Ins Ungewisse oder geplante Touren

  • Hi Leute!
    Ich wollte fragen, ob ihr ungeplante (also ohne feste Route) oder geplante Tagesausflügege macht.
    Also ich für meinen Teil gehe fast immer 5 mal die Woche raus und dann halt auch auf gut Glück
    Allerdings ist das bei unserem Baumgrüppchen ( ich weigere mich, den Mühlenbusch Wald zu nennen)
    auch völlig unbedenklich, da man nach 30 min gehen sowieso wieder am Waldrand ist. Meistens probiere
    ich neue Techniken aus oder gehe einfach so durch den Wald und betrachte dabei die Gegend. Mit Kochen, Feuermachen etc.
    wird es schwierig, da es KEINE abgelegenen Stellen mehr gibt. Zum Glück haben wir dann doch eine sogenante "Quelle", eigentlich eine Pumpe aus der Leitungswasser kommt und die von uns als "Norfbachquelle" verpöhnt wird. Allerdings meckern die Leute nicht wenn man dort Feuer macht, da dort direkt Wasser daneben ist.


    MfG. Jakob

  • Hallo Jakob,


    da wir unseren (gehfaulen) Kleinen immer dabeihaben sind es bislang immer nur kurze, fest geplante Mini-Mini-Ausflüge in den Wald. Egal wo, Hauptsache der Weg dahin ist kurz. Im Wald rennt er (Justus, 4J.) dann den ganzen Tag fast ohne Pause...aber wehe er sieht den Rückweg (Waldautobahn), dann geht nichts mehr.


    Unabhängig davon wird aber der geplante Ausflug in der Regel jedesmal doch ganz anders als gedacht, sowohl vom Ort als auch von den geplanten Aktivitäten her. Habe mit Frau & Kind meist viel unterschiedliches Bushcraft-"Spielzeug" dabei und kann dann mit allen zusammen machen was sich so ergibt. Auf einer Einzeltour wäre ich wohl spartanischer und ungeplanter unterwegs - aber mit Kleinkind ist uns das noch zu unsicher. Hauptsache der Spirituskocher kocht mir/uns einen Kaffee/Kakao und ein Süppchen...und man(n) kann mit dem Messer arbeiten/üben/spielen. :lol


    Gruß,
    Gereon
    :schnitz :hobo

  • Längere Touren plane ich bis zu einem gewissen Grad. aber das ist für mich immer nur ein Richtwert, weil ich gerne abweiche und mir irgendwelche Seitentäler anschaue. Also so etwas wie Tageskilometer und feste Etappen kann man bei mir knicken.


    Bin ich nur hier im oberbergischen Unterwegs plane ich eigentlich nicht. Ich kenn schon so viele Stellen und geh dann halt neue Wege querfeldein. Ist Tagsüber meist nicht mehr als 40 km und wenn man irgendwo im Nirgendwo landet, kann man immer noch per Anhalter heim, oder im Sommer legt man sich einfach unter ne umgestürzte Baumwurzel und fertig.
    So lernt man auch ganz nebenbei die intuitive Orientierung und baut sich in seinem Kopf eine Karte zusammen.

  • Planen? Ich bin der Alptraum meiner Frau, ich plane nur relativ wenig im Vorraus, und wenn hört sie oft zuletzt davon :schäm
    Ich bin schon mit meiner Kleinen, damals 2-jährig im Wägelchen einen kleinen Spaziergang machen gegangen und kam nach 8h und über 30km zurück... Seit damals besteht sie darauf das ich das Handy mitnehme wenn ich auch nur zum Mülleimer gehe. :haue
    Locker bleiben, Windeln waren, Kekse und Milch sind immer in ausreichender Menge vorhanden wenn ich mit ihr auf der Piste bin.


    Spass beiseite, eine grobe Planung habe ich eigentlich immer, allerdings muss ich sagen das ich nicht raus gehe mit dem Vorsatz irgend einen "Skill" zu trainieren. Es kommt was kommt. Ob ich/wir dann anglen, ich mir den Trettschlitten nehme und mal bei den Schwiegereltern vorbeidüse oder einen Tee trinken gehe oder sonst was mache weiss ich im vorraus oft nicht. Wenn etwas repariert oder gebaut werden muss, oder ich eine volle Aufgabenliste habe sieht das aber ganz anders aus, da ich dann sehr strukturiert vorgehe. Da hat dann alles seine Reihenfolge nach welcher der Plan abgearbeitet wird. 3 mal in die Stadt fahren weil man zu erst nicht an die Schrauben gedacht hat und man nur die Einmachgläser für die Gurken im Kopf hatte ist ärgerlich.


    Meine Lehrherrin sagte immer zu mir: "Kerle hör auf zu denken und mach hin!"
    Zu viel Planung blockiert dich, zu wenig Planung versaut dir aber auch den Tag. Wie so oft landet man wieder beim "goldenen Mittelweg".
    Plane so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Wenn dann deine Mutter einen Anruf vom Flughafen bekommt weil du gerade in Richtung Malle einchecken willst... also das wäre dann ein typ. Fall von zu wenig Planung ;)


    Hoffe du kannst was damit anfangen.
    Gruss

  • Naja :winken ,


    mir kann es schon mal passieren, dass ich am Freitag nachmittag auf dem Heimweg von der Arbeit noch mal Tanken fahren will und dann in einem värmländischen Wald (ca. 550km nördlich) lande :schlaf wenn das Wetter gut ist, ich sowieso nix anders vor habe und mir einfach so danach ist.
    Im Sommer ist mein Auto immer "einsatzbereit" :lol


    Ted

    "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)

  • Im Mai gehts mit einem guten Freund nach Schweden. :drunk Planung der Route? Eigentlich garnicht! Als Startpunkt dient die Stadt Mora. Es wird grob östlich von Mora werden.


    Allerdings planen wir alles "drum rum". Das bedeutet: Wieviel Essen wir mitnehmen, welche Ausrüstung usw...

  • Moin,


    Planen ist doch der halbe Spaß - so überbrücke ich die urbanen Zwangspausen. Gut die Planung hat immer mehr oder weniger einen Richtwertcharakter, aber bei größeren Touren auch eine Voraussetzung. Ich verbringe aber schon gerne viel Zeit vor der Karte und stelle mir mit Vorfreude vor, wie es in Wirklichkeit aussieht - für mich der halbe Spaß.


    Nun bei den kleinen Ausflügen ist es schon anders, aber eine grobe Planung nehme ich auch hier mir vor.


    Viele Grüße, Fjellsurfer

  • Bei kleinen Touren, 1-2 Tage, überschlage ich nur grob was ich machen will und wo hin ich will. Es sei denn es ist eine konkrete Wanderung mit einem bestimmten Ziel.
    Bei längeren Touren, 3-n Tage, ist dann Planung nötig. Sprich wo sind geeignete Lagerplätze, wo gibt es Wasser, ggf. Anreise und Rückreise, gibt es Orte von denen ich mich fern halten will/muss (Naturschutzgebiete, militärisches Sperrgebiet, Industrie- und Bergbauanlagen), etc.
    Bei alpinen Touren, egal wie lang, sogar genaue Planung. Sprich Abbruchmöglichkeiten, alternativ Routen, Anreise und Rückreise, Wettercheck (!), ggf. Lawinengefahrcheck (!), ist Sicherungstechnik o.ä. nötig, etc.


    Grundsätzlich versuche ich herauszufinden ob es in der Region Bergbau oder Industrie gab / gibt, wegen der Wasserverseuchung. In z.B. historischen Bergbaugebieten ist das Oberflächenwasser nachhaltig mit Schwermetallen verseucht.


    Allerdings meckern die Leute nicht wenn man dort Feuer macht, da dort direkt Wasser daneben ist.


    Ist ja auch sehr vernünftig.

  • Ich selbst plane eher wenig , wenn ich bock habe starte ich, kann auch schon mal ne woche dauern bis ich wieder heim bin wenn ich in dieser Zeit nicht arbeiten muss oder ich meld mich beim Chef und sage Ihm kurz bescheid das ich net da bin wenn er mich nicht unbedingt braucht und ab gehts , mein Rucksack ist mit dem nötigsten immer griff bereit ;)

  • Eine Tageswanderung wird meistens nur grob geplant, wenn ich alleine laufe zumindest. In meiner Wandergruppe laufen wir meistens eine mehr oder weniger definierte Strecke mit konkreten Eckpunkten- die wir allerdings selbst erstellt haben. Ich mache mir allerdings ausreichend Gedanken über Komfort (z.B. Regenschutz, Wechselsocken, Halstuch etc. gegen mögliche Kälte, Wasser und Snack usw.) und packe so den Rucksack/daypack.
    Wenn ich mit dem Fahrrad oder Rucksack für mehrere Tage aufbreche, habe ich in jedem Fall Karten und Kompass und mache mir vorher Gedanken über die Art der Übernachtung und der Versorgung auf der Strecke. Wie oft kann/muss ich auf die Zivilisation zurückgreifen und in welchen Etappen werde ich eher ein Buschlager beziehen... Kann aber auch mal passieren, daß ich überraschend im Umfeld einer Stadt auf eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit stosse und die Idee ins Hostel zu gehen wieder verwerfe. Bei so was bin ich durchaus spontan. ;)

  • Kommt immer darauf an.


    Wenn das Ziel das Ziel ist, wird anders gepackt, und damit auch geplant, als wenn der Weg das Ziel ist. Bei Wochenend-Hobby ist aber meistens der Weg das Ziel. Und der kann dann auch mal spontan an Ort und Stelle um einen Tag verlängert werden. Deshalb ist meistens auch der mitgeführte Proviant eher großzügig bemessen und das Rack mehr auf Komfort im Biwak getrimmt.


    Auf mehrtägigen Trails mit fest geplantem Termin für's Hin- und Rückreisen sind dagegen die Skills eher Mittel zum Zweck um sicher pünktlich im Ziel anzukommen. Da wird dann eben der Komfort zugunsten einer sicher verstauten, unverfänglich "zivilen" Kluft am Zielort weitmöglichst reduziert, ohne deshalb gleich auf Backups zu verzichten. Weil's ja alles auch entweder Kraft oder Sprit kostet. Dann werden auch die Etappen eher großzügig vorgeplant und im eigentlichen Trail dann möglichst übertroffen, damit sich von selbst nach hinten ein zeitlicher Sicherheitsabstand bildet.


    Denn man weiß ja nie, was einen auf diesem berühmten Meter vor dem Ziel noch so alles erwartet...

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

    Edited once, last by tarper ().

  • Tagestouren werden eigentlich nicht sonderlich geplant - außer dass ich immer plane, die Augen und Ohren offen zu halten! :skeptisch


    Letztens Spaziergang mit den Mädels zu den Pferden von Bekannten. Dann wollten und durften sie da bleiben bis abends - dann stand ich da... und bin einfach losgelaufen in den Wald.


    Wurde dann zu einer Birkenporling-Find- und Kienspan-Resourcen-Such-Tour. Dabei noch ein paar neue essbare Pflanzen entdeckt, fotografiert und identifiziert, möglichen Biwakplatz be- und gemerkt.
    Außerdem ein Stück Buchenwald gefunden, dass heute sozusagen rekultiviert ist, jetzt wie eine wunderschöne Kathedrale mit viel Wildwechsel - früher war das undurchdringliches Gebüsch nach erstem Einschlag.


    Als ich von 8 bis 15 Jahren immer im Binger Wald im Sommerlager war - da sind wir morgens raus zu irgendeinem Geländespiel und abends zum Abendessen wieder zurück gewesen. Den Kompass hatte man im Kopf, die Zeit irgendwie auch, und hat sich ganz und gar treiben lassen.


    In China habe ich das ebenso gehandhabt bei den früheren großen Bergtouren. Wenn mich ein Mönch eingeladen hat, im Tempel zu schlafen, gut. Wenn nicht, auch gut. Dann eben überhängenden Fels gesucht, Plane gespannt und in den Poncho/-Liner eingewickelt, Tee gekocht und chin. Trockenfleisch geknabbert (und gehofft, dass ich den Berggeist nicht ärgere).


    NAchdem der Soonwaldsteig letztes Jahr so eine Ochsentour wurde, haben wir beschlossen, das vielleicht einfach nochmal anders zu machen, nämlich ungeplant. Also rein in den Steig - und wenn ein Platz gut ist, bleibt man. Nicht immer von A nach B hetzen.


    Jetzt gärt langsam der Wunsch, im Hunsrück einen Wald zu mieten für ein langes Wochenende und sich komplett treiben zu lassen - ohne Ziel, ohne Weg, nur da sein und machen, was angebracht ist!

  • Hier geht es ja um die Tagestour - also im heimischen Raum ist es fast schwer etwas zu finden, dass ich noch nicht kenne, was auch daran liegt, dass ich auch noch in einer Wandergruppe bin - wir wollen natürlich auch nicht zu weit fahren, bis wir überhaupt erst einmal loslaufen können.


    Ich suche im Internet dann irgendwie nach Touren, die ich noch nicht kenne - ich muss die dann aber nicht genau so gehen. Wenn ich eine Karte habe ist es eh egal.


    Oft sind mir halt auch zu viele Waldautobahnen - dann gehe ich einfach mal links oder rechts ab - die grobe Richtung hat man ja.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner