Tagestour am Gottschalkenberg mit Fallwild

  • Kurz vor Weihnachten zog es uns nochmals raus in die Natur mit dem Wissen, dass die nächsten Tage wohl eher im trauten Familienkreis mit viel Essen und drinnen stattfinden werden. Dabei waren meine Frau sowie mein fünfjähriger Sohn. Wir entschieden uns für das nahe Grenzgebiet zwischen dem Kanton Zug und Zürich, einer dichtbewaldeten Hügelkette zwischen Rossberg und Gottschalkenberg.


    Zu dieser Zeit lag in dieser Höhe, ca. 1000 m.ü.M., noch Schnee welcher aber sehr nass und schwer war. Nach ca. einer Stunde Aufstieg in einem steilen Waldstück stiessen wir immer wieder auf Losung und Fährten von verschieden Tieren - auch von Rotwild. In meinem Jagdrevier - keine 40km entfernt - haben wir kein oder höchstens sehr seltenes, durchziehendes Rotwild - hier scheinen sich die Aussagen der Wildhüter/Jäger aber zu bestätigen, bzw. es wird wohl Standwild sein.


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    Nach einer weiteren halben Stunde Fussmarsch in dieser schönen Waldlandschaft entfachten wir mit relativ trockenem Holz, mitgebrachtem Kienholz und dem Feuerstahl im Schutze einer Wettertanne ein kleines Feuer und genossen die Aussicht auf die Schweizer Alpen sowie unseren Lunch. Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg.


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    Immer wieder stiessen wir auf Trittsiegel im Schnee von Rot- und Rehwild und auch vom Fuchs. Plötzlich hatten wir eine Schweissfährte (Blutspur) im weissen Schnee vor uns. Mein Jägerinstinkt war natürlich gleich geweckt und nach wenigen Metern stiessen wir auf ein abgenagtes Rückgrad, Schnitthaare und kurz darauf auf zwei frische Läufe. Fallwild, aber was war hier geschehen? Die Läufe waren für mein Verständnis zu gross für ein Reh, aber auch zu klein für einen ausgewachsenen Hirschen. Auch die Färbung und die Schnitthaare passten nicht unbedingt zu einem Reh - aber es gibt ja sehr viele Farbvarianten, gerade bei hirschartigen. Auch bin ich überhaupt kein Rotwild Spezialist. Anhand von den Aufnahmen ist leider der Grössenvergleich schwierig einzuschätzen.


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    Der Tag war auf jedenfall für meinen Sohn gerettet - nach einigem Murren beim strengen Aufstieg. Wir betrachteten interessiert die Überreste und versuchten uns einen Reim darauf zu bilden und der Restweg zurück zum Auto verflog im nu. So ging also ein weiterer, interessanter Tag in der Natur zu Ende. Zuhause angekommen informierte ich die zuständige Jagdgesellschaft, welche mir dann von einem ihnen bekannten, eingegangenen Reh in dieser Gegend berichtete - welches für die Füchse dagelassen wurde. Ich sagte ihnen, dies könne schon sein, aber die Läufe dünkten mich ein wenig gross für ein Reh etc. Wie auch immer, ich hatte meine Pflicht getan und mit einigen Bedenken im Hinterkopf machte ich mich über das wohlverdiente Abendessen her.


    Den Vorfall habe ich ad acta gelegt, eigentlich schon fast vergessen als mich IBEX letzte Woche anrief (ich hatte ihm von dem Fund erzählt, bzw. von ihm hatte ich auch die Nummer der betreffenden Jagdgesellschaft) und mir bestägtigte, dass es sich um ein Rotwild Kalb gehandelt hätte. Dies sei kränklich gewesen und von einem Bauer gesehen worden und kurz darauf eingegangen (irgend eine wilde Geschichte von Absturz mit Genickbruch etc.). Der Bauer hätte dies der Jagdgesellschaft gemeldet. Scheinbar hat mein Anruf aber viel Staub aufgewirbelt und es wurden Knochen und Überreste gesucht und verglichen. Ob es nun ein Kommunikationsfehler war (Reh-/Rotwild) oder was auch immer ist unklar und zumindest für mich auch unbedeutend.


    Dass es in diesem Gebiet aber Standwild von Rotwild gibt ist für mich nun bestätigt – unabhängig von meinem Fallwildfund und ich freue mich auf den ersten Anblick.

  • Das mittlere Bild in der 2. Reihe, sind das Pilze?

    Ich weiss es nicht, irgendein Befall dieses Holzes. Aber es hat uns gut gefallen, es sah fast so aus wie eine Botschaft von Ausserirdischen aus der Gedankenwelt von Erich von Däniken oder so. Darum das Foto und um eine Geschichte zu haben wenn mein Sohn mal wieder nicht laufen wollte.