Leder- Zunderbeutel

  • Hallo Zusammen,


    hier mal ein kurzer Bericht wie ihr euch einen Lederbeutel für Zuder, Kleingeld, Tabak, Kräuter u.v.m. selbst herstellen könnt.
    Das ganze dauert nicht länger als 10 bis 15 minuten.


    Ihr braucht dazu: - dünnes- weiches Leder
    - Lederriemen (kann aber auch ein Schnürsenkel oder Paracord sein)
    - eine Schablone oder Teller im gewünschen Durchmesser
    - Lochzange oder Locheisen
    - Cuttermesser oder Schere


    Legt euere Schablone oder Teller auf das Leder auf und schneidet den Rohling aus.
    Wenn ihr kein geeignetes Messer zur hand habt, nehmt eure Schablone und zeichnet den Umriss auf das Leder auf und schneidet es dann mit einer Schere aus.


    Habt ihr den Rohling ausgeschnitten beginnt ihr am Rand die Löcher für den Verschlussriemen zu stanzen.
    Vom äußeren Rand bleibt ihr 1,5 bis 2 cm weg, der Abstand zwischen den Löchern müßt ihr euch ermitteln. das kommt ganz auf den Durchmesser an.
    Bei meinem Beispiel beträgt der Durchmesser 22cm und es sind 22 Löcher.
    Je mehr Löcher desto mehr Falten beim zusammenziehen, hier sind weniger Löcher besser sonst wird das Beutelvolumen zu klein.
    Es ist darauf zu achten das die Anzahl der Löcher eine Gerade Zahl ergibt, damit die Enden des Verschlussriemens beide auf der Aussenseite des Beutel sind.


    Sind die Löcher drin nur noch des Riemen durch die Löcher fädeln zusammenziehen und fertig ist der Leder-Zunderbeutel.
    Damit sich der Riemen nicht heraus zieht kan man seine Enden verknoten oder als verziehrung noch kleine Perlen usw. anbringen.


    In meinem Zunderbeutel passt z.B. rein: Eine Ü- Ei Box darin sind zwei in Vaseline getränkte Wattepads, ein Light my Fire Firestell (der kleine), der Striker dazu, und zwei ca. 3cm große Stücke Kienspan.
    Der Inhalt ist natürlich jedem selbst überlassen.

  • habe mir mal so eine Lochzange vorgemerkt


    Brauchst für so arbeiten nicht unbedingt eine Lochzange. Ein oder zwei kleine Schlitze nebeneinander erfüllen den gleichen Zweck, alternativ kannst Du mit dem Messer recht einfach "mandelförmige" Einschnitte machen. Diese Art Beutel wurde auch in Haithabu gefunden:



    Die Beutel sind zweckmäßig und man kann das Leder auf dem Boden völlig ausbreiten :daumen

  • Lederreste bekommt man auch, wer welche braucht, meist bei Polstereien in der jeweiligen Stadt. Manchmal beutelweise.


    Hier noch als kleinen Nachtrag, vllt. interessiert es den ein oder anderen, solch ein Lederbeutel mit "Klappe".
    Nach dem Zuziehen wird der Klappenteil (5cm Lasche) einfach nach vorn geklappt, und durch die Schnürung vorn gezogen.
    Damit macht man den Beutel quasi "von oben" dicht. Mit einer Perle vorn dran, eine praktische Verschlussmethode.


    lg waldkauz

  • Für solche Beutel eignen sich übrigens Leder-Staubtücher sehr gut die es ja überall in der Haushaltsabteilung gibt.


    :)

  • Für solche Beutel eignen sich übrigens Leder-Staubtücher sehr gut die es ja überall in der Haushaltsabteilung gibt.


    :)


    Meinst Du Fensterleder? das wird aber leider hart wenn es feucht geworden ist.

  • @ Cerberus: Und wenn du es dann wieder mit Bebe Creme behandelst ist es wieder weich ;), sprich fetten.


    Gruß Bushdoc

    Auch dieses Jahr bietet Bushdoc´s School of advanced Survival and Bushcraft wieder folgende Kurse an:
    -Bushcraft ohne Busch
    -Survival ohne zu überleben


  • Hallo Bcpler,
    hab letzt einen Polsterlederrest gefunden, und mich an diesen Lederbeutelfred erinnert.
    10min Arbeit und schon hat man einen wunderbaren Zunderbeutel.
    Beim Verschluss hab ich mir ein bisschen was einfallen lassen, dass dieser nicht von alleine
    aufgeht, die Bilder zeigen es denke ich recht gut.


    Der Verschluss:


    Der Beutel:


    Gruß Bushdoc

    Auch dieses Jahr bietet Bushdoc´s School of advanced Survival and Bushcraft wieder folgende Kurse an:
    -Bushcraft ohne Busch
    -Survival ohne zu überleben


  • Den Verschluss kann man mit einem Geweihknebel sogar noch etwas rustikaler ausführen (das Paracord jetzt mal weggedacht... :schäm ):


    Ist eigentlich wie oben bei Trapper John, nur die Löcher sind von der Seite gesehen fast im rechten Winkel zu einander gebohrt und die nebeneinander laufende Schnürung wird so 2x um eine scharfe (natürlich entgratete) Kante geleitet. Das sitzt dann echt fest.
    Vorteil: Schneller zu öffnen und zu schließen, Nachteil: trägt mehr auf (zum Anzug ist die Ledervariante also angeraten... ^^ ). Allerdings ist dieser Knebel auch recht groß geraten...

  • Schön das mein Tipp schon einige Nachahmer gefunden hat. So nen Lederbeutel kann man ja auch für viele Dinge nutzen. Zunder, Tabak, Gewürze, Kleingeld u.v.m.



  • Die Metallösen wirds Dir aber früher oder später schnell rausziehen. So pralle sind die nicht, grad bei weichem und dünnem Leder.
    Habe die früher auch bei Beuteln, Stulpen, Köcher usw verwendet, bin dann aber doch dabei geblieben, ohne diese zu arbeiten. Alternativ kannst Du die gestanzten Löcher auch härten, entweder punktuell mit Wachstgemisch, oder deppelt gelgtem Saum..
    Viel Spass und Freude aber mir Deinen Beutelchen :-)

  • Ganz ehrlich du weist gar nicht wie recht du hast!
    Ich hab schon größtenteils Paracordschnüre durch die Ösen gezogen weil mir die Lederbändchen ständig reißen...
    Da ist das mit den Ösen auch nicht so unrealistisch.

    Alternativ kannst Du die gestanzten Löcher auch härten, entweder punktuell mit Wachstgemisch, oder deppelt gelgtem Saum..

    Danke für den Tipp! Der nächste Lederrest kommt bestimmt ;)

  • Super !!!


    Es freut mich das dieser ältere Beitrag mal wieder mit Leben gefüllt wird und das ihr so eifrig eure Ausrüstung selber herstellt !
    :daumen

  • Ich erfreue mich der MYOG-Beiträge auch immer sehr. Ich selber bin leider bastelmäßig eine Graupe.


    Ich hätte nur gerne mal folgende Frage beantwortet: Warum benutzt man für die Aufbewahrung von selbst gesammelten, schnell entzündlichen Material LEDER? Natürlich sind solche Beutelchen recht "kultig", aber täte es auch nicht ein Stoffbeutel? Ich sehe das Hauptproblem in der Nässeempfindlichkeit von Leder (wenn es nicht behandelt ist). Durchnässt etwas langsamer als Baumwolle, hält die Nässe aber auch länger. Wenn es pisst muss man das Beutelchen sowieso irgendwo trocken verpacken.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Wenn ich von mir ausgehe ist belastbares Material immer die bessere Wahl.
    Und dadurch das Leder eine gewisse Stabilität mit sich bringt bleibt der Beutel in seiner Form.
    Wenn man ihn öffnet hat man alles übersichtlich vor sich und muss nach nichts kramern aber das kommt dann sicher wieder auf die Größe an!


    Grüße