Schneeschuhbau mit einfachen Mitteln

  • Hallo zusammen,


    wir haben am Wochenende etwas gebastelt und ich wollte hier gerne mal unser Resultat vorstellen.
    Leider gabs keinen Schnee mehr, aber für den Kontrast der Bilder ists wahrscheinlich besser ^^ :


    Benötigtes Material für zwei Schneeschuhe:
    - 10 Weidenstöcke (etwa 1,50 bis 1,80 m) minimal Kleinfingerdick, maximal Daumendick
    - 2 Rundhölzer (ca. 30 cm lang)
    - 4 Kanthölzer (30 x 5 x 2 cm)
    - ca. 20 m Schnur (hier haben wir aus Resten gestückelt, empfehlen würde ich Sisal o.ä.)
    - ca. 3 bis 4 m Bandmaterial (z.B. Dochtband, wir haben Bänder aus dem Baumarkt benutzt)


    Zeitlich muss man mindestens 2,5 Stunden ansetzen, wenn man die Knoten und Verbindungen erst mal ausprobieren muss, dauerts wahrscheinlich 1 Stunde länger...



    Schritt 1 - Weidenstöcke einkürzen und auf gewünschte Länge bringen. Für jeden Schneeschuh braucht es dabei 5 Stöcke:




    Schritt 2 - Spitzen auf der Länge von etwa 8 bis 10 cm beidseitig abflachen... Diese werden dann später fest zusammengeschnürt.





    Schritt 3 - Jetzt werden die Enden eingekerbt und dann ebenfalls mit Schnur fixiert. Die Umwindungen der Schnur zwischen den Stockenden dienen dazu, sie auf Abstand zu halten. Es empfiehlt sich, hier mit dickerer Schnur (ca. 3 mm Durchmesser) zu arbeiten, mit Sisal gehts auch, aber dann wirds mühselig. Die angestrebte Gesamtbreite liegt bei 20 bis 25 cm.





    Schritt 4 - Fixieren des Rundholzes... Vorher muss man die richtige Stelle herausfinden, der Schuh darf auf keinem Fall vorn Übergewicht haben, sonst steckt man beim Anheben des Beins ständig im Schnee fest. Die Befestigung erfolgt mit einem Kreuzbund. Im Bild sieht man, dass wir eine Schnur für alle Verbindungen verwendet haben (mit allen Vor- und Nachteilen)...




    Schritt 5 - Anbringen der Standflächen (Kanthölzer): Ebenfalls befestigt mit einem Kreuzbund. Drauf zu achten ist, dass die Kanthölzer nur an den beiden äusseren Weidenstöcken fixiert werden. Der Abstand des ersten Holzes vom Rundholz liegt bei etwa 5 cm. Der Abstand des zweiten Holzes hängt von der Fussgrösse ab. Fussspitzen am Rundholz, sollte die Fersenauflage auch wirklich direkt unter der Ferse liegen.





    Schritt 6 - Hochbiegen der Spitze: Das sieht hier durch die verschiedenen Schnüre sehr improvisiert aus :lol ... Am einfachsten funktioniert es mit einem kleinen Flaschenzug, den man durch einen Sackstich im Schnurverlauf, durch den man dann das lose Ende (das vorher hinter dem Rundholz durchgeführt wurde) auf Zug bringen kann. Es braucht dafür nicht - wie hier - zwei Schnüre, aber wie gesagt, wir haben mit Resten gearbeitet...




    Schritt 7 - Die Bindung: Nach einigem Experimentieren hat sich diese Bindungsart als am belastbarsten herausgestellt. Das Hauptproblem ist, dass sich die Ferse ja vom Standholz lösen können muss. Um zu verhindern das man dabei aus der Verschnürung rutscht, muss man sehr fest binden. Aber wackelig wirds in jedem Fall bleiben - das ist bei so einer improvisierten Aufbau einfach nicht auszuschliessen. Ich verzichte mal auf schriftliche Erklärungsversuche - ich denke, man kann es anhand der Bilder ganz gut nachvollziehen. Der Abschluss erfolgte mit einem Kreuzknoten...






    Mangels Schnee gibts leider kein Abschiedsbild vom Aufbruch in die Wildnis...
    Viele Grüsse,
    MadFly :winken

  • Das Resultat sieht gut aus. Kleine Frage, warum hast du die so lang gemacht. Ich könnte mir jetzt vorstellen die Hälfte täte es auch und du wärst mobiler. Gibt es da einen speziellen Grund dazu?

  • Klasse Beitrag und tolle Bilder, vielen Dank Christian :daumen:daumen


    Ich finds garnicht so falsch die so lang zu lassen, gerade im Winter hat man ja sicher eine Menge Klamotten dabei, und wenn es der berühmte Survivalkessel unterm Hemd ist ^^ So verteilt sich das Gewicht besser auf den Untergrund. Durch die Länge natürlich eher für "Langlauf" gedacht denn zum Klettern, ist doch aber auch Latte, es sind improvisierte Schneeschuhe und keine Profi-High-Tech-Geräte. :)


    Auf jeden Fall anhand der Bilder richtig gut erklärt!!!