Pfeilschleuder

  • Wieder Samstag, wieder Baumarkt, doch dieses mal war es in der Angelabteilung in der mich ein Produkt, welches ich eigentlich gar nicht brauchte, anbettelte es zu erwerben - Eine Futterschleuder!


    Also eine Art Zwille mit Becher hinten dran...In Blau...einfach niedlich, wie sie da so ganz alleine zwischen all den Haken und Bleien im Regal lag...
    Daheim angekommen:


    Musste ich erst einmal den komischen Becher halbieren und ein Stückchen Seil davor knoten.
    Vor die Gabel wurde mit ein paar Kabelbindern ein eingekerbtes Stück Holz als Pfeilauflage gebaut


    Nach 5-6 Testschüssen auf 25m war das Trefferbild auch überraschend gut...ich traf ein 2l Feldflasche, welche vom Pfeil durchschlagen wurde!


    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • Das ist ein interessanter Ansatz. Könnte mir vorstellen das man da mit Übung recht gut treffen kann.


    Überlege mir ob es sinnvoll ist die Pfeilauflage mit 2 Holzbrettchen anzufertigen die parallel im Abstand von vielleicht 10 cm angebracht sind.
    So würde der Pfeil viel besser in die gewünschte Richtung fliegen.


    Eine weitere Variante wäre eine Art Gleitschiene für den Pfeil die nach vorne verläuft.
    In Verbindung mit einer stärkeren Zwille könnte da richtig "Durchschlagskraft" auf Entfernungen von 20 bis 30 Metern raus kommen.


    Meine Frage an Dich:
    Was für Pfeile verwendest Du. Von einem "Pfeil und Bogen"?
    Oder irgendwie kürzere?
    :winken

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Ich habe mir vor einiger Zeit auch eine Zwille gebaut. Ich verwendete ein starkes Gummi eines Expanders. Dadurch wurde sie deutlich stärker als die im Handel erhältlichen Steinschleudern.
    Der Anbau für die Pfeile lässt sich auch in freier Wildbahn rasend schnell improvisieren. Es reicht eine kleine Astgabel mit Schnur am Griff von der Zwille festzumachenso dass die Pfeile eine Führung haben.


    Früher hab ich nichtts von Steinschleudern gehalten, bzw. mir kam es gar nicht in den Sinn es als ernstzunehmde Jagdwaffe anzusehen. Nach einigem experimentieren bin ich aber mitlerweile davon überzeugt, dass es die Notwaffe für lange Wildnissaufenhalte weit abseits ist.
    Die Vorteile liegen auf der Hand.
    -Sie ist sehr klein und wiegt sehr wenig. Das Gepäck wird nicht beinträchtigt.
    -Das Zielen aus kurze Distanzen erlent man sehr schnell und einfach
    -Munition ist nahezu überall zu finden
    -Mit Pfeilen lassen sich darüberhinaus auch Fische und größere Tiere erledigen.


    Für längere Wildnisstouren werd ich mir von nun an die Zwille mitnehmen.

  • Also wie gesagt war das trefferbild auf 25meter ohne viel übung echt ok...der pfeil war ein einfacher carbon-pfeil vom jugendbogen meiner tochter...das teil gibt es bei decathlon wenn du da mal auf interntseite schaust, müsstest du alle infos zu dem pfeil finden...was die konstruktion ansich angeht...das ist jetzt erst mal ne art skizze zum testen - ich hatte nur bisher nicht die zeit dran weiter zu arbeiten...da kommt also noch was nach!!! (wenn ich zeit finde) ich muss dazu sagen...die power von dem teil ist eher langweilig...aber ich habe irgendwo noch ne zwille die ich mal aus dem urlaub mitgebracht habe...die sollte genug druck haben um sie absolut problemlos auch ohne umbau zur jagd zu nutzen (nein, ich habe das natürlich niiiie gemacht oder vor!!!) was die masse der umbauten angeht, so möchte ich nicht viel dran bauen das sich nur mit werkzeug wieder abbauen lassen würde...aber so viel sei verraten...ich experimentiere grade mit einer aluschiene als pfeilführung!

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    Edited once, last by wandervogel ().

  • Nach 5-6 Testschüssen auf 25m war das Trefferbild auch überraschend gut...ich traf ein 2l Feldflasche, welche vom Pfeil durchschlagen wurde!

    Als ich im Frühjahr in Kanada war hatten wir das ausgiebig getestet mit der Erkenntnis dass, das keine brauchbare Waffe ist. Zumindest nicht mit einer einfachen Pfeilauflage weil es den Pfeil verreist sobald die Federn des Pfeils darüber gleiten. Auf 25 Meter schon gar nicht höchstens auf 10 Meter. Es war schlicht nicht möglich ein Akzeptables Trefferbild zu realisieren.



    2012-05-21-s2-006 von draussen auf Flickr



    2012-05-21-s2-007 von draussen auf Flickr



    2012-05-21-s2-008 von draussen auf Flickr



    2012-05-21-s2-009 von draussen auf Flickr



    2012-05-21-s2-011 von draussen auf Flickr


    Dave Canterburry hat diese Möglichkeit perfektioniert. Und nur so ist es Möglich ein Verlässliches Trefferbild zu realisieren. Zum Beispiel bei einem Eichhörnchen 2 bis 4cm Daneben ist, nicht erwischt, demzufolge eine Erfolglose Aktion. Aber auch da fehlt der live Feldtest. Dave macht viele Sachen die Super sind auf den ersten Blick, man sieht jedoch keine Videos die Beweisen, dass es wirklich funktioniert.



    Liebe Grüsse, bleibt brav und bei den Tatsachen ;)
    draussen

  • draussen: du hast outdoor und mit großer befiederung geschossen...ich auf nem schießstand mit kleiner befiederung auf ein ziel das du kaum verfehlen kannst! Anfangs flog der pfeil auch überall hin nur nicht in die richtige richtung...aber das lag an der position der auflage, welche zu weit unten war und nicht an der bauart als solcher!
    Allerdings die bauart von onkel dave ist echt interessant...ich denke das ich mir da gewiss ne anregung holen werde!

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  • Ich habe mir voriges Jahr auch eine "Slingshot" gekauft welche in der Version G7 bereits eine Pfeilauflage hat.
    Das gebogene Edelstahlblech funktioniert bei dickeren Pfeilen wunderbar, auch die Treffergenauigkeit ist gut, aber bei meinen dünnen Carbonpfeilen passiert es schon einmal, dass Einer in den "Federspalt" rutscht. darum will ich mir noch eine bessere Pfeilauflage zulegen.
    Leider sind die entsprechenden Teile in Deutschland nicht, sehr schwer, oder nur zu deftigen Preisen zu bekommen.
    Das Ganze gehört zu meiner "Notausrüstung" (Survivalausrüstung), da ein derartiges Katapult, weniger auffällt und handlicher ist als ein Bogen. :squirrel :atlatl
    Für die Bogenspezialisten vielleicht interessant: die Zugkraft dieser Schleuder beträgt 25 kg.


    Es gibt auch einfachere Schleudern/Zwillen, aber die meisten haben keine Unterarmstütze und diese ist meiner Meinung nach zur Schonung des Handgelenks unbedingt notwendig.
    Wenn ich es zeitlich mal zu irgend einem Treffen schaffen sollte, bringe ich das "Zeug" mal mit ...

    By de Alexander


    Hoffe das Beste aber rechne mit dem Schlimmsten, so kannst du kaum überrascht / enttäuscht werden ...

  • Mir gehts da wie Draussen !


    Habe sowas vor Jahren bei einem Freund in Tschechien(Sportbogenschütze, Jäger) auch schon ergiebig getestet und haben das dann schnell wieder verworfen.


    Und das obwohl ich mit Schleudern aufgewachsen bin und schon als kleiner Bengel damit gut traf - auch auf etwas grössere Entfernungen und auch durchaus tödlich für Kleinvieh!


    Mit Pfeilen traf ich nix was kleiner war wie ein Scheunentor!


    Eine gute Zwille mit gutem Bumms mit ein paar Bleikugeln und das nötige Wissen/die nötige Fertigkeit an Kleinwild ranzukommen und das Abendessen ist gesichert - im Notfall auch ein paar gesammelte Steinchen !


    Auch das Fertigen von brauchbaren Pfeilen ist oft schwierig und auch Zeitraubend !


    AJ´s Idee mit Expandergummis ist imo etwas das man mal probieren sollte ! Auch eine Armstütze ist was das ich aus Erfahrund empfehle - allerdings sollte man da erst mal schauen wie da die gesetzlichen Bestimmungen sind - in D ist so was soweit ich weiß nicht zulässig !

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • @kelte: die stützen sind verboten in D....jedenfall waren sie es vor 6 jahren! Was das treffen mit der umgebauten zwille angeht...wenn du magst komm auf nrn kaffee vorbei, wir haben hier massig platz auf dem grundstück!
    draussen:
    Aber mal ne andere frage...hattet ihr den pfeil im leder der zwille oder habt ihr ne sehne davor gebaut????
    (anhand der Bilder war er im leder!)
    Ich hab es anfangs auch nur im leder probiert...war nicht gut!!!

    (So muss das aussehen...sonst klappt da nix - deswegen ist da auch diese kordel, wie auf den ersten bildern zu sehen ist...das ist keine deko!!!)
    dazu kommt noch das die Pfeilauflage bei dir eindeutig zu tief angesetzt ist...der pfeil und der gespannte gummi müssen auf einer linie, mit der Fixierung der enden, des gummis (also da wo die gummis an der gabel hängen) sein...das du so nix triffst ist kein wunder!

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    Edited 3 times, last by wandervogel ().

  • Es geht auch in der Ledertasche. Das Problem ist ja dass man bei einem Stein oder einer Kugel schön umgreifen kann was einem vor allem bei einer höheren Zugstärke die nötige Kraft zum halten gibt. Einen normal gebauten Pfeil zu halten ist ungleich schwerer. Das lässt sich aber ganz einfach umgehen, wenn man am Ende des Pfeiles wo man hält einfach eine kleine Lehmkugel anbaut, oder das Ende des Pfeiles so schnitzt das man greifen kann, also konisch.

  • Das lässt sich aber ganz einfach umgehen, wenn man am Ende des Pfeiles wo man hält einfach eine kleine Lehmkugel anbaut, oder das Ende des Pfeiles so schnitzt das man greifen kann, also konisch.

    Das mit der Lehmkugel geht nicht damit wirt der Pfeil hinten zu schwer. Ein Pfeil, um richtig zu fliegen, muss vorne schwerer sein als hinten (FOC = Front of center balance). Das problem, wie Draussen und ich heraisgefunden haben ist nicht so sehr das Festhalten des Pfeiles, man macht ja das mit einem Tradtitionellen bogen auch. Sondern das Problem ist den Pfeil bei jedem Schuss gelichmaessig zu halten und zu feuern. Ohne gleichmaessigkeit wirt man nie Zielsicher mit jedem Schuss. Um das Problem der Gleichmaessigkeit zu Umgehen muesste man ein Pfeilrest Launcher and der Schleuder montieren, ist aber ziemlich Aufwendig zum machen und muss sehr Exakt bearbeited sein.


    Draussen und ich haben fast eien ganzen Morgen damit verbracht eine Zielsichere Pfeilschleuder zu machen und sind dann nach langen hin und her doch zum Schluss gekommen das es mit den Herkoemlichen mitteln UNMOEGLICH ist. Ein Schussgeraet das nicht mit jedem Schuss 100% nachbar zu machen ist, ist Unbrauchbar da man sich beim Schiessen, vor allem auf Lebewesen, niemals auf Glueck verlassen sollte.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Wie einige schon sagten gibt es verschiedene Gründe warum das nicht funktionert.
    Also funktionieren ansich schon aber nicht zu einem brauchbaren Ergbniss führt.
    Der Trick am Bogenschiessen ist der, das der Bogen immer gleich und gleichmässig auslösst,
    vorausgesetzt der Schütze bedient sich immer der gleichen Technik (zb Stichwort Ankerpunkt).
    Beachtet man einige der Grundtechniken des Bogenschiesens wird man sehr schnell Fortschritte machen.
    Bogenschiessen ist leichter zu erlernen als Speere, Speerschleudern, Steinschleuden effektiv ins Ziel zu bringen,
    das war einer der Gründe warum der Bogen in vielen Regionen die Speerschleuder verdrängt hat,
    und auch der Grund warum er später von Armbrüsten und Schusswaffen verdrängt wurde.
    Auch "hällt" man den Pfeil beim Bogenschiessen nicht fest, das ist mit dem Fehlerhaften Auslösen des Pfeiles
    der häufigste Anfängerfehler und Hauptgrund für ein schlechtes Trefferbild.
    Selbst ein einfacher Notbogen ist unterm Strich (meiner Meinung nach) wesentlich effektiver als so eine Pfeil-Zwille.
    Ein Notbogen ist zwar nun nicht perfekt ausbalanciert (getillert) aber man kann sich darauf einschiessen.
    Effektive Jagdentfernung (ist im übrigen sogar heute bei Schusswafen immernoch so) liegt bei etwa 20 max 30 metern.
    Jagdbögen sind/waren erstaunlich schwachbrüstig wie man durch Funde und Experimentelle Archeologie inzwischen belegen kann,
    (die berühmten englischen Langbögen mit teils 100 englischen Pfund und mehr, waren reine Kriegsbögen und eher Artilleriewaffen),
    bei jagdbögen war es über viele Jahunderte nicht nötig so schwere Bögen zu bauen im Gegenteil MUSS ein Jagdbogen klein, leicht
    und ruhig gespannt handelbar sein, das erreicht man wie gesagt auch mit einem Notbogen.


    Ein einfacher Bogen ist schnell gebaut, natürlich wird er seine Elastizität nicht lange halten wenn man frisches Holz nimmt,
    dennoch ist die Suche nach Material aufwenig.
    Rein theoretisch (hab ich noch nicht probiert) kann man auch selbstgedrehte Schnur nehmen, es wurden ua auch Sehnen aus Hanf gefunden,
    aber selbst mit einem einfachen Strick (sollte aber etwas sein was sich wenig dehnt) kommt man leicht auf genug "bums" für die Kleintierjagd
    unter Umstaänden reicht es sogar für Rehwild nach meiner Einschätzung.
    Man darf sich nicht täuschen, der Trend bzw Hipe mit den immergrößerwerdenten Pfundzahlen
    (Zugkraft steht ja immer gleich als erstes wenn man in I-net-Shops stöbert, und dem Laien wird suggeriert Zugkraft == Qualität)
    verhält sich ähnlich zu dem Megapixel-hipe bei Kleinbildkameras.
    Besser man hat einen 20 Pfundbogen, den man aber Ruhig halten und sauber Auslösen kann als einen 40p mit dem Man(n) nix trifft.
    Ein Bekannter von mir hat sich gleich nen 60er(Recurve) gekauft und war damit 1 mal schiessen seitdem steht er im Schrank.
    Ich habe zb 36p was im Turniersport noch zu den Einsteigergewichten zählt aber im Grunde völlig ausreichend ist (wäre) für die Jagd.
    Selbst mit wenig bis keiner Übung im Bogenbau und nur minimalen Werkzeugen kann man einen Bogen bauen der 20-30p locker erreicht,
    was immo ausreichend wäre.
    Ausserdem wird bei einem Bogen der Pfeil über die ganze Länge beschleunigt was bei einer Zwille nicht der Fall ist
    so das man das Auszugsgewicht von Zwille und Bogen nicht miteinander Vergleichen kann.


    Viel schwieriger ist das bauen der Pfeile. Mit etwas Glück findet man brauchbare Haselnuss oder Eschensprosse,
    mit dem dicken Ende vorn (siehe das erwähnte FOC) fliegen diese sogar ohne Befiederung und Pfeilspitze bereits
    ganz gut grade aus. So testet man ob sie überhaupt brauchbar sind.
    Mit Federn und Spitze hat man dann schon einen brauchbaren Pfeil für die Not.
    Natürlich liegen da aber Welten zwischen zu einem Hightech Carbonpfeil.


    Im übrigen haben Carbonpfeile kaum Spin, also biegen sich nicht so durch wie Holzpfeile.
    Wenn du mit einem Carbonpfeil auf der Zwille schiesst mag der Pfeil noch halbwegs sauber und wiederholbar die
    Zwille verlassen, ein einfacher Holzpfeil wird vermutlich beim Auslösen bereits schon so sehr "gestaucht" bei der
    Aufnahme der Kräfte das kann eig nur ein unsauberer Schuss werden, inklusive Verletzungsgefahr.


    Wenn man jetzt von "Notjagdwaffe" redet sollte man auch versuchen auf Hightechkram zu verzichten.
    Im Wald wachsen keine Carbonbäume und auch keine Zwillengummis.



    Tja langer Rede kurzer SInn, so ne Pfeilzwille ist für mich eher ne nette Spielerei, probietr hat das sicher jeder schonmal
    der auch als Kind ne Zwille hatte, aber keine Notjagdwaffe meiner Meinung nach (schon garnich mit 100% Baumarktmaterial).
    Allenfalls würde ich gelten lassen einen Gummi im Survivalgepäck zu haben (ich würde mich dann für eine gute Sehne entscheiden),
    und des Rest muss man dann vor Ort bauen.
    Solche Basteleien können wir ja mal auf dem näxten Treffen machen das ist auf jedenfall interessant.



    Ist nich böse gemeint.


    Trotzdem guten Morgen undso :-)

  • Also ihr Lieben…
    Der Gedanke an eine Waffe, die IMMER trifft, ist aus meiner Sicht reichlich naiv – Im besten Fall gibt es Waffen die „zuverlässig“ in einem gewissen Streukreis treffen und welche die es nicht tuen!


    Diese Pfeilschleuder bietet, mit etwas Übung, nur ein ähnliches Trefferbild wie eine herkömmliche Zwille unter Verwendung von Stahl-, Bleikugeln oder Ähnlichem – Mehr nicht! Nur weil ein Pfeil statt eines Steins oder einer Kugel verschossen wird, wird die Zwille nicht genauer (oder der Schütze besser) sondern hat im besten Falle eine etwas andere Trefferwirkung auf das getroffene Objekt.


    Selbst mit hochwertigen Präzisionswaffen ist es auch dem besten Schützen Unmöglich, ab dem ersten Schuss IMMER „Loch in Loch“ zu treffen.
    Allerdings…was die Verwendung von irgendwelchen „hoch technischen“ Mittel angeht, mit denen man ausschließlich treffen kann finde ich etwas sehr absurd – Denn wenn es draußen im Wald sehr hässlich wird, habe ich die auch nicht dabei!


    Besonders angesichts des Typen der auf dem Mittelaltermarkt eine Axt wirft und damit trifft, oder dem Typen der sein Messer immer sicher ins Ziel bringt, ganz zu schweigen von dem Ureinwohner der in Australien ein krummes Holzbrettchen durch die Gegend wirft und sich so Regelmäßig sein essen Beschafft – Betrachtet es einfach mal so: Bei euch hat es halt einfach nicht gleich Funktioniert – Bei anderen tut es dies – Denn ebenso wie es keine Waffe gibt die immer trifft, gibt es auch keine, oder nur selten eine Waffe, mit der jeder sofort, oder nach NUR einem Morgen des Übens klar kommt!


    Oder um es mal anders auszudrücken: Es liegt beim Fußball auch selten am Ball, wenn eine Mannschaft das Tor nicht trifft!


    Was das Schießen mit Pfeilen auf Lebewesen angeht…Im Normalfall finde ich es, gelinde gesagt, „barbarisch“ da ein Pfeil ein Tier nicht so zuverlässig Tötet wie ein Geschoss und es den Todeskampf des Tiers unter Umständen um einiges verlängert und Qualvoller macht! (Das muss einfach nicht sein!)


    In einem Notfall hingegen, ist es mir persönlich relativ egal ob das Fieh noch zappelt oder nicht, da geht es mir nur um mein eigenes Überleben und da muss ich auch bereit sein, so etwas mal in Kauf zu nehmen.


    Was uns wiederum zur Pfeilschleuder führt: Wenn das Teil auch nicht zu 100% immer zuverlässig trifft, so verbessert es jedoch meine Chancen auf Tierische Nahrung, um ein Vielfaches!


    Also, besser eine etwas unzuverlässige Waffe, als gar keine (natürlich ist eine Zuverlässige Waffe IMMER besser!!!) – Und Pfeil & Schleuder lassen sich in einer hässlichen Situation, einfach besser improvisieren wie eine Flinte oder ein Bogen!


    Davon mal abgesehen…auf eine Minidistanz, von sagen wir mal 5 Metern, einen Hasen oder Fisch von Hand zu fangen ist nahezu unmöglich…Ihn aber mit Pfeil und Schleuder wenigstens am flüchten zu hindern, und ihn im Anschluss mit einem Stein oder Messer den Rest zu geben, stellt sicherlich kein sonderliches Problem dar!


    Nun einmal zur Lehmkugel…
    Ich sehe das ähnlich, der Lehm würde den Pfeil zu „Arschlastig“ machen...Allerdings eine Perle aus Holz oder Hartschaum würden dies verhindern, besonders wenn sie, wie ein Treibspiegel, beim Verlassen des Leders abfallen würde, denn wenn sie dies nicht macht, könnte man sich auch die Befiederung am Pfeil nahezu sparen, denn mit der Kuller hinten dran wären die aerodynamischen und ballistischen Eigenschaften des Pfeils unlängst schlechter!
    Davon abgesehen...man hält den Pfeil nicht fest, da er beim Loslassen verreißt!!!


    Oder man macht es einfach wie auf den Bildern dargestellt und befestigt ein Stückchen Schnur am Zuggummi der Schleuder, welches dem Pfeil aufnimmt wie eine Sehne – Das geht entschieden einfacher, wie sich unterwegs eine Kuller zu schnitzen oder am Pfeil zu basteln!

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  • Ich muss krupp zustimmen...der carbonbaum ist sehr selten geworden;-)
    Was mich aber eher interessiert ist das ding mit der"guten sehne" was genau macht eine gute sehne aus, also worauf muss ich achten wenn ich mir so etwas zulegen möchte???

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  • Du sprichst es ja selber an. Die Übung macht den Meister und es gibt Waffen die man schneller beherrschen lernt als andere.
    Unsere Experimente mit Speerschleudern (ich meine solche wie sie ua noch von den Aborighines verwendet wurden)
    :atlatl
    zeigten das überdeutlich. Es dauert sehr lange bis man auf 20meter ein Ziel in der größe A3 wiederholbar
    sauber ins Ziel bringt, mit lange meine ich viele Hunderte Würfe und dann kann man immernoch nicht von einer
    Warscheinlichkeit von 100% reden. Klar wenn so eine 2-2.5 Meter lange "Lanze" trifft ist die Wucht dahinter beeindruckend.
    Mit einem einfachen Bogen wird man dieses Trefferbild bereits nach kurzer Zeit erreichen, daher ist der Bogen in dieser
    Hinsicht anderen einfachen Jagd oder Notwaffen so überlegen.
    Nimm als bsp die Balearischen Steinschleuderer die Jahrhundertelang begehrte Söldner waren, noch heute ist das dort Volkssport,
    aber die haben das ähnlich wie zb die Aborighines gemacht seit sie alleine laufen konnten.


    Jetzt will ich es nicht in Abrede stellen das du mit Übung ein gutes Trefferbild und genug Durchschlagkraft mit der Zwille erreichst.
    Warum solltest du hier auch Märchen erzählen, ich glaube dir das schon aber ich bin davon überzeugt das ein selbstgebauter Bogen
    ungleich effektiver ist.
    Naja man müsste das wirklich mal vergleichen... evt baue ich deine Schleuder mal nach.


    edit:
    zu deiner Frage, mit "guter Sehne" meinte ich einfach nur eine herkömliche aus dem Fachmarkt und keinen
    Strick, Schnur oder dergleichen ich immer einstecken habe um irgendwas festzubinden ;-)
    richtig authetisch survival wäre wie gesagt sich selber eine Schnur aus Pflanzenfasern zu drehen die
    die Belastung aushält aber sowas hab ich noch nicht drauf... meien längste Schnur aus Brennnessel war so 20cm :mädchen

  • alsoooo...
    ich war grade mal im Garten bzw. auf der Terrasse zum Testen...
    Distanz waren gemessene 5, 10 und 15m, auf eine US Feldflasche 2l, also ca. 17,5 x17,5cm Trefferfläche, geschossen wurde mit baugleichen 6 Carbonpfeilen


    Bei 5 m: ein Schuss ein Treffer (Mit allen 6 Pfeilen),
    bei 10m: sechs Schuss vier Treffer,
    bei 15m: sechs Schuss vier Treffer


    Die Fehlschüsse befanden sich, bei allen Distanzen, keine 5cm neben der Flasche also ein Streukreis von knapp 25cm (Das reicht für einen Hasen)
    Die selben Distanzen und Schüsse mit dem Sportbogen meiner Tochter sowie mit einer Schleuder, unter Verwendung von 10mm Stahlkugeln, führten zu nahezu gleichen Resultaten - Ich muss dazu sagen: Ich hatte diesen Bogen das erste mal (schießend) in der Hand und andere Bögen das letzte mal vor ca. 5 Jahren!


    Ich denke das Problem dabei ist:
    Du siehst, dein Pfeil geht z.B zu Tief und legst beim Nächsten Schuss automatisch höher an - Das geht wunderbar bei unbeweglichen Zielen wie Flaschen oder ähnlichem!
    Bei gesunden Tieren, in freier Wildbahn muss, wie "draussen" schon schrieb, der erste Schuss sitzen und da hilft dir eine Fahrkarte auch nichts, selbst wenn es "nur" 4cm ins Abseits geht - Knapp daneben ist ja bekanntlich auch vorbei!
    Allerdings denke ich, das man mit etwas mehr Übung und Konzentration, mit so einer Schleuder, auch diesen 25cm Streukreis deutlich verkleinern kann!


    Ich persönlich denke, es ist nahezu unmöglich eine Narrensichere Behelfswaffe für jeden Ungeübten (zur Jagd, NICHT zur Verteidigung!) unter Null-Bedingungen zu Konstruieren, welche bei Distanzen über 5m noch zuverlässig einsetzbar ist! Das betrifft sowohl Bögen als auch Schleudern oder Wurfspeere aller Art! Klar kann man mit der nötigen Übung auch mit seiner Waffe größere Distanzen meistern...aber wäre eine Notsituation planbar, hätte auch ich sicherlich etwas anderes im Rucksack wie "nur" Schleuder, Bogen oder Speer! Wir können uns also nicht darauf verlassen das die Waffe mit der wir geübt und trainiert haben, im Ernstfall auch zur Hand ist!


    Also müssen wir zwangläufig, ab einem Gewissen Punkt, irgendwie improvisieren und haben dabei leider keine Möglichkeit für irgendwelche "Trockenübungen"...was mich wiederum zu dem Schluss führt, das man eher an seinen eigenen Fähigkeiten als "Jäger" arbeiten sollte, als den Umgang mit einer Bestimmten Waffe zu trainieren - Denn um "sicher" zu Treffen müssen wir auf 5 Meter an unser Zielobjekt heran kommen - Und das ist wahrlich nicht grade einfach!
    Wenn wir allerdings diese 5 Distanz erreicht haben, ist es auch nahezu egal, welche Behelfswaffe wir letzten Endes dann nutzen, denn auf diese 5m liefert nahezu alles gute/ausreichende Resultate, um vom Zielobjekt auch satt zu werden! Da würde es im Notfall sicherlich auch ein großer Stein tun!!!


    So nun sind wir mal wieder OT...evtl. könnte ja irgend ein netter Admin diesen Beitrag mal entsprechend verschieben oder an ein Thema wie z.B "Behelfswaffen" anhängen..

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  • Wenn ich Krupp richtig verstanden habe, werden Pfeile durch die Kraft des Bogens beim Schuss mehr oder weniger gestaucht und fliegen daher ungenauer.


    Wenn jetzt der erwähnte "Notbogen" aber deutlich weniger "Schubkraft" hat, müsste sich das in Bezug auf einfach "Notpfeile" doch wieder relativieren?



    Lieben Gruß,


    Westwood

  • @westwood:
    Ne...Notbogen mit Nicht-Notpfeil
    Beim Notbogen/Schleuder ist der Schub geringer aber die Strömungseigenschaften des Pfeils bleiben die selben - Durch den geringeren Schub sind dann lediglich die, auf den Pfeil einwirkenden, Gegenkräfte (u.a luftwiederstand) geringer und er "Flattert" und "Wabbelt" dadurch weniger, wie bei großem Schub...hat aber natürlich auch nicht mehr die Energie und Geschwindigkeit!
    Wenn du jetzt bei gleich hoher Schubenergie einen elastischeren Holzpfeil, statt einem starren Carbonpfeil verwendest, dann biegt sich dieser Holzpfeil, auf Grund der selben, auf die Pfeilspitze einwirkenden Kräfte, weit aus mehr durch, wie das Teil aus Carbon!


    Also so habe ich das jetzt verstanden...evtl. können uns die Bogenschützen dazu mal mehr erklären???

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  • Ich muss krupp zustimmen...der carbonbaum ist sehr selten geworden;-)
    Was mich aber eher interessiert ist das ding mit der"guten sehne" was genau macht eine gute sehne aus, also worauf muss ich achten wenn ich mir so etwas zulegen möchte???

    Wenn du es authentisch haben willst nimmst du Flachs oder Hanfschnüre. Ich für meinen Teil nutze Dacron B50 Bogensehne aus Kunstfaser. Bekommst du bei Amazon oder Fachgeschäften.
    Zum drehen der Schnur lege ich 2 parallele Stränge a 4-8 Schnüre nebeneinander und befestige diese an einem festmonierten Objekt. Dann braucht man bloß noch die Sehne zu verdrehen. Einfacher geht es wenn man alle beide Stränge auf kleine Hölzchen aufrollt und beim drehen langsam abrollt.
    Dann kommt man nicht so sehr durcheinander wenn man die langen Stränge immer übereiander legen muss.
    Man könnte einen flämischen Spleiß an einem Ende anbringen, doch meiner Meinung nach reicht auch eine gewöhnliche Schlaufe selbst bei sehr hohen Zugstärken.


    Bezüglich Notbogen bzw. Grünholzbogen.
    Das Problem an Bögen aus grünem Holz sind die geringen Rückstellkräfte und der sich schnell entwickelnde Set. Ich habe jetzt bereits einige Holzarten im grünen Zustand ausprobiert und an ihre Grenzen gebracht.
    Interessanterweise sind viele Hölzer die eigentlich sehr edel für den Bogenbau sind, wie etwa Weißdorn oder Ahorn als Grünholzbogen von einer viel schlechteren Beschaffenheit. Noch schlechter sieht es für den Hasel aus, der überaus schnell Stringfollow bekommt.
    Pi mal Daumen kann man sagen dass ein grüner Bogen etwa die Halbe Zugkraft und Leistung bringt wie ein gleichgebauter aus getrocknetem Holz der selben Sorte.
    Es wurde weiter oben schon erwähnt dass nicht nur die Zugkraft des Bogens entscheidend ist, sondern auch seine Rückstellgeschwindigkeit.
    Das Problem eines Bogens aus grünem Holz ist, dass diese Rückstellgeschwindigkeit eben stark eingeschränkt ist, denn durch das Wasser im Bogen ist erstens zusätzliches Gewicht gegeben, aber was noch entscheidender ist, die Holzzellen noch aufgequollen und zwar elastisch aber weniger gewillt wie in die Ausgangslage zurückzukehren.
    Dazu kommt noch dass sich das ganze Gerät nach einigen Tagen beginnt zu verziehen und man es in die Tonne kloppen kann.
    Meiner Meinung nach reicht ein Bogen der aus grünem Holz gemacht ist, nicht für ein Reh aus, denn das Tier muss ja nicht nur getroffen sondern auch tödlich verletzt werden.
    Für kleine Vögel und Säugetiere, wie auch für Fische auf nahe Distanz, da taugt so ein Teil aber nicht für viel mehr. Zumindest wenn er aus einem Stück ist udn nicht aus mehreren Streifen wie das Madfly hier mal in einem Thread gezeigt hat.


    Hat man wirklich die den Luxus sich in einer Notlage einen Bogen zu bauen würde ich es mitlerweile so machen: Angenommen ich bin für längere Zeit an einem Ort, würde ich mir mehrere Rohlinge (Esche, Hasel, Ahorn) aussuchen ihnen die grobe Bogenform geben, die Enden versiegeln, nicht zu viel wegnehmen und sie an einen Baumstamm möglichst fest zu bingen, so dass sich nix verziehen kann.
    Bei guten Bedingungen ist das Holz bereits nach 1 bis 2 Wochen soweit getrocknet, dass es vernünftige Bögen abgibt.


    Da schrieb noch jemand was für Strongbows zur Jagd. Ich bin zurzeit in der Endphase für einen 80 Pfünder im Stil eines englischen Langbogen also durchgehende Biegung ohne Griff und D Profil. Es muss noch minimal getillert werden aber ich hab ihn schon geschossen.
    Zu Anfang war der Bogen kaum auszuziehen. Gab auch kräftig Muskelkater, aber der Körper lernt sehr schnell mit dieser Belastung umzugehen. Beim zweiten mal war es schon fast möglich ihn komplett auszuziehen.
    Was mir positiv aufgefallen ist, dass die Pfeile deutlisch schneller flogen als bei meinem 40 Pfünder. Dadurch fliegen die Pfeile deutlich gerader und ich muss bei größeren Distanzen nicht so viel berechnen. Darüberhinaus kann ich auch schwerere Geschosse abschießen, die mehr durschlagskraft haben. Noch bin ich in der groben Testphase, aber vorläufig denk ich dass man mit schweren Bögen auch Jagen kann.
    Man muss halt länger üben so ein Monster zu handeln. Aber mal sehen wie meine Einschätzung in paar Wochen ist.

  • Also so habe ich das jetzt verstanden...evtl. können uns die Bogenschützen dazu mal mehr erklären???

    Pfeile, egal aus welchem Material biegen sich immer wenn sie durch eine Kraft X an einem Ende unvermittelt vorangetrieben werden. Man spricht hier vom sogenannten "Spinewert", also der Biegsamkeit/Steifigkeit des Materiales. Zu jeder Bogenstärke (Zugkraft in englischen Pfund "Ibs") gibt es den passenden Pfeil. Zusammen mit seiner Länge, dem Gewicht der Spitze kann der Pfeil auf die Kraft des Bogens abgestimmt werden.
    Dies alles aber sind Überlegungen die ich mir im Fall einer Notsituation nicht stellen brauche da ich diese Probleme nicht werde lösen können noch auch nur 2 identische Pfeile herstellen kann. Somit schießt der Bogen auch jedesmal anders. Gezielt schießen ist anders!
    Sinn macht ein Bogen jedoch in Verbindung mit speziellen Jagdtechniken oder z.b. als Nahtötungsgerät gegen allzu wehrhafte Fallenfänge.


    Eine dringende Bitte meinerseits:
    Egal welche Projektile ihr mit welchem Gerät auch immer zu Testzwecken verschießt - lebende Bäume sollten nicht zu euren Zielen gehören!
    Danke


    Gruß Travelmad

    "Member of OutdoorFrankenCrew"


    - see it - learn it - teach it