Trockenfleisch - Schnell und brachial

  • Grüss euch,
    ich war immer sehr abgeschreckt von den relativ komplexen Jerky Rezepten (Marinieren, lüften, etc...). Am WE bekam ich von Error99 vom OFC den Tip, doch einfach mal Rouladen zu nehmen und diese trocken zu würzen und stückig in den Ofen zu schieben. Gesagt, getan:


    Rouladen gekauft, geklopft, mit Salz, Pfeffer, Paprika und Knoblauch gewürzt und 6h über das Gitter im ofen, bei 80-100% gehängt.


    Ergebnis:

    Lecker, leicht und einfach. Probiert es aus!

  • Ist zwar ein netter Einschub, aber ich verstehe nicht, wo du da Arbeits und Energieerleichterung hast :confused


    Nicht jeder mariniert, und dann geht das schneller als dein Einwand :D

  • Klein wenig OT: In Südafrika wird Beef Jerky/Biltong ja tlw. nur in die Dornbüsche gehängt zum Trocknen (ausser Oktober/Januar/Februar -> Regenzeit ^^ ), würde das nicht auch bei uns am Lagerfeuer gehen? Hat das mal Jemand probiert? Sonst mach ich das vielleicht mal... :hobo


    @ Grimmbold: Sieht super lecker aus!

  • Hey Grimm, du meinst sicher Grad und nicht % bei 80-100 , erscheint mir fast zuviel (will das aber nich kritisieren!),
    mir wärs aber wegen dem Stromverbrauch eh zu teuer, also bei meinem Scheixx Ofen.
    Falls du darauf geachtet hast oder es grob schätzen kannst, was war denn circa der Gewichts/Volumenverlust ?
    Dann würd mich noch interessieren wie lang es hält, das wirst du ja selber erstmal austesten müssen, kannst ja später noch was dazu schreiben.

  • Das Zeug nimmt an Gewicht stark ab. Beim Volumen ist das nicht so krass.
    Ich hab neulich noch einen Rest Jerky von vor ca. 1 1/2 Jahren gefunden - keine Mängel festzustellen :D
    Marinieren kann man... Muss man aber nicht. Ich hab letztens Rehfleisch in Streifen geschnitten und ohne jegliches Würzen zum trocknen in den Ofen gehängt. Schmeckt gut. Liegt aber sicher auch daran dass Wild nun mal einen Eigengeschmack hat. (Als Alternative zum Marinieren hab ich das Fleisch sonst immer in einen Gefrierbeutel getan, Gewürze nach belieben drauf, das Ganze etwas vermischt und dann einen Tag in den Kühlschrank gelegt.)


    Überm Feuer würd ich das nicht probieren. Es geht, ja. Dauert aber eeeewig und du hast das Problem (ist mir letzten Sommer passiert), dass du sobald du nicht aufpasst, dass auch ja alles im Rauch hängt Fliegeneier drin hast... Das lohnt den Aufwand glaub ich nicht...

  • Überm Feuer würd ich das nicht probieren. Es geht, ja. Dauert aber eeeewig und du hast das Problem (ist mir letzten Sommer passiert), dass du sobald du nicht aufpasst, dass auch ja alles im Rauch hängt Fliegeneier drin hast... Das lohnt den Aufwand glaub ich nicht...

    Hm, werde es vielleicht trotzdem versuchen und ein Moskitonetz drüberhängen, vielen Dank für den Hinweis.
    Hier noch ein Bild von einer südafrikanischen Vorgehensweise (in Streifen schneiden, trocken würzen mit Chakalaka und Peri Peri - dient wohl auch dem Schutz vor Insekten... ^^ aufhängen und "kurz" warten...):

  • Ich dörre mittlerweile regelmäßig, auch Fleisch. Hab' mir eigens dafür ein dreistufiges Bielmeier-Dörrgerät mit vier Wannen gekauft.


    Was geht mit Fleisch:
    - Rindergulasch, wenn man die Stücke mindestens einmal halbiert.
    - Falsches Filet (oder war's falsches Rind?), vorab am Sehnenstrang entlang zerlegt, dann gewürfelt
    - Putenfleisch (z.B. Putenbrust), in Streifen und Würfeln


    Dörr-Fisch geht übrigens auch. Ist aber wohl Geschmackssache. Wer's erträgt, daß danach die ganze Hütte etwa eine Woche lang nach ranzigem Fischfutter riecht... Nicht umsonst lagern wohl die Profis ihren Dörrfisch im Freien, bei arktischen Temperaturen. Und verwenden den hauptsächlich als optimal müffelnden Köder. Um frischen Fisch zu fangen!


    Der Witz beim Dörren ist in erster Linie die "Korngröße". Die sollte nicht größer sein als das Fingerglied, das man beim Zerkleinern da irgendwie drin verloren hat. Taucht aber spätestens nach dem Dörren wieder auf, weil's ja das einzige Stück Jerky mit einem Fingernagel ist. Streifen in der Stärke eines Eddings gehen auch, sind aber deutlich unhandlicher. Weil sich die Streifen beim Dörren in der Wanne krümmen wie Gurken vor der Begradigung durch die EU.


    Wenn man's weiß, daß die zu dörrende Ladung eh nicht für Wochen oder Monate halten, sondern nur Gewicht und Volumen verlieren soll, kann man auch vorzerkleinerte Fleischsorten mit undefiniertem Fettanteil nehmen, z.B. Rinder-Hackfleisch. Das hält dann aber nur etwa eine Woche, maximal zwei.


    Auch die Dörr-Temperatur muß nur zügig trocknen. Und dafür reichen schon 50°C bei konstanter Umströmung. Der konstante Abtransport der aufgenommenen Luftfeuchte ist viel wichtiger als die Temperatur. Ab ca. 60°C beginnt das Fleisch zu garen, wie das beispielsweise beim Asado (argentinisches Barbecue) in stehender Luft gezielt ausgenutzt wird. Und genau das soll beim Dörren ja gerade NICHT passieren. Bei weniger als 50°C steigt dagegen die Gefahr, daß das resultierende Jerky zu müffeln anfängt ziemlich rasant.


    Ich hab's mir inzwischen angewöhnt, beim Discounter regelmäßig um die Kühlschränke mit dem Frischfleisch zu streunen. Auf der Suche nach günstigen Angeboten von Rind- und Pute. Zerkleinert gehen die 500g Rindergulasch einer abgepackten Plastikwanne locker verteilt auf eine der vier Schalen. Geladen wird meistens ein Kilo Fleisch. Die beiden anderen Wannen können dann mit grob zerrupften frischen Pilzen oder Zwiebelringen aufgefüllt werden, um die verpulverte Energie wenigstens auf allen Flächen zu nutzen. Voll beladen läuft die Dörre dann nämlich auf mittlerer Stufe etwa 18 Stunden bis alles durchgetrocknet ist. Und das bei ca. 500 Watt Verbrauch auf Stufe 2!


    Nach der ersten Stunde muß ich allerdings meistens nochmal hinlangen. Dann sind nämlich alle Fleischwürfel so weit angetrocknet, daß sie oben und an den Seiten gerade nicht mehr kleben. Die Auflagefläche ist dann aber immer noch glitschig, weil da bei Wannen ja keine Warmluft durchströmt. Deshalb gehe ich dann einmal mit der Hand durch jede Wanne und löse die am Wannenboden klebenden Fleischwürfel. Kann man auch lassen, wenn man die Fleischwürfel gleich als Vormischung auf einer Lage Zwiebelringe trocknet.


    Nach den ersten zwölf Stunden sind die Fleischwürfel dann schon rundum hart. Im Kern ist aber noch immer Restfeuchte. Erkennbar an einem ledrigen Kern. Läßt man die Dörre einen Moment stehen, schlägt sich aus dem Dörrgut auch noch immer Kondensat an den Wänden und am Glasdeckel ab. Deshalb muß das dann auch nochmal eine halbe oder volle Runde von 12 Stunden. Und weil da inzwischen auch richtig Platz in den Wannen freigeworden ist, kann man die beiden halbtrockenen Fleischlagen auch zusammenkippen, um wieder eine leere Wanne frei zu haben. Für halbtrockenes Dörrgemüse wie Karotten oder Sellerie zum Beispiel. Das braucht nämlich nur einen einzigen Durchlauf von 12 Stunden.


    Schneidet man danach einen fertigen Jerky-Würfel auf, ist der bis in den Kern gleich schwarz. Und die Dörre bleibt nach dem Abschalten trocken, ohne am Deckel zu beschlagen. So muß das sein.


    Mit einer höheren Temperatur (Stufe 3) kann man auch rösten. Wenn nämlich keine Restfeuchte zum Absenken der zugeführten Energie mehr zur Verfügung steht, staut sich die Hitze auf und die Trockenzwiebeln werden braun. Schmecken und riechen dann auch tatsächlich wie geröstete Zwiebeln.


    Deshalb wohl auch die drei Stufen am Dörrgerät.
    Stufe 1: Trocknen von Lebensmitteln oder Kräutern. Würden in Tagen oder Wochen auch von alleine austrocknen, dabei aber einstauben.
    Stufe 2: Dörren gegen den Zahn der Zeit. Vorrangig Lebensmittel, die vor einem Haltbarwerden von anderen Organismen weggefuttert würden.
    Stufe 3: Rösten. Wie Dörren, nur eben zusätzlich auf der Oberfläche leise ankokeln, noch bevor der Kern richtig durchgetrocknet ist.


    Ein Dörrgerät mit Thermostat wär' natürlich schöner. Weil das dann auch unabhängig von Umgebungstemperaturen arbeitet. Meine Stufen müssen sich dagegen auf Zimmertemperatur verlassen. Hab's im Winter von wegen Wirkungsgrad mal draußen probiert. Ging schief...


    Kann ich mal nicht sofort das Fleisch verarbeiten, sondern ungekühlt erst 24 Stunden später, wird das zerkleinerte Fleisch mariniert, um weiteren Gammel im Zuge des Dörrprozesses zu unterbinden. Denn genau dafür wurde das Marinieren ja eigentlich mal erfunden.


    Das Simpelste ist einlegen in Essig mit Zucker. Flächendeckend einsalzen geht auch, kostet aber zu viel Salz. Das muß danach nämlich wie die Marinade vor dem Dörren entfernt und restlos entsorgt werden.


    Das Edlere ist natürlich eine desinfizierende Marinade, die gleichzeitig ein paar als antibiotisch bekannte Gewürze wie Pfeffer, Chili, Nelken oder Zwiebeln enthält. Auch hier nicht für den hübscheren Flavor, sondern ursprünglich als Maßnahme gegen den Gammel. Auch das Einlegen von totem Fleisch in lebenden Wein war ja eigentlich mal eine reine Notmaßnahme in wasserlosen Belagerungszeiten, die mit Aufpeppen rein gar nichts zu tun hatte.


    Bisher hab' ich nur mit dem stromgetriebenen Dörrgerät experimentiert. Dörren sollte aber eigentlich auch genausogut stromlos in einem Ugly Barrel funktionieren, obendrein vorab geräuchert. Dafür müßte man das Dörrgut wohl nur knapp genug über dem Grillrost lagern, wo's für's Garen nicht mehr heiß genug und für's Gammeln noch nicht kalt genug ist. Und die "Vorwäsche" mit Räucher-Rauch sollte zumindest den Gammel beim Dörren unterbinden, wenn über Nacht das Feuer im eingestellten Hobo mal ausgeht.


    Das wird wohl meine nächste Versuchs-Ladung Jerky. ^^

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

  • als es jetzt so heiss war hab ich mal lufttrockung im garten ausprobiert.
    zwar nur mit schwein, ging aber auch. hab seehr dünne streifen geschnitten, etwa 10cm lang, 3-4cm breit und 2-3 mm dünn.
    diese dann noch leicht mit einem birkenholzschlägel zusätzlich vorsichtig noch flacher geklopft,
    am ende so dünn das man quasi fast durchguggen konnte bzw auch schon am einreissen waren,
    also dünner gings nimmer.
    dann auf über gespannte schnüre gelegt, sozusagen gefaltet und lustig im wind und bei 30 grad in der sonne baumeln lassen.
    die waren bereits nach wenigen stunden (etwa 4 ? ) so trocken das man sie brechen und bröseln konnte.
    ein teil ungewürzt und ein teil mit pfeffer und salz eingerieben vor dem trocknen.
    hab davon etwas gegessen am abend und dann den rest am näxten tag und keinerleih anzeichen gehabt das es verdorben wäre.
    waren aber nur circa 200g insgesammt.
    ich denke das war trocken genug um es auch einige tage länger aufzuheben, war aber nur mein erstes Experiment auf diese art.

  • Hier mal ein Vorschlag zum "LowTech-JerkyMaker" :lol !


    GUTE Rinderroulade(FRISCH vom Fleischer meines Vetrauens) in Streifen schneiden und in Marinade über nacht im Kühli marinieren.
    Am nächsten Tag im Küchensieb abspülen und mit Küchentuch abtrocknen und auf die Spieße stecken oder drüber hängen. Die ersten zwei-drei Stunden sollte das Ganze in der prallen Sonne antrocknen, danach einfach trocken und luftig stellen. Genießbar nach 1-5 Tagen, je nach Gusto und Wetterlage! Im Winter einfach mit dem Fön ca. 10min leicht anfönen, bis grifftrocken, danach ganze Konstruktion auf die Heizung.


    Marinade: Bio Soja Soße von BambooGarden(ohne Geschmacksverstärker, aus kontrolliertem Anbau), grünes Etikett, Pfeffer, Salz, etwas Palmzucker aus dem Asialaden.


    Trockner: leerer Milchkarton aus dem Laden als Einkaufstütenersatz mitgenommen. 1 Päckchen Einmal-Schaschlik-Spieße aus dem 1-Euro-Laden zu 99 Cent.


    Gesamtkosten: 99 Cent + Rouladenfleisch, Bio-Sojasoße(um 3 €/150ml).


    Energiebilanz: 0 kWh!!! (Winter: 10 min mit dem 1600W-Fön / bitte selber auf Euren Strompreis umlegen!!!!!)


    Foto vom "Trockenapparat" füge ich an!


    Grüße
    Lederstrumpf


    edit: NEIN, das Fleisch wurde NICHT gebügelt... :lachtot

  • jau so wie auf deinem Foto die stücke ganz hinten hab ich es auch gemacht, also so über die schnur "gefaltet" (bei die Holzstäbe) .
    die werden schnell so trocken das sie dann auch von einem "Lüftchen" (keine böhen...) nicht mehr runterfallen.
    meine waren allerdings wesentlich flacher.
    auch hatte ich abgepacktes schnitzelfleisch wo schon durch die größere Oberfläche eine höhere keimbelastung vorhanden sein kann,
    wie du schreibst ist es definitif besser, also sich selbst aus einem großem stück die dinger rausschneiden.
    soweit ich weiss (ist das richtig?) bilden sich keime in erster Linie auf den Oberflächen,
    also im Extremfall kann ein Stück Fleisch von außen bereits grenzwertig sein, im inneren ist aber noch alles okey.
    Trichinen sind dann ne andere Geschichte bei meinem Bsp. (Schwein) .


    Einige Überwindung kostet es schon beim ersten mal quasi rohes fleisch zu essen was nur in Sonne / Wärme hing,
    zum konservieren für wenige tage oder geniesbarmachung (zb wenn man kein Feuer hat (!) ) reicht es definitiv,
    naaja aber lecker ist dann doch was anderes.... (werde aber auch mal eine Marinade ausprobieren).

  • @ Krupp und Lederstrumpf


    Gute Gedankengänge von euch beiden! Wobei sich mir die Frage stellt wie man das Fleisch während der Lufttrocknung vor Fliegen schützen soll?


    Ich habe mal gelesen (bin mir aber nicht sicher ob das hier war oder wo anders) dass, in Afrika sogar Pappkartons oder ähnliche Behälter als Trocknungsgeräte benutzt werden. Beheizt werden diese improvisierten Dörrgeräte mit Teelichtern oder einer Glühbirne die heiß genug wird.
    Das Prinzip ist ja einfach, man nimmt einen Behälter von ausreichender Größe, sei es nun ein Karton oder ein Blechkanister, befestigt darin eine Art Grillrost und nimmt die Wärmequelle hinzu (Teelicht ,Glühbirne). Dann verschließt man den Behälter so, dass keine Fliegen reinkommen aber die wärme sich stauen kann und der Dampf entweichen.


    Ich bin mir auch nicht ganz schlüssig ob oder wie gut dass funktioniert, aber wenn ich mal Langeweile hab werde ich mal probieren sowas zu basteln.

  • Einige Überwindung kostet es schon beim ersten mal quasi rohes fleisch zu essen was nur in Sonne / Wärme hing,


    OH JA! Ging mir genauso. Ein päckchen "Jack Link´s" aufzureissen, ist etwas ganz anderes, als das ganze Produkt selber zu "produzieren"! Aber das ist ja nix anderes, wie bei 95% der Fleischkonsumenten: Abgepacktes eingelegtes Grillfleisch JA, aber den "Schuß" sehen wollen, NEIN!


    Zu der Keimbelastung kann ich leider nix weiter sagen. Mein Ralf(Metzger) ist derzeit im Urlaub :lol ! Ich selber nehme für Jerkey nur Rindfleisch und aus praktikablen Gründen nur Rouladen. Die hole ich eben bei Ralf, meistens bekomme ich sie für UMME, weil ich ihm oft beim Partyservice als Koch helfe und fürs Jerky eh dann die Stücke nehme, die für den Rouladenverkauf zu klein sind, also den Verschnitt, der aber natürlich die gleiche gute Quali hat, wie die im Hofladen! Er verwendet nur eigenes Limousin-Rind! Da weiß ich wie es aufgewachsen ist (Freiland) ...und, da ich oft auch auf dem Hof aushelfe, weiß ich aus erster Hand, was es TATSÄCHLICH gefressen hat. Das ist aber halt Freilandvieh, da muß man sein Kauorgan noch benutzen. Nix weiches Labber-Wasser-Soft-Fleisch! Da ist das gegrillte Porterhouse oder T-Bone noch was für richtige Lederstrümpfe... :D !


    Schweinefleisch zu trocknen und zu essen halte ich für SEHR mutig! Hui ui ui!


    Mit Fliegen hatte ich noch nie Probleme, weder indoor, noch outdoor! Warum? ....KEINE Ahnung! :confused


    edit: Ja Krupp, besser ist drüberhängen über die Stäbe. Aufspiessen tue ich nur, wenn ich Spieße aus Bambusholz bekomme. Da ist es ok, weil diese dann keinerlei Saft o.ä. saugen, der dann im Holz vergammeln könnte!

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    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

    Edited once, last by Lederstrumpf ().

  • Das mit den Fliegen war auch so eine Befürchtung, und es gibt defintiv welche bei mir schon wegen dem Kompost ^^
    Ich hab nun nicht die ganze Zeit vor dem Fleisch gesessen, das Experiment hab ich ja nebenher gemacht,
    aber wann immer ich beim Fleisch war, war da nicht 1 einzige Fliege.
    Das liegt (vermutlich) daran , das das Fleisch eben relativ frisch ist und noch nicht am verwesen,
    sprich erst fangen Bakterien oder Keime an das Fleisch zu zersetzten und dadurch werden dann Fliegen angelockt ?!?
    Durch die Lufttrocknung bei solchen Temperaturen (+ UV Strahlung) kommen aber die keime eben nicht dazu das Fleisch zu verderben,
    da das ganze relativ schnell abläuft.
    Wie gesagt so genau weiss ich es auch nicht und wenn man im Netz stöbert gibt es durchaus auch unterschiedliche Erklärungsansätze,
    jedenfalls habe ich keine Fliegen gesehen.
    Ob FLiegen jetzt als , ich sage mal "Keimträger", wirklich so relevant sind da bin ich mir auch nicht so sicher.
    Klar die Vorstellung das eine Fliege evt grad von einem Kothaufen direkt zu dem Fleisch fliegt ist nicht appetitlich...
    aber in der Regel wird das nicht der Fall sein, ich will damit sagen das mir auch eine einzelne Fliege keine Sorge gemacht hätte,
    eine größere Anzahl aber schon.
    aber wie gesagt die Fliegen haben sich nicht für das Fleisch interessiert...
    eher eine Wespe oder Biene ! So genau konnte ich es nichtmehr feststellen da die fette wegflog bevor ich da war.
    Ich hab allerdings mal vor vielen jahren gesehen wie Bienen die Reste eines Grillhähnchens zerlegt und weggeflogen haben, kein Witz.


    Wenn man jetzt eine starke Belastung durch Fliegen hätte könnte man immer noch neben einem Räucherfeuer trocknen,
    was sicherlich sowieso die bessere Methode wäre.


    Nochmal zu den Fliegen kurz, ob die als Keim und/oder Krankheitsüberträger wirklich so eine extreme Rolle spielen,
    da bin ich mir auch gar nicht so sicher,
    wenn man mal überlegt wo man überall mit seinen Fingern rumwerkelt im Laufe eines Tages und dann dies und jenes Essen zu sich nimmt,
    bsp ein Brot schmieren, muss ja nicht immer was warmes sein, (also wenn man draussen ist) ,
    und da legt man ja auch nicht auf eine Operationssaaltaugliche Hygiene wert... oder noch besser....
    die Bierflasche oder Dose wo mitunter auch Insekten rumgrabbeln und trotzdem trinkt man anschliessend draus...
    möglicherweisse muss man sich da garnich so Gedanken machen.
    Vorausgesetzt man hat ein durschnittlich fittes Imunssystem.
    Aber der letzte Abschnitt ist natürlich eher Pseudowissenschaftliche Überlegung...
    Wie gesagt über die Keimbelastung von 1-2 Fliegen mach ich mir da eher keine Gedanken,
    eher schon beim Fleisch speziell, also zb Wildschwein würde ich vermutlich nicht roh essen wenn ich die Wahl habe,
    auch manches Wildgeflügel soll mit Nämathoden belastet sein, das sind aber dinge wo ich mich nicht auskenne.


    Aber das sprengt dann auch langsam den Rahmen von "Trockenfleisch schnell + brachial" :winken

  • ...werden in der Hütte wie im Biwak hauptsächlich vom Blut-Geruch angezogen. Im Biwak ggf. zusätzlich vom Balg und den freimütig ins Gebüsch entsorgten Eingeweiden samt Inhalt. Deshalb auch in erster Linie das möglichst sofortige Vorab-Räuchern des Dörrguts, damit wenigstens dort der "Lockstoff" für die Fliegen verschwindet. Das übrigens mit einem eigenen Räucher-Feuer, das ausnahmsweise mutwillig so richtig qualmt. Ein rauchloses Küchenfeuer reicht dafür definitiv nicht. Weil's zu klein ist und obendrein keine Ablagerungen bildet.


    Der Rauch des Räucherfeuers vertreibt nämlich nicht nur die Fliegen, sondern überzieht das Dörrgut auch mit einer hauchdünnen Schicht aus Pflanzenteer, die alle Zellmembranen an der Oberfläche des Dörrguts versiegelt und so den dortigen Gammel buchstäblich im Keim erstickt. Das hält aber nicht den Rest-Stoffwechsel IN den Zellen des Dörrguts auf. Der kommt erst wegen Wassermangel durch's Dörren zum Stillstand.


    Die fertigen Fliegen leisten übrigens ganze Arbeit, wenn's um's Saubermachen in der Natur geht. Hab' auf einer meiner Touren mal mitten im Hochsommer mit mehr Glück als Verstand bei einem mehrtägigen Biwak ein Kleintier erlegt. Auf einem großen flachen Stein sofort gehäutet, ausgenommen, zerteilt und im Kochtopf mit ordentlich Wildgemüse durchgeschmort. Wie der Schlachte-Stein nach diesem spontanen Gemetzel verschmiert war, kann sich ja jeder selbst ausmalen.


    Als ich am darauffolgenden Morgen reumütig zum Aufräumen an meine Schlacht- und Feuerstelle zurückkam, war der Stein blitzeblank! Und der Höllenschwarm aus Schmeißfliegen vom Vortag war auch nicht mehr da. Mutter Natur hatte schon saubergmacht.

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

  • Klappt das eigentlich auch im Winter? Also wenn Sonne scheint einfach nach draußen mit dem Fleisch. Man kann ja auch seine Wäsche im Winter draußen trocknen. Bei den Temperaturen können sich die Keime ja nicht so schnell vermehren, aber die Luft kann dennoch feuchtigkeit aufnehmen. (Sollten natürlich keine Nasskalten Tage sein).


    Ansonnsten habe ich hier eine interessante Konstruktion die mir schön öfter untergekommen ist, als ich mich damit mal beschäftigt habe.
    Hier der Link: http://www.ruf-der-wildnis.de/trocknen.html

    LG Rainer

    Das Beste Messer der Welt, ist das Messer, dass man dabei hat, wenn man eins braucht!

  • soweit ich weiss (Theorie nicht Praxis) geht das auch bei tiefen Temperaturen.
    Gibt dafür ja viele bsp aus Nordamerika, den Inut und auch aus Skandinavien / Lappland usw, speziell zb Trockenfisch usw.
    Es ist wohl eher abhängig von der Luftfeuchtigkeit (?) und man braucht auf jedenfall Luftzirkulation (wind) um die Feuchte Luft vom Trockengut wegzubekommen.
    Im Kühlschrank geht's zb vermutlich nicht weil dort die Feuchtigkeit nicht raus kann.


    Also Trocknen tut das Fleisch auch bei Kälte.
    Kennt man evt auch bei Wäsche, dauert etwas länger im Winter, kann man aber trotzdem draussen trocknen.