Met-Germanentrunk für gemütliche Stunden am Laberfeuer

  • Ich weiß nicht wie es bei euch ist-Ich liebe Met und finde in einer kalten Herbstnacht am lodernden Feuer gibt es nichts schöneres wenn das Methorn die Runde macht.
    Hier nun ein Rezept um Met in den eigenen 4 Wänden mit wenig Aufwand selbst zu basteln.
    Rezept für 5l Met
    Das brauchen wir alles dazu:
    -Einen Glasweinballon-gibt es meisten günstig auf Flohmärkten oder bei Opa im Keller
    -dazu passende Gärröhrchen,einen passenden Stopfen und Knetmasse(???dazu später)
    -einen Trichter,und einen großen Topf
    -natürlich Honig und zwar 3,5 Kg-nehmt ruhig den aus dem Discounter
    -Reinzuchthefe aus der Apotheke-für starken Met=Portweinhefe für weniger starken Met=Malaga oder andere.
    -3.5 L Leitungswasser oder stilles Mineralwasser da dieses eine geringere Carbonhärte besitzt
    -ca 3g Milchsäure und 2g Hefenährsalz...gibts alles für wenig Geld in der Apotheke
    -1 Tl Weizenmehl.einen sauberen Schlauch ca 1m lang und viele saubere Weinflaschen zum späteren Abfüllen.
    Los gehts:
    Der Glasballon sollte einmal kurz mit heißem Wasser ausgespült werden um eventuell vorhanden Schmutz oder Staub zu entfernen.
    Die Reinzuchthefe mische ich mit einem Naturtrüben Saft 3 Tage vorher und lasse das Gemisch in einem zugedeckten Glas vorgehen.
    Man kann aber auch Ersatzweise einen Pulle Federweißer zum gären des Mets benutzen da dieser noch nicht fertig vergoren ist und unmengen an Hefe besitzt.
    Ich erhitze die 3.5l Wasser zusammen mit den 1.5 Kg Honig immer zusammen.Gründliche Sauberkeit ist hier wichtigstes Gebot-da es sonst zu Schimmelbildung kommen kann und die ganze Arbeit für die Katz ist.
    Ist das Wasser mit dem Honig vermischt erhitze ich es auf dem Herd auf ca.25°C....heißer sollte es nicht werden da das dem Honig schadet.
    Sobald der Honig sich im Wasser komplett aufgelöst hat,gieße man das Gemisch mit Hilfe eines Trichters in den Gärballon.
    Nun die anderen Zutaten wie Mehl,Milchsäure,Hefe mit hinein und einmal ordentlich durchschwenken.
    Wichtig ist das der Ballon nie bis zum oberen Rand gefüllt wird-da sonst das Gärröhrchen nicht seine Arbeit verrichten kann.
    Der Ballon wird nun mit dem Stopfen verschlossen-das Gärröhrchen durch den Stopfen geführt und mit Wasser befüllt.Jetzt kommt die Knetmasse zum Einsatz-Ich verwende diese um den Übergang zwischen Stopfen und Ballon richtig zu verschließen-Also eine Bleistift dicke Wurst daraus formen und den Übergang schön damit verschließen.
    Nun braucht es Gedult und ein warmes,dunkles Plätzchen.Ich habe meinen Ballon an der Heizun stehen und einen großen dunklen Jutesack mit einem Loch für das Gärröhrchen darüber gestülpt.Der Met brauch ca.20-25°C zum gären.Mann sollte immermal schauen ob genug Wasser im Gärröhrchen ist-dieses funtioniert übrigens wie ein Syphon-CO2 und Restsauerstoff können entweichen aber es kann keiner in den Ballon rein.
    Nun heisst es warten-bis die Gärung abgeschlossen ist-können 6 Monate ins Land ziehen.Man kann sich die Zwischenzeit ja mit gekauften Met versüßen.
    Ist die Gärung abgeschlossen-wird der Met abgezogen-daür benutzt man den Schlauch.Den Met mit dem Ballon auf einen Tisch stellen-Schlauch rein-aber nicht bis unten hin,da sich die Hefe am Ballonboden absetzt.Den Met ansaugen und in Flaschen abfüllen.Nun braucht man nur noch ein schönes Feuer-eine lustige Runde und ein Horn um den Met zu genießen.Der Rest im Ballon der mit der Hefe noch versetzt ist-naja den opfere ich den Göttern-man könnte diesen zwar noch filtern mit Kieselsol oder einem spirituosenfilter-aber egal...mir zuviel Aufwand.
    Sollte der Abgefüllte Wein noch etwas nachtrüben-so kann man diesen noch ein paar mal umfüllen und mit einem Kaffeefilter filtern. :drunk

  • ah toll ! met ist ziemlich kuhl... und/aber eine ordentliche Kallorienbombe, dafür aber super lagerbar.
    ist wie beim bier... als man das erfunden hatte stand eher ein lagerfähiges lebensmittel im vordergrund und weniger der rausch.
    womit ich nicht sagen will das ich was gegen einen ordentlichen rausch habe ^^ siehe vereinstreffen XD .
    hab übrigens schon vor jahren bei einem umzug 2 große und einen kleinen ballon abgegriffen aber irgendwie
    kam ich nie dazu selber met zu machen.
    evt probier ich mal dein rezept aus :-)


    :winken

  • Hallo Bushberti!


    Nettes Rezept, werde ich auch mal testen. Ich hab auch schon Met gemacht, aber mein Rezept unterscheidet sich etwas. Deshalb hätte ich an Dich die Frage, wofür das Mehl gut ist, bzw. was es bewirkt?
    Ebenso die Milchsäure. Die Milchsäuregärung ist ja eine gänzlich andere Richtung der Vergärung. Unterstützt diue Milchsäure die alkoholische Gärung irgendwie? Hefenährsalz ist klar, hab ich aber auch schon weggelassen und konnte keinen Unterschied feststellen. Hast Du mal die die Alkoholausbeute gemessen?


    Für Tipps und Antworten danke ich Dir.


    Grüße


    Lederstrumpf

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    Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

  • Milchsäuregärung hat hiermit nichts zu tun, die findest Du eher beim Sauerkraut :) In diesem Falle ist die Milchsäure in erster Linie zur Geschmackskorrektur und "Haltbarkeitsdatumverlängerung", da Honig von Natur aus keine Säure mitbringt. Für die Gärung ist nach wie vor allein die Hefe zuständig.

  • :schlaubi Mehl besteht aus Stärke-Stärke ist ein sogenannter Vielfachzuckerd.h. die Stärke ist eine lange (vielfach verzweigte) Kette von einzelnen Zucker/ Glucosemolekülen. In einem Stärkemolekül sind bis zu 1.000.000 Zuckermoleküle enthalten.Diese riesigen Stärkemoleküle müssen, damit sie für die Hefen nutzbar werden, in ihre Bestandteile, die Zuckermoleküle zerlegt werden. Diese Arbeit wird von den Hefeenzymen verrichtet, die wie Scheren die Ketten zerlegen und die einzelnen Zuckermoleküle abtrennen.Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten.Dies ist ja nur eine Möglichkeit Met herzustellen.Früher hat man den Gärprozess einfach gestartet indem man in das Gebräu reingespuckt hat-durch die Enzyme im Speichel hat es dann irgendwann einmal angefangen zu gären.Die Afrikaner machen in dieser Machart übrigens ein Bier...na dann Prost :cafe

  • Hefenährsalz ist haöt dafür da das die Hefe sich am Anfang besser vermehren kann, da sie optimalere Bedingungen hat.


    KANN man aber tatsächlcih in der Regel weglassen.


    Die Gefahr einer Fehlgährung ist dann allerdings grösser.


    Fehlgärung bei Met ist immer was blödes weil der Ausgangsstoff ja relativ teuer ist. ( weswegen ich Met auch noch nie mit Wildhefen gemacht hab...)


    Das Mehl wird übrigens meines Wissens hauptsächlich deswegen beim Met beigesetzt, weil Honig keine Trübstoffe besitzt. Die Hefen sinken sonst sehr schnell an den Boden des Gefässes und können sich dort nur schwer verbreiten und vor allem ihre Wirkung nicht flächendeckend gleichmässig entfalten. Oder schlimmer noch, sie dümpelt da unten vor sich her während im Rest sich irgend was anderes ausbreitet. ( So hab ichs zumindest gelernt bekommen.)


    Bei einem recht schmackhaften und fruchtigen Metrezept zur Fruchtmetherstellung wird trüber Apfelmost beigesetzt ( ca 50%) hier kann das Mehl weggelassen werden.
    Aber es gibt SOOO viele Metrezeote... da kann man ruhig ein wenig experimentieren. ( Das Rezept mit Bierhefe z.B. würde ich nicht wiederholen...)


    Met ist und bleibt die Königsdisziplin in Sachen sauberes arbeiten. Geschmacklich nimmt er sehr schnell fremde Geschmacksstoffe auf, Fehlgärungen sind nur selten Korrigierbar und es kann VIEL schief gehn. Die Portweinnote, die von vielen "Kennern" gelobt wird, ist nebenbei ebenfalls eine eigentlich unerwünschte Fehlgärung :-)

  • Ahhh jetzt ja!
    Danke für Eure Tipps und das Hintergrundwissen. Werde das mal so probieren! Kannte die Milchsäure eben nur vom Sauerkraut, das ich gelegentlich mal selber einstampfe. Da wird oft auch geraten etwas Milchsäure, Brottrunk, etc. als Starter beizugeben. Hier scheint es ja dann das Nährsalz zu sein, dass einen besseren und etwas sichereren Start ermöglicht.


    Ich hab auch schon einmal Met mit Bäckerhefe gemacht, was zwar auch funktioniert hat, aber das Kopfweh war immens. Ich denke, das kam von davon, dass Bäckerhefe dazu neigt, Zucker auch zu Methanol zu vergären. Portweinhefe ist da wohl das Mittel der Wahl. Aber das ist ja bereitsin einem anderen Thread diskutiert worden!


    Auf jeden Fall Danke nochmal für die Tipps :daumen !
    Grüße


    Alex Lederstrumpf

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  • Der Waschbär ist ja ziemlich bewandelt was die alkoholische Gärung angeht.Klasse - so kann ich mir bestimmt noch den ein oder anderen Trick abschauen.Das mit der Portweinnote hatte ich schon mal bei Stachelbeerwein.Ohne Mist-der hat genauso geschmeckt wie ein Sherry.So war es nicht wirklich ein Verlust. :beten

  • Klasse Rezept ich hab das ganze ja auch schon mal in einem Thema aufgegriffen und seid dem Thema brodeln ca. 5-7l vor sich hin mal gucken ob's wird :-)


    Hab vor ner Woche mal probiert hat was von Sekt gehabt hoffe das ist gut so ^^ sollte ich eigentlich nach süßen oder so?

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  • Der Waschbär ist ja ziemlich bewandelt was die alkoholische Gärung angeht.Klasse - so kann ich mir bestimmt noch den ein oder anderen Trick abschauen....


    Ich würde ja mal eine Gärung hier einstellen... aber... geht das nicht am Thema des Forums vorbei???
    ich selbst mache seitz... äh... geraumer Zeit Äppler und experimentiere immer mal wieder mit was anderem herrum. meinen ersten Honigwein hab ich mit 17 Jahren hergestellt. Das ist jetzt einundzwanzig Jahre her... Mensch wie die zeit vergeht... ;-)

  • Ich denke nicht das es am Thema vorbei geht-Schliesslich ist das ja ein altes Wissen um Haltbarmachung und Verarbeitung von Lebensmitteln.Wirklich mit Bushcraften hat es nichts zu tun-aber mit den gemütlichen Stunden in geselliger Runde :dance