Bannock - viele Versuche nun bin ich zufrieden... :-)

  • Hallo,
    ich habe einige Rezepte mit Bannock ausprobiert. Mit Backpulver war nicht so mein Ding. Mit Hefe war es mir irgendwie zu aufwändig. Ich habe mich an dem Rezept von dieser Seite orientiert:
    http://www.walter-steinberg.de/Tipps/Bannock/Bannock.htm
    Jedoch fand ich das dauernde gehen lassen und wieder kneten fürchterlich lästig. Mittlerweile habe ich es geschafft einen Arbeitsablauf zu kreieren der einigermassen schnell geht und mir passt. Vor allen Dingen fragte ich mich, wie soll der Teig gehen wenn ich kein Feuer zu Hand habe. Nachdem ich aber immer eine kleine Wärmflasche bei mir führe war das Problem schnell gelöst. Im Gegenteil ich werde wohl jeden Hefeteig (auch zuhause) jetzt so gehen lassen. Noch nie ging es so schnell. Die Wärmflasche oder Handwärmer in den Schlafsack geben. Teig im Topf darauf stellen. MIt Tuch abdecken und im Schlafsack einschlagen. Dauert ca. 30-45 Minuten und der Teig ist wunderbar.
    Es handelt sich hier um eine Bannockportion für 1 Person in einem Topf von 14 cm Innendurchmesser.


    125 g Mehl (meist nehme ich Vollkornmehl/Weißmehl je zu Hälfte) in den Topf geben. In der Mitte eine Kuhle machen und 1/3 Päckchen Hefe und 1 Teel. Zucker hineingeben. Mit 50 ml lauwarmen Wasser verrühren. Ca. 5 Minuten warten, dann mit einem Stock den Teig verrühren. Das macht Sinn, denn dann bleibt das Gematsche an den Finger aus. Wenn sich das Mehl mit dem Wasser verbunden hat noch ein bißchen Salz zugeben und den Teig kneten.
    Topf sauber auswischen, Öl in den Topf geben und den rund geformten Teig hineinlegen. (siehe auch Bilder)
    Nun ab in den Schlafsack damit.
    Nachdem er ungefähr die doppelte Größe erreicht hat, auf den Kocher geben, mit einem Brett o.ä. abdecken und bei niedriger Hitze 10 Minuten braten. Nach 10 Minuten vorsichtig wenden und nochmal 10 Minuten "backen".
    FERTIG. Guten Appetit.


    Manchmal brate ich auch vorher noch Speck und Zwiebel an und mische sie unter den Teig. Oder ich geben mehr Zucker zu, dann schmecken sie besonders gut zum Frühstück.
    Viele Grüße
    Claudia

  • Wow, das schaut mal super aus. Mit was für einem Kocher hast du denn so ein dickes Teil so gleichmäßig durchgebacken bekommen?


    Ich bevorzuge auch Hefeteig. Oft rühre ich den Teig schon in einer Tupperdose an und transportiere ihn im Rucksack mit. Je nach Temperatur dauerts entsprechend lang. Der beste Teig ist der, der bei kalten Temperaturen über einen Tag lang gehen darf. Ein ganz anderes Aroma als wenn man mit Wärme nachhilft.

  • Der beste Teig ist der, der bei kalten Temperaturen über einen Tag lang gehen darf.

    Ehrlich gesagt habe ich dieses Bannock am heimischen E-Herd gebacken. Aber da die Hitze auch auf meinen Gaskocher aufgrund kleinen Topfs gleichmäßig von unten kommt, glaube ich nicht das es dort nicht gelingt. Aber ich bin gerne bereit, das ganze auszuprobieren. :) Ich vertraue eben meinen Kocher, der begleitet mich schon 26 Jahre.
    Meine Nachbarin meinte wenn der Hefeteig kalt geht, muß man ihn trotzdem nochmal warm "nachgehen" lassen. Das war nämlich auch meine anfängliche Idee. Ich knete abend den Teig und am morgen wenn ich aufstehe ist er wunderschön aufgegangen. Frisches Bannock zum Frühstück...
    Was ich bei der Sache eben so furchtbar fand, das ich ihn nach dem Gehenlassen nochmal kneten oder wieder gehen lassen muß. Erstens ist gegangener Hefeteig total klebrig und außerdem dauert es mir einfach zu lange, dann nochmal zu warten. Aber ich bin mit der Konsistenz des Brots wirklich zufrieden. Es ist vielleicht nicht so feinporig, aber völlig in Ordnung.
    VG Claudia

  • hey super Ergbniss , ich Backe Privat zuhause auch meine Brote , aber das es eines ist was man sich Draussen zubereiten kann ist es echt klasse ;)


    Ich habe eine Zeitlang auch daheim Brot gebacken. Und deswegen noch ein Buch übers Brotbacken. Darin habe ich auch einmal nachgeblättert und die Heferezepte sind ähnlich wie Bannock. Es schmeckt eben nicht so knusprig wie aus dem Backofen. Allerdings finde ich die in Öl gebackene Seite immer ganz brauchbar. Normalerweise müßte man beim Wenden des Brots nochmal Öl nachgiessen. Sonst wird die zweite Seite immer ziemlich trocken.
    Werde mir am Montag einmal noch Körner o.ä. besorgen. Schmeckt sicher auch lecker. Brotgewürz hatte ich noch da. Das ist super.


    Parzival
    Dein Video und dein Rezept habe ich ganz am Anfang meiner Versuche auch gesehen. Vor allen Dingen konnte ich mir erst gar nicht erklären, was das für eine "Kanne" ist. Bin aber nun dank Globetrotter-Katalog schon schlauer geworden. :unschuld Dachte erst du schüttest da Brennstoff hinein.


    VG Claudia

  • Was gibt es schöneres als den Sonntag mit Bannockprobebacken zu verbringen. :hobo


    Ich habe um den Arbeitsablauf noch zu verkürzen einfach mal Mehl, Hefe, Salz, lauwarmes Wasser und Brotgewürz mit Stock verrührt. Anschließend geknetet und noch etwas Wasser zugegeben, bis ich einen nicht klebrigen, aber dennoch weichen Teig hatte. Dann ab in den Schlafsack um ihn gehen zu lassen. Erste Erkenntnis es dauert länger, wenn man die Hefe nicht vorher mit Zucker und lauwarmen Wasser anrührt und kurz gehen läßt. 5 Minuten Ersparnis vorher - 1 Stunde längere Aufgehzeit. Kann allerdings auch daran liegen das ich den Zucker weggelassen habe. Nur der Zucker schmeckt im Brot immer vor, darum wäre es mir lieber es geht auch mal ohne.
    Nachdem der Teig nach 2 Stunden zwar noch kleiner war, als die vorherigen Varianten, habe ich trotzdem mit dem Backen begonnen. Diesmal allerdings auf meinen Gaskocher (siehe Bild). Auf kleinster Flamme, runtergedreht bis er schon fast wieder aus war. Brettchen obendrauf. 10 Minuten warten. Beim Umdrehen diesmal Öl nachgegossen und nochmal 10 Minuten gebraten. Und siehe da ein wunderbar lockeres und vor allen Dingen im Gegensatz zum E-Herd total knuspriges Bannock kam dabei heraus. Aber ich denke man muß unbedingt auf minimale Hitze achten.
    Was man nicht tun sollte, ein Plastikbrettchen auf den Topf legen. Am Elektroherd ist da garnichts passiert. Auf dem Gaskocher ist das Brettchen geschmolzen. :eek
    Vermutlich ist der Effekt auf einem Holzfeuer ähnlich.
    Damit ist die Frage ob der Kocher einen Einfluß auf das gleichmäßig Durchbacken hat, wohl geklärt. :daumen
    VG Claudia

  • Hi Claudia, ich finde toll, dass du deine Erfahrungen
    hier mit uns teilst, ich hab mir zum Thema Bannock
    noch nie so viele Gedanken gemacht :confused . Ich mache immer
    zuhause nen Teig aus Weizenmehl, Wasser, Trockenbackhefe,
    meiner Spezialgewürzmischung und gut. Dann pack ich das ganze
    in ne Tüte und es geht mit auf Tour. Im Rucksack geht der Teig
    bis zum Abend dann auch immer noch. Ob ich dann das Ganze
    in ner Pfanne oder am Stock backe ist auch egal, da ich
    nur den einen Teig mache ;) .


    Gruß Bushdoc

    Auch dieses Jahr bietet Bushdoc´s School of advanced Survival and Bushcraft wieder folgende Kurse an:
    -Bushcraft ohne Busch
    -Survival ohne zu überleben



  • Hi Bushdoc,
    da kommt wohl der Perfektionist bei mir durch. :D
    Außerdem möchte ich auch nicht irgendwas essen, weil dann kann ich auch gleich das Vollkornbrot aus dem Supermarkt mitnehmen.


    Die volle Gaudi hatte ich übrigens heute morgen. Habe mir noch vor dem Frühstück aus einer Dose einen Hobokocher gebastelt. 15 Minuten geflext und geschnitten und dann sah das Ding ganz ordentlich aus. Dachte ich jedenfalls. :confused
    So sitze ich morgens um 7 Uhr im Garten zünde das Ding an, Brot im Topf drauf und warte. Naja es hat mehr geraucht als gebrannt. Am Schluß hatte ich etwas brotähnliches und einen schwarzen Topf. Außerdem war ich völlig stinkend eingeräuchert. Gut das ich nirgends hinmußte. Ich bleibe wohl lieber bei meiner Gaskartusche.


    Mache wirklich gern Feuer, aber Hobokocher muß dann wohl nicht sein :unschuld
    VG Claudia

  • Dann hatte der Hobo vermutlich zu wenig "Zug" sprich der Kamineffekt war nicht vorhanden.
    Wenn der Hobo "richtig" brennt hat er kaum Rauchentwicklung.
    Vermutlich hast du oben zu kleine Löcher oder Zinnen gebastelt.
    Auch darf man nicht zu viel Holz auf einmal in den Hobo tun sonst brennt er ebenfalls möglicherweisse schlecht,
    meine Faustregel (bei meinen diversen Hobos) ist grob 1 Drittel bis 50% der Brennkammer locker mit
    kleinem Holz (trockene Zweige usw) zu befüllen.
    Daher kann man Hobos praktisch gesehen auch nicht endlos klein bauen bzw muss dann ständig Holz nachlegen.
    Ein Hobo darf ruhig etwas größer sein meiner Meinung nach, immerhin spart man ja andererseits Gewicht
    dadurch ein das man keinen Brennstoff mitführen muss.


    Selbst mit einer der großen (zb Hundefutter) Konservendosen kommt man schnell an Grenzen
    und muss aller paar Minuten den Topf runternehmen um neues Holz nachzulegen.
    Das ist für mich die gerade so brauchbare Variante.
    hier zb eine Variante aus großer Hundefutterdose, einfach grob mim Messer gebastelt:



    Er qualmt auch derb, was aber in dem Fall auch dem nicht ganz trockenem Brennmaterial zu verdanken ist.
    Kleinere Dosen gehen zwar auch aber es wird ab einer gewissen Größe eher nervig als praktikabel.


    größer geht immer besser :D
    dieser hier ist mein Liebling, gebaut aus so einem "Grillkohleanzünder", der geht richtig vorwärts :hobo



    Der verträgt auch mal größeres Holz, wobei auch hier fingerdicke trockene Zweige völlig ausreichen.
    Da steht nen 3 Liter Topf drauf und die Suppe köchelte ruck zuck.
    Wie du siehst ist die Rauchentwicklung bei dem kaum vorhanden, sieht man super auf dem 3ten Bild.
    Wichtig ist auch das er erstmal richtig brennt bevor man was draufstellt.
    DIe "Zinnen" habe ich inzwischen nochmal vergrößert damit er noch mehr Zug hat.
    Locker befüllt zu max 50% der Brennkammerhöhe brennt der richtig super.


    Natürlich kann man bei einem Hobo die Hitze nicht regulieren und die werden wirklich sehr heiss
    da musst du beim Brotbacken das Gefäss immermal runternehmen bzw das Brot / den Teigling vorsichtig mal drehen.


    Wenn du nen Garten hast kannst du ja nochmal in Ruhe experimentieren.
    Eigentlich (zumindest für mich) ist der Hobo das optimale Kochgerät wenn man sich in DL nicht immer so affig hätte
    wegen offenem Feuer. :winken

  • dieser hier ist mein Liebling, gebaut aus so einem "Grillkohleanzünder", der geht richtig vorwärts :hobo

    Na das finde jetzt doch total cool. Die Idee mit dem Grillkohleanzünder hatte ich ebenfalls, aber nach dem Versuch mit meiner Dose dann doch wieder verworfen. Am Wochende waren in zwei Prospekten solche Anzünder für 4,99. Wäre ich einmal gleich meiner Eingebung gefolgt. Das werde ich dann morgen nachholen. :daumen Vielen Dank. Die Bilder sind echt super.
    Mit was schneidest Du die Zinnen so ordentlich aus? Ich habe es mit einer Blechschere versucht. Aber da schneidet man auch schnell viel zu weit hinein. Befüllst du das Holz von oben, oder ist an der Rückseite des Grillkohleanzünders noch ein Loch?
    VG Claudia

  • Den habe ich in der Tat auch mit einer alten Blechschere, die ich meinem Oppa abgeluchst habe, eingeschnitten.
    Zu tief schneiden brauchst du keine Sorge haben, wie oben noch reineditiert habe ich die Zinnen später
    sogar noch etwas tiefer geschnitten.
    Auch haben diese Kohleanzünder bereits im unteren drittel einen "Rost" den man so ohne weiteres benutzen kann.
    Ich habe eine Zeitlang experimentiert mit einlegen von Gittern verschiedener Maschengrößen (zb Nudelsieb)
    aber das kann man sich sparen...
    Die Löcher (bei meinem Modell zumindest) wirken zwar auf den ersten Blick etwas groß, das macht aber garnichts
    ganz im Gegenteil. So bekommt er schön Luft von unten. Wenn mal 1-2 Zweige durchrutschen macht das nix.
    Allerdings brauch man noch eine feuerfeste Unterlage da diese Kohleanzünder unten offen sind,
    bzw könnte man sich da was basteln.


    edit:


    nein da ist keine Öffnung an der Seite, zum nachfüllen nehm ich halt einfach den Topf kurz runter,
    bzw schiebe je nach größe einfach ein paar Zweige durch die Zinnen.

  • ja wie gesagt nur von oben.
    hab übrigens mal geschaut, falls du den schwarzen aus dem Penny-Angebot meinst, der sieht baugleich aus zu meinem.
    Den Griff kann man problemlos entfernen und 4.99 sind sicherlich nicht zu viel für ein Experiment ;-)
    Da du ja auch paddelst, muss man ja nicht auf jedes Gramm achten, dafür ist der natürlich super.
    Und mit dem kannst du dann auch Essen für 2-3 Leute kochen.
    (Genau das war damals auch meine Überlegung, zum Solo-Wandern würd ich den nicht einpacken, aber für Paddeln
    oder als Gruppenhobo einfach top ! )