Auch ein blindes Huhn findet mal (ein Korn) Schwammerl!

  • Vor ein paar Tagen war ich zusammen mit meiner Mutter im Wald unterwegs. Ich wollte Plize suchen, musste aber zuvor meine Mutter noch davon überzeugen, dass dies auch wirklich Sinn und Spaß macht. Sie hatte gemeint, dass noch vor Kurzem nichts zu finden gewesen sei wegen der anhaltend trockenen Witterung, dem ausgeprägten Schwammerltourismus usw.


    Trotzdem sind wir aufgebrochen, um unser Glück zu versuchen. Anfangs fanden wir schon mal gar nichts, nur einige winzige Kümmerlinge oder Stellen an denen offensichtlich bereits Pilze/Schwammerl abgeschnitten und mitgenommen wurden. Nach ca. eineinhalb Stunden waren in unseren Beuteln gerade mal der Boden mit einigen kleinen Eierschwammerl (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Eierschwammerl) bedeckt. Obwohl meine Mutter echt einen Riecher für Pilze hat und ein wahrer Profi auf diesem Gebiet ist, begannen wir beide an unseren Fähigkeiten schön langsam zu zweifeln. Sie hat dann gemeint, dass die Pilzesucher vor uns sicherlich was übersehen haben und sie kenne ja die eine Stelle nicht weit weg - nur über den Bach und dann den steilen Hügel hinauf ... Hab gleich protestiert, da ich die Stelle von früher bereits kannte - nichts wie dichtestes Unterholz im unwegsamen Gelände. Für mich in meinem kurzen T-Shirt und dem für eine Schwammerltour doch großen Rucksack im dichten Jungwald würde dies sicherlich nicht angenehm werden. Sie hat nur gemeint, denn Rucksack könne ich getrost wegschmeissen, zum Pilzesuchen ist der sowieso überflüssig und wenn ich ohne richtige Kleidung in den Wald gehe bin ich ja selber schuld. Fühlte mich auf Anhieb wieder in meine Kindheit zurückversetzt ... Wir machten uns dann aber sogleich auf den Weg und wurden nicht entäuscht:




    Offensichtlich haben die Pilzesucher um das schwierig zu erreichende Waldgebiet wirklich einen großen Bogen gemacht. Meine Mutter hatte in ihren Turnschuhen im steilen Gelände echt Mühe und ich blieb mit meinem Rucksack ständig an irgendwelchen Ästen hängen. Trotz dieser Plackerei fanden wir auf Anhieb gleich mehrere Stellen, die mit schönen Eierschwammerl regelrecht gepflastert waren. Ab und an sichtet man ja einzelne gute Plätzchen, wo sich das einsammeln auch wirklich lohnt. Doch gleich mehrerer dieser Hot Spots auf kleinem Raum, das habe ich bisher (leider) noch nirgends zu Gesicht bekommen. Die Eierschwammerl wuchsen seltsamerweise in der Nähe von Birken im sonst üppig mit jungen Fichten und einigen Föhren bewachsenen Jungwald. Unsere Beutel waren innerhalb kurzer Zeit gefüllt und wir entdeckten noch weitere Plätzchen, sodass wir auf die Ziploc-Bags aus meinem Rucksack zurückgreifen mussten. Ist eben doch vorteilhaft, wenn man ein Backup im Rucksack hat, was dann sogar meine Mutter bestätigen musste.



    Abends gabs noch geröstete Eierschwammerl mit Zwiebeln und Rühreiern, die bei Muttern natürlich am besten schmecken. Tags darauf dann eine ausgezeichnete Schwammerlsuppe. Den Rest der Ausbeute habe ich sauber geputzt und gewaschen, was beinahe schon länger gedauert hatte als die Suche selbst. Die Schwammerl wurden blanchiert und nach dem Abkühlen in Gefrierbeutel abgepackt und eingefroren. Finde, Eierschwammerl halten sich so am besten und verlieren dabei auch nicht allzuviel vom ausgezeichneten Aroma, das typisch ist für diese bekömmlichen kleinen Pilze.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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  • Rezepte ... Rezepte ... Rezepte !!!


    Mein Favorit: Mit etwas Butter, einer kleinen (!) Prise Salz im eigenen Saft gedünstet (Deckel drauf). Später noch Zwiebel dazu und mitdünsten.
    Zum Schluss frische Petersilie und etwas Sahne dazu, aufkochen, mit Pfeffer und gegebenenfalls Salz abrunden ... fertig.
    Am besten mit Kartoffeln oder noch besser Pfannkuchen servieren.


    Gruss