2-Tages-Tour mit Hund im Arnsberger Wald

  • In Vorbereitung auf meinen Wanderurlaub ging es dieses Wochenende auf eine 2-Tages-Tour mit schwerem Gepäck. Für so eine Tour sind 20 kg natürlich übertrieben, aber es ging ja auch in erster Linie ums Training. Ursprünglich wollte ich im Arnsberger Wald den Rennweg entlang laufen. Da es sich um einen Höhenweg handelt, findet man hier natürlich kein Wasser. Bei Temperaturen über 30 Grad wäre das für den Hund eine Qual gewesen. Also wurde umdisponiert und es wurde eine Tour mit ein wenig Rennweg, ein wenig am Flüsslein Have entlang, ab un zu mal wieder auf einen Bergrücken und 2 mal runter zum Möhnesee. Am ersten Tag waren es etwa 25 km, am zweiten nur 10 km. Die Nacht verbrachten wir in einem lauschigen Buchenhain.


    Insgesamt war es sehr heiß! So viel Wasser kann man gar nicht mitschleppen, wie man verschwitzt. Somit konnte ich den neuen Wasserfilter ausprobieren (MSR Miniworks EX). Fluppt das Ding.


    Das Hevebecken am Möhnesee ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Da es sich hier um ein Vogelschutzgebiet handelt, habe ich mich natürlich nicht näher "rangepirscht". Für vernünftige Fotos bräuchte man schon ein ordentliches Tele. Ich hatte aber nur meine kleine Knipse mit. Zumindest konnte ich einige Wasservögel identifizieren (Graureiher, Höckerschwäne, Graugänse, Kanadagänse, Kormorane, Haubentaucher, Reiherenten, Stockenten und Blesshühner). Ansonsten haben wir noch ein paar Rehe zu Gesicht bekommen (ist im Arnsberger Wald aber auch nicht verwunderlich), Eichörnchen und Fledermäuse. Nur die Schweinchen wollten sich nicht blicken lassen. Die konnte man nur hören und riechen.


    Da es am Sonntag noch wärmer als am Samstag war, beschloss ich die Tour ein wenig zu verkürzen. Hat natürlich den Vorteil, dass ich gleich noch bei Freunden zum Grillen auftauchen kann. Grillwurst und KALTES Bier, ist manchmal angenehmer als Tütenfutter und lauwarmes Wasser. ;)


    Und nun ein paar Impressionen:



    (schöne schattige kleine Wege)



    (der Vierbeiner voller Tatendrang immer einen Schritt voraus)



    (Was - schon wieder Pause?)



    (im Fichtenhain)



    (kleine Abkühlung)



    (schwer beladen)



    (mein persönlicher Nacktbadestrand)



    (Buxe aus und ab in den See)



    (Auch dem Hund tut die Erfrischung gut.)



    (Ich gebe zu, dass ich ein kleiner Gear-Junkie bin!)



    (heute gibts Nuddeln mit Gemüse und Landjäger)


    Und nun suchen wir uns mal ein schönes Plätzchen im Wald zum Übernachten.



    (dem Sonnenuntergang entgegen)



    (das Zelt ist noch gar nicht aufgebaut, da schläft der Hund schon in seinem "Waldläuferbett")



    (Kitschig? - Nö - einfach nur herrlich!)



    (Hund und Herrchen genießen den Sonnenuntergang)


    Durch die ganze Schwitzerei am ersten Tag, hatten Hund und Herrchen abends Durst wie nur sonst was. Alle Wasserreserven waren aufgebraucht. Der nächste Tag begann um 05:30 Uhr. Gemütlicher Kaffee vorm Zelt fiel aus, weil ja kein Wasser mehr vorhanden war. Also schnell das Zelt abgebaut und noch ein Stündchen bei sehr angenehmen Temperaturen marschiert, bis ich wieder eine schöne Stelle zur Rast und Wasserfassen fand.




    Viel Spaß beim Lesen und Schauen.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

    Edited once, last by smeagol ().

  • Das sieht nach 2 Toptagen aus. Hoffe Du hast für Deinen Wanderurlaub alles testen können!
    Ich sitze gerade hier um mir einen Wasserfilter zu kaufen.
    Ich schwanke zwischem dem "MSR Miniworks EX" von dem Du ja sagst das das Ding fluppt oder einem Katadyn Pocket oder Katadyn Mini. Bei Globi stehem ja überwiegend nur gute und sehr gute Bewertungen zum MSR drin. Einige sagen jedoch auch das der MSR z.B. kein klares Wasser hervorbringt oder sich die Kerze schon nach wenigen Litern zu setzt (klar ist das abhängig vom Wasser). Was sagst Du dazu?


    Ist das Pumpen ok?
    Wie lange brauchts für nen Liter?
    Hat Du schon länger Ergahrung damit?
    Ist die Aktivkohle austauschbar? (bei Globi wird nur ne Austauschkerze verkauft)
    Ist die Verarbeitung ok?
    Hast Du das Wasser aus den Seen der Bilder direkt gepumpt oder hast Du noch was vorgefiltert?


    Ja, ich weiß, gleich sehr viele Fragen. Komm erst mal richtig an nach der Tour, vielleicht hast Du dann ja etwas Zeit für ein paar Worte. Ich habe bisher noch nie einen Filter benutzt, also keinerlei Erfahrung damit. Bisher immer abgekocht oder einen Steripen benutzt.


    Schönes Ausruhen!

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Ich habe den Filter erst seit Kurzem. Langzeiterfahrungen habe ich nicht.
    Grundsätzlich wollte ich mir einen Filter zulegen, um den Brennstoffverbrauch durch Abkochen zu vermeiden (die Hobonauten und KellyKettler sind hier klar im Vorteil). Wenn ich bedenke, dass ich an einem Tag ohne Belastung schon mindestens 2 Liter Wasser trinke und bei anstrengenden Wanderungen je nach Wetterlage auch schon mal 5 oder 6 Liter, dann dauert mir die Abkocherei mit meinem Spirituskocher einfach zu lange und kostet zu viel Brennstoff.


    Also mal bei Globi vorbeigeschaut und alle Filter ausgiebig befummelt und getestet. Der MSR finde ich von Handhabung sehr angenehm. Das Keramikfilterelement soll für 2000 l Wasser gut sein. Selbst wenn es nur 1000 sind, wäre das schon ausreichend für etliche Touren und Urlaube.


    Die versprochenen 1l/min halte ich für sehr geschönt. Ich habe zwar die Zeit nicht gestoppt, aber 2 oder 3 Minuten könnte es dauern.


    Auf der WE-Tour bin ich bis zu den Knien in den See gegangen, habe eine kurze Zeit gewartet, bis sich die aufgewirbelten Sedimente wieder gelegt haben und dann dann wurde gepumpt. Einen Vorfilter (evtl. Kaffeefilter oder Stofftaschentuch) habe ich nicht benutzt.


    In dem Seewasser waren einige Schwebeteilchen. Grundsätzlich würde ich ihn aber als sehr sauber bezeichnen. Aus dem Filter kam jedenfalls glasklares, leckeres Wasser. Wenn ich ab morgen "Magen-Darm" habe, melde ich mich noch mal. Wobei ich zu bedenken gebe, dass ich als Kind aus dem Möhnesee (wurde von meinen Eltern dort jedes WE hin verschleppt) auch einfach nur so getrunken habe.


    Nähreres zu dem Filter kann ich natürlich erst nach längerer Zeit der Nutzung sagen.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

    Edited once, last by smeagol: Ergänzung ().

  • 1. schöne Tour, Smeagol, hat bestimmt ne Menge Spaß gemacht, vielen Dank fürs zeigen!


    2. die gleichen Erfahrungen hab ich mit meinem Miniworks auch gemacht.
    Der große Vorteil ist halt, dass man ihn auf eine Nalgene draufschrauben kann, aber die 1 Minute pro Liter kann ich noch nicht mal mit Kranwasser bestätigen ^^ Werd aber die Tage mal nen Test machen!

  • Quote

    Ist das Pumpen ok?
    Wie lange brauchts für nen Liter?


    Für diejenigen, die es interessiert:


    Während meines kleinen Tripps durch Südnorwegen, habe ich den Miniworks an 4 Tagen ausgiebig benutzt und zwischendurch auf der Reise immer mal wieder. Grundsatzlich war das benutzte Wasser sauber - eventuell nur von Schafsscheiße verunreinigt. Für einen Liter Wasser muss man etwa 110 Mal den Hebel betätigen, was in etwa einer Zeit von 3 min 30 sec enstpricht (habe das Ganze mehrere Male mit der Uhr gestoppt). Eine Verunreinigung kann man am Filterelement nicht erkennen, so dass ich auch bestimmt nicht mit dem groben mitgelieferten Reinigungsschwamm daran gehe. Abwischen - fertig. Gleich wird das Ding noch ausgekocht und dann offen zum Trocknen gelagert.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Ich habe den gleichen MSR Miniworks und möchte hier kurz eigene Erfahrungen dazu beisteuern.


    Eine Pumpzeit von über 3 Minuten pro Liter, oder 110 Hübe, zeigt eindeutig ein zugesetztes Filterelement an!


    Selbst bei augenscheinlich klarem Wasser lässt bei meiner Keramikkartusche bereits nach 2-3 Litern die Durchflußleistung merklich nach.
    Einfaches Abwischen des Filterelementes hilft nichts. Es bildet sich nach weiterem Pumpen ein trüber, schleimiger Belag auf der Oberfläche, wohl aus organischen Schwebstoffen wie Algen ect.
    Dieser Belag geht aber mit dem mitgeliefertem Scheuerteil , oder mit der Scheuerseite eines Spülschwammes einwandfrei ab.
    Gewiss wird auch an der Keramik ein minimaler Abtrag verursacht werden, aber die mikroporöse Oberfläche ist von den Schwebstoffen eh auf ein paar Zehntel µm unwiderbringlich zugesetzt, was, wie gesagt durch vorsichtiges Scheuern abgeht. Deswegen ist übrigens auch eine Durchmesserlehre dabei, die die Mindestdicke des Materials anzeigt.
    Ich selbst merke aber selbst nach mittlerweile ca. 40 maligem "Scheuern" noch keinen erkennbaren Abtrag.


    Auf diese beschriebene Weise gereinigt, beträgt die Pumpzeit für den MSR Miniworks nicht mehr als ca. 90 sec./Liter.
    Und die Reinigung mit dem Scheuerschwamm dauert mit etwas Übung weniger als eine Minute.


    Viel Spaß
    Parzival :bcplove


    P.S. Hier ist ein sehr empfehlenswerter Vorfilter mit 75µm Raster aus Edelstahl, dem ich seit ein paar Monaten mit Erfolg benutze. Er wird einfach anstelle des mitgeliefertem Schwämmchens aufgesteckt und reduziert die Reinigungszyklen merklich!
    http://www.outdoor-ranger.com/…er-prefilter-p-10223.html

  • Hallo Parzival.


    Danke für den Tipp. Ich war der Meinung, dass die Pumpleistung schon unmittelbar nach dem Kauf bei etwa 3 min/l lag. Deshalb war ich der Annahme, dass die 3min30sec nach etlichen Litern Durchfluss nicht unbedingt auf eine Verunreinigung schließen lassen. Sehen oder fühlen kann ich auch noch keine Verunreinigung auf dem Filterelement.


    Na gut. Dann mache ich gleich morgen noch mal den Test mit frisch geschrubbtem Filterelement.


    P.S.


    Ich glaube ich werde in den nächsten Tagen noch mal einen Extrabeitrag zum MSR Miniworks machen - dann kommen diese wertvollen Informationen wenigsten allen interessierten Lesern zu Teil.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Hallo Smeagol,


    ich habe deine wirklich sehr schöne Tripbeschreibung genießen dürfen -
    danke, das Du uns an Deinen Impressionen hast teilhaben lassen.
    Ich habe weiter unten in einer deiner Ergänzungen folgendes gelesen:

    Während meines kleinen Tripps durch Südnorwegen, habe ich den Miniworks an 4 Tagen ausgiebig benutzt und zwischendurch auf der Reise immer mal wieder. Grundsatzlich war das benutzte Wasser sauber - eventuell nur von Schafsscheiße verunreinigt.

    Da es hier um die Wasserhygiene ging und Du das Schafstier mit seinen Exkrementen erwähntest, möchte ich das zum Anlaß nehmen ein wenig meines Wissens an Euch weiterzutragen.
    Das Schaf ist unter anderen ein Wirtstier für das krankheitserregende Bakterium Bacillus Anthracis, dieses löst den Milzbrand aus. Viele kennen dieses Bakterium unter dem Namen Anthrax welches als Biowaffe bekannt geworden ist. Es ist ein stäbchenförmiges Bakterium mit den ungefähren Maßen 6x1 µm. Bacillus Anthracis ist in der lage Endosporen als Überlebenstacktik zu bilden und kann so sehr extremen Umweltbedingungen (Hitze, Kälte, Austrocknung, bedingt Stahlung) stand halten. Dadurch kann es sein das man beim Abkochen nicht alle Endosporen tötet und man läuft in Gefähr einer Milzbranderkrankung zum Opfer zu fallen.


    Filtern hilft hier aber, da sowohl die Keime als auch die Endosporen nicht in der Lage sind einen hochwertigen Filter zu passieren.


    Gruß Wallaby :cafe