Bushcraft im Winter

  • Bei dem Gedanken an unser Frühjahrstreffen im Februar ist mir aufgefallen das ich eigentlich noch nie im Winter draußen gezeltet habe. Was wohl auch dran liegt das ich für ein Winterlager bei den Pfadis niemanden begeistern konnte und alleine hatte ich auch keine Rechte Lust drauf.


    Nun Frage ich mich worauf muss man im Winter achten?


    Dinge die mir spontan einfallen sind:


    Wasserflasche mit in den Schlafsack nehmen damit sie nicht einfriert, am besten noch mit heißem Wasser als Wärmflasche. Aber was ist tagsüber wenn sie im Rucksack ist wie kann ich da verhindern das das Wasser gefriert? Die Klamotten für den nächsten Tag könnte man doch auch mit in den Schlafsack nehmen damit sie morgens nicht eiskalt sind.


    Wie gesagt ich habe bisher kaum praktische Erfahrung in diesem Bereich und würde mich über Tipps von euch freuen.


    Gruß Mogen

  • Ob das allgemein gültig oder sinnvoll ist weiß ich nicht, aber ich mache das so:


    - Trinkflasche: mit heißem Wasser füllen und in den Schlafsack legen, dann ist der schonmal etwas vorgewärmt, bei Bedarf kann man vor dem Reinschlüpfen noch neues heißes Wasser reinfüllen.


    - Vor dem Schlafen ein paar Runden um das Tarp laufen -> dann gehst Du mit Betriebstemperatur in die Poofe und es ist angenehmer weil Du ja ehe abkühlen müsst als aufheizen.


    - ich nehme die Klamotten mit in den Schlafsack, manche raten davon ab weil die Klamotten feucht werden könnten, das konnte ich aber so noch nicht feststellen. Ich stopfe die Sachen meist in den Fußbereich. Wenn man sie bei Minusgraden zwischen Schlaf- und Biwaksack stopft, dann können sie tatsächlich feucht werden. Das ist also eher zu vermeiden.


    - Schlafsack lüften: Wenn möglich und es trocken ist, dann Schlafsack trocknen lassen. Bei kaltem Wetter ist trockene Ausrüstung das A und O!


    - Schlafanzug: Besteht bei mir aus langer Unterhose, frischen Socken und langem Unterhemd. Bei meinem Schlafsack (Allgemein II) kann ich bequem das Gesichtsfeld zumachen, ansonsten: Balaclava, Schal oder Wollmütze.


    - morgens nicht rumlümmeln: Aufstehen, bewegen, Feuer machen, Kaffee kochen :)


    Wegen dem Wasservorrat tagsüber: Mach Dir morgens heißen Tee, geht bei kaltem Wetter besser runter als Wasser wie ich finde (selbst wenn er kalt ist). Im Rucksack sollte es eine Weile dauern bis das Wasser einfriert, zumal man sich ja in der Regel auch bewegt. Ich denke da braucht man sich keine Sorgen machen.


    Was mir gerade noch einfällt: Wenn man winters ein Feuer unterhält um sich nachts zu wärmen (sei es in der Kohte oder vorm Tarp oder sonstwo): Wenn Du glaubst, Du hast genug Feuerholz: Geh los und sammel nochmal die selbe Menge! Feuerholz immer in Armreichweite. Dicke Holzstücke auf oder neben das Feuer erhalten die Glut.

  • Für mich, wenn ich in einem Biwaksack oder kleine Wanderungen Zelt schlafe dann der beste Tipp für einen guten Schlaf ist es, eine Flasche Wasser mit einer breiten Spitze wie ein nalagene bringen. Dann müssen Sie nicht das Zelt zu verlassen und hinaus in die Kälte, wenn Sie zur Toilette gehen müssen.
    Wenn ich Wintercamping mit meiner Frau bin, dann benutzen wir ein großes Zelt Tentipi aber wir haben noch einen Eimer in das Zelt, damit wir nicht haben, um das Zelt Tür nachts öffnen und all die kalte Luft im Inneren.


    Sorry für mein schlechtes Deutsch sprechende Ich bin mit Google Translate


    Auch wenn Sie ein Feuer haben sie eine gute ider zu st ist Ihr Schutz bis so die Wärme wieder auf, um Sie wieder unten ist ein Foto von einer Plane einzurichtenich in England verwendet im vergangenen Winter das funktionierte sehr gut





    Das, was ich am meisten darüber, wann ich zum ersten Mal Wintercampingaufhielt warmen Sorgen, das ist nicht so hart wie die Menschen einmal denken, Sie sind in Ihren Schlafsack Ihr Körper wird es warm bis sehr schnell. Unten ist ein weiterer Winter bis ich im letzten Jahr eingestellt. Es sieht nicht auf dem Fotokalt wie kein Schnee liegt, aber es war -6 bei Nacht und ich war nur in einemBiwaksack und sehr warm



  • Danke für die Tipps Stefan. Einiges wusste ich zwar schon aber über manches hab ich so auch auch noch nicht nachgedacht. Ich freu mich über jeden geschriebenen Post in diesen Thread da es ja schon ein sehr interessantes und aktuelles Thema ist. Minimalistisch in den Extremen leben kann ja auch (Und ist es ja leider auch oft genug...) nach hinten losgehen. Man kann so viele Fehler machen...


    Ich bin gespannt was unsere erfahrenen Bushcrafter zu dem Thema beitragen können! :pop


    Salad :
    I know this Nalgene Bottle tip from Dave Canterbury! :)

    Liebe Grüße


    Erst wenn der Boden trocken ist, lernen wir das Wasser zu schätzen! (Benjamin Franklin)

  • Bis ~0°
    Ich schlafe jetzt immer noch mit dem Sommerschalfsack weil ich mit den Kleidern schlafe. Das ist schliesslich auch Isolation. Ausser die Hosen sind nass dann ziehe ich sie aus. Die Fleecejacke nehme ich als zusätzliche Isolatin für die Füsse, mache den Reissverschluss zu und stecke die Füsse rein. Wie Wildhog schon sagte unbedingt etwas über den Kopf ziehen, hier verliert man am meisten Wärme.


    Die Isomatte ist wesentlich am nächtlichen befinden beteiligt. Ich habe eine Schaummatte 1cm dünn. Das geht aber nur wenn ich noch ein Laubpolster darunter mache. Das Laub packe ich in einen Poncho, wenn das Laub lose ist liegst du bei der ersten Drehung auf dem Boden und das Laub ist links und rechts von dir.



    Unter 0°
    Wie oben aber wärmerer Schlafsack und "selbstaufblasende" Isomatte


    Wichtig ist noch. Der Schlafsack sollte gross genug sein. Im seitwärtsschlaf die Beine MIT dem Schlafsack anziehen. Der Schlafsack sollte an keiner Stelle spannen, dann isoliert er nicht an dieser Stelle.


    Die die ein Überangebot an Ausrüstung haben werden das zum Treffen mit nehmen damit es keine Härtefälle gibt. ;)



    Liebe Grüsse
    draussen

  • Wildnisstechnisch bin ich im Winter in weit weniger extremen Gebieten unterwegs gewesen als bei meinen Sommertouren, was aber auch normal ist. Dennoch könnt ich ein bischen zusätzliche Erfahrung vertragen.


    Man kann die Schlaftemperatur seines Schlafsackes noch deutlich herauszögern wenn man ganz einfach das Zwiebelprinzip auch im Schlafsack benutzt. Ich habe mit meinem Schlafsack der bis -18 °C Extremtemperatur geht ganz bequem bei zweistelligen minustemperaturen übernachtet, dadurch dass ich einfach meine Klamotten anbehalten habe.
    Ich habe mich auch schon mit Gras oder trockenem Adlerfarn ausgestopft. Es funktioniert und isoliert.


    Die Sache ist man muss sich ja auch bewegen im Winter. Bei großer Kälte benötigt der Körper viel mehr Energie als bei normalen Temperaturen. Ich errinere mich da nur an eine Tour die ich mit dem Mountainbike bei -20°C gemacht habe. Die Strecke war ca. 20km, ein Weg den ich gut kenne und im Sommer oft fahre. Es ist zwar auch ein wenig anstrend weils bergauf geht aber nichts wirklich erschöpfendes. Im Winter allerdings war ich derart erschöpft und hungrig dass ich es selbst kaum glauben konnte.
    Ein Punkt den man bei einer winterlichen Tour wirklich beachten sollte, meiner Meinung nach

  • Hi,


    also ich komme mit (dicken) Klamotten im Schlafsack gar nicht klar. Als Seitenschläfer brauche ich Platz zum bewegen. Für mich ist es daher am Besten, einfach nur mit langer Unterwäsche im Schlafsack zu liegen.


    Die Klamotten der 2. Schicht, also Pullover etc kommen mit in meinen Dafence 4. Dafür hab ich extra den Langen Schlafsack genommen, damit genug Platz drin ist.


    Überbekleidung wie Anorack etc kann man dann notfalls noch außen über den Schlafsack legen.


    Lieben Gruß!

  • Bei Wintertouren ist es besser ein Baumwoll(oderSeiden-)inlett und einen VBL in den schlafsack zu packen - nchts ist schlimmer wie ein feuchter Schlafsack!auf ´ner Tour.
    das Inlett ist relativ leicht zu trocknen. Wenn kein vbl vorhanden ist nimmt man einen Sack aus Rettungsfolie -- allerdings raschelt das bei jeder Bewegung.

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • Hi,


    der VBL (Feuchtigkeits und Dampfsperre!) macht aber eigentlich nur bei Daunenschlafsäcken Sinn, weil da die Daune ja nicht nass werden darf. Bei Kunstfaserschlafsäcken ist Feuchtigkeit zwar unangenehm aber warm halten die trotzdem.


    Ich komme bei Verwendung langer Unterwäsche auch ohne Inlett viel besser klar. Das Rein und Raus aus dem Sack ist viel einfacher und man kann sich besser drin bewegen. Im Winter nehme ich da Fleece, im Sommer leichtes "Satin".


    Lieben Gruß!

  • Asche auf mein Haupt !
    Hätte ich erwähnen sollen!
    Aber meine Erfahrungen sind die daß ein feuchter Kufa-sack extrem mies sein kann !klar, nicht so schnell wie bei Daune aber immerhin mies!
    Kann allerdings bei mir auch etwas krankheitsbedingt sein!

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    DES KELTEN SEITE

  • Mein Tip:


    Vor dem Schlafen nochmal ne ordentliche heisse Tasse Tee/Wasser und was süßes (natürlich nur wenn vorhanden und natürlich vor dem Zähneputzen!), Zucker bringt die Zelleigenen Kraftwerke nochmal richtig in Schwung.


    Schönen Gruß,


    Ursus

  • Was Süßes macht sicher Sinn. Trinken tue ich allerdings so etwa ne Stunde vor dem im-Schlafsack-einmummeln nicht mehr. Das zwingt mich sonst in der Nacht nochmal raus aus dem gemütlichen Teil! ;)


    Lieben Gruß!

  • Ich habe letztes Jahr meine erste Wintertour gemacht. Es war aber eine ganz normale Tour mit Ausrüstung und so. Es gab viel Schnee, wir hatten sogar Schneeschuhe dabei aber es war nicht kälter als - 10°C. Ein paar Tipps von mir


    Abends füs Camp ist eine dicke Isojacke was feines, im idealfall Daune oder so früh wie möglich in den Schlafsack kriechen und alles daraus erledigen.


    Will man sich an einem Feuer wärmen muss es dafür auch groß genug sein und man braucht einen Wärmereflektor in seinem Rücken. Ansonsten friert man sich den Arsch ab. So kleine Hobofeuer haben außer zum Kochen eher einen psychologischen Wert. Je schlechter der Wärmereflektor umso größer muss das Feuer sein, am besten ist sicher eine Kote.

  • Hallo!
    Je kälter Es wird umso mehr Energie verbraucht der Körper! Ich habe neulich ein Buch über Expeditionen in der Arktis gelesen... Wichtig ist vor allem das man das Essen an die Gegebenheiten anpasst! Kommt man im Sommer mit 2-3 Talern Erbswurst hin wird man im Winter eines besseren belehrt! Hier braucht man was richtiges. Da kann man sich gut an Ureinwohnern diverser Extremgebiete orientieren. Diese Menschen essen nämlich vorwiegend eines: FETT! Egal ob fetten Fisch, Robbe oder Speck... Hauptsache es ist "Dampf" dahinter. Zucker ist sicher gut für die Energiezufur aber es ist auch schnell verbraucht... Eine schöne Sache wenn man mal schnell Energie benötigt, Speck hingegen wird nicht so schnell vom Körper verwertet dafür aber kontinuierlich! Ferner wurde ja schon darauf hingewiesen Wärme Dinge zu trinken... Trinken ist auch ein gutes Stichwort denn nicht wenige haben das im Winter unterschätzt! Auch wenn man es nicht merkt: man schwitzt und verliert Wasser, das muss natürlich dem Körper in ausreichender Menge wieder zugeführt werden.


    Liebe Grüße


    [align=center]
    miteinander-füreinander


    Als ich den Schädel im Wald fand, rief ich zuerst die Polizei. Aber dann
    wurde ich neugierig. Ich hob ihn auf und fragte mich, was das für ein
    Mensch war und wieso er ein Hirschgeweih trug.



  • Ich war im letzten März einmal für eine Nacht im Wald. Wir hatten -4°C.


    Meinen Schlafsack, den "Bergans Ranger Winter" habe ich da zum ersten Mal getestet.


    http://www.bergans-shop-rosenh…ns-ranger-winter-195.html


    Absolut warm, besonders im Fußbereich, wo viele Schlafsäcke schlappmachen. Ich habe es gerne nachts warm und kuschelig. Dieser Schlafsack bringt es! Im Juni lag ich mit dem Schlafsack einmal eine Nacht zur Hälfte im Regen, da ich wohl aus dem Liegebereich unter dem Tarp gerollt war.(Ich war ohne DD Hammock unterwegs) Der Schlafsack ist richtig wasserdicht, ich bemerkte den Regen morgens nur am Geräusch, die Oberfläche des Schlafsackes war pitschnass, aber kein Tropfen ging rein!


    Sehr zu empfehlen von: Parzival

  • Ich habe schon in mehreren Winter draußen biwakiert.
    Hier kurz meine Erfahrungen dargestellt:
    1. Wenn keine Iso-Matte dann min 40cm hohes trockenes Naturmaterial wie z.B. Schilf, Moos, Heu usw. als ISO verwenden.
    2. passenden Schlafsack wählen (Komfortbereich und "Überlebensbereich" beachten)
    3. Nicht in voller Montur (angezogen) in den Schlafsack. Thermounterwäsche reicht. Rest mit ins Zelt/Rucksack oder wenn Platz in den Schlafsack. Kann aber auch in Beutel als Kissen benutzt werden.
    4. Bahausung egal welche im Hellen kontrollieren, ordentlich festzurren und dicht machen. Fehler die man im Hellen macht bereut man im Dunkeln, besonders bei Schneeregen
    5. ca. 2 Std vor dem Schlafen gehen nichts mehr trinken, kann eine unruhige Nacht werden.
    6. Die Feldflasche unbedingt mit heißen Wasser in einem Handtuch umwickelt mit in den Schlafsack nehmen= Wärmflasche und am Morgen kein Frostwasser!
    7. Morgens zügig aufstehen, freien Oberkörper waschen, in der Zwischenzeit Bekleidung und Schlafsack auslüften, dann anziehen und ordentlich Frühstücken und der Tag kann kommen.

  • Vieles, was hier darüber gesagt wurde deckt sich mit meinen Erfahrungen.
    Mein Schlafsack z.B. geht bis -28° Grad, ich ich bring es trotzdem fertig, darin zu frieren. Zumindest manchmal.


    Ich habe wirklich alle Kombinationen ausgetestet. Diese Innenschlafsäcke mag ich nicht, da es immer irgendwie Geknuddel gibt, aber ich habe Angora-Unterwäsche für mich entdeckt. Am Besten welche mit ganz langen Fasern. Diese langen, hauchdünnen Fasern halten die Wärme sehr gut am Körper und speichern diese sehr gut. Besser als Fleece und angenehmer zu tragen als Wolle. Davon habe ich dann Socken, lange Unterhose, Hemd und Mütze. Das hat zwar einen speziellen Oma-Sanitätshaus-Chick, aber egal, sieht ja keiner.


    Für mich ganz wichtig, Kopf und Füße müssen mollig warm sein, sonst klappts nicht mit dem Einschlafen. Die heiße Wasserflasche ist ein Muss und wenn gar nichts hilft, gibts dann noch diese Knick-Wärme-Pads in/an die Socken. Wenn man vergessen hat, diese aus der Zivilisation mitzubringen, hilft übrigens auch Cayenne-Pfeffer in die Socken zu streuen, das regt immens die Durchblutung an und die Füße werden warm. Ist aber kein Tipp um ihn jeden Tag anzuwenden.
    Der Schlafsack ist bei mir dann so weit zu, dass ich gerade noch gut atmen kann.


    Das fette, reichhaltige Essen hilft sehr dabei nicht auszukühlen und auch, nicht schon frierend in den Schlafsack zu steigen. Ansonsten ist das Wintercampieren auch viel Kopfsache. Es ist nämlich sehr wohl ein Unterschied, ob man mal ein, zwei Nächte übers Wochenende im Kalten biwacken tut (Ende absehbar) oder ob man z.B. vier Wochen bei Minustemperaturen übernachten möchte. Die Erfahrung wurde mir bei meinen Yukon-Reisen nämlich nicht erspart und ich kann Euch sagen, dass das zeitweise sehr zermürbend sein kann. Durch die gerade mal 10 Grad Tagestemperatur kann man sich kaum richtig aufwärmen. Durch das Paddeln wird einem zwar auch warm, aber kaum hört man damit auf, wenn die Muskeln zu sind, wird wieder gefroren. Wochenlang bei 10 Grad Höchst- und -9 Grad Tiefsttemperatur auszuhalten ist sehr anstrengend. Dann braucht man schon die richtige Einstellung dazu, ansonsten wirds zur Qual. Aber das ist eine Erfahrung, die muss jeder selber machen. Gewiss ist, es gibt dabei Höhen und Tiefen!!

  • Falls ich an diesem Wochenende eine Waldübernachtung machen wollte, stelle ich mir ein erhebliches Paket an witterungsbedingten Problemen vor. Niedrige einstellige Plusgrade, völlig durchweichter Boden, immer wieder Regen und wechselnde Windstärken. Also das Wetter, wo man am wenigsten gerne rausgeht.
    Ich gebe offen zu, meine bisherigen Waldübernachtungen meist bei gemäßigten Temperaturen, oder wenn im Winter, bei trockener Kälte gemacht zu haben.
    -Aber eine reizvolle Herausforderung wäre es für mich schon, eine Waldübernachtungstour gerade bei dieser Witterung zu machen, um meine Grenzen in diese Richtung auszutesten.


    Es haben aber bestimmt einige von euch bereits Erfahrungen, bei diesem Wetter draussen zu übernachten, gemacht und können mir vielleicht hier Tipps und Ratschläge darüber geben, wie man mit dem Matsch und der Nässe umgeht, dass es vielleicht doch noch einigermaßen gemütlich wird.


    Ich bin für jeden Erfahrungsfetzen dankbar und werde versuchen, diese Tipps bei Gelegenheit auch auszuprobieren und umzusetzen. :poncho
    :schlaf
    Vielen Dank!
    Parzival

  • Hallo Parzival,


    ich habe schon des Öfteren bei Wetter wie Du es beschrieben hast draußen übernachtet. Ich kann jetzt mit meinen Erfahrungen nur für mich reden, andere mögen es vielleicht anders sehen :)


    Zunächst mal: Bei starkem Regen und Wind spanne ich das Tarp als Dackelgarage, damit schon mal 2 Seiten sicher zu sind. Die offenen Stirnseiten stehen natürlich quer zum Wind. In das Tarp wird Laub geschaufelt, um etwas mehr Abstand vom Matsch zu gewinnen. Mein "Standardschlafaufbau" sieht so aus: Biwaksack auf den Boden, Isomatte rein (Evazote), Schlafsack rein (BW Allgemein II). Die Oberbekleidung teile ich so auf: Pulli unter den Kopf, Jacke auf die Brust, Hose an die Seite. Bei kalten Temparaturen übernachte ich mit langer Unterhose und langem Unterhemd. Die Stiefel und den Rucksack sowie alle anderen Devotionalien packe ich in den Poncho. In den Fußbereich des Biwaksacks packe ich möglichst keine Klamotten, da ich hier und da an dieser Stelle Schwitzwasser habe (nur bei extrem niedrigen Temperaturen) (Da habe ich auch oben schon was zu geschrieben). Der BiwaSa ist übrigens ein günstiger 3-Lagen-Laminat von Miltec. Aber er hat mir bislang treue Dienste erwiesen.


    Kommt der Wind nur von einer Seite oder ist die andere Seite geschützt, kann man das Tarp auch so aufbauen:



    Tarpisten unter sich von wildhog9910 auf Flickr


    Bei wirklich schlechtem Wetter ein Zelt zu benutzen halte ich übrigens für in höchstem Maße vernünftig :schlaubi


    Ein weiterer Aspekt den ich Dir aber ans Herz legen möchte lieber Parzival: Wenn es länger stürmisch und regnerisch war oder sogar Schnee gelegen hat oder noch liegt, dann ist die Gefahr unter herabstürzende Äste zu geraten extrem hoch. Man sollte also seinen Lagerort nach diesen Gesichtspunkten aussuchen. Ebenso wichtig: Nicht in Senken oder Mulden Dein Lager aufschlagen, dort sammelt sich die Kälte.


    Zum Schlafen bei tieferen Temperaturen wurden oben ja schon die meisten Tipps genannt :)