Wurzeln eine gewisse Linderung versprechen und die zerkauten Wurzelstummeln lassen sich als Behelfszahnbürste verwenden.




    Hier hab ich als Beispiel mal eine Tee aus einer zerkleinerten Wurzel gekocht. Gut zu erkennen ist die intensiv pipigelbe Farbe die das Gebräu annimmt. Geschmeckt hat es nicht nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht - eher leicht würzig bis neutral. Eine Wirkung auf meine Verdauung oder andere Körperfunktionen konnte ich nach dem verzehr nicht feststellen aber dafür war die Menge wohl auch zu gering und ich war ja auch nicht krank.

  • Vorsicht bei Personen mit Magengeschwür oder reizungen... Die Pflanze ist ( wie Aspirin) nicht ganz ohne... früher wurde sie Met zugesetzt als Würzmittel. Oder auch in Suppen und beim Kochen. Da nutze ich die Pflanze heute noch. Minzartig würde ich die pflanze aber nciht beschreiben... eher bitter würzig mit einer gewissen süsse...


    Auf jeden fall eine interresante Pflanze die sich leider stark verbreitet und dann andere Pflanzen am Ufer verdrängt...