Schneeschuhe

  • Hallo zusammen! :)


    Der erste Schnee lag kurzzeitig schon und bald hält der Winter Einzug. Ich möchte dieses Jahr verstärkt mit Schneeschuhen raus, allerdings bin ich mir nicht sicher, welche Bauart für mich geeignet ist.


    Ich habe bisher diese drei Typen ins Auge gefasst (die Modelle dienen nur als Beispiel):


    Modern, auch für alpine Regionen


    Modern, eher für Mittelgebirge


    Traditionell, nicht für alpine Regionen


    Ich werde hauptsächlich im Allgäu und im Schwarzwald unterwegs sein, auch habe ich nicht vor über die Baumgrenze hinauszugehen.



    Was sagt ihr? Womit werde ich wohl am glücklichsten?



    Grüße Kenny

  • Hallo Kenny,
    ich hatte einmal in Finnland das Vergnügen solche Teile ausprobieren zu dürfen. Wir haben uns mit mehreren Leuten dort unterschiedliche Formen geborgt. Aufgrund dieser Erfahrung kann ich sagen, dass man etwas braucht um sich an die Technik zu gewöhnen um möglichst locker damit zu laufen.


    Ich hatte welche in Größe und Form wie aus Deinem zweiten Link. Damit bin ich bei doch recht lockerem Schnee sehr wenig eingesunken. Bei den Teilen die ich hatte, gab es sogar die Möglichkeit ein Verlängerungsstück dran zu machen oder abzunehmen, je nach Beschaffenheit des Schnees. Damit kam ich sehr gut zurecht.


    Ein anderer in unserer Gruppe hatte sehr kleine, so wie aus Deinem ersten Link. Das war so als hätte er keine an. Die haben das Einsinken im Schnee nahezu nicht verhindert. Solche gibts ja auch mit Zacken dran, ist wohl nur was für festeren, verharschten Schnee im alpinen Bereich.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Ich hab mit allen drei Typen Erfahrungen gemacht. Die TSL sind eher was für leichte Personen ohne Gepäck in den Bergen mit festen Schneeverhältnissen. Schön kompakt, aber imho wenig vielseitig. Ebenfalls komplett aus Plastik kenn ich die EVo von MSR, die sind zwar deutlich vielseitiger (v.a. mit der Verlängerung) und hochwertiger, aber ganz schön laut.


    Der zweite Typ (Alurahmen mit Kunststoffbespannung) ist n Prima Allrounder, wobei man bei den ganzen Discounter-Modellen keine Wunder bei der Lebensdauer erarten darf. Ich hab selbst ein Paar von Aldi/Hofer als Backup & zum Verleihen und bisher hat es sich prima geschlagen. Deutlich hochwertigere Modelle dieses Typs gibt es u.a. bei Tubbs (z.B. Wilderness ). Gerade durch die Kralle an der Bindung kann man damit auch knackigeres Gelände angehen, ohne allerdings an das Niveau von den Vollplastikmodellen ranzukommen. Die Tubbs hatte ich mal 2 Monate fast täglich auf Arbeit an und die haben das prima weggesteckt. N Metallrahmen ist auch immer robuster als die Vollplastikdinger...


    Zum 3. Typ (Holzrahmen mit Rohhautbespannung) hab ich dir ja schon was per PN geschrieben. Das ist der Typ, bei dem ich hängengeblieben bin (genau das verlinkte Modell). Die sind leicht, leise, riesig(=tragfähig) und einfach nur schön. Solange die Steigung nicht zu hoch ist und der Schnee nicht zu feucht sind komme ich damit super zurecht:



    Als Allrounder würd ich immer sowas wie die Tubbs Wilderness wählen & empfehlen. Die sind einfach robust, langlebig und vielseitig. Insgesamt kann ich nur dazu raten lieber die größere Variante eines Schneeschuhs zu wählen. Die Gewichtsangaben sind ziemlich schwammig und von den Schneeverhältnissen abhängig. Auf Tour beißt man sich in den Arsch wenn man mit Gepäck am Arsch der Welt steht und durch den pulverigen Schnee die Schneeschuhe bestenfalls ne Tragfähigkeit haben die am unteren Ende der Skala liegt. Es kann und man deshalb Ist mir mal passiert und man muss ackern wie ein Schwein weil man trotzdem 40/50cm einsinkt. Da hab ich trotz -15° so geschwitzt dass ich nurnoch n langes Unterhemd anhatte und der Schweiß mir in den Haaren zum Helm gefroren ist...


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Hallo Kenny!


    Klapper mal ein paar Sportgeschäfte, Alpinschulen, etc. ab! Die verleihen für recht günstig Geld verschiedene Schneeschuhmodelle. Dann kannst mal einen Nachmittag oder einen ganzen Tag "Probelaufen" und so die richtigen für Dich finden. Tipps gibt es obendrein kostenlos :D !
    So habe ich es vor einiger Zeit in Mittenwald praktiziert. Ein Kauf hat sich aber damals trotzdem für mich nicht gelohnt! Manchmal kann man auch bei den betreffenden Geschäften und Schulen die "Vorjahresmodelle" leicht gebraucht erstehen!


    Grüße
    Lederstrumpf

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    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

  • Jemand den ich kenne der mietet sie jeweils eine ganze Saison und fährt günstiger als wenn er sie kaufen würde. die Dinger sind ja auch nicht ganz verschleissfrei und jedes Jahr machen sie einen Entwicklungsschub. ;)


    Ich hatte mal einen Test gelesen von einer Konsumenten Organisation. Fazit war, die ganz günstigen taugen nichts. Ab mittlerer Preislage beginnt es mit brauchbaren Schneeschuhen.


    Wichtig ist, dass sie gross genug sind für dein Gesamtgewicht. Sie sollten einen guten seitlichen Halt geben. Bei diesem Test hatten sie festgestellt, dass es sehr mühsam ist wenn der seitliche Halt fehlt, auch bei geringer Hangneigung.


    Ich habe jetzt den Test nicht mehr gefunden, es ist auch schon ein paar Jahre her. Ich schlage auch vor bei einem Fachgeschäft vorbei zu gehen. Vielleicht kannst du mieten mit der option zu wechseln wenn sie dir nicht gut passen.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Ich hatte mir mal vom örtlichen Alpenverein (Ich bin Mitglied) Schneeschuhe für eine Wintertour mit zwei Freunden ausgeliehen. Ich kann mich nicht mehr an die genauen Bezeichnungen erinnern, wir hatten zwei verschiedene Modelle. Im Prinzip hat es sich dabei um Versionen mit einen bespannten Metallrahmen gehandelt. Die Dinger waren wirklich sehr robust. Ein Modell war etwas größer als ein anderes. Wenn der Schnee mal tiefer wurde war man damit im Vorteil. Dafür waren sie aber auch etwas schwerer, das macht sich auch nach einer gewissen Zeit bemerkbar. Bei der Bespannung fand ich es aber etwas unangenehm, wenn diese nach hinten deutlich länger ist als nach vorn. Dadurch sinkt man im Zehenballenbereich unötig stark ein. Die Schneeschuhe auf dem Bild von Ravenheart finde ich in der Bespannng ausgewogener. Die Spikes an der Fußspitze waren an vereisten Steigungen sehr gut.


    Wenn ich mir Schneeschuhe zulegen würde, würde ich daher auf eine große Auftrittsfläche und ein relativ geringes Gewicht achten. Bei starken Steigungen oder wenn man gar an Hängen gehen will kommt man um Schuhe mit Spikes und Seitenführungen nicht herum.

  • Ich hab mir vor zwei Jahren die Tchibo-schlappen zum ausprobieren gekauft. Nun, ich hab immer noch Spaß dran! Zumindest hier im Westerwald funktionieren sie. Klar, in lockerem Pulverschnee sinke ich mit meinen 100 Kg auch ein. Das liegt aber auch z.T. an der Lauftechnik. Dank der Krallen komme ich damit aber prima Steigungen rauf und runter.


    Der neue Tchibo-Schneeschuh ist jetzt mit einer richtigen Drehachse ausgerüstet. Das könnte ein Vorteil sein.


    Moderne Schneeschuhformen hat übrigens auch Salewa im Programm: http://www.relags.de/index.php?show=shop&wg=29.00.00.00


    Wenn einer Interesse hat, PN!



    Liebe Grüße,


    Westwood

  • Höre auf Ravenheart !
    Bei euch ist mit einer Mischung aus Pulver und verharrschtem Schnee zu rechnen, da gingen auch noch die von Tchibo einigermassen, wobei die angesprochenen von Tubbs von Stil und Lebensdauer natürlich länger halten und angenehmer zu tragen sind.
    Nichts kommt an die "alten Tennischschläger" ran!
    Um es noch einmal zu bekräftigen: Wenn du mit einer Last von 80kg rechnest nimm welche die für 120kg ausgelegt sind.
    Es ist eine Höllenschinderei in tiefen pulvrigem Schnee mit Schneeschuhen laufen zu müssen die bei jedem Schritt 30-40cm und noch tiefer einsinken, aber ohne wären es noch mal 20cm mehr.
    Ich selbst habe alte norwegische Militär-Schneeschuhe aus Alu. Kurz und Knapp, mit denen bin ich in 60-70cm Pulverschnee (der überwiegt bei mir) verloren. Ich bin hauptsächlich zwischen Bäumen unterwegs, da scheint die Sonne nicht so hin, da verharrscht nichts. Auf Feld und See geht es besser. Der Schwiegervater hat zig andere von Plastik bis Alu, die sind noch schlimmer.
    Es gibt wirklich nichts besseres wie die Schneeschuhe nach traditioneller Bauweise.
    Einzig Ski, und damit meine ich nicht die normalen Langlauf- oder Tourenski, wären eine Alternative (bei uns gibt es welche die sind breiter und 3m+x lang als die normal erhältlichen, die werden oft von Jägern benutzt....).


    Gruss

  • So schön die traditionellen Rohhaut Schneeschuhe sind, ich würde mir keine mehr kaufen.

    Meine Alu/Kunststoff Schneeschuhe hole ich zur ersten Tour heraus und pack sie nach der letzten wieder in den Kasten. Keine Pflege, keine Reperaturen kaum Abnützungsspuren.
    Je nach Tourencharakter kommen Schneeschuhe mit Harscheisen und/oder Steighilfe zum Einsatz. Harscheisen sorgen bei harten, eisigen Untergrund für sicheren Halt (ist das selbe Prinzip wie bei den Tourenskiern). Steighilfen sind kleine Bügel die hochgeklappt werden können um in steilem Gelände Fuß bzw. Unterschenkel zu unterstützen (vorrangig natürlich bei alpinen Touren hilfreich).


    Anders bei meinen Rohhaut Schneeschuhen.
    Der Eschenholzrahmen und die Bespannung sind mit Klarlack überzogen, der speziell bei harschigen Bedingungen recht schnell abgenutzt wird und daher immer wieder erneuert werden muss. Wenn bei der Rohhautbespannung der Lack ab ist wird diese bei Nassschnee feucht und beginnt durch die nachlassende Spannung etwas durchzuhängen. Nach der Trocknung zieht sich die Bespannung zwar wieder zusammen aber nicht komplett. Das heißt auch hier ist je nach Nutzung und Schneebedingungen regelmäßige Pflege notwendig. Das gleiche Problem gilt bei der Lederbindung. Die Riemen haben sich durch die Nässe und das zuziehen gelängt. Da die Riemen wie ein Gürtel mit Schnallen und Dorn funktionieren, kann ich die Riemen nicht mehr fest genug zu ziehen. Neue Löcher stechen hat etwas geholfen aber war auch nicht das gelbe vom Ei.
    Auf hartem Untergrund hat man durch die fehlenden Harscheisen kaum Halt und da kann selbst das queren eines Forstwegs ungemütlich werden. Steileres Gelände kann man sowieso vergessen (außer man hat wirklich perfekte Schneebedingungen.
    Nordische Winter und flaches Gelände sind daher für die klassischen Schneeschuhe deutlich besser geeignet als unsere mitteleuropäischen Winter. Bei nur gelegentlicher Nutzung gehts natürlich auch bei uns.


    Schneeschuh für einfaches Gelände. Die einfache Riemenbindung reicht dafür leicht, außerdem kann praktisch nix kaputt gehen. Ist schon ein älteres Modell das ich aber immer noch gerne verwende.


    Bilder von meinen klassischen hab ich leider nicht, kann ich aber wenn gewünscht nachreichen. :D


    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."

  • Hatt zufällig jemand Erfahrungen mit diesen Dingern ?

    http://www.ranger-shop.de/Am-F…he-aus-Magnesium.html</a>


    Die haben mich auch interessiert und ich bin auf das hier gestoßen: http://www.bethnchris.com/2011…agnesium-snowshoe-review/ und dann noch der Vergleich mit Tubbs: http://www.youtube.com/watch?v=wE-DrUrsQJk


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Danke für die Antworten und Tipps! Ich habe mich jetzt für diese entschieden, da diese momentan für 65,- beim Outdoorbroker zu haben sind. Für diesen Preis kann man imho nicht viel falsch machen. Wenn dann genug Schnee liegt, werde ich natürlivh berichten!

  • Nur mal so als Nachtrag: Habe gestern mal in nem Schneeschuhverleih im Allgäu nachgefragt und die verkaufen ihre gebrauchten TSL Rando 325 für 50€, der Zustand war vollkommen OK. Das dürfte jetzt fast überall so sein. Wer sparen will muss eben entgegen der Saison kaufen. ;)


    Und nochwas zu den Surplus-Magnesiumdingern - Mors Kochanski mag sie:


    ifl9AS3nVV8


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • So, nachdem der Winter endlich vorbei ist, möchte ich mal meine Erfahrungen mit den Powderidge Crest 30 mit euch teilen.



    Ich habe diesen Winter zwei Overnighter und diverse Tagestouren damit gemacht und bin grundsätzlich sehr zufrieden mit ihnen. Die Bindung lässt sich auch mit Handschuhen einfach öffnen und schließen und der Verschluss hält bombenfest. Die Befestigung der Bindung ist stabil und hält auch Verwindungen stand. Der "Auftrieb" ist super, auch bei Tiefschnee von ca. 1,2m! Ich habe öfter den Unterschied ziwschen Schneeschuh und ohne Schneeschuh ausprobiert und war begeistert!


    Der Nachteil: Im alpinen Bereich zeigt diese Bauart eben ihre Schwächen, gerade bei hartem Schnee und Traversen. Allerdings wären für diesen Einsatzbereich Kunststoff- oder Alumodelle mit entsprechenden Zacken besser geeignet. Vielleicht werde ich mir für nächsten Winter noch ein weiteres alpines Modell kaufen.



    Grüße Kenny

  • Hi Kenny! Cool das Du das hier mit Deinen Erfahrungen nach dem Winter weiter geführt hast ;)
    Da möchte ich mich gerne noch zu Wort melden und erstmal Ravenheart danken, Deine Beiträge hierzu fand ich im Dezember sehr hilfreich! Ich habe die MSR lightning Ascent und bin erstmal sehr sehr zufrieden. Für den sehr steilen Einsatz hätte ich mir fast aber ein etwas kürzeres Modell gewünscht, Am Grat zum Beispiel brauchte ich mangels Übung einfach mal etwas länger um mich mal um 180 Grad zu drehen. Einfach weil ich mir sonst noch vor lauter Unachtsamkeit selbst auf die Schuhe getreten wäre. Am Grat dann so einen Abflug zu machen ist unklug ;-) Ebenso gestaltete sich das immer ein wenig komplizierter beim traversieren, wenn der HAng doch wirklich sehr steil war. Kurz mal über die eigenen Schuhe gestolpert und 4 Meter Hang abwerts ohne über Start zu gehen *hahaha* Allerdings bin ich mit Gepäck unterwegs gewesen und brauchte Auftrieb. Am Auftrieb zu sparen halte ich nach diesem Winter für verrückt :-) Aber für Tagestouren und um an stellen zu gelangen wo im Winter garantiert kaum einer ist ;) Dafür werde ich mir definitiv nochmal das Damenmodell meiner Lightnings anschaffen. Die stecken mein Gewicht mit leichterem Gepäck locker weg, sind allerdings viel viel Kürzer und im handling einfach angenehmer gewesen ;-) Aber wahrscheinlich ist das Übungssache, werde nächsten Winter sicher wieder viel Spass haben und Erfahrung mit Schneeschuhen sammeln. Das macht richtig viel Laune und im Winter komst Du leicht an Orte wo NIEMAND sonst ist :-)

  • Moin,


    Habe gerade letzte Woche einen Bericht über zwei verschiedene Schneeschuh-Ski-Zwitter gelesen - die Altai Ski Hoks und OAC Kars. Für mich - Besitzer von sowohl 260 cm langen "Wildnis-Skiern" und Schneeschuhen - eine interessante Alternative: viel wendiger als die langen Skier kombiniert mit der Gleitfähigkeit, die den Schuhen verwehrt bleibt.
    Habe selber keine Erfahrungen, kenne auch niemanden den ich fragen könnte - aber im Internet gibt es ja alles, z.B. Korpijaakko (http://korpijaakko.wordpress.c…al-impressions-comparison) hat sich die Unterschiede dieser Zwei Modelle angeschaut und darüber berichtet.
    Für den nächsten Wintertour in Lappland sind die OAC Kars bereits auf der Einkaufsliste - einziges Fragezeichen hierbei ist mein Kontostand.


    Viele Grüße, Fjellsurfer