Seiten für Outdoormedizin / Erste Hilfe Kurs

  • Hey,
    ein Freund und ich haben in den letzten Tagen etwas im Internet gesucht wie man Verletzungen draussen behandeln kann, sprich Vorbeugung von Infektionen (und deren Behandlung), was tun bei Durchfall usw. haben aber nur wenige gute Seiten gefunden und noch weniger die speziell das Thema Outdoor behandelten (ohne einem Ausrüstung andrehen zu wollen).


    Kennt ihr da gute Seiten oder Bücher und für wie sinnvoll haltet ihr einen "Outdoor Erste Hilfe Kurs".
    Lernt man da viel mehr wie in einem normalen Erste Hilfe Kurs?


    PS:
    Uns geht es um die "typischen" Verletzungen wie eine (Schnitt)wunde, Knochenbruch oder auch (kleine) Krankheiten wie Durchfall oder (Haut)Pilz. Es ist auch nicht das Ziel einen Verletzten wieder topfit zu machen sondern ihn ins nächste Krankenhaus zu bringen, bzw. ihm am leben zu halten :lol.



    Fenrir

  • Hallo


    Quote


    PS:
    Uns geht es um die "typischen" Verletzungen wie eine (Schnitt)wunde, Knochenbruch oder auch (kleine) Krankheiten
    wie Durchfall oder (Haut)Pilz.


    Prinzipiell unterscheidet sich das nicht von "herkömmlichen" erste Hilfe Maßnahmen.
    Sowas wie einen Druckverband anlegen, stabile Seitenlage, Notbeatmung usw
    was man zb im Rahmen des erste Hilfe Kurses beim Führerschein lernt sollte erstmal sitzen.
    Kleinere Schnittwunden muss man säubern und sauber halten bis die gerinnung soweit fortgeschritten ist
    das man auf Pflaster/Verbände verzichten kann.
    Bei größeres Geschichten würde ich kein Risiko eingehen und die medizienische Infrastrukur nutzen.
    Ich rede jetzt von Mitteleuropa.
    Das sind die Basics.


    Die medizienische Nothilfe wenn KEINE Hilfe zu erwarten ist, ist dann auch wieder ein ganz komplexes Thema.
    Darüber habe ich auch nur gelesenses Wissen aus 5ter Hand... Man sollte Wissen wo die Aterien verlaufen
    um im zweifel abbinden zu können... mim Gürtel zb,
    das der Verletze sich ruhig verhalten muss usw bis Hilfe eintrifft.
    Fällt eig auch noch in den Bereich der "Normalen" Notversorgung.


    Solange professionellel Hilfe verfügbar ist sollte man nur Erstversorgung machen und sich dann kümmern
    um nen Notarzt. Dafür braucht es kein spezielles Outdoorwissen.
    Wenn man dagegen wirklich in der Pampa Probleme bekommt... glaube das ist ein thema da muss man sich richtig vorbereiten.
    Ist sicherlich ein Thema was bei vielen "Survival-Kurs-Anbietern" total vernachlässigt wird...


    Gutes Thema!


    edit im übrigen der Grund weshalb bei ernsthaften Expeditionen IMMER jemand dabei ist der geschult ist, also nen Arzt.
    Ich traue mir jedenfalls nicht zu hier medizinische Tips zu geben, schon garnicht welche Pflanzen und Kräuter man
    zb als Ersatz zu "herkömmlichen" Desinfektionsmitteln nutzen kann.
    Ist ein interessantes Thema, aber eines das wirklich Fachwissen erfordert.
    Ich hab mich sowas in der Art auch schon oft gefragt, gestern zb als ich mal wieder Andreas Kieling bei den Gryzzlis
    gesehen habe (Doku-Film)...
    Was wäre wenn... tja. Naja auf jedenfall erste Hilfe Grundkurs machen, kann net schaden ;-)

  • Ich sehe es so: Halbwissen ist hier wirklich nicht ungefährlich das es nun mal um die Gesundheit geht. Ein Erste Hilfe Kurs kann schon mal die Grundlagen schaffen, festigen oder auffrischen. Und bei Unfällen wird ja meistens "improvisiert" denn man hat sie selten im Krankenhaus. Und wenn man schon mal da ist hab ich die Erfahrung gemacht, daß man die meisten Fragen die man stellt auch beantwortet bekommt.
    Gruß
    TaunusNiva

  • Ich würde Euch empfehlen für die Grundlagen einen Kurs zu besuchen, fragt mal beim roten Kreuz in der Nähe. Ein "Erste Hilfe"-Kurs ist umfassender als "lebensrettende Sofortmaßnahmen". Fragt ruhig die Ausbilder was Ihr bei Aufenthalten "in der Wildnis" beachten müsst und was Ihr machen könnt. Bücher oder Internetseiten (mir fallen jedoch keine ein) können Euch zusätzlich Informationen geben, ersetzen aber niemals das Training. Gerade bei Verletzungen kann man viel falsch machen, durch unbedachtes Handeln kann man vieles schlimmer machen. Mir sträuben sich die Nackenhaare wenn in Internetforen versucht wird zu erklären wie man Luxationen und Distorsionen behandelt, wenn EH-Sets vorgestellt werden die den halben Inhalt eines Rettungswagens mitführen usw.


    Was die Behandlung von Krankheiten unterwegs angeht (wie eben z.B. Durchfall): Da kann einem auch zur Not ein Apotheker weiterhelfen (oder ein Heilpraktiker wenn man keine Schulmedizin verwenden möchte). Auch hier lese ich öfter über die Mitnahme von Breitbandantibiotika und anderen (verschreibungspflichtigen) Medikamenten. Das ist höchst leichtsinnig für einen Laien, wenn man nicht genau weiß wann, wieviel und zu welchem Zweck man Medikamente wirklich benötigt.


    Erste Hilfe und Notfallmedizin sind Dinge, die man hoffentlich niemals benötigt, aber die größten Folgen haben können wenn man sein Wissen falsch anwendet! Einen Kurs bietet im Übrigen unser Forenmitglied MadFly an: http://www.earthtrail.de/outdoor-erste-hilfe-kurs/ vielleicht schreibst Du ihn mal an, ich denke er kann Dir auch einiges zu dem Thema sagen.

  • Also an weiteren Kursanbietern kann ich Euch die Outdoorschule Süd wärmstens ans Herz legen.
    An denen kommt man fast nicht vorbei, möchte man ein paar spannende und lehrreiche Tage erleben. Die Schule nutzt Verletztendarsteller an denen man live seine Erfahrungen sammeln kann (Die Elchrettung ist ein genialer Kurs....eigene Teilnahme)


    Naja, ganz ehrlich ist Nehbergs Buch eher was zum gruseln als dass es Handlungskompetenzen vermittelt.
    Aber trotzalledem ein Klassiker. Wobei Handeln eben auch vom tun kommt. Also Bücher sind gut und nett um Wissen auf zu bauen und zu verteifen, aber eine solide und stressgeprüfte Ausbildung hilft um einiges weiter. Einfachste,logische Dinge gehen fehl, wenn die eigene Pulsfrquenz steigt und der Tunnelblick einsetzt. Blinder Aktionismus hilft in der Wildnis keinem weiter.


    Bücher kann ich Euch folgende empfehlen:


    • Buch passend zu den Kursen der OSS.
    • Ebenfalls zwei KLassiker wobei der Treibel eher bergsteigelastig ist, aber gute Materialkonzepte beschreibt. Hier kommen auch Medikamente nicht zu kurz.
    • Die Bibel (allerdings in English und in gekürzter, handlicher Augabe) geht schon extrem tief in die Materie und ist für medizinisch Vorbelastete sehr zu empfehlen. Von Quallenstich bis Angelhaken entfernen. Von Nähen bis Fraktur einrenken.

    So mein Senf...
    Stay Safe...

    Amateure üben, bis sie es richtig machen.
    Profis trainieren, bis sie es nicht mehr falsch machen.

    Edited once, last by taiaha ().

  • Ja klar Halbwissen ist immer Gefährlich, auf diese "Halbe Krankenhaus" Erste Hilfe Koffer bin ich auch gestoßen und Antibiotika selbst verschreiben halte ich eh nichts.
    An einem Erste Hilfe Kurs habe ich in der Schule gemacht, der wurde von BRK geleitet umfasste 16 Stunden, nur damals war ich noch nicht am Thema Bushcraft oder Wandern interessiert. Mein Artzt wird auch oft mich fragen gelöchert ;)


    Danke soweit.


    Was ich eigentlich erreichen will. Einer meiner Mitwanderer ist zu stolz (oder zu blöd) zuzugeben wenn er Schmerzen hat oder es ihm schlecht geht, da er unbedingt die Tour zuende laufen will (Auf der letzten Tour hatte er an beiden Füße viele Blasen, damit ist er unbehandelt noch ca. 1,5 Tage mitgelaufen, bevor wir ihn überreden konnten abzubrechen). Wie kann man so ernsteren Krankheiten (von außen) erkennen oder ist das für den Laien überhaupt nicht möglich und jeder ist "für sich selbst" verantwortlich?


    Fenrir

  • Nein! Nicht jeder ist für sich selbst verantwortlich. Jeder ist für ALLE MITverantwortlich. Wenn Dein Kumpel zu stolz ist zuzugeben dass er Schmerzen hat, dann ist das zu kurz gedacht und egoistisch. Ein Laie und selbst ein Arzt können nicht einfach von außen erkennen ob und wie jemand erkrankt ist. Dazu bedarf es der Mithilfe des Erkrankten. Schmerzen sind Warnsignale des Körpers, wer sie ignoriert begibt sich auf gefährliches Terrain. Selbst Blasen können sich entzünden und zu einer Sepsis führen wenn man "die Zähne zusammenbeißt und einfach weitermarschiert". Dann ist der Spaß vorbei und die Gruppe muss sich nun um einen bewegungsunfähigen Ignoranten kümmern.


    Auch wenn es einem schlecht geht heißt es: Innehalten. Man weiß ja nicht was er hat. Ist es nur eine Magenverstimmung? Ein kurzes Unwohlsein? Oder ist es gar eine Vergiftung weil man doch den falschen Pilz/die falsche Pflanze verputzt hat? Ist es ein Sonnenstich? Ist es Psychosomatisch? Alleine wenn jemandem schlecht ist kann es viele Ursachen haben. Anderes Beispiel: Jemand hat starke Kopfschmerzen und schluckt Tabletten und will weiter. Warum hat er Kopfschmerzen? Zopf zu eng gebunden? Hut zu klein? Sonnenstich? Muskelverspannung? Zahnprobleme? Mechanische Einwirkung? Jemand hat Stiche in der Brust: Liegt es am Herzen? Sauerstoffmangel? verengte Lymphgefäße? Oder ist es doch nur ein Krampf des Zwerchfells?


    Wer bei einer Tageswanderung einfach weitermacht und umkippt hat sich und den Begleitern bestenfalls den einen Tag versaut. Wer mehrere Tage oder Wochen unterwegs ist, setzt seine Gesundheit und die Geduld seiner Gefährten aufs Spiel. Bevor wir nächstes Jahr auf dem Yukon paddeln werde ich frühzeitig meinen Zahnarzt aufsuchen. Ich will den anderen nicht die Ohren vollheulen müssen wenn ich unterwegs Zahnprobleme bekomme die vermeidbar gewesen wären. Das schlägt auf die Psyche und verursacht Unmut. Die anderen haben viel Geld dafür bezahlt, sich Urlaub genommen und geplant und nur weil ich nicht auf meine Körpersignale gehört habe versaue ich den anderen das alles. Vergleiche das Thema hier: http://bushcraftportal.net/forum/index.php?thread/1186


    Freilich: Wenn akute Erkrankungen eintreten kann man sich nicht dagegen wehren. Aber manche Dinge sind vermeidbar bzw. unterwegs besser zu verarbeiten wenn man sich vorbereitet und vor allem wenn man ehrlich zu sich und seinen Begleitern ist.

  • Hallo Fenrir,


    speziell für Outdoor kann ich dir nichts sagen, aber da gab es ja schon gute Hinweise. Ich finde auch dass es sich nicht im wesentlichen von der normalen Ersten-Hilfe unterscheidet. Der große Unterschied ist, dass du längere Wartezeiten überbrücken musst bis der Rettungsdienst vor Ort ist - zumindest in Deutschland kommt der Rettungsdienst überall hin. Auch hast du mehr Probleme mit der Hygiene.


    Beschäftige dich mit dem Thema einfach intensiv. Befasse dich mit folgenden Fragen:

    • Wie leiste ich Erste-Hilfe?
    • Welches Material benötige ich für Erste-Hilfe und kann ich dieses auch anwenden?
    • Wie muss mein Erste-Hilfe-Set aussehen? Welche Medikamente wirken zuverlässig bei mir und müssen in mein Erste-Hilfe-Set?
    • Wie erleichtere ich Bergungs-/Rettungsmannschaften die Arbeit? (Standort durchgeben, Signal geben, Rettungshubschrauber einweisen, etc.)

    Sofern du im Berufsleben bist melde dich als Betriebsersthelfer. Das hat den Vorteil dass du jährlich an einem Erst-Helfer-Kurs teil nimmst und das für dich kostenlos.
    Wenn du dich dann noch mit den Besonderheiten im Outdoorbereich befasst bist du gut gerüstet.
    Immer Wichtig: Deine Begleiter müssen immer wissen wo dein Erste-Hilfe-Set ist und du musst wissen wo deren Erste-Hilfe-Set ist.

  • Ich kann aus eigener Erfahrung auch die Kurse der Outdoorschule Süd empfehlen: Didaktisch genial - sowohl die Lehre als auch das Konzept - Szenarien real (z.B. schlecht zugängliches Gelände, unkooperative/panische Unfallopfer, sehr realistische (!!!) Darstellung typischer Verletzungen eingebettet in outdoortypische Szenarien) und vor allem wird sich nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt sondern immer eine komplette Situation besprochen, von Risiken durch den Unfallmechanismus, über das Absetzen eines Notrufs, ein Anamnesegespräch bis hin zur Behandlung und einem eventuellen Abtransport des Opfers um nur einiges zu nennen. Teilnehmer-Lehrer-Verhältnis ca. 1:8 + verletzte Komparsen, jeder übt alles mit tonnenweise Verbrauchsmaterial (kein "ich würde jetzt damit das machen", sondern jeder bekommt nen Samsplint in die Hand und dann werden in Partnerübungen alle gängigen Methoden durchprobiert). Zudem ergenben sich viele spontane Unfälle durch das Team. Essen und Umfeld sind auch sehr entspannt, hat mich von der Stimmung her doch sehr an ein Forentreffen mit hoher Ereignisdichte erinnert. Die Kurse gibt es teilweise auch im Norden und in anbetracht des gebotenen Programms sind sie sogar einigermaßen günstig im Verhältnis zu anderen Outdoorkursen - n Buch gratis und reduziertes 1st Aid Material bekommt man auch. Lohnt sich auf jeden Fall und man freut sich danach fast auf den nächsten Unfall! :D


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Okay, werde mir ernsthaft überlegen so einen Outdoor Erste Hilfe Kurs zu machen.


    Eine Frage habe ich noch:
    Angenommen ich bin schwer Verletzt und kann nicht mehr ins nächste Dorf oder bin mitten im Wald. Ist es in dieser Situation erlaub ein "Signalfeuer" zu entzünden? Normal ist es ja verboten im Wald ein Feuer zu machen.
    Im urbanen Gelände darf man z.B. Autoscheiben einschlagen um an das Erste-Hilfe-Kit zu kommen, da das Leben eines Menschen mehr wert sei (lt. dem Sicherheitsbeauftragten unsere Firma.).

  • "Erlaubt" oder "dürfen" wäre der falsche Terminus.


    Grundsätzlich ist es so, dass man bestimmte Taten unter Umständen rechtfertigen oder entschuldigen kann, um nicht bestraft zu werden. Das heisst aber nicht, dass sie deshalb erlaubt sind.


    Im Falle der Autoscheibe verhält es sich so, dass ich diese eigentlich nicht einschlagen darf, weil Sachbeschädigung.
    Da ich mich aber in einer gegenwärtigen nicht anders abwendbaren Gefahrensituation für mein Leben befinde, werde ich es jedoch tun und dafür auch nicht bestraft, solang der Schaden den ich anrichte nicht wesentlich überwiegt.


    Genauso verhält es sich beim Feuer. Ich darf grundsätzlich im Wald kein Feuer entzünden. Tue ich es doch, um auf mich bzw. meine Notsituation aufmerksam zu machen, muss ich mir genau überlegen, ob evtl. ein größerer Schaden eintreten könnte, der u.U. diese Tat nicht mehr rechtfertigt. D.h. werde ich gefunden, gerettet und das Feuer gelöscht, ohne das irgendwer zu Schaden kommt, werde ich mir über eine Anzeige vlt. keine Gedanken machen müssen, da ich diese Tat rechtfertigen kann.
    Verliere ich jedoch die Kontrolle über das Feuer und es kommen dabei im schlimmsten Fall mehrere andere Menschen zu Tode, wirds seeehr seeehr eng..


    Fazit.. Erste Hilfe Zeug und Fliegersichtzeichen am Mann wären eine gute Alternative.. ;)

  • Will mich auch mal einklinken...


    Ich finde das Thema Erste Hilfe grundsätzlich eines der wichtigsten im Survival Bereich. Mal Hand aufs Herz - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland (oder Umland) in einer handfesten Überlebenssituation zu landen, in der man allein oder als Gruppe der Wildnis trotzen muss - nicht ausgeschlossen, sicherlich, aber doch verschwindend gering. Ich hab zu dem Thema mal Statistiken gewälzt und hochgerechnet... (Hier der Link, wen es interessiert: Risikobewertung für Notsituationen in Deutschland - zugegeben immer etwas trocken, sich mit Zahlen zu beschäftigen, aber mich hat das einfach mal interessiert :) ...) Statistisch gesehen ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, Erste Hilfe leisten zu müssen um ein Vielfaches höher, als jemals hart auf hart sein Survival Wissen unter Beweiss stellen zu müssen. Könnte man fast sagen: Erste Hilfe = Survival des Alltags :lol ...


    Und noch mal Hand aufs Herz: wie viele "Survivalisten" können wirklich angemessen auf eine Erste Hilfe Situation reagieren? Das braucht, wie so vieles im Leben Übung, Übung, Übung... Was wir in unseren Kursen immer wieder sehen, ist, dass leider nur ein geringer Prozentsatz der Teilnehmer ausreichend Kenntnisse hat und reaktionsfähig ist (meistens kamen die dann vom Bund), der überwiegende Anteil der Leute aber schlichtweg nicht weiss, was zu tun ist, oder sich nicht traut etwas zu tun, weil man ja was falsch machen könnte... Und das ist auch völlig verständlich! Jeder der mal ein "normales" Erste Hilfe Training bei den üblichen grossen Anbietern mitgemacht hat (man denke da an seinen obligatorischen Kurs im Rahmen der Fahrschule zurück - vor wieviel Jahren war das doch gleich noch mal ;) ?), weiss bestenfalls theoretisch, was zu tun ist, hat aber praktische Erfahrung gleich Null...


    Also mein Plädoyer: Besucht regelmässig GUTE Erste Hilfe Kurse. Ich will hier gar nicht ^^ Werbung für uns machen (obwohl ich uns in diese Kategorie einsortieren würde :lol), sondern auch nochmal die Outdoorschule Süd aufführen, wo wir unsere internen Weiterbildungen absolvieren. Genau so, wie dort praktiziert, sollte ein Erste Hilfe Kurs aussehen: Praxisorientiert, anhand von realistisch gespielten Fallbeispielen, Verständlich auch für Laien und mit einem phänomenalen Preis-Leistungs-Verhältnis (wie auch immer die so eine Preisgestaltung hinbekommen :confused). Danach fühlt man sich wirklich sicher (und erhofft schon fast den reellen Notfall, um sich beweisen zu können)...


    Aus Büchern lernen (auch wenn es da sehr gute gibt, z.B. Erste Hilfe Outdoor - ebenfalls von der Outdoorschule Süd [noch ein Plädoyer: aber tut dem Buchhändler um die Ecke den Gefallen und bestellt es nicht bei Amazon :unschuld], halte ich aus oben genannten Gründen hingegen für wenig ergiebig. Ich glaube Survival, Bushcraft und Outdoor Skills lassen sich sehr gut autodidaktisch erlernen - für Erste Hilfe gilt das meiner Meinung nach (es sei denn, man besitzt eine Menge Hintergrundwissen) jedoch überhaupt nicht.


    VG MadFly :winken

  • ...ich muss dir da echt zustimmen...ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN...ist einfach der sicherste weg!


    Allerdings...die meisten Menschen verfallen im Ernstfall dennoch in eine art Schockstarre, wenn da echtes Blut fließt - Ich kam mal zu einem Unfall auf der Autobahn, da stand sogar ein Arzt, mit den Händen in den Taschen rum und traute sich nicht zu helfen!!! OK - Es war ein HNO-Arzt - Aber auch die haben vor der Fachausbildung ein Grundstudium - Er stand einfach unter Schock, und das muss man trainieren!


    Ich denke richtiges Üben, kann man in den meisten Kursen vergessen, da sollte schon ein richtiges Training ran, also wo die Unfalldarsteller auch blutig aussehen und schreien - Im Blaulicht-Bereich nennt sich das ganze "RUD" Realistische-Unfall-Darstellung - allerdings sind solche Trainings meistens sehr teuer und aufwendig und so gut wie gar nicht, für den zivilen Bereich angeboten!


    Ich denke wenn man es wirklich ernst meint und es lernen will, ist der einfachste und sicherste Weg zum Erfolg, ein ehrenamtliches Mitwirken, in den hierfür bekannten Organisationen!


    Grade diese Führerscheinkurse, sind die absoluten Basics - Nett, aber das gelernte haben die meisten nach 2 Monaten wieder vergessen!


    Wenn du dir überlegst..."Herz-Lungen Wiederbelebung bei Kleinkindern und Babys" das hast du beim Führerscheinkurs, wenn es hoch kommt, grade mal 10 Minuten im kompletten Kurs - Und wenn du jetzt weiter denkst, wie viele kinder in den Autos auf unseren Straßen sitzen - dann finde ich das echt erschreckend!
    Meiner Meinung nach sollten diese Kurse mindestens 3x so lange gehen, damit man den Teilnehmern etwas richtig vermitteln kann!
    Dazu noch die Verpflichtung diese Kurse regelmäßig wieder aufzufrischen - und die liste der Unfalltoten würde sich evtl. etwas verringern!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • Das braucht, wie so vieles im Leben Übung, Übung, Übung

    Man vergisst schnell und in einer Echtsituation erinnert man sich eh nur an die Basics.

    Also mein Plädoyer: Besucht regelmässig GUTE Erste Hilfe Kurse.

    Die sollten 2 Tage dauern. Regelmäßig heißt bei mir jährlich. Hier noch mal der Hinweis auf den Betriebsersthelfer, dann kostet es euch nichts.

  • Die sollten 2 Tage dauern.

    Find ich reichlich kurz! Ich glaube, zur Auffrischung reicht das sicherlich aus, wenn es regelmässig gemacht wird. Aber wenn jemand einen Einstieg in Erste Hilfe sucht, sind meiner Meinung nach mindestens 3, besser 4 Tage angezeigt. Wobei da sicherlich Unterschiede bestehen, ob sich jemand auf Situationen im Alltag vorbereiten will, in denen der Rettungsdienst in aller Regel innerhalb von Minuten vor Ort ist, oder ob es um Erste Hilfe in Outdoorsituationen geht, in denen nicht sofort vom Fachpersonal übernommen wird...


    VG MadFly :)

  • Ich finde zur Vorbereitung auf einen eventuellen Notfall ist ein normaler Erste Hilfe Kurs ausreichend, den die wenigsten wenn sie auch jedes Jahr eine Auffrischung machen werden es Fertig bringen in einer Notfallsituation zu helfen .
    Da ich auch Ersthelfer bin da wo ich Arbeite muss ich von Glück reden das ich bisher nur leichte Quetschungen und Schnittwunden Verarzten musste oder Leute zum Arzt bringen wenn etwas ins Auge gelangt ist.
    Und da denk ich werden die meisten Leute schon Probleme bekommen einen ruhigen Kopf zu bewahren und das richtige zu tun.
    Aber im Allgemeinen bringen die ganzen Kurse schon was den solange man nicht in eine Notfallsituation gekommen ist denkt man, kann ja nichts passieren ich hab ja einen Kurs besucht.
    Grüsse Walter ;)

  • ich sehe das etwas kritischer...
    grade beim EH-Kurs zum führerschein...die leute bekommen gezeigt wie sie ein unfallopfer versorgen können...das ist soweit ok - ABER - wie die den verunfallten schnell und sicher aus dem auto bekommen wissen sie nicht!
    ich denke da sollte angesetzt werden!
    eine allgemeine pflicht eines Gurtschneiders im auto könnte bereits ein anfang sein, dazu rettungs und bergungsgriffe im EH-Lehrgang und es wäre sicherlich vielen geholfen..!


    wenn du überlegst das der fahrer bei nem frotaufprall, bewusstlos ist und ne spritzende schnittwunde am rechten bein hat!
    toll das der ersthelfer weiss, wie er nen druckverband anlegen muss...was allerdings unmöglich ist, solange der bewusstlose fahrer noch im auto, hinter dem lenkrad, sitzt und evtl. sogar zwischen lenkrad und sitzt noch eingeklemmt oder angeschnallt ist!!!!
    den weg ihn da raus zu bekommen sind in der crashrettung 3-4 Handgriffe...sowas könnte man in einen eh-Lehrgang mit einbauen - eine unterweisung für 10 leute dauert selten länger wie eine halöbe stunde!!! (man müsste nur mal dem lehrgang zurzfristig vom unterrichtsraum auf dem Parkplatz verlegen!)
    zudem könnte man den kursteilnehmern noch zeigen wie man den abgeschnittenen gurt noch als rettungsschlufe oder tragehilfe nutzen kann...und, und,und...

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!