Winteranorak fertig!

  • So, mein Winteranorak ist jetzt fertig und hab ihn auch schon vorsichtig ausprobiert.
    Ich habe ihn vorher mit Tee gefärbt (sieht man hier Schwedischer Heeres Schneeanorak natürlich gefärbt ) und danach habe ich ihn ausgestattet mit neue Knöpfe, einen Pelz und ein par persönliche dekorationen. Auch habe ich einen Liner (Deutsches Wort dafür?) gemacht aus einem alten Damenmantel. Den hatte ich für diesen Zweck und wegen des Pelzes in einem secondhandladen gekauft.... oder fast geschenkt bekommen.


    Zuerst der Liner;
    Wie gesagt war das ein alter Damenmantel aus Wolle. Stellt euch Oma vor mit ihr langer, dunkelgrüner Wollmantel mit Pelzkragen und grosse Knöpfe..... genau so einer!
    Auf dem Etikett stand ; Wallbergs Sweden und nach ein wenig googles stellte sich heraus das das eine Firma war die Wollkleider herstellt, aber bereits in 1968 ihre Türen geschlossen hat. Der Mantal ist also älter.
    Er war zwar ein wenig knapp, aber ich dachte mir das er trotzdem passen könnte als ich das Futter aus der Jacke sneiden würde und die Nähte auftrennen würde. Also ergab einen Abend auftrennen, schneiden und Staubfressen folgendes Ergebniss;




    Als nächstes habe ich die Taschen entfernt und zu genäht, die Vorderseite der Jacke aneinander genäht und die ganze Ränder mit Band versehen. Die Hinterseite habe ich länger gehalten, damit der Unterrücken besser geschützt bleibt bei Kälte.




    Als letztes habe ich die Knopflöcher mit der hand zugenäht, neue Knöpfe dran gesetzt damit ich den V-hals auch schliessen kann.



    Inzwischen hatte ich den Anorak ein wenig dekoriert mit blau-gelbes band in einem Muster das mir sehr gefiel. Leider stellte sich heraus das es nicht genug Band war alles das zu machen, wie ich es gerne hätte. Es war eine restpartie.



    Die Plastiknöpfe mussten weg und die habe ich ersetzt durch welche aus Wacholderholz. Davon gibt's hier im Garten mehr als genügend. Das Holz ist hart und hält lange. Diesen Tipp bekam ich von einem digitalen bekannten aus Norwegen. Nach ein par Stunden schneiden, sägen, schleifen, Knöpfe zu dick, also wieder sägen, schleifen, bohren und einölen hjatte ich genügend Knöpfe; 13 Stück.



    Als letztes war die Kopfhaube dran. Der Pelz, ich denke Mink, war schwerer dran zu nähen als gedacht, weil ich, wegen den Haren, nicht genau sehen konnte was ich tat. Also geschied das nähen meistens blind. Ich habe kleine Öffnungen drin gemacht und die Schnüre durch geführt, damit ich die Haube noch zu ziehen kann, wenn nötig.



    Natürlich musste die Jacke noch versehen werden von einem, eigentlich schon verpflichtetem, Elch. An statt ein bestehendes Exemplar zu kaufen, entschloss ich mich selbst einer her zu stellen. Das habe ich gemacht mit einer handvoll Lederreststücke, von der ich einen Bananenkarton voll erwischt habe. Die unbearbeitete seite habe ich als aussenseite genommen und der grüne Rand ist ein Reststück des Mantels.



    Bis jetzt habe ich den Anorak gebraucht bei der Arbeit draussen, wie schneeschauffeln und Holz hacken, aber auch bei Spaziergänge. Bis Temperaturen von -8 hield er gut warm und er ist tatsächlich winddicht. Ich habe darunter ein T-shirt, einen Wollpulli oder ein Flanelhemd getragen und, obwohl ich schwitzte, blieb ich doch trocken und warm. Der Liner habe ich noch nicht gebraucht. ich denke mal das der besser ist für's Lager, wenn man nicht so viel bewegt.





    Und dieses Land hat so seine eigene Art jemand seinen Platz zu zeigen.....


  • Hammer ! Sieht echt Klasse aus deine Arbeit! soviel "Daumen" habe ich garnicht die ich für dieses tolle Teil geben möchte ^^ :D echt schick und saubere Arbeit! viel Spaß damit :)


    LG
    Dicon

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    "Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin - dann kommt der Krieg zu
    Euch!....Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage.."

  • Schön geworden :-)
    Die Innenjacke mit den Saumverzierungen erinnert sehr an Wikingertunika, bzw. frühmittelalterliches Gewand. Hat was zeitloses.
    Allgemein hat Dein Projekt hier mMn ein ziemliches "Zeiten und Kultur Konglomerat".
    Hab mir die Bilder nun mehrfach angesehen, und irgendwie sehe ich da immer wieder eine Verschmelzung von Inuit, Militär (naja, war ja ein Smock), Wiki, und Mongolei.
    Solch eine Kluft findet man hierzulande einfach viel zu selten, bzw die Menschen, die sowas tragen. In Schweden wo Du das Glück hast zu leben, gibts ja noch eher das folkloristische Erbe.
    Naja, bevor ich jetzt in nostalgische Schwärmerei abdrifte... DANKE für die Inspiration. Das ist für mich mehr am "bushcraft" thema dran, als hoboerbswurstmoratarp usw.
    lg von den wipfeln der Kiefern
    waldkauz