Grundeln und Wollhandkrabben

  • Hallo liebe Leute,


    Da ich ja gerne hin und wieder angeln gehe, ist mir letztens eine frage durch den Kopf gegangen.
    Vielleicht haben ja auch andere hier schon Bekanntschaft gemacht mit der "Schwarzmaulgrundel" bzw. "Kesslergrundel", ganz genau Weiß ich es jetzt leider nicht, jedoch handelt es sich hierbei um eine nicht heimische Grundelart, die sich in den letzten Jahren doch sehr stark in den Gewässern hier verbreitet hat, grade hier am Rhein.
    Kaum hat man die frisch beköderte Angel ausgeworfen, knabbern die den haken leer, und, und, und, also nicht grad sehr beliebt die kleinen Monsterchen.
    Nun hab ich mich gefragt, ob man die nicht doch anderweitig nutzen könnte außer als Köderfisch oder so.
    Um genauer zu sein, ist die frage die sich mir stellt, ob man die nicht ohne Weiteres auch selbst essen könnte, gebraten, gegrillt, eingelegt, als Süppchen, wie auch immer? Hat hier jemand diesbezüglich vielleicht schon Erfahrung gemacht?


    Achja, und gleiche frage, gleicher Sachverhalt, aber geht um die chinesische Wollhandkrabbe?


    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

  • Habe weder das eine noch das andere gegessen.


    Bezüglich der Krabben würde ich dich an ein Video von Johannes Vogel verweisen - so habe ich auch schon Sumpf-Krebse zubereitet. Warum sollten so nicht auch Wollhandkrabben geniessbar werden?


    Sehr kleine Fische kann man ähnlich dem Brathering in einem sauren Sud kochen. Dadurch werden die Gräten weich und kaum noch spürbar, so dass man sie ohne weiteres mitessen kann. Wie das mit der Haut ist musst du halt ausprobieren.


    Nur zu! Freue mich schon auf Kulinarische Bilder...


    Ich gehöre ja auch eher zu den Kochtopfanglern, heißt ich bin nicht wirklich darauf erpicht irgendwelche Riesenteile für ein Photo an Land zu ziehen sondern eher am Prozess des Angelns an sich. Weißfische verwerte ich auch meist, hab auch schon Rotfedern dazu gebracht halbwegs zu schmecken.

  • Aus den Krabben kannst Du ein Süppchen machen (Körper). Das ist am lohnenswertesten. Und auch wenns zuerst unappetitlich aussieht weil die Anordnung von Gehirn und anderen Organen (soweit erkennbar) unter dem Panzer gar lustich wirkt, ist das die eigentliche Delikatesse. Das Fleisch aus den Scheren und Beinen ist zwar bei der Größe etwas mühsamer rauszupulen, kann aber auch gegessen werden. Wie bei eigentlich fast allen Krabben, soweit ich weiß.
    Hab im Sommer nen kleinen Trip in der Bretagne, die Atlantikküste entlang gemacht. Da hab ich immer wieder mal zwischen den Felsen hinter der Brandung ein paar (immer so 5-6 Stck) Strandkrabben gefangen. Die spielen in etwa in der selben Liga wie Wollhandkrabben, halt im Salzwasser und so, nä :) ...und dann gabs Suppä!!!
    Ich wußte gar nicht, daß die Wollhandkrabbe schon im Rhein angekommen ist.



    Jetzt wirds dann schon langsam spät im Jahr aber es gibt da noch eine, für den Bushcrafter wertvolle, schmackhafte und vor allem leichte Beute als Appetithäppchen nebenbei.
    - Der Flußkrebs!
    Jetzt bitte kein Aufschrei! Ich rede vom amerikanischen Flußkrebs und vom Signalkrebs. Hier begrüße ich doch mal diese kleinen, bösen Neozonen, die sich bei uns im Hotzenwald so derbe breit gemacht haben. J.Vogel beschreibt den Fang mit selbstgebautem Kescher. Ich fange aber schon seit Jahren Krebse mit kleinen, selbstgebauten Reusen. Das ist meiner Meinung nach effektiver, da ich in der Zwischenzeit Feuer machen, ein Lager bauen, ne Flöte schnitzen, ... kann. Ein paar Krebsschwänze zwischen ein Bannok-brötchen oder einfach nen kleinen Spieß - lecker! Ist halt nix fürn großen Hunger. Aber für Liebhaber und halt einfach so...
    Ganz, ganz selten habe ich auch schon einen deutschen Edelkrebs gefangen. Freut mich, daß die Burschen noch wacker am kämpfen sind. So ein Fang wird selbstredend zurückgesetzt. So etwas MUSS so selbstverständlich wie die 'leave no traces'-theorie oder 'Müllwiedermitnehmen' sein!


    Zur Grundel weiß ich leider nicht arg viel.


    Dom

  • Freut mich zu lesen das es bei euch noch Edelkrebse gibt, die Wollhandkrabben sind eine richtige Plage, aber auch eine Wohlschmeckende.
    Hier ein kleines Rezept zur Zubereitung:
    800 g Krabben
    1 Zitrone


    ¾ Glas Wein, weiß (Longdrinkglas)


    1 Bund Dill frisch


    4 Zehen Knoblauch


    Olivenöl,Koriandersamen oder gemahlen


    Kümmelsamen oder gemahlen


    Salz und Pfeffer
    1 Pkt. Fertigmischung für Ciabatta (Backautomat)
    1 Handvoll Walnüsse gehackt
    Koriandersamen
    Zubereitung:
    Koriandersamen im Mörser zerdrücken und zur Backmischung geben und backen. Die gehackten Walnüsse hinzugeben. Brot bäckt ca. 3 Stunden. Die gekochten und gepulten Krabben in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen. Knoblauchzehen schälen, fein hacken. Zitrone auspressen, in ein Longdrinkglas füllen, mit Weißwein aufgießen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauch hinzu, kurz anbraten, Flamme niedriger stellen (Knoblauch darf nicht braun werden). Garnelen/Krabben hinzugeben, kurz unter Rühren anbraten. Mit Weißwein/Zitrone ablöschen, einköcheln lassen und mit Salz/Pfeffer und Dill abschmecken. :hobo

  • Moin. Ich hab hin und wieder mal kleine Grundeln gegessen die ich mit der Hand gefangen hab. Sie wurden einfach in der Pfanne gebraten und mit allem gegessen. Die Knochen kann man zerkauen. Aber der Geschmack hat mich nicht begeistert.
    [edit]Kopf natürlich nicht[/edit]

  • Wie schauts eigentlich mit Ochsenfröschen aus?
    Bei mir gibt es sie zwar (noch) nicht aber am Rhein sollen sie ja häufiger sein.
    Gute Rezeptideen für Froschschenkel?


    fritieren geht ja irgendwie immer. Was könnte man noch machen?

  • Hi AJ
    Hier bei uns in den Rheinauen findet man ne Menge davon - Schmecken lecker die Schenkelchen !


    Edelkrebse werden leider auch hier immer weniger, man freut sich über jeden den man wieder freilassen kann, Amis schmecken lecker - die gibts in Massen. Nur schade dass die viel kleiner sind als unsere Heimischen !


    Grundeln Wie Aj schon sagte in die Pfanne oder wie ich schon ab und an machte , auf den grill

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
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    DES KELTEN SEITE

  • Eigentlich Ja. Generell ist für die Entnahme von Muscheln und Krebsen auch ein Nachweis bestimmter Fähigkeiten erforderlich, also normalerweise der Fischereischein.


    Kritischer ist aber in jedem Fall die Zustimmung des Inhabers des Fischereirechts für das Gewässer - also z.B. dem Pächter.

  • Quote

    Eigentlich Ja. Generell ist für die Entnahme von Muscheln und Krebsen
    auch ein Nachweis bestimmter Fähigkeiten erforderlich, also
    normalerweise der Fischereischein.




    Kritischer ist aber in jedem Fall die Zustimmung des Inhabers des Fischereirechts für das Gewässer - also z.B. dem Pächter.

    Als Inhaber eines Fischereischeins kann man sich für Gewässer, die nicht privat oder streng an einen Verein gekoppelt sind, eine Erlaubnis besorgen. Der Rhein ist auf jeden Fall zugänglich für "Fremdangler".


    Die Grundeln würde ich versuchen zu stippen wie Köderfische... vielleicht mit einem nicht zu kleinen Schonhaken (12er?), weil sie ja doch sehr gierig zu sein scheinen und das Hakenlösen sonst wie bei kleinen Barschen eine nervige (und für den Fisch quälende) Fummelei werden kann.
    Erfolgreiche Zanderangler am Rhein haben übrigens schon längst verstanden, dass die Grundeln eine wichtige Rolle im Ökosystem des Rheins übernommen haben, und wählen z.B. ähnlich aussehende Kunstköder, mit denen sie dann auch die Bewegung der Grundeln imitieren.


    Die Krabben kann man bestimmt gut in eine Art Krebsreuse locken (z.B. mit totem Fisch), um sie mit vertretbarem Aufwand in nennenswerter Stückzahl zu fangen, aber das ist am Rhein wahrscheinlich nicht erlaubt.


    Übrigens gibt es auch viele Gewässer mit Bachflohkrebsen. Ich und der Yukoner waren heute in Neandertal spazieren und haben am Bach prompt welche gefunden- einfach ein Stück Holz am Ufer hochgehoben und ich hatte ein dutzend in der Hand. An meinem Angelweiher ist es ähnlich. Gut, von denen braucht man schon zig Stück, um eine Zutat für eine Suppe oder ein Hauptgericht zusammenzukriegen, aber dafür kann man sie sehr leicht fangen und muss sie auch nicht speziell vorbereiten. Einfach vom Dreck trennen und in Wasser kochen, fertig sind die Minishrimps. Muss ich eigentlich mal ausprobieren.

  • Grundeln, die man am Rhein fast schon hinterhergeschmissen bekommt, kann man eigentlich ganz gut essen. Sie sind leicht, zuverlässig und ohne großen Aufwand zu fangen. Ganz egal ob ihr mit Hecht, Zander, Karpfen oder was auch immer für Gerät unterwegs seid. Einfach eine Grundmontage mit nem kleinen Haken (da geht alles zwischen 12 und 6) mit ein paar Maden oder kleinen Würmchen, die man an jedem Angelplatz findet, bestücken und ab ins Wasser. Alle 5 - 10 Minuten mal kontrollieren. Am leichtesten (hier am Rhein) fängt man die kleinen Racker in den zahlreichen Buhnenfeldern. Meine Standartmontage hier ist: Hauptschnur, 14er Fastlock snap, 10g Birnenblei direkt an den Fastlock snap, als Vorfach ne 0,18er Monofile mit einem 8er Brassenhaken (Vorzugsweise als fertig Vorfach mit einer Länge von 30cm). Einen Anschlag kann man sich hierbei schenken. Einfach etwas schneller einkurbeln und der Haken (muss natürlich scharf sein) sitzt. Was die Zubereitung angeht kann ich das hier sehr empfehlen -->





    Wer sich mit dem Grundblei, was das Gewicht angeht, nicht sicher ist, Hänger befürchtet und einfach mal unterschiedliche Gewichte ausprobieren möchte, ohne gleich den Ganzen Angelladen kaufen zu müssen, sollte mal einen Blick hier rauf werfen -->