• In der Wildniss kommt es recht häufig vor, dass man einen Dreimaster bauen möchte und daher Holz durch Hitze biegen muss.
    Auch bei weniger aufwendigen Arbeiten kommt das Biegen zum Einsatz.


    Es gibt zwei Arten wie man das machen kann.
    1. Grünholz kann man mit trockener Hitze biegen. Dabei hält man das Stück das man bearbeiten möchte über das Feuer und prüft regelmäßig dass es nicht zu heiß wird und schwarz wird. Wichtig ist dass die Hitze gleichmäßig kommt wie bei einem Braten und nicht nur die oberste Schicht etwas abbekommt. Diese Methode geht am schnellsten und einfachsten in der Natur.
    2. Biegen mit Dampf. Hier muss das zu biegende Stück über eine Dampfquelle gehalten werden. Dies geht auch mit getrockneten Hölzern, abern icht jede Holzart lässt sich gleich gut Dampfbiegen. Bei der Dicke eine Bogens oder Spazierstocks sollte man das Stück mindestens eine halbe Stunde bis eine Stunde über dem Dampf einweichen lassen.


    Was jetzt kommt ist bei beiden Versionen gleich. Hat man das Stück Holz lange genug gedampft, muss man sehr schnell handeln, denn mit dme Auskühhlen wird das Holz wieder steif. Es gibt mehrere Varianten wie man das Holz biegt. Man kann sich praktisch eine Schiene mit der entsprechenden Biegung bauen an der das Stück entlangeführt wird. Das macht vor allem Sinn wenn die Form komplexer als eine einfache Biegung sein soll.
    Bei Bögen, meinem Hauptanwendungsgebiet stecke ich die Spitzen der Bögen in eines der Löcher in der Werkbank und gebe ihnen eine grobe Führung in diesem Fall der Eichenklotz. Ansonst überlasse ich die Form aber dem Holz, gebe also keine Feste Schiene vor.
    Man sollte langsam biegen und auf das Holz achten wie es sich an der belasteten Stelle verhält. Bei anzeichen von einem bevorstehenden Bruch sofort aufhören. So sollte das Holz jetzt fixiert werden und mindestens einen Tag in dieser Position verharren.


    Was man beachten sollte. Das Biegen ist eine große Belastung für das Holz darum sollte das Stück möglichst glatt gehobelt sein, dass es keine großen Unterschiede bei den Jahresringen mehr gibt, sonst kann es schnell passieren dass so ein Ring abspant. Ausserdem schwächt das Dampfen das Holz. Es sollte nur einmal an der selben Stelle gemacht werden. Hin und wieder und je nach Holzart passiert es dass man zu stark oder lange dampft udn dann hat man Gummiholz. Das schwabbelt hin und her und taugt gar nix. Man sollte also bevor man den Eibenstamm biegt erstmal mit billigem Testholz anfangen um zu üben.


    Gute Holzarten zum Dampfbiegen sind nach meiner Erfahrung:
    -Esche
    -Eberesche
    -Hasel
    -Buche (für Stücke die Starr bleiben sollen wie Möbel.)


    Bei sehr dichten Hölzern wie Rosengewächsen ist das schon sehr viel schwerer und die Chance zu brechen ist recht hoch.



    [edit]Dampf ist auch gut wenn man angetrockneten Bast von einem Stück entfernen will. Das kann je nach Holzart im trockenen Zustand schwer bis unmöglich sein. Nach kurzem dampfen, was das Holz nicht beinträchtigt kann man den Bast meist abziehen wie im Hochsommer.[/edit]