Versuch eine Hose selber zu nähen

  • Nabend !


    Wie ja schon angekündigt hab ich vor eine Hose selber zu nähen.


    Ich werde hier immer wieder wie ich weiterkomme Fotos und paar Erklärungen dazu einstellen, das kann sich aber etwas hinziehen.
    Wenn jemand Probleme mit unterirdisch schlechten Fotos hat, so möge er diesen Thread bitte meiden, ich hab leider nur nen Nokia als Knipse.
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    Als Schnittmuster hab ich eine "KSK Einsatzhose" Größe 13 aufgetrennt. Das ist zivil eine 102, also eine lange 52.
    Ich hatte die gebraucht gekauft, und die Tropenausfürhung aus Feldblusenstoff erwischt, der reisst abartig schnell.
    Nach dem Auftrennen hab ich gemerkt das es vom Grundprinzip nur eine normale Feldhose ist, mit verstärkten Knien und Gesäss, sie hat auch keine Belüftungslöcher im Schritt. Ansonsten habe ich vom Schnitt der Grundhose keine Unterschiede bemerkt.
    Der Vorteil an gebrauchten BW-Klamotten ist der, man kriegt sie drecksbillig, und es gibt sie eben auch in Spezialgrössen. (kurz, lang, übergroß)


    Da die erste Hose immer die schlechteste wird, ich aber auch nicht wirklich den Aufwand umsonst machen will, hab ich den billigsten Ripstop-Stoff genommen den ich gefunden hab (irgendson Chinesen-Tarn aus 100% Baumwolle und einer Reissfähigkeit ähnlich wie kräftiges Betttuch). Des weiteren nehm ich als Verstärkungen an Knien und Gesäß auch nur normalen Stoff. Das ganze soll vor allem überhaupt erstmal zum Üben sein.
    Die Tankas sind wie der Reissverschluss für den Hosenstall aus ner alten BW-Jacke. (Seitentaschenreissverschluss)
    Die alte Hose ist vollständig aufgetrennt, die Einzelteile sind an den Kanten gebügelt, damit diese sich nicht ständig umlegen.
    Den neuen Stoff hab ich bereits gewaschen, damit er nicht mehr so einläuft.





    8085/8590 ist die Natogrösse, die ersten 4 Zahlen sind die Körpergröße (180-185cm), die letzten 4 sind der Bundumfang (85-90cm) wäre dieser über 100, so werden wieder nur die letzten Zahlen geschrieben (0010 = 100-110cm). Die Natogrössen findet man AFAIK auf der Bekleidung sämtlicher Natoarmeen, wenn man das weis findet man unter gebrauchten Armeeklamotten einfacher was passendes.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Es gibt Fortschritte..
    Ich habe zur Zeit leider wenig Platz und nur ein Handy für die Bilder. Das Projekt hier ist für mich der erste Versuch und teils ertappe ich mich dabei zu überlegen wie ich etwas lösen kann, das dann auch tue, aber die Fotos dann nicht so gemacht habe das WIE immer klar erkennbar ist.


    Begonnen hab ich mit dem einfachsten, der Hinterseite.

    Diese hat sichelförmige Verstärkungen auf der Sitzfläche, diese müssem vor dem Zusammennähen noch aufgenäht werden. Auf eine Arschtasche habe ich bewusst verzichtet, weil ich sie eh nie benutze.

    Hinterteil der Hose ist so weit fertig.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Als nächstes die Vorderseite, die durch den Hosenstall doch schon etwas mehr nachdenken erfordert.
    Zuerst habe ich die Knieverstärkungen /Einschubtaschen für Kniepolster gemacht, einfach aus normalem Stoff.

    Jetz wirds etwas knifflig, der Hosenstall.

    Eine Seite angenäht,

    hier die andere, dieses Teil ist da um den Reißverschluss zu verdecken, deshalb muss es bis hier überlappen.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Jetzt werden die beiden Hosenhälften unten noch miteinander verbunden, deshalb dort wo ich mit dem Stift einen Strich gezogen erstmal zusammennähen (und nicht bloss so wie links daneben),

    dann umschlagen und mit Stecknadeln abstecken. Dort ist bewusst mehr Stoff gelassen sodass Falten nicht völlig vermeidbar sind.

    Die Riegel kommen ganz zuletzt drauf.

    Innenansicht


    Ich hatte noch mehr Bilder gemacht, und wollte eigentlich eine detailiertere Beschreibung machen, allerdings wäre das durch die Bildqualität eher eine Zumutung für den Leser.
    Als Zwischenbilanz kann ich sagen das die Idee eine Hose komplett aufzutrennen und zu kopieren defnitiv ein für Anfänger brauchbarer Weg ist. Man sieht wie der Stoff umgeschlagen ist, man sieht noch die Löcher der Nähte, man muss es echt nur "kopieren".
    Bundeswehrhosen haben einen simplen und doch brauchbaren Schnitt, so ziemlich jeder findet eine passende Grösseund man kriegt sie gebraucht für sehr wenig Geld, dem Anfänger würde ich raten sich 2 zu kaufen, eine aufzutrennen, und eine als "Anleitung" zusammen zu lassen.


    Ich mach die Tage hier weiter, aber jetzt geh ich erstma :schlaf.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Sieht doch schon ziemlich ansprechend aus. Und mit einer Hose hast Du Dir eigentlich ja schon ein Projekt für eher Fortheschrittene ausgesucht :)


    Mal noch ein Tip als Anregung:
    Für Anfänger gibts auch sowas wie die 1,- Euro Schnittmuster zum ausprobieren.
    Das heisst, geht in Second Hand Laden, oder Flohmarkt. Dort gibt es häufig Jeans oder ähnliches für 1 Euro. Zum auftrennen und Muster nehmen reichen diese auf alle Fälle. Beintaschen und Verstärkungen wie bei Cargohosen sind im Prinzip ganz einfach, die braucht man im Schnittmuster nicht unbedingt.

  • So jetz mach mer hier mal weiter.
    Ich hab immer mal weiter genäht, habe inzwischen auch die Tücken des Stoffes rausgefunden, die Hose schonmal repariert (Hosentasche war durchgescheuert).Ansonsten hat sich der Schnitt für mich, insbesondere mit meinen kleinen Abänderungen sehr bewährt.


    Achja, inzwischen hab ich aus einfarbigen Ripstopstoff noch so eine Hose genäht, diesmal mit verdeckten Knöpfen. Eine von den Beiden habe ich jetzt fast immer an.
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    Jetzt folgen die (oberen) Hosentaschen.



    (jeweils die rechte Tasche der originalen und der kopierten Hose, gefaltet)
    Die noch offenenTaschen werden an die Vorderseiten der Hose angenäht,


    Dan nähen wir bei den Taschen außen im Abstand von ca 12mm einmal drüber, empfehlenswert ist es dann nochmal mit Zickzack und dünnem Faden die Kanten zu besäumen, damit sie nicht ausfransen.
    Vorderseite der Hose flach hinlegen, Taschen glattstreichen, und mit paar Stecknadeln an den Vorderseiten feststecken. Innenseite der Tasche muss dann hinten mit dem Hosenbein eine Linie bilden (davon hab ich jetzt leider keine Fotos :schäm )


    Nachdem wir jetzt eine komplette Vorder- und Rückseite haben, nähen wir die auf der Aussennaht zusammen. Zuerst Aussen um dort die Oberschenkeltaschen montieren zu können. Wenn die Seiten eine leichte Längenabweichung (ca 10mm) haben ist das schnurz, solange man erst Anfang und Ende mit Stecknadeln zusammensteckt, dann straff zieht, die Mitte absteckt und dann jeweils immer wieder die Mitte. Sonst schiebt man so eine Falte vor sich her.


    Sobald man damit fertig ist näht man das Ganze auf links zusammen.(Sinnvoll ist es dann vor dem nächsten Schritt die Kanten mit dünnem Faden und breitem Zickzack zu übernähen, hab ich bei der zweiten Hose dann gemacht)


    Danach wird die "Kante" (heisst das Saum ?) nach hinten gefaltet, wieder festgesteckt und darüber von aussen zwei Nähte mit ca 6mm Abstand
    drübergenäht.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • jaja, die 10min Regel...



    Das soll da oben mit dazu, das ist die zweite Naht im Abstand von ca 6mm zur ersten.


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    :confused Wer könnte mir eine kurze Einweisung geben wie ich mit ner Canon g2 Powershot halbwegs brauchbare Bilder mach?

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  • So es folgen die gefrässigen Oberschenkeltaschen, neben den verstärkten Knien der Hauptgrund für den ganzen Aufriss.
    dazu
    brauchen wir noch die Riemen, die dazu dienen die vollen Taschen wenn man rennen will an den Oberschenkeln "festzuzurren" damit diese nicht so sehr rumschlackern. Dazu werden aus Stoff zwei kurze Riemen (ca10cm) und zwei Lange (ja nach Oberschenkelumfang ca 60cm) genäht.

    Jetzt kommen teilweise Bilder von der zweiten Hose, ich brauchte die erste Hose fertig, und hatte deshalb nicht immer Fotos gemacht.
    Nicht wundern!
    aus
    und
    wird
    Die Deckelklappe ist wo die Kreuze sitzen festgenäht, der Pfeil zeigt das man dort noch rein kann.


    Jetzt kommen wir zu einer kleinen aber praktischen Modifikation


    Was mich an diesen Riesentaschen immer gestört hat das war das einzelne schwere Gegenstände nach ganz unten rutschen, dort am Bein scheuern, und um sie rauszukriegen muss man sich erstmal durch den halben Meter anderes Zeugs graben welches in die Taschen passt.


    Bei der BW Hose ist dafür in der rechten Oberschenkeltasche ne Innentasche, Idee gut, Auführung und Positionierung verbesserungswürdig.
    so soll das meiner Meinung nach in der Tasche gehalten werden:

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Dafür zeichnen wir mit der Schablone die wir uns aus ner Pappe gemacht haben erstma die Aussenkontur der Grossen Tasche an:

    Es sollten zwei Taschen entstehen, die eine 35x10mm im Querschnitt, die andere 50x10mm, also wie ein Omega nach aussen gewölbt, damit es nicht am Bein scheuert.

    Zurerst wird die Naht in der Mitte genäht:

    Das ganze in Benutzung

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Die Geschichte mit den Taschen ist eine gute Idee. Habe ne KSK Hose von TacGear und bei mindestens einer Tasche wünschte ich mir auch eine innere Aufteilung :daumen

  • So, jetz wirds dezent garstig...
    Zuerst muss inne so ein Verstärkungsband angeheftet werden, dort wird der Taschendeckel angenäht, und die oberen Kanten der Tasche selbst.
    Sinn und Zweck dieses Bandes ist es zu verhindern das die Naht reisst wenn die Tasche schwer beladen ist.

    Dazu kann man einfach die Ecken mit Nadel abstecken, daran sieht man dann auf der Innenseite wo das band hin muss.
    Dort das Band mit Heftfaden annähen.
    die Aussentaschen kommen drauf, dazu muss deren Kante ca 8mm breit nach inne geschlagen werden, und dann drübergenäht werden.
    Skizze:

    Um die Kanten entwas gefügiger zu machen, habe ich sie umgeschlagen, und dann umgeschlagen mit der Zange gedrückt.

    So hab ich die Taschen dann festgesteckt:

    Ist wie gesagt etwas Fummelei.
    Ich habe dann unten links angefangen, und in Pfeilrichtung genäht, die Nadeln muss man logischerweise direkt bevor man drüber kommt rausziehen. Nicht vergessen die Gurte vorher mit drunter zu stecken ( Position vorher nochmal prüfen die Naht wird schwierig und man kotzt sich an wenn man sie nochmal auftrennen muss weil man den Gurtfeststeller falsch rum eingenäht hat...)

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  • So jetzt nähen wir die Innenseite der Hose zusammen.
    Selbes Spiel wie vorhin, auf Links wenden, abstecken, Nähen, und besäumen mit Zickzack (dafür sogar brauchbare Fotos..)



    Danach wieder seitlich umlegen und von der Mitte zu den Hosenbeinen nähen (2x2 Nähte in 6mm Abstand).
    Wer eine Freiarmnähmaschine hat kann die 2 Nähte natürlich durchziehen.
    Ich hab keine, geht aber auch ist eben etwas wurschtelig.

    Achja, überprüft vorher nochmal ob der Unterfaden noch reicht, das wird sonst recht frustrierend...


    Dann kommt der Hosenbund, vorher dazu die Abnäher. Selbige sind sehr praktisch, man erhält dadurch eine Hose die an den Beinen etwas weiter ist als am Bund, gibt mehr Bewegungsfreiheit. Dazu hab ich leider keine Fotos.
    Dazu erstmal den Hosenbund ausschneiden: (oben Muster unten Kopie)

    Wie man sieht werden die Kanten nach inne geschlagen(ca8mm)

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  • die Rechte trage ich jetzt gerade im Moment.



    die Linke ist direkt vom Sperrmüllcontainer, die andere stand gefühlt 10Jahre bei nem Schrotthändler rum, hab ihr mal einen anderen Motor ebayisiert.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Echt saubere Arbeit! :daumen


    Hosen habe ich noch nicht genäht, weil ich mit meinen gekauften bisher vollauf zufrieden bin. Aber aus reiner Neugierde, und falls ich doch mal lust bekomme eine Hose selber zu nähen; - Wie hoch ist der Zeitaufwand für eine Hose?


    Ich vermute mal ,dass eine Hose schon eines der kompliziertesten Kleidungsstücke ist ,welches man selber nähen kann.

  • Skuzzle
    Ich weiss zwar net wie lange Nachtkauz sass, aber von meinen genähten Kram kann ich Dir sagen, dass es abhängig ist, WIE die Hose sein wird/werden soll. Je mehr Kram dran, umso länger.
    Ne einfache Schlupfhose zB schafft man in guten Tagen in ca 2 Stunden.
    Sone Mil Hose, wenn Du Schnitt erstellen und Schneiden, marken usw mit einbeziehst, etwa 10-14 Stunden (so wars zumindest bei mir damals).
    Sieht auch schwerer aus, als es manchmal ist. Und Kauz hat sich da schon was ausgesucht *lach*


    Richtig schwierige Stücke sind dann zB Patchwork geschichten wo man die Muster anpassen muss, oder klassische Trachtenhemden mit verschiedenen Stoffen und Rüschen etc. da gehste am Stock ;)
    lg strix

  • Leider musste gestern recht abrupt vom Netz, deshalb hier noch der Nachtrag:
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    Der Hosenbund: hier wieder wichtig: erst beide Ende abstecken, dann die Mitte, dann wieder die Mitte usw.,
    sonst bekommt man hier schnell Längenunterschiede rein.


    Hier ist die obere Naht schon fertig, vorm Nähen der unteren nochmal nachsehen das die Tasche usw richtig liegen.


    Zuschnitt Gürtelschlaufen: es sind 2 längere mit dabei, die sind über den Hosentaschen, dort sind D-Ringe unten dran.

    Davon und vom Annähen der Gamaschen hab ich leider keine Bilder, wie gesagt, ich hab die erste Hose fertig gemacht, und dann nach und nach die zweite.
    Hier mal die verdeckten Knopflöcher der zweiten, ich wollte eine bei der man die Slotted Buttons nicht gleich sehen kann. Die Idee hab ich von der Legat-Einsatzhose (danke nochmal an Kenny für den Tipp mit dieser)


    Reparatur der ersten Hose

    Ich hab dort von inne Arbeitshosenstoff dagegen genäht. Der 100% Baumwolle Ripstop ist bei weitem nicht so scheuerfest wie der militärische mit 50% Kunstfaser. Allerdings habe ich solchen einfarbig nirgendwo gefunden. Zumindest nicht in Europa, da müsste man eben mal in den sauren Apfel beissen und eine Bestellung über den grossen Teich machen. Allerdings wollte ich davor erstmal etwas Erfahrung sammeln, um nicht gleich schwer erhältlichen Stoff zu verhunzen. Das nächste Projekt in Ripstop ist eine ACU-Feldbluse Größe small-xlong in olivgrün.
    Der Stoff ist schon da, und ne stark gebrauchte ACU Feldbluse in der Größe wurde bereits ebayisiert und liegt aufgetrennt schon als Muster bereit. Vor dem Sommer wird die noch fertig werden, aber jetzt ist erstmal Prüfungszeit, und daher wenig Zeit zum Nähen,
    und man hat ja auch noch andere Hobbys...


    Lessons learned:
    Reißverschlüsse nur mit Handnadel blockieren, Drübernähen mit Schwung bricht die Nadel ab(ja wirklich!)
    Bei Endlosreißverschlüssen den Teiler nach vorne aufschieben, und dann BEIDSEITIG blockieren.
    Es ist wirklich nervig die Unterseite blockiert zu haben, und dann rutscht der Teiler nach oben raus.
    Denn dann könnt ihr eure gerade schön blockierte Unterseite nochmal auftrennen, oder ihr schiebt den Teiler rückwärts drauf (viel Spaß..)
    Um einen RV oben zu blockieren empfiehlt es sich einen schmalen Stoffstreifen drüber zu nähen.
    Innennaht der Hosenbeine immer von inne nach aussen nähen, gibt sonst übelstes Gewurschtel.
    Maße und Winkel der Abnäher beachten, vor allem von wo man mißt, und wie rum man die Abnäher faltet.
    Sonst darf man nochmal den Hosenbund auftrennen.
    Des weiteren hat es sich als praktisch herausgestellt einen "Lessons learned"-Zettel anzulegen...


    Ansonsten wenn ihr mal eine Hose (und das ist noch nichtmal eine Jacke) genäht habt, werdet ihr Respekt für die Fingerfertigkeit der Leute entwickeln die das beruflich machen. Ich hab an dem Hosen eine ganze Weile gesessen.
    Grundlagen haben mir paar Leute gezeigt, aber die haben selber noch nie, oder schon sehr lange keine Hosen mehr genäht. Meine "Anleitung" bestand im wesentlichen aus der aufgetrennten BW-Hose und der Legat-Einsatzhose, bei letzterer merkt man das sie deutlich einfacher verarbeiter ist als die original BW. Die beiden Hosen hier sind wie die Legat genäht, da ich keine Lust auf diese doppelte Kappnaht hatte (wie machen die den Scheiß bloss?).
    Ansonsten bin ich auf dem Gebiet völliger Anfänger. Aber zum Glück hatte ich noch die Bedienungsanleitung der Maschine.


    Wer technisch soweit fähig ist das er mit einer Nähmaschine klarkommt, dem kann ich raten es mal zu versuchen.
    Ich kenne die ganzen jetzigen Typen nicht, aber meine Empfehlung wäre eine gebrauchte Nähmaschine vlt aus den 70ern, auf jeden Fall wo die Mechanik noch aus STAHL ist. Am besten wäre dann noch Freiarm, ich denke mal westlich sollte es da Pfaff, Victoria oder so was geben, die schon Freiarm, und noch Stahlmechanik haben. Falls ihr günstig an was ramkommt, und es ist Zubehör dazu, nehmt ALLES mit, auch wenn ihr keine Ahnung habt was fürn komisches Zeugs das ist, wegschmeissen könnt ihr es immer noch.


    Und speziell für die alten Gusseisernen Maschinen, behandelt sie wie ein rohes Ei, ja die sind verdammt schwer, aber die haben unten normal nur drei schmale Füße dran, um sie zur Wartung auf den Tisch zu stellen. Der ganze Rest der Mechanik ist offen und empfindlich, UND Gusseissen ist spröde, wenn ihr also das Gerät derbe aufsetzt, will der schwere Näharm auch schnell nach unten, und kann dadurch den Maschinentisch zerbrechen. Selbiges habe ich erlebt, mir hat jemand eine Maschine geschickt, die 3 schmalen Füße hatten sich durch die Polsterung gescheuert, es war kein Vermerk "zerbrechlich" drauf tja, Resultat: Maschine Schrott wegen Transportschaden.


    So oder so, probiert es mal aus, es muss ja keine Hose sein, irgendwelche Beutel etc tun es auch, aber ihr werdet auf jeden Fall davon nicht dümmer, es ist praktisch sich Ausrüstung und Kleidung selbst reparieren, anzupassen oder komplett selbst herstellen zu können.


    Gruß Kauz

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • So Kautz, eines muss ich dann doch noch mal loswerden!


    ... wenn Du was machst, dann hat das immer Hand und Fuß!
    ich mag es sehr, zu sehen wie Du an die Dinge herangehst und diese dann umsetzt! Klasse! :daumen


    vielen Dank für's Teilen
    Gruß
    Michael