Nebeltour durch die Rhön

  • Letztes Wochenende habe ich eine kleine Tour mit Übernachtung durch die Rhön gemacht. Dichtester Nebel war angesagt, der eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen hat.


    Ich bin Samstag früh bei leichtem Nebel in Mellrichstadt aufgebrochen.


    Es ging durch Feld und Wald Richtung Nordwesten. Erster großer Anstieg war der Heidelberg, mit dem Sendemasten drauf, dessen Spitze man vom Boden aus kaum erkennen konnte.


    Über das Elstal ging es dann hinauf zum Gangolfsberg, wo der Nebel immer dichter wurde. Aber Nomen est omen:


    Besonders gut kamen die Basaltstufen und die Prismenwand im Nebel:




    Man muss dazu sagen, dass diese Basaltstufen bei Feuchtigkeit gefährlich rutschig werden. Aber ich bin Heil oben angekommen und durfte die großartige Aussicht bestaunen:

    Oben sind zudem die Ruinen einer Befestigungsanlage sowie einer Kapelle:


    Übernachtet habe ich dann unterm Tarp auf einem Jugendzeltplatz (oh wunder zu der Jahreszeit verlassen). Hätte ich den nicht gekannt, weil ich dort mal als Knirps die Sommerferien verbracht hab, ich hätte mich glatt verlaufen. Bei dem dichten Nebel und einsetzender Dämmerung konnte man in der Mitte des Platzes keinen Waldrand mehr sehen. Lagerfeuer hätte ich gerne gemacht, aber es war kein trockenes Holz aufzutreiben, und dummerweise war die Feuerstelle sehr nah an der Straße gebaut. Aber mein Trangia versorgte mich mit heißem Tee und Instant-Ramen. Die Nacht war gefühlt sehr mild - kein Wunder bei weitestgehender Windstille.


    Früh am nächsten morgen war auch noch alles unterm Tarp mehr oder minder trocken - mein DD selbst war natürlich vom Nebel klatschnass und bei dem Wetter an trocknen nicht zu denken. Also nass weggepackt das Zeug, Rucksack auf und losmarschiert. Als nächtes ging es in den Eisgraben - einem recht wilden Bach in einem Bett von Basaltbrocken.



    Auf dem Rest der Strecke brach dann der Himmel auf und ich konnte sogar den ein oder anderen Sonnenstrahl genießen.


    Letzter Höhepunkt war dann der Fund einiger Austernseitlinge. Schmackofatz.


    Dann kam ich wieder daheim an. Das ganze waren 30km hin, 25 zurück, jeweils von 9 Uhr bis 16 Uhr unterwegs mit kleineren Pausen. Ich habe mal wieder gelernt, dass auch schlechtes Wetter kein Hindernis für schöne Touren sein muss. Gerade bei schönem Wetter ist dort oben Sommers wie Winters die Hölle los. Ich habe eine einzige Wandergruppe getroffen und es war wirklich schön mal eine bekannte Strecke von ganz anderer Seite kennen zu lernen.


    Danke fürs Lesen! :daumen

  • Hab leider kein Photo gemacht. :P
    Aber ich habe ein Fußballtor vom Zeltplatz zum Abspannen missbraucht... Drei Ecken am Boden, eine oben Abgespannt und dann nochmal den Mittelpunkt des Tarps höher gezogen. Öffnung nach Nordosten weil Wind aus Süden bis Südosten gemeldet war.
    Man muss dazu sagen, dass fast die ganze Zeit windstill war und nur ab und an sehr leichter Wind aufkam. Das wusste ich vom Wetterbericht. Hätte ich jetzt mein Zelt dabeigehabt wäre der Nebel ebenso hineingekrochen und hätte Außen- und Innenwand feucht gemacht. Bei dem Wetter wird alles was nicht warm ist (wie der Schlafsack in dem ich liege) klamm. Daher ist auch wichtig Rucksack, Schuhe, etc. in einen Poncho o.ä. einzuwickeln.

  • Hätte ich jetzt mein Zelt dabeigehabt wäre der Nebel ebenso hineingekrochen und hätte Außen- und Innenwand feucht gemacht.


    Ich habe vor zwei Jahren mal die überraschende Erfahrung gemacht, dass man bei einem Zelt bei Nebel und Wind, die Lüfter in die es in das Zelt reinzieht besser zumachen sollte. Durch die Feuchtigkeit, die der Nebel mit sich brachte hatte ich am nächsten Tag eine richtige Pfütze unter dem Lüfter. Auch Zelte bzw. Tarps, die nicht bis zum Boden reichen sind bei solchem Wetter von Nachteil und das Innenzelt sollte nicht auch Netzgewebe sein.

  • Hallo Boerger,


    da ich aus der Rhön komme, kenne ich die gezeigten Örtlichkeiten gut.
    Das ist wirklich eine sehr schöne Tour und ich habe die Erfahrung gemacht, das gerade bei "schlechtem" Wetter dort bei den Prismen eine "mystische"
    Athmosphäre herrscht. Eigentlich ist die Tour bei Nebel oder Regen 10 x schöner als bei Sonnenschein.
    Danke für`s Zeigen!


    Gruß


    Hendrik