Urban Bushcrafting (Notfallprävention & Stadtleben)

  • Der Begriff und das Thema "Urban Survival" dürfte ja eigentlich recht bekannt sein.


    Angelehnt an dieses hat sich mir dann einmal die Frage gestellt, inwieweit / ob sich sog. "Bushcraft" Wissen und jene -primitiven- Techniken, auch im "normalen" Alltag anwenden lassen.


    Natürlich ist es beruhigend und schön zu wissen, wie man sich mit praktisch nix. bspw aus Ästen/Zweigen usw. eine Unterkunft draußen baut; oder welche Pflanzen man essen kann. Ebenso Orientierung oder Fallenstellen.


    Doch all jenes ist doch beinahe nur "Waldspezifisch"...


    Stellen wir uns als Situation einmal vor, inspiriert durch die Natureinflüsse der letzten Wochen (Feuer, Unwetter, Überschwemmungen etc.), daß es zu einem Notfall bzw Krise kommt. (Kriege, Wirtschaftliche Zusammenbrüche, oder Zombies ;) ausser Acht gelassen); und die meisten von uns ja mehr oder minder in Ballungszentren (Städten) wohnen.


    Welche Fertigkeiten sind in der Stadt von Nutzem?


    Welche Ausrüstung ist hier von Nutzem?


    Läßt sich BC Wissen überhaupt in urbanem Gelände anwenden?


    usw. usf.


    Es ist nicht einfach zu beschreiben oder zu erklären, hoffe dennoch, es so gut wie möglich verständlich machen zu können.


    Nun ist Eure Meinung gefragt; denn ich denke, Wald und Natur hin oder her; die wenigsten haben nur eben keine Hütte in Mutter Natur oder leben dauerhaft draußen.


    lg WK :tarp

  • Ich denke mal bei einer richtigen Katastrophe ist es gleich
    Man braucht Wärme - Unterkunft- da kann man sich in irgendwas zurückziehen, was noch steht und Decken mitnehmen - wenn alles naß ist muß man es trocknen - dazu brauchen wir dann auch Feuer.
    Dann Wasser wird es wohl geben - bei Überschwemmung allemal - wenn verschmutzt filtern und abkochen.
    Essen dürfte das geingste Problem sein - irgendwo wird es Konserven geben.
    :hobo

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Interessantes Thema.


    Ich denke vom ganz groben Ablauf ist es dem Wald ähnlich. Erst Schutz/Lager (sofern es sich um keine ABC-Kriese handelt) evtl. Rettung, dann Wasser und Nahrung. In der Stadt würde ich spontan mal den Supermarkt plündern... :confused


    Zum Tehma Ausrüstung:
    Kommt darauf an was genau passiert ist. Sind viele Gebäude zerstört würden ich Schlafsack/Isomatte für nützlich erachten, evtl. auch einen Kocher. Sonts ein Messer und evtl. Dietriche um sich Zugang zu verschaffen. Im weiteren Verlauf sind Werkzeuge (Hammer, Schaubendreher etc.) bestimmt hilfreich.


    Wissen:
    Denke das ist wieder der wichtigste und größte Unterpunkt. Jemand der sich z.b. mit Chemie auskennt, weiß evtl. wie man sich aus Haushaltsmittel/Reinigungs Mitteleine "Bombe" baut oder was er mischen muss damit es brennt (=Feuer). Ein Automechaniker bekommt ein Auto wieder repariet, ein Bushcrafter kann Feuerbohren und weiß wie man Wasser sauber bekommt, usw.
    Ist wieder Sitouationsabhänig, will man in der Stadt bleiben, also sich einrichten, oder nur aus ihr entkommen. Strom würde ich, bei ersterem, (fast) als wichtig bezeichnen wenn man sich einrichtet, da viele unsere Geräte mit Strom funktioniern und diese zu funktionsfähig bleiben/werden.



    Gab da auch mal eine TV-Serie: "Die Kolonie" oder so ähnlich...

  • Hey


    Also ich würde sofort die Stadt verlassen wenn es sich andeutet das die Notlage länger dauert, worstcase?!?
    Aber du meinst in dem Fall wohl eher vorübergehende Notlagen, bzw müsstest du genauer definieren.


    Ich denke da helfen Bushcrafttechniken eher wenig.
    Versorgungsausfall im Winter (Strom, Gas, Wasser ect) kann schnell heftig werden.
    In den meissten Gebäuden, selbst im "Osten" sind kaum mehr Öfen vorhanden, saniert usw,
    wenn ein Kamin da ist weiss man nicht ob der Kamin (ist idR anzunehmen) inzwischen anderweitig genutzt wird,
    keine Ahnung evt als Kabelschacht, aber ohnehin wird er nicht benutzbar sein (rückbau der alten Essen).
    Je nach dem wie stark man von der Versorgung abgeschnitten wird, wirds wohl auch schnell Nahrungsmittelengpässe geben
    inklusive der Zubereitung (Feuer ?) da kanns dann schon eng werden.


    Gibt dazu sogar ganz "offiziel" Tips, nur naja glaub nicht das der Otto und die Maria Mustermann überhaupt davon wissen...
    BA katastrophenschutz
    der "normale" Outdoorer ist da schon im Vorteil, weil er den Kram ohnehin zu Hause hat.

  • Ein sehr wichtiges Thema hierbei ist auch der persönliche Schutz.
    Denn wenn man Feuer, Wasser, Essen und ggf. sogar Strom hat, hat man auch immer Neider die genau das nicht haben.
    Und die Fragen dann nicht umbedingt freundlich ob sie was abbekommen!


    Wichtig ist zudem auch eine medizinische Versorgung!!

    Gruß


    Flex


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    „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
    Benjamin Franklin

  • Anlehnend an meine Vorschreiber möchte ich erwähnen daß wir schon erhebliche Probleme haben auch nur eine kurze Zeit ohne Strom auszukommen (Stadtmenschen noch mehr wie "Landeier"). Nach einer gewissen Zeit wird auch kein Trinkwasser mehr aus den Leitungen kommen da die Pumpen, um es zu fördern bzw. aus den Wasserspeichern der Städte und Gemeinden, auch nur mittels Strom funktionieren (Notstromagregate sind nicht überall verfügbar und wenn dann nur für einen begrenzten Zeitraum). Kaum einer denkt daran sich überhaupt Vorräte jeglicher Art für etwaige Engpässe anzulegen.


    Automatisch wird sich jeder irgendwann draussen in der Natur umsehen müssen um alles was man zum Überleben braucht sich zusammen zu suchen und ich denke da kann Unsereins den nahezu "Unwissenden" oder denjenigen, die sich noch nie Gedanken in der Art gemacht haben, bestimmt mit Rat und Tat zur Seite stehen.


    In Krisensituationen gleich welcher Art wird "Vater Staat" uns nämlich garantiert nicht zur Seite stehen und jeder ist sich selbst der Nächste.


    LG
    WhiteEagle

  • Vordergründig geht es um die "allgemeine" Anwendbarkeit von BC Fähigkeiten/Wissen in der Stadt/Alltag.
    Notsituationen/Krisen sind eher sekundär, weil zu weitführend, daher habe ich es lediglich als ein Beispiel nutzen wollen wo ich mir vorstelle, dass Waldläuferwissen etwas bringen könnte.
    Bei Überflutung/Hochwasser sind andere Fähigkeiten gefragt als bspq. bei Feuer oder Erdbeben. Nehmt Euch einfach selbst ein beliebiges Szenario :)
    Aber wie im Eröffnungspost erwähnt bitte nix mit "Zombie Apokal. oder ABC Krieg". Das ist ein Thema für sich und passt dann wirklich eher zu direktem Urban-Survival.


    Dazu erwähnt: Das erste was ausfällt ist zu 90% der Strom. Wer keine Sonnenkollektoren oder eigenes Hauskraftwerk hat...
    Also lassen wir das außer acht, im Wald hats auch keinen.
    Was nun also tun? Hinzu kommt, dass nach Berechnungen Supermärkte innerhalb von max 48 Std leergefegt sein werden. Seien es nun "Hamsterkäufe" oder "Plünderungen". Also muß man sich um die Nahrungsbeschaffung Gedanken machen.
    Wasser, hm. Filtern wäre eine Möglichkeit, nur was tun bei Flut?

  • hmmm


    Ich weiss leider immernoch nicht so ganz genau in welche Richtung du möchtest.
    Hab so grob von 17-21 in Folge der Wendewirren und familiärer Hintergründe mehr oder weniger
    auf der Straße gelebt.. naja nicht so wie Obdachlose oder Straßenkinder sondern eher auf die
    Art das wir uns einfach in Häusern eingerichtet haben die (nach meinem Verständniss) ohnehin herrenlos waren.
    Ein entscheidentes Kriterium war zuersteinmal der Zustand des Daches, dann wurde geschaut in welchem Zustand der Rest
    d.h. zb Abwasser/Wasser (sprich das Klo, ganz wichtig... meine ich ernst) , die Schornsteine, natürlich auch so Sachen wie Fenster
    waren... natürlich haben wir damals auch geschaut das/ob Strom funktioniert ohen das uns ein Kabelbrand in Holzkohle verwandelt.
    (in meinen Fällen wurde sich im nachhinein sogar um Verträge/Vereinbarungen bemüht, beklauen wollten wir niemanden, nur wohnen,
    aber das nur nebenher)
    Buschcrafttechniken ja hm brauch man dafür eher nicht, wohl aber muss man improvisieren können
    und es ist hilreich ein wenig Handwerksliches Geschick zu haben und Werkzeuge,
    und vorallem auch sowohl soziale Fähigkeiten als auch solche sich , naja, im Zweifel durchzusetzen...
    Nahrungsmittelbeschaffung wäre noch ein Thema. Da findet man viel brauchbares in Müll/Biotonnen, muss man sich nur überwinden.
    Oftmals Lebensmittel ohne beeinträchtigungen weil einfach viel weggeworfen wird was problemlos geniesbar ist.
    Ich selber war seit vielen, vielen Jahren nicht mehr "Containern" aber da heute viel von Organisationen für die Tafeln abgeholt wird
    weiss ich net genau obs da nochwas zu holen gibt.
    Tja... evt verstehe ich auch net ganz worauf du hinauswillst, aber nach dme Treffen im Harz halte ich dich für fähig genug,
    scheinst mir eh ein kleiner Mc Gyver zu sein, meine ich positiv ;-)

  • krupp: Hä? Ich war nich im Harz, meinst sicher Nachtkauz ;)


    Worauf ich hinaus will sind zusammengefasst 2 Dinge:
    1. Ist Waldhandwerkwissen / Fähigkeiten Alltagsgeeignet (ohne Krise...)? Wenn Ja, Wie /Wo?
    2. Notsituation (beliebig) Welche Fähigkeiten sind sinnvoll/ein und umsetzbar? Usw.


    Wie gesagt, nicht leicht zu erklären... Aber Danke Krupp, bist auf dem Weg, wo ich hinwill :)

  • Egal welches Szenario ich da nehme, z.B. Umwelteinflüsse, Unwetter usw. wenn soetwas eintritt, dann ist es meines Erachtens nach in den allermeisten Fällen notwendig, seinen Standort zu verlassen. Auch und gerade in den Ballungsgebieten mit einer hohen Bevölkerungsdichte wird es nach solchen Ereignissen sehr schwierig sein dort zu bleiben. Schon die hygienischen Bedingungen werden einen bald dazu bewegen, einen Standortwechsel in Betracht zu ziehen.


    Und DA kann einem dann das Wissen, daß man sich beim Bushcrafting angeeignet hat, erheblich weiterhelfen denke ich.


    Sei es beim Verlassen der Ballungsgebiete -> Orientierung -> Gepäck -> Ausrüstung


    oder


    beim Improvisieren und Meistern von unvorhersehbaren Entwicklungen und Ereignissen.


    oder eben einfach nur


    beim finden und aufbereiten von Nahrung und Trinkwasser , was ja hier und da auch mal gebraucht werden könnte. :D


    Also um mal auf die Frage zu antworten die gestellt wurde: Ja ich bin der Meinung, daß mir die beim Bushcraften erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in einer solchen Situation von erheblichem Nutzen sein könnten.


    Man kann das Ganze noch annähernd unendlich weiterspinnen und bis zur dezentralen Lagerung von Ausrüstung oder Teilausrüstungen nachdenken aber ich denke mal das war nicht der Sinn des Themenstarts ;)


    Gruß
    TaunusNiva

  • ein paar wissen es ja, ich war einige Jahre im bereich Kat.Schutz tätig, kurz und knapp:
    Wir haben ein bundesweites Problem mit der Trinkwasserversorgung, wenn es mal richtig knallt - Der einzige Trost hierbei ist, das es Bundesweit zwar zu wenige Betreuungszüge gibt ABER Katastrophen bisher nie die ganze Bundesrep. betrafen - sondern immer nur gewisse Gebiete - so das man immer schön die Züge aus verschiedenen Bundesländern/Städten, via Amtshilfeersuchen oder Status "Kat" des BMI zusammen in den Einsatz schicken konnte.


    Ich denke das größte Problem ist hierbei immer, dieser sinnlos lange Weg der Behörden und Ämter - Es könnte so Einfach sein wenn...


    Aber zu deiner Frage:
    Ja...In Teilen sicherlich!
    Schwimm- und Klettertechnik, so wie das überqueren von Flüssen kannst du im Hochwasserfall auch auf der Straße, mit 2m Wassermarke, anwenden, bei handwerklichen Fähigkeiten sieht es ähnlich aus, genau wie bei der Erste Hilfe oder Funktechnik - Letzteres hat sich allerdings durch die Einführung des digitalen BOS-Funk inzwischen auch erledigt !


    Was Nahrungs und Trinkwasserversorgung so wie Feuer machen angeht, denke ich kaum das es im Kat.Fall notwendig ist, auf sein BC Wissen zurück greifen zu müssen - Supermärkte plündern wäre da sicherlich die effizientere Lösung um an Futter zu kommen!



    Das Problem das ich seit langen schon sehe ist ein viel simpleres wie alles was sich durch BC-Wissen ausbügeln lassen würde..."Kommunikation"...also die Informationsweitergabe der Behörden unter einander und an die Bürger!
    Also wo sind im Kat.-Fall welche Bereitstellungsplätze für San., Betreuung, Technik und soziale Hilfeleistungen, wo bekommt man allgemeine Informationen über Vermisste her usw.


    Alles in allem, denke ich, man muss sich nicht wirklich große Sorgen machen - Irgendwie klappt es immer, das die diversen Dienste und Notfallpläne funktionieren!
    99% der katastrophen sind entweder vom menschen selbst verursacht (Siehe: Loveparade) oder sind vorhersehbar (Hochwasser)
    das eine % sind dann Flugzeugabstürze, Bahnunglücke, Reaktorunfälle, Erdbeben, kriegerische Handlungen usw.
    Alles Ereignisse die nie bundesweit gleichzeitig auftreten, so das, das Kat.Schutz Konzept des BMI und seinen untergeordneten Dienststellen, innerhalb von 24-72h gut greifen kann.


    N a c h t r a g:
    Es ist zwar so schön "Endzeit-Romantisch" aber auch leider komplett Realitätsfern!!!
    Um Himmels Willen, NICHT DIE STADT VERLASSEN!!!
    Gruppen bilden und dort aufhalten wo möglichst viele Leute sind!!!
    (Tsunami 2004: Die meisten Menschen starben, als sie versuchten ins Landes innere zu entkommen, statt sich einfach auf die Dächer der Häuser/Hotels zu flüchten, in denen sie sich eh grade aufhielten!!!!)


    Ballungszentren und Massenanfälle werden IMMER als erstes evakuiert!


    Wenn ihr allerdings mit eurem Zelt in einer Gegend sitzt, in der euch keiner vermutet, wird dort natürlich auch keiner nach euch suchen - Und sollte man euch doch zufällig vom Hubschrauber aus sehen können, dann werdet ihr NICHT gleich in Sicherheit gebracht - denn irgendwo steht eine Gruppe mit Menschen die auch wartet!!!! Das klingt hart ABER wenn man die Möglichkeit hat, 5 Leute gleichzeitig zu retten, die sich in der selben Situation befinden wie ein einzelner - Dann geht die Gruppe immer vor!!!


    Wer also "gerettet" werden will, bleibt in der Stadt - wer aber nur noch "geborgen" werden will, kann gerne raus gehen - es wird euch keiner aufhalten! Hierbei sollte man aber folgendes beachten: Das Gesetz gibt "Rettungskräften mit Hoheitsaufgaben/ Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben", also Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei, Bundeswehr und ähnlichen, die Handhabe euch aufzuhalten! (z.B.:Bereits gerettete Frau will wieder ins brennende Haus rennen weil ihr Kind noch drin ist - Feuerwehrman stellt der vorbeirennenden Dame ein Bein und schleift sie, unter massivem Protest, wieder zurück in den Sicherheitsbereich (Vorgehen nach Vorschrift und im Sinne des Gesetzes!) Würde er sie aber durch lassen, wäre dies eine "unterlassene Hilfeleistung" da er die rechtliche Handhabe hat, sie aufzuhalten! §1 Abs. 4 - Brandschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt: "Hilfeleistung umfasst alle Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Personen, Tiere, Sachen und die Umwelt bei Unglücksfällen oder Notständen" - Ich selbst hab schon Amtsleiter, auf Grund dieser Gesetzeslage, von einer, wegen Hochwasser gesperrten, Brücke verjagt!


    Und was das besagte "Wurstkasten-Szenario" angeht: Nicht einmal der 2. Weltkrieg war im Stande das komplette Land oder den Rest der Welt, total außer Gefecht zu setzen - Und dies zu einer Zeit, zu der keinerlei Notstandspläne, Katastrophenschutz, Natopartner, Internationale Katastrophenhilfe oder ähnliches existierten!


    Eine Katastrophe ist IMMER nur auf eine bestimmte Region beschränkt, dort werden dann die Rettungsmittel und das Personal in den Einsatz gebracht! Wenn ihr aber weg rennt, rennt ihr auch automatisch vor denen weg, die euch helfen wollen und dies vor allem auch wirklich können!!!


    Und um dem Einen oder Anderen etwas die Angst zu nehmen, ewig auf Hilfe warten zu müssen:
    Die THW Einheiten ETS, HCP, SEEBA, SEE-Lift, SEEWA, SEC und TAST haben eine "Alarm- und Ausrückzeit" von 6 Stunden - d.h.: In diesen 6 Stunden ist das komplette Personal, mit seiner kompletten Ausrüstung, Abflugbereit, am Flughafen und kann von dort aus an jeden Ort der Welt verlegt werden!


    Wenn also in Deutschland etwas passiert werden die Entsprechenden Organisationen noch um einiges schneller vor Ort sein und ihre Arbeit aufnehmen!

    Denkt mal bitte drüber nach!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

    Edited 7 times, last by wandervogel ().

  • Also, um auch meine Meinung dazu darzustellen:




    Allgemeines BC Wissen ist im Alltag definitiv einsetzbar / anwendbar. Schon allein so kleine Dinge wie Grill anzünden, Nagel in die Wand einschlagen ohne Hammer usw usf. sind da nur wenige Dinge. Ich nenne es aber dabei eher "Improvisationstalent", oder, wie man in einigen Gegenden sagt: "..aus Sch....e Bonbons machen".





    Was das ganze in Notsituationen betrifft, ist das wieder eine ganz andere Sache. Gesetz demm Falle, es kommt zu einer Notsituation, so sind dann wohl eher Erste Hilfe, Nahrungsbeschaffung (Supermarkt "plündern" ist def. nicht möglich--->obiger Post), und allgemein psych./physische Kondition (Beistand). Bei Krisen ist der Effekt einer Massenpanik, wenn sie Menschen (vor allem unvorbereitete) trifft, nicht zu unterschätzen.


    Mit Moral und Gutwollen ist da allein nicht geholfen.


    Das BA für Katastrophenschutz und andere Träger haben offen gesagt, daß sie in evtl. solchen Szenarien beinahe hilflos überfordert sind und sich die Bewohner in Form von Eigeninitiative Vorsorge zu treffen haben. (u.a. Notfallgepäck)


    Diese Institutionen sind, wie wandervogel schrieb, auf kleinere lokale Krisen konditioniert.


    Im Falle von grösseren Ereignissen reichen jedoch weder die Mannschaften, noch die vorhandene Ausrüstung weiter, um Hilfe zu ermöglichen.


    Bei den in den letzten Jahren hier in D gegebenen Naturereignissen wie Flut konnte man sehen, dass die Hilfskräfte schon an die Grenzen gelangten; und das waren verhältnismäßig KLEINE Umstände.


    Der einzelne ist also im -Fall der Fälle- auf sich allein gestellt (wie auch immer das jeder für sich definiert).


    Was die Problematik Stadt verlassen oder nicht angeht, so gibt es da keine Allgemeinregel.


    Es gibt Situationen, in denen man unter allen Umständen definitiv raus sollte aus der Stadt (nach Erdbeben..) dann wiederum eben auch Sit. wo ein Bleiben in der Stadt sinnvoller ist.


    Wie schoneinmal geschrieben, (Bürger)Kriegsähnliche Zustände, Unruhen, Zusammenbruch d. "Wirtschaft" sind wieder ganz andere Szenarien, über die es sich allerdings auch mal lohnt, drüber nachzudenken.


    Ohne jetzt groß politische Dinge anzusprechen so ist dennoch eine gewisse "Spannung" in der Bevölkerung zu bemerken. Sei es durch die hohe Arbeitslosigkeit, soz. -Brennpunkte- in Großstädten (usw usf).


    Und schon die Szenarien welche bisher in Europa passiert sind seit Beginn des Jahres zeigen doch, wie schnell wir als einzelne Menschen dann überfordert sind .


    Es ist eben nicht alles so heile rosarote Welt, und Frieden überall, wie man es uns oft weissmachen will.
    doch überfordert sind, wenn es denn mal "rumpelt".



    Der kluge Bushcrafter mag da vielleicht einige Vorteile haben, was das Draußensein betrifft (Wald & Flur).


    Im Ernstfall ist jedoch fraglich, ob /wie man dieses Wissen dann auch anwenden kann.




    In Notsituationen größerer ARt hat sich seit Jahren eines bewährt: (siehe Geschichte)
    Wer in der Stadt wohnt, RAUS und versuchen ländliche Gebiete aufzusuchen. Es gibt immer gutherzige Menschen die einem weiterhelfen, stets versuchen das beste draus zu machen und positiv zu bleiben.



    Wer sich jedoch nur auf staatliche Hilfe verlässt: Gute Nacht.


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    edit:
    In diesem Zusammenhang möcht ich auch mal auf Hurrikan "Katharina" hinweisen. Auch wenn es uns nicht direkt betrifft, so konnte man da doch sehen, was für ein heilloses Durcheinander passiert, wenns denn "kracht".
    Die Rettungskräfte waren mehr als an Ihre Grenzen gekommen. Die von wandervogel angesprochenen Möglichkeiten bezüglich Ersthelfereinsätze und das Fliegen dieser, so ist das ganze nur in der Theorie möglich.
    Die Praxis läßt da wohl eher zu wünschen übrig. Zu beachten ist in Notsituationen dass es eine Ausnahmeregelung gibt, auch hier in D.
    Vor allem greift diese in dem Zusammenhang, dass zuallererst Regierungsbedienstete und deren Angehörige evakuiert werden, bzw. mit Hilfe rechnen können.
    Sollte der Notstand aufgrund irgendwelcher Umstände ausgerufen werden so kann sich jeder mal selbst im Netz informieren, welche sog. "Gesetze" dann greifen, und was dann passiert.
    Wer sich dann noch auf das Gutdünken von THW, Bundeswehr, Feuerwehr etc. verläßt hat mehr als schlechte Karten.
    Die sog. "Hilfeleistungen zur Abwehr... usw" fassen dann nämlich nicht mehr, und man nimmt kollaterale Schäden billigend in Kauf.
    Soviel also zum Thema Hilfe ist für alle da...
    Auch gibt es in D kaum eine Möglichkeit in sog. Zivilschutzräumen Zuflucht zu finden, denn diese gibt es schlichtweg nichtmehr.
    Bewohner der Schweiz haben da mehr Glück.
    Auch ist ein Rückbau von Sirenen zu bemerken, welche eben die Menschen auch Stromunabhängig über die derzeitigen Situationen/Zustände im Notfall informieren soll. Seltsam...
    Auch die Lebensmittellager, welche die Bundesbehörden haben, haben gerade mal die Kapazitäten, um 20% der Menschen zu versorgen (bei langfristigen Krisen).
    Ich gebe zu, es ist wirklich ein sehr umfangreiches "spezielles" Themengebiet, und sich darüber in einem Bushcraftforum auszutauschen ist villeicht auch schon grenzwertig, weil es doch eher "Survival" betrifft.
    Aber ob Wald oder Stadt: gewisse Grundlagen und Wissen, welches dem Menschen nützlich ist/sein kann, eben auch in Notfällen, wird leider nicht in Schulen usw. vermittelt, zumindest nicht in Europa (leider).
    Ich hoffe und wünsche uns allen, dass solche Situationen möglichst fern bleiben; doch für evtl Umstände sollte dennoch jeder Mensch nach seinen Möglichkeiten gewisse Vorsorge treffen. Inwieweit das für den einzelnen wichtig/unwichtig ist, muß jeder selbst entscheiden.
    Be prepared...

  • Zuerst einmal zum Beitrag von Wandervogel: DANKE!!!!!


    Ich finde es immer wieder erstaunlich wie sehr sich Leute einen Kopf um "Worst Case"-Szenarien machen. Dann finde ich immer wieder erstaunlich, dass den Rettungskräften und der Katastrophenhilfe von vorn herein jedwede Handlungskompetenz abgesprochen wird. Zombie- und WK III-Szenarien finde ich nicht erstaunlich, sondern offen gesagt ziemlich beknackt (aber die hast Du ja schon erfreulicherweise schon ausgeschlossen Waldkauz :lol). Die Szenarien sind immer "höllisch" und "alle anderen Menschen" sind immer eine irre Lemmingmeute die panisch im Kreis rennen und von jetzt auf gleich zu blutrünstigen Egozentrikern werden :wallbash:wallbash


    Na klar: Wenn man nach realistischen Szenarien fragt (z.B. Erdbeben, Flut, ausgedehnter Waldbrand, Erdrutsch, Tagebrüche, Massenpaniken usw.) ist die Antwort: "Verlass Dich nicht auf Dich allein, sondern vertraue Dich den Rettungskräften an" ziemlich langweilig und absolut "un-Action-Held-mäßig". Was soll denn in Deutschland passieren was so große Auswirkungen hätte dass man nur noch allein und auf sich gestellt überleben könnte?


    Was also sind "kleine" Ereignisse, was sind "große" Ereignisse? Der KatS hat in den vergangenen Jahren nicht immer und überall funktioniert, aber das KANN er auch garnicht, da man sich nicht auf jedwede angenommene Lage vorbereiten KANN. Auch nicht jeder Feuerwehreinsatz läuft "gut", wenn die Feuerwehr zu einem VU ausrückt, dann ist nicht sie schuld wenn es Tote gegeben hat. Wenn Leute ihre Häuser nicht verlassen wollen, aus Angst vor Plünderungen, und die Flut kommt angerauscht, dann ist nicht der Katastrophenschutz schuld.


    Denn: Wenn Rettungskräfte benötigt werden, dann IST schon etwas passiert!


    Natürlich empfiehlt das BBK private Vorsorge: http://www.bbk.bund.de/DE/Serv…efuerdennotfall_node.html Es wäre ja auch unverantwortlich ALLES dem KatS und den BOS zu überlassen. Im angrenzenden Siegerland oder auch Ruhrgebiet gibt es bedingt durch den Bergbau immer wieder Tagebrüche, die ein sofortiges Verlassen der umliegenden Gebäude notwendig machen, auch der U-Bahn-Bau in Köln ist ein Beispiel. Da muss es schnell gehen, da kann der Einsatzleiter nicht erst warten bis man alle Schlüpper eingepackt hat. Daher sind diese Vorbereitungsmaßnahmen unter diesem Aspekt sinnvoll. Man hat EIN Gepäckstück mit allem Wichtigen (Klamotten, Kopien von wichtigen Papieren usw.) und gewinnt dadurch Zeit. Was zu diesem Thema in anderen Foren steht grenzt schon nahezu an Verschwörung: Im "Ernstfall" würden die Leute in Sammellagern untergebracht um sie zu deportieren *schüttel* Ich weiß nicht... bei Leuten die solchen Blödsinn von sich geben fragt man sich ob es nicht vielleicht sogar besser ist, dass sie sich mit ihrem 1000h-BOB in die Toilettenpapierplantagen des Naherholungsgebiets verziehen.


    Und wie plausibel ist es, sich nicht auf staatliche Hilfe verlassen zu wollen (das Fundament des Katastrophenschutzes in Deutschland sind Millionen engagierter Ehrenamtlicher!!) aber zu glauben dass Bauer Wiffel einen mit Speck versorgt und auf dem Heuschober schlafen lässt? Ich glaube dass "Landbevölkerung" da zu verklärt gesehen wird. Bei uns im Sauerland kommste ja noch nicht mal dazwischen wenn Du zugezogen bist, ich glaube dass man da in einer "echten globalen Super-Duper-Krise" wohl eher als Fremder wieder verjagt wird :lol


    Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen? Sitzen Leute mit solchen Fantasien allein zu Hause und warten auf den großen Knall? Ich würde mir viel mehr Gedanken um meine Kinder und meine Familie machen und mich daher mit anderen Familien/Freunden zusammentun als mich irgendwo zu verkrümeln. Und zum Vielzitierten Vorurteil "die Rettungskräfte kämen bei 'normalen' Krisen schon an ihre Grenzen": Unsere FW ist dem Katastrophenschutzzug unseres Regierungsbezirks angegliedert und wir haben beispielsweise bei der Hochwasserlage in Gronau vor zwei Jahren überörtliche Hilfe geleistet. Allgemeiner Tenor: Was sollen wir mit so vielen Feuerwehrleuten???? Zumindest in NRW gibt es in jedem Kuhkaff eine Löschgruppe, die wiederrum größeren Einheiten angegliedert sind mit insgesamt 1,4 Mio (!) aktiven Feuerwehrleuten. Hinzu kommen THW mit 40.000 aktiven Helfern, dem DRK mit 400.000 Freiwilligen, und zahlreichen anderen Hilfsorganisationen. Ich las auch schon das Argument: "Na und? Wenns richtig knallt kümmern die sich auch nur um sich selber". Denkste! Was man da an Hilfsbereitschaft und Kameradschaft in schwierigen Situationen erfährt (selbst von den grimmigsten Zeitgenossen) sucht seinesgleichen. Logistisch könnte der KatS besser aufgestellt sein, aber was zählt sind die Menschen die dahinter stehen und auf DIE kann man sich verlassen!


    Und wenn man vielleicht Massenpaniken nicht unterschätzen sollte (ich halte es eher für "überschätzen", da diese meist zeitlich und örtlich sehr begrenzt sind) dann sollte man auf gar keinen Fall die Mobilitätsfähigkeiten des "normalen Bürgers" unterschätzen! In Ausnahmesituationen wachsen selbst "graue Mäuse" oft über sich selbst hinaus, und zwar im positiven Sinne. Es ist immer ein Unterschied, ob man aktuelle Entwicklungen kritisch betrachtet und Sorgen um die nahe Zukunft hat, oder ob man sich einer komplett dystopischen Weltsicht hingibt. Der zwischenmenschliche Aspekt wird bei solchen Diskussionen leider sehr oft ausgelassen, aber im Großen und Ganzen ist der Mensch ein viel sozialeres Wesen als man gemeinhin glauben mag. Gerade bei Katastrophen zeigt sich solches immer wieder (Widerspricht sich das jetzt mit Bauer Wiffel? :lol:lol:lol )


    Ups... ich hab mich verplappert :lol Also, bevor ich noch weiter ausschweife (eigentlich wollte ich zu solchen Themen garnichts mehr sagen... der Vorsatz ist dahin): Was bitte sind also konkrete und REALISTISCHE "große urbane" Szenarien die ein Anwenden von Survivaltechniken erforderlich machen?


    [edit]ich meinte damit alles was bei Ausfall von Elektrizität über das Nutzen des eigenen Outdoor-Krempels hinausgeht :lol [/edit]

  • Ich würde auf jeden Fall eine Waffe benutzen: Den gesunden Menschenverstand, den braucht es nämlich in der Wildnis und im Stadtdschungel gleichermasen.


    Gruß Travelmad

    "Member of OutdoorFrankenCrew"


    - see it - learn it - teach it

  • Wahnsinn, was ihr euch für Gedanken macht...nun gebe ich also auch noch meinen Senf dazu.


    Bin vieleicht ein wenig durch meine Großeltern und Eltern geprägt, die den Krieg miterlebt haben und dort nur eins kannten. Raus aus der Stadt.


    Denn das wäre mein erster Gedanke, aber auch hier kommt es wieder auf das Szenarium an.


    Z. B., ein Erdbeben, danach kommen noch Nachbeben, also nix wie wech von den Gebäuden gleich welcher Art. Hab auch keinen Bock eine Gasexplosion nach der anderen mit zu erleben.


    Dann die großflächige Überflutung. Nee, ich gehöre nicht zu den Menschen die auf einen Dach auf eine mögliche Rettung warten. Sobald ich absehen könnte, dass ein schwimmfähiges etwas vor mir auftaucht würde ich darauf springen und versuchen ins Landesinnere zu entkommen. Ich bin eher der aktive Mensch, der handelt und nicht abwartet. Das mag nun richtig oder falsch sein, aber es ist halt meine Art.


    BS Techniken, sind jederzeit gut zu gebrauchen, auch außerhalb einer Krise.


    Improvisations und handwerkliches Geschick, sportliche Ausdauer und Durchhaltevermögen, Flexibilität im Denken und Handeln, lernt man wohl kaum zu Hause auf dem Sofa. :pop


    Wer im Wald mit geringsten Mitteln glücklich ist und überleben kann, wird eine mögliche Krise auch psychologisch als nicht "ganz so schlimm" wahrnehmen bzw. verarbeiten können, sofern er dann auch noch die seinen mit retten konnte. Wage ich mal ganz vorsichtig anzumerken.

  • wandervogel: Dein Post ist eine glatte 1 mit Sternchen.


    Bushcraft wissen ist immer hilfreich, auch wenn man es oftmals nicht als Bushcraft Wissen oder Techniken erkennen kann. Das geht im Alltag mit dem Knoten los mit dem man das Moskitonetz über dem Bettchen von der Tochter befestigt. Ansonsten ist das ein Thema das in den diversen Prepper-Foren oft und überausführlich diskutiert wird (ja, ich war mit dem gleichen Nick auch eine Zeit lang in einem angemeldet, aber ich gehöre nicht so zu den Leuten für die jeder Gewitterdonner gleich die anrollende Rote Armee bedeutet).


    Die entscheidensten Fragen wenn es knallt lauten:
    - Wie gross ist die Lage?
    - Wie lange dauert sie? (Die Dauer wurde bisher in den meisten Posts nicht erwähnt)


    Ganz ehrlich, mir ist bis auf die Tsunamis der letzten Zeit nichts bekannt was man nicht innerhalb von max. 24-72h in den Griff oder zumindest unter Kontrolle bekommen hat. Wenn es mal Probleme gab, dann lag es hauptsächlich an der Koordination. Weder bei der "Oderflut" noch bei der grossen Sturmflut 1962 oder der weniger bekannten "Hollandsturmflut" 1953 ging wirklich die Welt unter. In Hamburg versagte anfangs die Koordination weshalb es dort zu grösseren Schwierigkeiten kam, aber auch das bekam man (in Person von Helmut Schmitd der ein paar Köpfe rollen lies) in den Griff.
    Ich habe so einige Hochwasser-Lagen und auch anderes mitgemacht, anfangs war es manchmal etwas hektisch, aber dann "normalisierte" sich alles dann doch recht schnell.


    Um zum Thema zurück zu kommen, Bushcraft Wissen und Fertigkeiten sind sicherlich hilfreich um die Zeit "abzuwettern" bis sich der erste Staub gelegt hat, ob das nun das überqueren einer überfluteten Strasse ist (bei der schon mehr als einer ertrunken ist und was man auch nur machen sollte wenn es wirklich sein muss, uns sind da mal 4 Mann von der DLRG im Schlachboot abhanden gekommen, 2 haben es nicht überlebt (1984 glaub ich bei Wertheim am Main)), oder man sich schnell mal einen trockenen Unterstand macht. Die Möglichkeit ein paar Liter Kaffee oder Tee aus dem "nichts" herauszaubern zu können ist auch nicht zu verachten.


    Wenn dann der Regen aufhört (ist wohl für die meisten das realistischste Scenario auch wenn er Bach eigentlich 500m weit weg ist) oder der Boden nicht mehr wackelt ist Pragmatismus nebst handwerklichen können gefragt. Tja, da wären wir dann wieder bei der Frage wo Bushkraft anfängt und aufhört.
    Trocken und warm ist das wichtigste, Wasser und Nahrung können dann ein paar Stunden warten.


    Nur kurz, da oben angesprochen:


    Thema Stromausfall: Es wird je nach Dauer überbewertet, hatte selbst da schon alles zwischen 5Min. und 76h, letzteres zusammen mit 400 Studenten und Lehrpersonal in einer abseits gelegenen Siedlung welche die Fachhochschule nebst Unterkünften beherbergt. Kurz vor Weihnachten bei Temperaturen von -24 bis -27 Grad. Heizung ausgefallen ... So schnell kühlt ein halbwegs ordentlich isoliertes Haus selbst bei diesen Temperaturen nicht aus (es wird kühler, klar), gekocht wurde mit den Grills von den Festen. Nur die Pc-Stunden vielen aus, ansonsten lief normaler Unterricht... -> "Pragmatismus"


    Thema Zusammenbruch der Wasserversorgung: Hatte ich hier auch schon (nur Stichleitungen, keine Ringleitungen, Wasserrohrbruch 5km entfernt und schon gibt es kein Wasser) für Zeiträume zwischen 6h und 2 Tagen. Auf jeden Fall unangenehmer als ein Stromausfall, gleich 2 mal wenn man einen 4 monatigen Schreihals hat und man in einem Wohnsilo lebt, da hapert es dann sogar am sauberen Eimer mit dem man Wasser vom Tankwagen holen kann (passiert mir nie wieder, das schwöre ich euch). Das Spülwasser für die Toilette ist ja nicht das Problem, da kann man auch den Mülleimer nehmen und die 500m zum Bach laufen. Das Abwasser... der an der tiefsten Stelle hat die A...-Karte gezogen, aber da genügt auch schon die Überlastung der Kanalisation bei einem Wolkenbruch damit da das "Wasser" aus dem Abfluss kommt.
    Ansonsten ist das Thema Wasser auch beherrschbar wenn die angetraute sich nicht einbildet unbedingt Haare oder Bettwäsche waschen zu müssen :unschuld


    Ergo: Bushcraft Wissen und Können ist immer Nutzbar, aber unter einer Plane anzufangen Stöckchen zu reiben während 1km weiter der Hausrat das schwimmen lernt ist auch nicht prickelnd.


    Gruss


    P.s.: Kleine Anekdote: Man (die heilige Familie, er, sie + 1jährige) kommt vom kleinen Winterspaziergang nach hause, -17Grad,...
    Er: Du schliess mal die Tür auf, ich habe meinen Schlüssel vergessen...
    Sie: Ähm,... :schäm
    Er: :eek
    Sie: :motz
    Ja, genau, danach hat der Begriff Katastrophe eine ganz andere Bedeutung :lachtot
    (ist es nicht schön was man mit ein paar smilies alles machen kann ;) )
    Gut wenn dann der Schwiegerpapa innerhalb von 2h auftaucht und den Ersatzschlüssel mitbringt, und unschlagbar ist der Nachbar der mit dir so lange :daumen den warmen Ofen teilt.

  • Realistische Szenarien:
    AKW Unfall, Flutwellen (Nord- Ostsee), Erdbeben (man glaubt es kaum, diese sind möglich), Sonnenstürme (die direkten Auswirkungen auf die Erde und das Erdmagnetfeld sind noch lange nicht vollständig erforscht) usw. usw.
    Es geht nicht darum, sich über irgendwelche "Extremszenarios" monatelang den Kopf zu zerbrechen, oder gar iwelche Armageddon-Theorien aufzustellen. Nur die Blauäugigkeit mit welcher oft an dieserartige Themen rangegangen wird halte ich persönlich für ebenso "falsch".
    Dass Menschen nicht allgemein "Monster" sind oder gar zu blutrünstigen Wahnsinnigen werden hat auch keiner behauptet (zumindest nicht hier).
    Nur in der Not, wenn Hunger herrscht, wird das Individuum schnell wieder "zum Tier".
    Im allgemeinen gibt es schon soetwas wie ein "Sozialgefüge" und man wird sich auch gegenseitig helfen (irgendwie zumindest). Man vergißt dabei aber auch schnell mal, dass viele unserer Mitmenschen einfach "verrohter" geworden sind (über die Umstände und das Warum/wieso jetzt zu diskutieren würde zu weit führen). Und das sieht man im Alltag nur zu oft.
    Ich kann mir dann nicht vorstellen, dass jene plötzlich "lammfromm" werden, wenn es zu Ausnahmesituationen kommt.
    Sicher haben wir nicht soviel zu erwarten wie bspw. in den Staaten (Verweis auf den Yellowstone oder Hurrikans etc).
    Da leben wir im Vergleich doch noch recht sicher.
    Wie Du, lieber Hog nun auf Deportationslager und sowas kommst; keine Ahnung. Sowas stand hier in dem Thread nicht zum Gespräch und solls auch nicht sein.
    Niemand will hier Angst schüren oder dergleichen, nur passiert ist schnell mal was. Die Zahl derer, die sich im privaten auchmal Gedanken darüber machen (von mir aus Bushcrafter, Survivalisten, Endzeitfanatiker, Wissenschaftler...) stellen im Vergleich zum "Durchschnittsbürger" der von Heute auf Morgen denkt einen geringen Prozentsatz dar.
    Und selbst wenn es sich nurmal um -regionale- Umstände handelt, die von mir aus auch zeitlich begrenzt sind.
    Doch auch diese zeigen auf, das die meisten Menschen in dieser westlichen Welt ohne Strom, ohne Grundlagenwissen, ohne Improvisationsfähigkeiten schlichtweg aufgeschmissen sind (wieder dazu die Verweise auf die letzten Jahre)
    Über die Fähigkeiten und Talente von Rettungshelfern zu werten steht mir fern; schließlich sind sie eben da, um in Ernstfällen zu helfen, dessen bin ich mir völlig bewußt. Auch bestreitet wohl niemand deren Kompetenz, doch so gutgläubig manchmal das ganze betrachtet wird, so ists in jenen Fällen eben nicht. Mag sein daß jeder anders dazu denkt und wohl auch eigene Erfahrungen mit hat.

  • Ja du hast recht...sicherlich gibt es Situationen, bei denen es ratsam ist, die Stadt zu verlassen und aufs Land zu flüchten...
    Aber nimm mal meinetwegen Frankfurt als Beispiel...auf dieser Strecke von 20-30km, die du von der Innenstadt, in die Randgebiete, zurück legen musst latschst du an unzähligen "Hiflsstellen" vorbei!


    Im Großen und Ganzen ist das "Richtige" verhalten, bei einem Notstand, wie im Beitrag zum Thema Ausrüstung, immer von der Situation abhängig!


    Ich denke es ist immer Ratsam, zu wissen wo die nächste Feuerwache ist, denn dort sitzt in der Regel auch der Krisenstab und die TEL die einem alle wichtigen Infos zur Lage geben können!


    Was die Überforderung der Einsatzkräfte angeht...es ist leicht ihnen zu unterstellen, sie seien überfordert oder der Situation nicht gewachsen - wenn man selbst nicht mehrere Tage an Stück, 18 oder mehr Stunden bemüht war, sein bestes für andere zu geben!


    Ich kann nur für meine Leute sprechen, die hätten 2002 gerne noch 2-3 Wochen länger gearbeitet!
    Aber es ging nicht ohne deren eigene Existenz zu gefährden!


    Das Problem dabei ist folgendes...Im Kat.Fall tragen Bund und Länder die Kosten für die Einsätze, hierbei gibt es klare Regeln ab wann und wie lange es ein Kat.Fall ist, ist dieser "Kat.Status" aufgehoben, stehen die Städte und Gemeinden alleine mit den Kosten da!


    Dies hat dann wiederum zur Folge, das die Berufs-Freistellungen für die ehrenamtlichen Helfer (also über 98% der Helfer) weg fallen weil es sich die Städte und Gemeinden einfach nicht leisten können.


    Somit wird auf die hauptamtlichen Kräfte der z.B Berufsfeuerwehren zurück gegriffen, welche eh monatsweise bezahlt werden!


    Wenn ich mir Dessau als Beispiel nehme, wir haben hier glaube ich knapp 500 freiwillige Feuerwehrleute und ca. 50 Berufsfeuerwehr-Mitarbeiter, wovon ein Teil im Rettungsdienst eingesetzt wird, und ein anderer Teil in der Verwaltung, der leitstelle...im aktiven Einsatzdienst sind es ca. 20 Mann!
    Wenn also 500 Leute eine Woche brauchen für eine Aufgabe, braucht ein einzelner 500 Wochen, und 20 Mann 25 Wochen...Aber auch das geht nicht so ohne weiteres, da ja irgendwer noch die Löschbereitschaft und den Einsatzleitdienst stellen muss!


    Die ganzen Schäden die in diesen 25 Wochen entstehen, interessieren die Stadtverwaltungen nur ganz am Rande - denn diese werden durch die Versicherungen getragen!


    Es sind also nicht die Helfer, vor Ort, die Überfordert sind, sondern eher die Verwaltungen!!!!


    Aber es ist natürlich "Typisch Bürger" und so schön leicht das nimmer nur die schuld sind, die man sehen kann...
    dann kommen noch die Fuzzis von der Lokalpresse, die nen Döner mampfenden Feuerwehrmann fotografieren, während im Hintergrund ein Wohnhaus abbrennt - Das der besagte Feuerwehrmann, grade 8x20 Innenangriff hinter sich hatte, da das Haus schon seit 6 Stunden brannte und er grade ein Kind gerettet hat - das steht da natürlich nicht!
    Da ist nur ein Bild vom fressenden Feuerwehrmann und die Kurzinfo 2 Tote bei Dachstuhlbrand!


    Aber schön das du offenbar so sehr hinter die Kulissen schaust, die dir die Medien in bunten Farben aufgebaut haben...Oder bist du eher der Bürger der genervt fragt, warum die Feuerwehr eben NICHT mit nem Monitor von der Drehleiter aus Löscht, wenn noch ein Trupp im brennenden Gebäude ist?
    Die Antwort darauf...Schütte mal ganz langsam ein glas Wasser, aus kurzer Distanz, in einen Glühenden Topf - So wie deine Hand, würden sich auch die Feuerwehrleute, im Brennenden Gebäude, fühlen!


    Bitte nicht böse sein das ich jetzt etwas ausfallend geworden bin, aber denk mal drüber nach, das die Leute, die du da grade schlecht machst, evtl. auch schon, das eine oder andere Mal, deinen Hintern trocken gehalten haben wenn die Stadt abgesoffen ist!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • 1. Regel in einer Survivalsituation:


    Den Puls und den Blutdruck unter Kontrolle bringen !


    Die Menschen sind nicht so übel wie man oft in der Presse liesst. Wenn die Gang aus der Nachbarschaft, vielleicht begleitet von ein paar dummes Sprüchen, in ein Haus einbricht da die Oma ihren Schlüssel vergessen hat liesst man davon halt nur selten in der Zeitung. Ich hatte früher relativ viel mit "schwererziehbaren" Jugendlichen zu tun, ganz ehrlich wenn es knallt hätte ich gerne die Kerle in der Nähe, auch wenn die oft im Suff Scheisse ohne Ende gebaut haben.

    Gruss



    P.s.: Das Schweinderl wollte doch nur mit dem hinweis auf die FEMA-Lager-Story auf die Auswüchse aufmerksam machen damit es hier nicht aus dem Ruder läuft.

  • Über die Fähigkeiten und Talente von Rettungshelfern zu werten steht mir fern; schließlich sind sie eben da, um in Ernstfällen zu helfen, dessen bin ich mir völlig bewußt. Auch bestreitet wohl niemand deren Kompetenz, doch so gutgläubig manchmal das ganze betrachtet wird, so ists in jenen Fällen eben nicht. Mag sein daß jeder anders dazu denkt und wohl auch eigene Erfahrungen mit hat.


    Nix gegen Rettungshelfer, gehöre selber zu ihnen.


    Man sollte aber bedenken, dass auch sie nur Menschen sind und durchaus erwarten können, dass einige in Not geratene Menschen sich selber retten können.


    Gerade bei einem größerem Krisenszenarium, die Rettungskräfte können unmöglich überall sein.


    Kann nur aus meiner Erfahrung sprechen. Ich rette gerne Kinder und andere hilfsbedürftige, schwächere Personen aus einer Notlage. Dann reicht es aber auch.


    Möchte nicht jedem erwachsenen, kräftigen, gesunden Menschen erklären müssen, das auch er/sie Füße hat und ich ( bzw. meine Kollegen ) nicht alles "alleine tragen" können.


    Ein gesunder Menschenverstand ( las ich gerade )...


    Jo, des iss es.